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[Finanzmarktkrise]: überschwappen auf die Realwirtschaft
flaite:
Naja Patrick. Die Landesbanken gehören auch irgendwie zu eurem Verein und die waren auch nicht frei von gewissen Leidenschaften.
Bin wütend.
In meiner persönlichen Hitliste hat "Working Class Hero" in diversen Versionen Astor Piazzola, J. S. Bach und die Rolling Stones zeitweilig deutlich überholt.
Jedenfalls gehe ich davon aus, dass der Finanzmarkt nach dem allen sehr anders aussehen wird.
Die Rückzugsargumentationen gewisser Hardcore-Libertärer (zu denen Jo@chim nicht gehört) wirken zunehmend bizar.
Im Grunde ist es ja nicht so, dass die Finanzwirtschaft nichts "wirkliches" macht.
Eine Leistung erbringen die schon.
Finanzwirtschaftliche Innovationen waren fundamental für den Fortschritt.
Nur zog da aufgrund der lange sehr stabilen Zeit eine gewisse Hassardeurs-Haltung ein. Die Krisen gabs ja anderswo:
1982/3 Lateinamerika: die hat man 2 bis 6 Jahre sich selbst überlassen. Das kann man vor allem bei dieser Krise wirklich nicht sagen. Da macht sich China auch nen Kopf wie man diesen, ihren Markt retten können.
ca. 1997 Ost Asien
ca. 2002 Argentinien
Hier gibts interessante Kommentare, v.a. john j:
http://www.antibuerokratieteam.net/2008/10/09/die-quanten-physik-der-krise/#comments
Gandhi:
Und ich dachte schon, ich surfe zu viel...Wo findest Du immer solche Links?
flaite:
Ist alles eine Frage der korrekten Auswahl und der Fähigkeit Nachrichten zu scannen.
Das ist auch ein guter: http://tinyurl.com/4wgh5r
antibuerokratieteam ist eben in meiner Liste von 3 politischen Blogs, die ich z.Zt. lese.
Wechselt immer, aber so viel ist das auch nicht.
Wirklich heftig wirds, wenn ich etwas super-atomisches entdecke.
Von dem Kerl hab ich in den letzten Woche ca. 28 Stunden auf Youtube runtergeladen: http://www.jaimebayly.com/
Aber der ist wie Ditsche sagen würde ein Titan. Sowas gibts selten. Das meiste wiederholt sich eh.
flaite:
Das faßt es unaufgeregt zusammen:
Bhagwati -> http://tinyurl.com/4wgh5r
--- Zitat --- Was unterscheidet denn die Finanz- von der Realwirtschaft?
Innovationen haben in den beiden Welten einen völlig anderen Charakter. Auf dem Gütermarkt können Sie davon ausgehen, dass Innovationen eigentlich immer für die Konsumenten und die Welt gut sind. Problematisch ist nur das, was Schumpeter den Prozess der kreativen Zerstörung nannte: Einzelne Unternehmen verschwinden, weil Konkurrenten bessere Produkte anbieten. In der Finanzbranche ist das anders. Dort sind Innovationen nicht per se gut, sie können auch destruktiv sein - auch deshalb, weil neue Finanzprodukte so kompliziert sind, dass sie kaum noch jemand versteht. Wohin das führt, erleben wir gerade: Finanzinnovationen, in denen faule Kredite versteckt sind, sind der Kern der Krise.
Was kann man dagegen tun?
Wir benötigen eine bessere staatliche Aufsicht über die Finanzbranche - und weniger Einfluss der Finanzindustrie auf die Politik. Im Moment besteht zwischen Wall Street und dem amerikanischen Finanzministerium eine viel zu große Nähe. Ein Beispiel dafür ist US-Finanzminister Henry Paulson, der vorher Chef von Goldman Sachs war. Solche Karrieren sind keine Ausnahme. Diese Nähe führt dazu, dass die Wall Street das durchsetzt, was gut für ihr Geschäft ist. Ich nenne das den Wall-Street-Finanzministeriums-Komplex.
--- Ende Zitat ---
Gandhi:
Die Geschichte mit den Quants finde ich interessant oder vielmehr plausibel.
Wenn man erst mal die Kontrolle an Maschinen abgegeben hat, die mit genetischen/evolutionären Algorithmen arbeiten und das nicht nur vereinzelte Hedge Funds machen, sondern quasi die gesamte Branche, das Denken delegiert hat, dann ist wohl auch klar, warum jetzt niemand mehr versteht, was da abgegangen ist, und was man dagegen tun kann.
Und wenn man da im Input leicht falsch liegt: Shit in shit out.
Aber man muss schon komisch drauf sein, wenn man sich mit Computern auskennt und denen auch noch vertraut...
Vielleicht sollte man Eliza nach einer Lösung fragen?
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