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Was ist nur los
Glombi:
Hi Gandhi,
ich stimme Dir zu. Leider sehen vielen Firmen Ihre Verantwortung nicht mehr. An den Aktienmärkten werden Personalentlassungen meistens als "positives" Signal gewertet und die Aktien steigen.
Aber leider werden viele Firmen auch durch die hohen Lohnnebenkosten "gezwungen", Arbeitsplätze zu automatisieren (sprich Menschen durch Maschinen zu ersetzen" oder ins Ausland zu verlagen, um nicht pleite zu gehen. So ist jedenfalls die Argumentation der Firmen. Das müsste man aber pro Fall prüfen, so pauschal würde ich das nicht sagen.
Na, da kann man stundenlangf drüber diskutieren, gehört nicht unbedingt hier in das Notes-Forum.
Andreas
Axel_Janssen:
Ich frag mich auch manchmal über die Qualität unserer Führungselite. In einer Demokratie ist das wohl auch legitim un normal.
Trotzdem: Kann ich daran was verändern? Ist das pragmatisch, wenn ich mich darüber aufrege?
Meiner Ansicht nach ist die deutsche IT-Industrie in Teilen am Dilemma eben auch selber Schuld. Dies ist eben der Kater des Booms, in dem bei manchen Leuten jegliches Qualitäts-, Kosten- und Kundenbewußtsein verloren ging.
Outsourcing ist ein Naturgesetz, das in den nächsten 20 Jahren wirken wird. Davon bin ich fest überzeugt. Und ich bin fest entschlossen, darauf fair zu reagieren. Man kann natürlich auch immer von Hilfe zur Selbsthilfe für die 3. Welt reden und wenn dann Unternehmen wie Wipro.India ihr Schicksal in die eigene Hand nehmen, o dann ist aber der Teufel los. Dann kostet das hier Arbeitsplätze. Die teilweise verbreitete Vorstellung, Indiens Software-Industrie bestände aus 12-Stunden coding-Schichten sweatshops, halte ich für nur noch rassistisch. Das ist eine gut ausgebildete Mittelschicht die auch in internationalen Foren dazu bereit ist, ihr herausragendes Wissen zu teilen.
Amerika? So schlecht geht es denen IMHO gar nicht. Als überzeugter New York Times online-Leser halte ich (o.k. Teile der) USA für extrem sachverständig und intelligent. Ich führe Politik-Diskussionen mit fellow javaranchers, die teilweise hardcore-Bush Anhänger sind und z.B. ihren Arsch als GI für die Befreiung von Kuwait und dem Kossovo aufs Spiel gesetzt haben. Ich stimme da mit vielen Punkten nicht überein. Das ist eine andere Kultur als die meine. Aber ich bin tolerant, höre zu und verzichte auf diesen europäischen Dünkel.
Wir können den Süden nicht entwickeln. Die Entwicklung kann nur aus den Gesellschaften selbst kommen. Indien versucht es gerade, China versucht es gerade.
Rob Green:
ich würde Ackermann nicht als Blindschleiche bezeichnen, zumal er diese weltweite (keine speziell deutsche) Entwicklung sowieso nicht angestoßen hat. Diese Story ist so alt wie die Arbeitsteilung und Theorie der komparativen Kostenvorteile ( http://www.uni-leipzig.de/~wipo/lehre/lehre_iwb_vorb_kk.pdf ). Aufgrund der weltweiten Verzahnung, sprich Globalisierung werden UNternehmen gezwungen, entweder selbst für eine Verbesserung der Effizienz zu sorgen oder sie gibt es irgendwann nicht mehr. Das Problem der deutschen Großbanken ist schlichtweg ihr niedriger Aktienkurs und die in den 90er Jahren prozentual schneller gewachsenen Kostenstrukturen als sich die Erträge langfristig entwickelt haben. Du kannst Dir also vorstellen, was so einen Vorstand antreibt, nämlich nicht geschluckt zu werden. Fressen oder gefressen werden. Zumal speziell die Deutsche Bank aufgrund ihrer liquiden Mittelchen eine sehr spannende Partie abgäbe, nicht nur ihre zahlreichen Kundenverbindungen und der Brand.
