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Bachelorarbeit - Wirtschaftsinformatik
shiraz:
..... und am Ende wird behauptet Lotus-Notes ist sch....
Thomas Schulte:
Eines, und nicht das kleinste deiner Probleme ist, das du einem weit verbreiteten Irrtum unterliegst.
Notes Datenbanken heissen zwar inoffiziell immer noch "Datenbank" (offiziell sind das laut IBM Terminologie Anwendungen), haben aber mit SQL Datenbanken von denen du nach dem was ich hier von deiner Ausbildung gehört habe herkommst, soviel gemeinsam wie ein Fisch mit einem Pferd. Es gibt gewisse, sehr grundlegende, Ähnlichkeiten, das war es dann aber schon.
Was die Informationen angeht hast du doch schon eine Menge bekommen. Vor allem was die möglichen Entscheidungskriterien für oder gegen eine technologische Basis für das System das du da bauen sollst angeht. Und ich kann aus deinen Posts leider nicht mehr erkennen, ob es um die "strategische Planung" des Systems, oder um die "Realisierung in einem gegebenen Umfeld" geht. Das scheint sich im Verlauf der Diskussion hier gewandelt zu haben.
Planen kann man auf einer abstrakten Ebene. Da kommen die von dir genannten Faktoren wie "Erweiterbarkeit, Benutzerverwaltung, Sicherheit oder Zugriffsgeschwindigkeit" zum tragen um sich für ein System zu entscheiden. Wenn dann eine Entscheidung getroffen wurde, dann kann das jeder halbwegs kompetente Entwickler mit den von dir bis jetzt genannten Rahmenbedingungen auf jedem der möglicherweise zur Verfügung stehenden Systeme realisieren, wenn er sich mit diesem System auskennt. Ob du dann derjenige Entwickler sein solltest, das stelle ich jetzt mal, auf Grund deiner letzten Aussagen, in Zweifel.
Wenn dein lokaler IT-Manager da anschließend "einfach Anpassungen"vornehmen können soll, dann hast du hier außerdem doch eh einen Eckpfeiler gesetzt. Dann muss nämlich entweder das System so designed werden, das es auch von "Nichtprogrammierern" verändert werden kann und mit Verändern meine ich jetzt etwas was über "gib ein neues Schlüsselwort an das der Anwender verwenden darf" hinausgeht, dann spielst du was Programmierung und Design angeht weit über deiner aktuellen (2 Semester Datenstrukturen und ein "bischen was mit Access") Gewichtsklasse :-:, oder du musst dich an die Kenntnisse deiner Umgebung anpassen.
Und du, oder dein <IRONIE>schon etwas blauäugiger</IRONIE> Auftraggeber, kannst dich schon mal auf einen heftigen Kampf mit der zentralen IT einstellen, wenn du mit irgendwelchen Lösungen kommst die "mal eben irgendwo installiert werden sollen". Das haben die Jungs und Mädchen die die großen Systeme betreiben dann überhaupt nicht gerne, wenn da plötzlich irgendwo Anwendungen auftauchen die nicht in Ihre Systeme passen und wenn es auch nur "kleine" Anwendungen sind.
Also noch mal zurück ans Zeichenbrett und deine Anforderungen konkret formulieren, so a la, "Der Anwender braucht ein System im dem er Tabellendaten einfach eingeben kann und mit dem es möglich ist sie dann zu verarbeiten und in strukturierter Form im Format XYZ wieder auszugeben. Das System soll ohne das der Anwender programmieren muss um ABC und Berechnungen UVW erweitert werden können und so weiter und so fort ..."
Wenn du es kannst, alle entscheidungsrelevanten Teile wie Benutzersicherheit, Erweiterbarkeit, etc. genau definieren. Erweiterbarkeit kann zum Beispiel auf Technischer Ebene (Codierung), auf Datenebene (Anzahl der verwaltbaren Datensätze, oder Anzahl der Benutzer der Anwendung) auf Benutzerebene (selbstständiges Eintrage von neuen Schlüsselworten) eine Rolle spielen. Und ich habe jetzt hier ganz bewusst nicht alle verschiedenen Möglichkeiten Erweiterbarkeit zu definieren genannt.
Jeden genau definierten Teil deiner Anforderungen jeweils mit einem Wert belegen und dahinter Zahlen für die Wichtigkeit des Teiles schreiben.
Dann die Realisierbarkeit mit den verschiedenen Systemen und den Aufwand für die Realisierung in dem jeweiligen System ermitteln und Aufschreiben. Zu der Ermittlung der Realisierbarkeit gehört übrigens auch die Frage wo passt das in die aktuelle Landschaft rein und darf ich das überhaupt in dieser Landschaft plazieren.
Danach die Entscheidung treffen und dann erst realisieren. Nicht umgekehrt.
Thomas Schulte:
Ich hab mir vorhin wirklich ernsthaft überlegt, ob ich tatsächlich zur Realisation mit MSSQL Server raten sollte. Übrigens genau aus diesem Grund,
--- Zitat von: shiraz am 16.04.12 - 19:52:11 ---..... und am Ende wird behauptet Lotus-Notes ist sch....
