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[Finanzmarktkrise]: überschwappen auf die Realwirtschaft
pd:
--- Zitat von: Axel Pitiyankee am 10.10.08 - 10:32:02 ---Naja Patrick. Die Landesbanken gehören auch irgendwie zu eurem Verein und die waren auch nicht frei von gewissen Leidenschaften.
--- Ende Zitat ---
Da ist was dran. Aber grundsätzlich sind die halt auch nicht mehr das Kässchen fürs Mütterchen...
Die eine oder andere war in letzter Zeit auch bereits in der Presse...
Patrick
flaite:
--- Zitat von: Gandhi am 10.10.08 - 16:18:24 ---Wenn man erst mal die Kontrolle an Maschinen abgegeben hat, die mit genetischen/evolutionären Algorithmen arbeiten und das nicht nur vereinzelte Hedge Funds machen, sondern quasi die gesamte Branche, das Denken delegiert hat, dann ist wohl auch klar, warum jetzt niemand mehr versteht, was da abgegangen ist, und was man dagegen tun kann.
--- Ende Zitat ---
Das sehe ich einem anderen Punkt nachgeordnet.
Irgendwie geht das dann wieder in so passiv-romantische, fatalistische Vorstellungen des Ausgeliefertseins an die Maschine.
Mit einer wenigstens einigermassen die Absicherung von Finanztransaktionen abstützender Gesetzgebung wäre es überhaupt nicht soweit gekommen.
Wir haben die Wahl.
Man hätte angesichts der Risiken staatliche oder über-staatliche Regelungen einziehen können.
Selbst ein ausgewiesener Liberaler wie Jagdish Bhagwati spricht sich dafür aus.
Spätestens seit der japanischen Hypotheken- oder der Ostasienkrise waren die Risiken sichtbar.
Gut. Das ist natürlich ein wesentlich globalerer Finanzmarkt und es hätte inter-staatliche Regulierungen gebraucht, da sonst Trittbrettfahrer-Länder die eigene lasche Finanzgesetzgebung genutzt hätten und andere für Stabilität des Systems gesorgt hätten.
Das ist das neue unserer Zeit und vermutlich auch eine wichtige Ursache der Krise. Ohne die sinkenden Transaktionskosten von Finanztransaktionen zwischen Ländergrenzen hätte sich das in den USA gar nicht so aufbauen können. Oder dieser isländische Irrsinn.
Es sind sogar Bücher darüber geschrieben worden.
Stattdessen werden in der Debatte von Gysi, Lafontaine, Chavez und Konsorten vergammelte Dosen aus den 60ern aufgekocht.
Und 80% der Bev jammert über den pösen Neonliberalismus ohne sich wirklich mit wirtschaftlichen Themen auseinandersetzen, nur weil in diesem reichen Land in einer insgesamt gerechterweise erhöhten Konkurrenzsituation die Reallöhne mal zufällig für eine Weile nicht steigen.
Das globale Finanzsystem wird sowieso gestärkt und sicherer aus diesem Chaos hervorgehen. So wars immer seit der Tulpenkrise im 17. Jhdt. Nur ist diese ganze Scheisse im Grunde völlig unnötig.
In der Zwischenzeit wirds eine Menge Leid geben.
heini_schwammerl:
Bei mir ist das Leid noch nicht angekommen auch wenn ich ein paar Euro bei Kauping Edge gebunkert habe/hatte. Nur leider kann ich das nicht der Citibank in die Schuhe schieben. Ich war selber Schuld.
Ich unterstelle dem Staat auch nicht die Absicht in dieser Richtung irgendetwas regulieren zu wollen. Im Prinzip macht der Staat damit viel zu gute Geschäfte.
Ich glaube auch nicht das 80% der Menschen über den bösen Neokapitalismus jammern. Allerdings finde ich es schon bedenklich das meine Arbeitsleistung mit Niedriglohnländern konkurrieren soll während mich der Staat, als ich noch Angestellter war, mit 40% Sozialabgaben, 30% Steuern und zusätzlich hohen Verbrauchssteuern auf Benzin, Strom etc. bereits zu über 70% verplant und ich dann von den restlichen 30% den globalen Wettbewerb gestalten soll.
Beim Kapital heißt es dagegen das sei ein scheues Reh und man könne nichts machen. So führt auch die neue Abgeltungssteuer dazu das Gutverdiener am Kapitalmarkt zukünftig maximal 28,6% Steuern und 0 Euro Sozialabgaben auf Zinserträge und Aktiengewinne bezahlen. Wer nur Einkünfte aus Kapitalvermögen erzielt hat sie also schon, die Flat Tax von Professor Kirchhoff. Alle anderen müssen mit der großen Koalition weiterleben.
Ich halte das vom Prinzip her für ungerecht und bin daher mit mancher Dose aus den 60er Jahren auch nicht unglücklich. Im Gegensatz zu Gysi und Co glaube ich allerdings nicht das man das so einfach ändern kann. Aber das Recht, dies zu kritisieren möchte ich mir nicht nehmen lassen.
flaite:
--- Zitat von: heini_schwammerl am 11.10.08 - 12:55:23 ---Bei mir ist das Leid noch nicht angekommen
--- Ende Zitat ---
Du warst ja auch nicht gemeint.
