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Steuererleichterungen in der Praxis...

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Gandhi:
Sehr erfolgreich? Erfolg verlangt Kriterien. Wie sehen die aus?
-McKinsey's sind reich - also aus ihrer Sicht erfolgreich...
-McKinsey verbessert i.d.R. den Shareholder Value - kurzfristig. Ob es der strategischen Ausrichtung gut tut nur auf die Kostenseite zu schauen - wage ich zu bezweifeln. Wie gesagt: In 10 Jahren zeigt sich dann, was aus den Maßnahmen entstanden ist (meist dann mit neuen Managern - die halten sich ja selten lange...).
Auch so ein Problem mit den Aktienmärkte: Kurzfristigkeit: Manager werden nach kurzfristigen Erfolgen bezahlt - und zu kurzfristigen Erfolgen erzogen. Große Ideen brauchen unter Umständen einige Zeit. Beispiel: Hybridantrieb: Als sich Toyota vor ca. 10 Jahren mit Hybridantrieben zu beschäftigen begann war es nur ein toter Posten in der Bilanz. Dafür hat damals kein Manager Provisionen kassiert. Heute kassieren dafür dann Manager, die unter Umständen an den damaligen Entscheidungen gar nicht beteiligt waren, dicke Boni für den Erfolg auf dem Hybridmarktin den USA. Von noch exotischeren Techniken (z.B. Plasmatechnik) will ich gar nicht anfangen - die rentiert sich auch erst in frühestens 10 Jahren.
Was ich damit sagen will: Aus kurzfristigen Zahlen (Bilanzen/EBIT/...) lassen sich keine Aussagen über den langfristigen Erfolg einer Managementstrategie ablesen.
Kurzfristig punktet man stets mit Kostenreduzierung (habe gehört, bei Benz sei jetzt jemand angetreten die Kosten um 50% zu reduzieren....keine Ahnung wie das gehen soll). Nur langfristig gehts oft nach hinten los. Beispiel: Opel/Lopez: Erst wahnsinnig toll Kosten eingespart. So viel, dass es irgendwann massiv auf die Qualität geschlagen ist und niemand mehr einen Opel haben wollte, das Image nachhaltig ruiniert ist und mühsam wieder aufgebaut werden muss.

Ich würde mir die Erkenntnis wünschen, die ein Herr Kondratieff in den 20er Jahren hatte: Wirkliche Aufschwünge (langfristige) entstehen immer durch technische Innovationen. Technische Innovationen zu produzieren kostet einen gewissen Betrag und hat einen langen Vorlauf. Unternehmen wie Microsoft, Intel, IBM, HP haben dennoch erkannt, nur mit Innovationen weiter wachsen und bestehen zu können und leisten sich große Forschungseinrichtung (sogar Grundlagenforschung, die nichts mit dem Unternehmensfeldern zu tun hat), während man in Deutschland noch dem Shareholder-Value Kult verfallen ist, der aufgrund seiner Kostenfixierung Innovationen verhindert.

Marinero Atlántico:
Marco,

ich find ihr kommt jetzt ohne irgendwelche Fundierung durch empirische Daten zu sehr plakativen Aussagen.
@Patrick: Vielleicht wäre ohne das Vertriebskonzept die Umsatzzahlen heute auf -20%.
@Marco:
Z.B. hat IBM die Grundlagenforschung seit den 90er Jahren deutlich runtergefahren.
Ich kenne keine Zahlenvergleiche zu Investitionen in Innovationen in den USA und Deutschland. Hab letztens nur in The Economist gelesen, dass offenbar in einer Umfrage deutsche Manager wesentlich stärker als amerikanische Manager auf kurzfristige Ergebnisse ausgerichtet sind.
Dies mag aber auch mit der allgemeinen zukunftsängstlichen Stimmung hierzulande zusammenhängen.
Technische Innovationen entstehen sicherlich auch nicht automatisch dadurch, dass man dafür Geld ausgibt. Das Klima muß entsprechend sein. Gerade bei Risikoinvestitionen ist kostenbewußtsein sehr wichtig.
Daimler war auch sicher eine Insel der Seeligen. Was man so hört, hat sich das Klima schon stark geändert und gewisse Eskapaden straight out of happy-happy Land scheinen weniger zu werden.
In den USA und wohl auch in Japan gibt es vermutlich auch in der Forschung und den Hochschulen nicht so viele unkontrollierte Luxusposten. Mein Cousin hat in einer Uni in so einem Doktorandenprgramm alls Assi gearbeitet und der meinte, dass da auch einiges im Argen ist (E-Technik).
Ich würd sagen, dass hierzulande mindestens 1 Generation deutlich über ihre Verhältnisse gelebt hat und wir müssen das jetzt einfach zurückfahren.