--- Ende Zitat ---
denn bei dieser Anforderung ist das zu verwendende Basis System tatsächlich vollkommen egal. Realisierbar ist das mit Lotus Notes, MSSQL oder auch, Gott bewahre was für ein Overkill, mit SAP.
flaite:
--- Zitat von: gs3rr4 am 25.03.74 - 16:52:44 ---Ich würde sehr gerne was tun, aber bisher habe ich mich noch sehr mit dem modellieren und beschreiben der Prozesse gedrückt. Ich finds auch toll, dass ihr so viel schreibt, aber finde es sehr schwer für mich nützliche Informationen zu filtern.
--- Ende Zitat ---
Aber das ist doch wirklich die letzte ökonomische und in keinem Fall ethisch legitime Verteidigungslinie für unser aller wirtschaftlichen Existenz. Als Bäckerei-Fachverkäufer bekommst Du klare Skripte für dein Handeln. Im Projekt-Geschäft mußt Du dir deinen Trampel-Pfad selbst bauen. Daily, Weekly, Monthly, Yearly (ein Ice Cube Zitat, btw.) Dafür bekommst Du pro Stunde Arbeiten irgendwann 8 bis 15 mal mehr als der Bäckerei-Fachverkäufer. Ethisch ist das nicht, aber unser Wirtschaftssystem basiert halt auf Knappheit.
So zwischen 1999 bis 2002 liefen um mich immer wieder Leute rum, die keine Ahnung von IT-Technik hatten und sich selbst zum Projekt-Manager erklärten, vermutlich weil Mama denen gesagt hat, dass man in der Wörtschaft am besten möglichst größenwahnsinnig auftritt und andere "Dumme" sucht, welche die Arbeit machen. Das nahm stark ab und gibts heute so nicht mehr. Vermutlich sind diese Leute beim IT-Management und Controlling deines Auftraggebers gelandet. Du sitzt am Strand und baust Sandburgen, indem Du ein für dich sehr wolkiges System in extrem fehlertoleranter Prosa darlegst. Das können Germanisten vermutlich besser als Du. Du mußt eigentlich jetzt anfangen, Prototypen zu bauen.
Wir haben dich gewarnt. Und Du musst in dieses Kaninchenloch.
Ansonsten wirst Du von deiner Seite die Diskussion als immer kafkaesker empfinden.
Hier wird das keiner für dich schreiben. Wieso auch? Für mich wären 60 Euro pro Stunde ein okayer Stundensatz für Home-Office. Nur mit Mehrwertssteuer oben drauf, bin schließlich Sozialdemokrat, d.h. gegen Schwarzarbeit. Übrigens nur auf Zeit und Material (ein anderes Wort für ohne ernstzunehmende Kostenvoranschlag). Und selbst dann würd ichs aus Respekt vor dem Bildungssystem der Bundesrepublik Deutschland nicht machen. ;)
Tim Pistor:
Ich frage mich gerade, ob das Ganze nicht etwas zu "heiss" gekocht wird... ???
Meine Gedanken bei der Sache:
1. Es ist doch "nur" ne Bachelorarbeit, die zählt doch fast nix
2. Bei so einer Arbeit ist der Weg das Ziel - wäre es so schlimm mittendrin mal die Richtung zu wechseln? Solange es sauber dokumentiert und begründet ist... :-: (kommt auf die aktuelle Projektphase an)
3. Technisch: Wieviele Datensätze werden es? Wieviele Relationen müssen abgebildet werden? Welche Möglichkeiten (Fertigkeiten) habe ich (XPage, LS, Java, JS,...)?
--> Daraus ergibt sich dann folgende Möglichkeiten : Notes pur, Notes+SQL, SQL pur
4. Pragmatisch: Hey, warum nicht ein bisschen auf SOA machen. Aufteilung von Eingabe, Verarbeitung, Datenbank. Da definierst Du schöne Schnittstellen und wenn sich irgendein System für eine Aufgabe als untauglich herausstellt - auswechseln. So eine Aktion gäbe auch gleich wieder schön viel Text und BlaBla für die Doku.
5. Idee: Man kann Notes von Excel aus fernsteuern - SQL ebenso. Man kann mit Excel Webserviceschnittstellen ansprechen (SOA Gedanke). Jeweils ein "Excelclient" für das Controling und Fachbereich. Gefüttert wird eine zentrale Datenbank per Makro (egal welches System).
Mögliche Hürden oder NoGos verstecken sich sicher massig. Ohne allwissende Kristallkugel oder Einblick in das Unternehmen verdammt schwierig den richtigen Weg zu finden.
Wie in Punkt 2 schon erwähnt ist bei einer Bachelorarbeit das Endergebnis zweitrangig... klingt zwar blöd aber da ist vermutlich die äußere Form der Doku wichtiger...*hust*
--- Zitat von: Pitiyankee am 16.04.12 - 21:14:33 ---Du mußt eigentlich jetzt anfangen, Prototypen zu bauen.
--- Ende Zitat ---
genau, weil Deine User vermutlich eh nicht wissen (formulieren können) was (genau) sie wollen. Da kann das System technisch noch so perfekt sein - "och nööö, das haben wir uns aber anders vorgestellt". Lieber mal was hinklatschen, gucken ob sich damit arbeiten lässt und vorher (parallel) checken was an Daten auf Dein System zukommt.
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