--- Zitat von: heini_schwammerl am 11.10.08 - 12:55:23 ---
das meine Arbeitsleistung mit Niedriglohnländern konkurrieren soll während mich der Staat, als ich noch Angestellter war, mit 40% Sozialabgaben, 30% Steuern und zusätzlich hohen Verbrauchssteuern auf Benzin, Strom etc. bereits zu über 70% verplant und ich dann von den restlichen 30% den globalen Wettbewerb gestalten soll.
--- Ende Zitat ---
In der IT waren aber in den letzten Jahren wirklich massenhaft offene Stellen vorhanden. Trotz der recht starken Integration von Menschen aus finanziell nicht so gut gestellten Ländern. So standardisiert ist unsere Arbeit eben nicht. Hab in diesem Jahr viel mit Slovaken und Rumänen gearbeitet. Die machen oft den Fehler super-schnell eine Aufgabe zu bewältigen, dass es läuft, vergessen darüber aber ein intelligentes Design, das Wiederverwertbarkeit sicherstellt und Änderungen erleichtert. Zur Zeit besteht mein Job darin aus rumänischen Code gutes Design zu machen. Kundennähe ist oft auch ein wichtiger Faktor.
Angesichts der rasanten Lohnsteigerungen in Polen, Tschechien, Bangalore, Slowakei, Baltikum und Ungarn hoffte ich vor der Krise auch, dass sich die Problematik für uns abschwächt, weil einfach immer mehr Länder in unser relatives Hochlohnlager rüberwechseln.
Die Angleichung der Lebensumstände ist auf jeden Fall eine positive Entwicklung. Es gibt keine ethische Grundlage, ärmere Länder an der Entwicklung zu hindern. Man sollte aber darüber nachdenken Profiteure stärker zu belasten. Die Finanzmarktkrise hat gezeigt, dass sie eben auch auf die Allgemeinheit zurückfallende Risiken generieren. Viele Manager sind ersetzbarer als es teilweise in diesen Talkrunden dargestellt wurde.
--- Zitat von: heini_schwammerl am 11.10.08 - 12:55:23 ---
Beim Kapital heißt es dagegen das sei ein scheues Reh und man könne nichts machen. So führt auch die neue Abgeltungssteuer dazu das Gutverdiener am Kapitalmarkt zukünftig maximal 28,6% Steuern und 0 Euro Sozialabgaben auf Zinserträge und Aktiengewinne bezahlen. Wer nur Einkünfte aus Kapitalvermögen erzielt hat sie also schon, die Flat Tax von Professor Kirchhoff. Alle anderen müssen mit der großen Koalition weiterleben.
--- Ende Zitat ---
Seh ich auch so. Wobei die Abgeltungssteuer ein Anfang ist. Über dem Büro meines Arbeitgebers sitzt ein Versicherungsteam, dass sich auf dem Markt der Altersversorgung tummelt. Wenn ich mal Samstags im Büro bin und das Fenster öffne, kann ich manchmal die Telefongespräche mithören. Wichtigstes Verkaufsargument ist die Steuerersparnis Ich maximier auch meine Steuererklärung mit recht hohen Aufwand für einen Verwandten ohne allerdings bewußt gegen geltendes Recht zu verstossen. Andere haben diese Möglichkeiten nicht.
--- Zitat von: heini_schwammerl am 11.10.08 - 12:55:23 ---
Ich halte das vom Prinzip her für ungerecht und bin daher mit mancher Dose aus den 60er Jahren auch nicht unglücklich. Im Gegensatz zu Gysi und Co glaube ich allerdings nicht das man das so einfach ändern kann. Aber das Recht, dies zu kritisieren möchte ich mir nicht nehmen lassen.
--- Ende Zitat ---
Frage, was wir unter "die 60er" verstehen. Die in gewissen lateinamerikanischen Ländern hip gewordene Revolutionsrhetorik ist jedenfalls angesichts der schlechten Ergebnisse schlicht und einfach nicht zielführend. Gibt andere die stiller sind, aber in der Sozial- und Bildungspolitik sowie in der Eröffnung von Chancen mehr tun.
Die ideologischen Debatten brauch wir echt nicht mehr, wobei mich einige hardcore Libertäre genauso anwiedern wie Neo-Sozialisten.
klaussal:
--- Zitat ---Die aktuelle Finanzkrise geht auch den Superreichen dieser Welt nicht spurlos vorüber. Wie das Wirtschaftsmagazin Forbes, Herausgeber der Liste der reichsten Menschen der Welt, bekannt gab, hat alleine Bill Gates im September 1,5 Milliarden Dollar verloren.
Damit steht der Microsoft-Gründer nur noch auf Platz 2 der reichsten Menschen – allerdings immer noch mit eine geschätzten Gesamtvermögen von 55,5 Milliarden US-Dollar. Vor ihm steht der Investor Warren Buffet, der in den letzten Wochen trotz allgemeiner Talfahrt an den Börsen sein Vermögen von 50 auf 58 Milliarden Dollar vergrößern konnte. Auf Platz 3 liegt Lawrence Ellison, Mitbegründer von Oracle. Er soll 25,4 Milliarden Dollar besitzen. Größter Verlierer laut Forbes ist der Casino- und Immobilienmanager Sheldon Adelson. Er verlor in einem Monat 4 Milliarden Dollar.
--- Ende Zitat ---
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