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US-Anwälte

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Gandhi:
Nun ja - ob man nun für den american way oder eben anderer Meinung ist - über das Justizsystem von denen kann man sich schon lustig machen - die haben damit selbst ja auch sehr grosse Probleme.
So ist es z.B. so, dass aufgrund der hohen Schadenssummen in solchen Jury-Verfahren (auf die es ein verfassungsmässiges Recht - 5. Ammendment gibt) in den USA tatsächlich jährlich jeder 10. Erwachsene in einem Zivilprozess klagt - mit schwerwiegenden Folgen für die Wirtschaft, die ja meist der Beklagte ist.
Das ist mit europäischem Rechtsverständnis nicht vereinbar.
Insofern sollte man auch da differenzieren. Was die Amerikaner hierzulande ja vor allem in Verruf gebracht hat ist die allgemeine Kriegsbereitschaft dieses Landes, die ja wohl unbestreitbar ist  - und vor allem reichlich fadenscheinig gerechtfertigt wird.
Auch unglaublich finde ich deren Waffenverliebtheit: In Florida darf jetzt jeder, der sich in der Öffentlichkeit körperlich bedroht fühlt seine Schusswaffe gebrauchen - das ist aus zivilisatorischer Sicht schlicht unglaublich.

Die positiven Seiten sind andere: Die 'go for it' / 'just do it' Mentalität ermöglicht ihnen unglaubliche Leistungen, die jeder, der dort mal war sofort bemerkt. Uns haben sie nach dem WKII ganz einfach mit dem Marshall Plan und Care Paketen die Haut gerettet - wie sie auch an anderen Orten durchaus als Wohltäter auftreten.

Pauschale Urteile in beide Richtungen sind also tatsächlich doof.

sloe:
Der Server mag mich nicht, ständig CGI-limits reached, please try again later!
Naja, Arne wirds schon richten...

@Don Pasquale
Hilfe. 15 Antworten. Ich hatte nicht gedacht, das überhaupt eine Antwort kommt (sollte ja nur ein interessanter Witz sein).

koehlerbv:

--- Zitat von: Gandhi am 27.10.05 - 07:49:05 ---
--- Zitat ---2. Ich wünschte mir, die deutschen Gerichte würden endlich den Strattäter bestrafen und das/zukünftige  Opfer schützen. Leider ist das hier nicht der Fall. Und das ist gar nicht zum Lachen.
--- Ende Zitat ---

Hmm, dieser Racheansatz ist ja oft gar nicht umsetzbar. Wie will man z.B. einen Massenmörder bestrafen ohne in mittelalterliche Methoden zu verfallen.

--- Ende Zitat ---

Um den Racheansatz geht es doch gar nicht. Ich empfinde es nur als absoluten Hohn, dass die Justiz sich vordergründig um die Rechte des Straftäters kümmert und nicht vordergründig um das / die - und wie Andreas schon schrieb - die möglichen zukünftigen Opfer kümmert. Allgemein auffallend sind natürlich immer die Sexualstraftäter und kriminelle Pädophile - sowas geht durch die Presse. Zu Recht natürlich - es kann nicht sein, dass die meisten Kindermörder Wiederholungstäter sind. Gleiches passiert aber auch in den anderen Bereichen der Kriminalität. Wie kann es sein, dass jemand in mein Haus einbricht und mir unersetzliche Stücke stiehlt oder unwiderruflich zerstört (glücklicherweise ist das MIR noch nie passiert), der wegen solcher Delikte schon zehnmal eingesessen hat und danach nie länger als ein Vierteljahr auf freiem Fuss war ? Warum werden vor solchen Leuten die Opfer nicht geschützt ?

Die US-amerikanischen Gerichte fahren da anders. In einigen Bundesstaaten ist der dritte Gefängnisaufenthalt prinzipiell lebenslänglich. Hier stört mich das prinzipielle. Der Mensch ist in der Lage, Urteile auch spezifisch zu fällen. Die (praktizierte) Todesstrafe befördert das US-Rechtssystem unterm Strich auf mittelalterliches Niveau. So kann man es auch nicht machen, vor allem nicht in einem Land, das anderen sein System aufdoktriniert und aufdoktrinieren möchte.

Bernhard

Gandhi:
Der Schutzcharakter der Haft ist aber auch nicht gegeben: So ist zum Beispiel das Delikt mit der geringsten Wiederholungsrate der Mord.
Ginge es um den Schutz der Opfer bräuchte dieser nicht besonders hart bestraft zu werden...was ich im übrigen nicht will...
In anderen Belangen würde ich mich über mehr Schutz freuen - vor allem bei Sexualstraftätern - aber die sind ja nunmal krank und daher ab irgendeinem Zeitpunkt in Dauergewahrsam - also in einer geschlossenen Klinik - oder aber werden gar aufgrund psychologischer Gutachten wieder freigelassen.
Doch bei aller Polemik: Was ist die Alternative?
Ab welchem Delikt soll jemand 'entfernt' werden?
Wie gesagt, aus meiner Sicht ist Gerechtigkeit nicht herstellbar - Sicherheit sowieso nicht - bleibt eigentlich nur die Rache - und die hat auch noch niemanden wirklich befriedigt oder der Gesellschaft geholfen.

koehlerbv:

--- Zitat von: Gandhi am 27.10.05 - 16:41:05 ---Der Schutzcharakter der Haft ist aber auch nicht gegeben: So ist zum Beispiel das Delikt mit der geringsten Wiederholungsrate der Mord.
.....
Doch bei aller Polemik: Was ist die Alternative?
Ab welchem Delikt soll jemand 'entfernt' werden?
Wie gesagt, aus meiner Sicht ist Gerechtigkeit nicht herstellbar - Sicherheit sowieso nicht - bleibt eigentlich nur die Rache - und die hat auch noch niemanden wirklich befriedigt oder der Gesellschaft geholfen.

--- Ende Zitat ---

Volle Zustimmung. Totschlag fehlt vielleicht noch bei den Delikten mit geringer (statistischer !) Wiederholungsgefahr (die seltene Profession des Berufskiller lassen wir vielleicht in unseren Breiten mal fein 'raus).
Was ist die Alternative ? Es ist schwierig. Und irgendwie wird es immer polemisch ... Ich bin nur der Meinung, dass man das Rechtssystem insofern umkrempeln sollte, dass es zuerst um die (potentiellen) Opfer und dann um die gerechte "Bestrafung" (= Rache ? Immer ? Es gibt ja auch noch das Abschreckungsmoment, was aber nur bedingt zieht) gehen sollte.

Ich kenne keine "Patentlösung" und habe auch noch nie von solcher gehört. Britannien hat früher seine Straftäter zum Schutz potentieller Opfer nach Australien deportiert. Die Kontinente sind uns ja nun ausgegangen, und heutzutage würde es bald Geschäftsleute geben, die die Deportierten in Stunden wieder zurückfliegen würden  ;D

Bernhard

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