Auf der anderen Seite kann man sehr wohl Inkontinuitäten beim Management beobachten. Deutsche Bank wollte in den 90er bis hinein ins vorletzte Jahr ihr Privatkundengeschäft rausgeben. Seit letztem Jahr insbesondere aufgrund der Erfahrungen, daß Investmentgeschäft eben hochriskant und nicht immer nur Riesengewinne abwirft, ist die Einsicht eingekehrt, daß man sehr wohl zwar kleine Margen im PK Geschäft einfährt, aber die Masse und vaD die Diversifizierung machts. Als Vorbild dient die City Bank, die im PK Business den anderen Banken weltweit vormacht, wie man hervorragend in diesem lange ungeliebten Geschäftsfeld fette Gewinne zu machen sind. Allerdings hatte die City Bank schon immer einen Vorteil gegenüber den deustchen Universalbanken: sie ist jünger und hat dadurch nie so sehr mit organisatorischen Zöpfen zu kämpfen gehabt, die eine deutsche Großbank sehr unbeweglich und teuer im PK Bereich gemacht hat.
Na ja, Ackermann sollte man zumindest eine Chance geben, sich zu bewähren. Die Chance bzw. Aufgabe hat er mE rein betriebswirtschaftlich (BWL ist eien Sozialwissenschaft ohne Ethik..grausam) Bravour gelöst, denn als AG ist die Deutsche Bank ein Outperformer. Aber, das ist Shareholder Value Sicht. Aus Sicht der Arbeitnehmer ist das einfach nur noch beschissen.
Das Dumme ist nur, weder Ackermann noch die AN könenn dafür etwas, solange in Ländern wie Deutschland die Wirtschaft der treibende Faktor No.1 und nicht der Mensch. Sprich? Selbst schuld. Jeder für sich. "Wir" alle haben uns mehr oder minder für dieses gesamte Gefüge entschieden, daß wir so und nicht anders leben möchten. Es gibt auch andere Formen des Zusammenlebens, nur sind die in der heutigen Welt kaum akzeptiert. Das Ego und die Mehrung des eigenen Wohlstands stehen im Vordergrund. Das sind die Früchte der westlichen "Zivilisation" in negativer Hinsicht, wenn man nun an dieses Outsourcing Thema denkt.
Gandhi:
Ich will den armen Ackermann ja auch nicht für alles verantwortlich machen. Nicht ihn alleine. Wenn man aber sieht wie gnadenlos in diesem Unternehmen zur Zeit mit Mitarbeitern umgegangen wird kann man das doch wohl kaum gutheißen.
Das Bankendilemma ist ja auch nicht einfach so entstanden, sondern durch den selbst verursachten Hype um den neuen Markt und hiermit verbundenen Milliardenverlusten (siehe WestLB9.
Hierbei müssen sich die Banken sehr wohl den Vorwurf gefallen lassen leichtfertigst sich selbst und dem Rest der Wirtschaft geschadet zu haben. Weil sie aus kurzfristigem Gewinndenken/hoffen jeglichen Betriebswirtschaftlichen Verstand haben vermissen lassen. Ich sage nur 'Cash Burn Rate'
Die CBR wurde durch den Shareholder Value ersetzt. Als Buzzword der Finanzbranche meine ich.
Faktisch bedeutet eine fokussierung auf den SV, dass einseitig kurzfristig Kosten gesenkt werden - und das ohne Rücksicht auf die Zukunft eines Unternehmens.Durch die schnellen Aktienmärkte wurde die Aufgabe einer Börse bzw. der gelisteten Unternehmen vom langfristigen Investment, also einem Investment in Produkte, Strategien, in die Marke des Unternehmens zu einem kurzfristigen Gewinnobjekt.
Wer heute Kosten spart und Mitarbeiter feuert, dessen Shareholder Value steigt.
Ob das Zukunftsorientierte Aktionen sind ist mehr als fragwürdig. Denn der SV orientiert sich meines Wissens so gut wie gar nicht an Neuentwicklungen, Investitionen und Human Capital eines Unternehmens.
Den SV halte ich daher nur für ein weiteres Buzzword, dass benötigt wird in der ewigen Schlacht um Übernahme und Aktienhandel.
