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[Finanzmarktkrise]: überschwappen auf die Realwirtschaft
flaite:
Oopsi. Die Börsen rechnen damit stark.
Rohstoffbörsen (Indonesien, Brasilien, Argentinien) heftigst runter.
TecStocks heftigst runter.
Investitionsgüter
pd:
Nuja, Großbanken wirds wohl am frühesten treffen. Aber mittlerweile werden da auch Gelder verschoben, die mengenmäßig für einen Menschen nur noch schwer zu erfassen sind, bzw. deren Tragweite abzuschätzen. Die Gigantomanie wird eben durch den Menschen begrenzt.
Spüren wirds unterm Strich jeder auf der Welt irgendwie, seien es gestiegene Zinsen (in welchem Verhältnis auch immer) oder gesunkene Kurse...
Patrick
flaite:
Die Aufgabe des Finanzmarktes besteht darin, das Mittel von Anlegern auf entsprechend ertragreiche Investoren verteilt wird.
Diese Aufgabe haben die nicht erfüllt. Stattdessen wurden da nicht mehr durchschaubare Anlage-Objekte erzeugt, die zwar einen scheinbar hohen Ertrag aufwiesen, aber das mit ihnen verbundene Risiko hinter einer Wand von Intransparenz verbargen.
Und das hat keiner durchschaut. Angesichts des Auftretens von Bankern in den letzten Jahren lag dieser mangelnde Überblick sicher nicht an einem mangelnden Selbstwertgefühl.
Nun wird aus diesen Fehlern gelernt werden. Nach den Rettungsaktionen werden Spielregeln eingezogen, die den Finanzmarkt weniger frei aber eben auch transparenter machen werden.
Die Unterbewertung der Risiken bewirkte, dass in den USA vergleichsweise zu viele Leute in den Genuß eines eigenen Hauses kamen.
In der Zwischenzeit wird es bedingt durch die Vertrauenskrise für Investoren teurer, die vom Finanzmarkt benötigten Kredite zu erhalten. Ausserdem werden sich Konsumenten wg. Unsicherheit mit Käufen zurückhalten. Das hat dann Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt.
As simple as that.
Glombi:
Amiland wird für längere Zeit als Konsummarkt wegfallen. Bleibt die Frage, wie schnell neue Märkte - Südamerika und Inden + China - aufgebaut bzw. erweitert werden können, um das einigermaßen zu kompensieren.
Vom Weltklima spricht auf einmal keiner mehr. Das waren aber wohl auch nur Nebelkerzen um sich einen grünen Anstrich zu geben...
flaite:
--- Zitat von: Glombi am 07.10.08 - 10:37:33 ---Bleibt die Frage, wie schnell neue Märkte - Südamerika und Inden + China - aufgebaut bzw. erweitert werden können, um das einigermaßen zu kompensieren.
--- Ende Zitat ---
Ist "selber aufbauen" und nicht "aufgebaut werden".
Die Importe vieler südamerikanischer Länder haben sich in den letzten 3 Jahren z.T. verdoppelt. Nur ist das einfach ein niedrigeres Niveau als die USA. Ausserdem werden sich die sinkenden Rohstoffexportpreise auch dämpfend auf der ihre Importe auswirken. Und dann gibts da makroökonomisch robuste Staaten wie Chile, Brasilien, Peru und Kolumbien sowie gewisse andere Kandidaten, por Díos... über die red ich jetzt nicht.
Osteuropa wird als Markt auch immer kaufkräftiger.
Das mit den Amis konnte eh nicht bis zum nächsten Erscheinen von Baby Jesus so weitergehen und das wurde auch befürchtet.
Gewaltige Leistungsbilanzdefizite über 30 Jahre? Kein Problem. Dafür gibts schliesslich die Kapitalbilanz, mit der man die Leistungsbilanz ausgleichen kann:
--- Zitat ---The USA is such a great country, that foreigners happily invest their money into it
--- Ende Zitat ---
(O-Ton Russ Roberts in EconTalk von vor 4 Monaten).
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