Axel

pd:
Hm, ich vermute, dass die Zahlen jetzt auch ins Minus rutschen werden, da hier der Fehler gemacht wurde, in einem relativ abgeschlossenen Markt auf einmal zuviel zu verkaufen, was dann in eine gewisse Dürre führen könnte... Bin mal gespannt...

Sag mal mehr zu " Mindestens eine Generation hat über ihre Verhältnisse gelebt".


Grüßle, Patrick

Gandhi:

--- Zitat ---Z.B. hat IBM die Grundlagenforschung seit den 90er Jahren deutlich runtergefahren.
--- Ende Zitat ---
Und dennoch veröffentlichen IBM Fellows fröhlich weiter in Fachzeitschriften (z.B. über Physik). IBM ist auch weiterhin führend in der Produktion von Chips, d.H. den grundlegenden Technologien. Da kommen von IBM regelmäßig wichtige Neuerungen. Runtergefahren heißt hier also nicht gestoppt. Runtergefahren vom dermaßen hohen Niveau, dass die IBM einst hatte (incl. Nobelpreisträger) heißt wohl nicht so viel. Von Microsoft weiß ich, dass sie Forschungsfelder sogar in Psychologie, Umwelttechnologie etc. unterhalten - man ist offenbar der Meinung, dass Wissensvorsprung jeder Art sich auszahlt. Tendenziell stimme ich dem zu. Schaut man sich die Granden der deutschen Industrie an , so findet man zahlreiche, die nur durch Basisinnovationen groß geworden sind, ja ganze Industrien begründet haben (Daimler, Siemens, Bosch). Innovationen sind für die Weltwirtschaft unerlässlich. Innovationen können eher zufällig entstehen (z.B. PostITs, Klettverschluss,...), sie können aus bestehenden Dingen weiterentwickelt werden (z.B. CD, DVD,...). Die Innovationen, die aber die Welt verändert haben, waren sämtlich hochinnovativ, haben also einen vollkommen neuen Aspekt besessen. Genau für solche Innovationen braucht man Geld, Ausdauer, verdammt gute Bildung, gesellschaftliche Anerkennung für solches Forschen - und von mir aus auch ein gewisses Kostenverständniss.


--- Zitat ---In den USA und wohl auch in Japan gibt es vermutlich auch in der Forschung und den Hochschulen nicht so viele unkontrollierte Luxusposten
--- Ende Zitat ---
Luxusposten? Bitte hier um Definition...
Mag sein, dass es stimmt und dass ein Grund hierfür einfach die Tatsache ist, dass US-Hochschulen einfach deutlich wirtschaftlicher arbeiten müssen, da sie privat finanziert werden und sich vor allem Professoren viel mehr als hierzulande um Forschungsgelder von privaten Investoren bemühen müssen.
Aber ganz ehrlich: Ausgesprochene Luxusposten kenne ich aus meinem  Naturwissenschaftlichen Umfeld keine. Jedenfalls keine ohne ein gewisses Potential. Ist ja auch immer schwer zu sagen, wie viel Potential so eine Sache hat.


--- Zitat ---ich find ihr kommt jetzt ohne irgendwelche Fundierung durch empirische Daten zu sehr plakativen Aussagen.
--- Ende Zitat ---
Wo kämen wir hin, wenn ich hier alles noch mit statistischen Daten unterlegen müsste? Dann gäb es hier gar keine Diskussionen mehr. Ausserdem gilt noch immer der Satz: Trau keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast...

Marinero Atlántico:
@Patrick:
s. Staatverschuldung,
Löhne sind in den 8oern/90ern deutlich stärker gestiegen als z.B. in Österreich,
wenig innovative Bildungspolitik,
blühende Bürokratie,
gestiegene Beamtenzahlen,

@Marco:
mit der Innovation sehe ich das auch so. Nur hatte ich da in NRW teilweise das Gefühl, dass da massiv Innovationsförgergelder an Leute gegeben wurde, die total gut Reden über Innovation halten konnten, nur leider nie welche zustandebringen.
Zu den Unis meine ich gewisse inzwischen drastisch gekürzte lebenslange wissenschaftlicher MA-Stellen. Meine Cousin meinte, dass die Leute sehr nett sind, aber eben auch nicht so viel arbeiten müssen. Viele Professoren veröffentlichen sehr wenig und lassen den Lehrbetrieb weitgehend von Assis durchführen. In bestimmten Fakultäten gibt es natürlich einen gewissen internen Druck auf die Profs. Kann man also nicht verallgemeinern.

@Marco: Das mit den statistischen Daten ist in Sozialwissenschaften definitiv kein Spaß. Aber ich mach das ja auch nicht immer und schliesse von dem besonderen auf das allgemeine, etc. Wollte nur darauf hinweisen.

Axel

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