Hierbei allerdings entsteht keiner Volkswirtschaft ein langfristiger Nutzen. Daher bekomme ich stets Bauchschmerzen wenn irgendwer von SV redet.
Zurück zu den Banken: Wären die deutschen Banken nicht auf den Investment Banking Hype (=sog. Internet Blase, die mit dem Internet echt gar nichts zu tun hat) aufgesprungen, sondern hätten ihr Privat- und Geschäftskundengeschäft weitergeführt, d.h. Kredite für nahchaltige Unternehmensentwicklung verteilt und gleichzeitig ihre Kosten schrittweise reduziert, gäbe es nicht die derzeitige Bankenkrise.
Geldgier und wirklich dumme Manager haben das verursacht.
Die Kostenfrage halte ich für überbewertet: Wer Investmentbankern solche Gehälter zahlen konnte und dermaßen überzogene Abfindungen für Nieten (s. WestLB Chef, der für sein totales Versagen noch Millionen bekommt) zahlen kann, dem kann es noch gar nicht so schlecht gehen.
Und Opfer ihrer eigenen Strategie sind sie auch: Dass fast alle Banken (auch die internationalen) so schlecht notiert sind, liegt an dem System , dass sie maßgeblich selbst installiert und betrieben haben. Daher hält sich dann mein Mitleid auch in Grenzen.
Eine kleine Absurdität am Rande zu den USA:
Wer ist in den USA der größte Besitzer von Aktienanteilen:
Es sind die Rentenfonds, in die die Arbeiter einzahlen.
Warum wird versucht Unternehmen so kostengünstig als möglich zu halten?
Um für Anleger, wie die Rentenfonds attraktiv zu sein.
Wie geschieht das in der Praxis: Mehr oder weniger feuern von Mitarbeitern und Beschneidung deren Lebensqualität.
Wer also ist hierfür verantwortlich? Nun, die Arbeiter selbst, da sie in Rentenfonds einzahlen, die aus meiner Sicht unverantwortlich handeln. Somit unterdrücken sie sich selbst....oder?
pd:
@ Rob.
Stimmt, wenn der Deutsche ein Haus baut holt er Angebote rein, vergleicht, plant, ärgert sich mit zig Firmen und Architekt rum.
Wenn ein Osteuropäer ein Haus baut ruft er Verwandte und Bekannte zusammen, jeder kann etwas besonders gut und dann wird das Haus gebaut. Zwar muss dann der Besitzer den anderen auch wieder helfen, aber es läuft halt wesentlich preiswerter ab, außerdem kann man dabei auch den Freundeskreis pflegen, dann ist halt mal ne Zeitlang Häuslebauen das Hobby.
Als Sparkässler sind mir da Vergleiche möglich. BauFi Berater sprechen da teilweise von Einsparungen bis zu 50%!!!
Bin mir rechtlich jetzt nicht sicher ob das Hilfe unter Freunden ist oder schon Schwarzarbeit.
Selber muss ich mit Frau und 5mon Tochter mit 2,7 TEUR brutto auskommen, da das relativ wenig Spielraum lässt (man lebt ja nicht nur zum arbeiten) muss ich halt mit Tankstelle und kleinem Elektronikgewerbe nebenher was machen.
Notes ist auch mE hauptsächlich ein Mail-Tool. Mal abgesehen von ein paar dbs, die als Dokumentation irgendwelcher anderer Software genutzt werden. Die Möglichkeiten von Notes nutzen die Sparkassen in BaWü, nur für hier kann ich sprechen, zu 10 bis max 25% aus. (es mag den einen oder anderen Ausreißer geben)
Hier schlägt leider der Umstand zu, dass die Software die bei Banken als Buchungskern usw. läuft zum Teil 10-20 Jahre alt ist, auf Großrechnern läuft und mit Notes wahrscheinlich nicht vereinbar ist, oder nur mit inakzeptablem Aufwand.
Ansonsten hoffe ich, dass ich als Sparkassen ITler mit meiner Allroundfunktion nicht so schnell nach Indien outgesourced werde ;-)
Gruß und viel Glück an alle Suchenden
Patrick
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