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Der Herr Ricke

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Gandhi:
Da waren sie wieder meine 3 Probleme:
Die Telekom darf nicht auf dem Markt agieren, wie sie will und kann (wenn ich ein Glasfasernetz baue - wieso sollte ich gezwungen sein es für Konkurrenten freizugeben - ach ja, Regulierungsgesetz...)
Auf der anderen Seite ist sie scheinbar der einzige Player, der so was aufbauen kann (was ja zweifellos sehr zu befürworten ist - ich meine den Bau).
Ich bin der Meinung, dass Neuinvestitionen dieser Art nicht unter den Deregulierungsaspekt laufen sollte - da sonst tatsächlich Investitionen seitens der TK ausgeschlossen werden. Egal was die Aufbauen - sie müssten es für die Konkurrenz freigeben. Innovation kann so nicht funktionieren.
Evtl. hätte man die TK in den Backbone und den letzten Meilen Provider aufteilen sollen. Dann wäre klar, dass die Backbones geteilt werden - und im Geschäftsinteresse. Aber so...? Warum soll ich andere Leute für ein Geschäft zulassen, dass ich auch alleine abwickeln kann?

Aber Arbeitsplätze können tatsächlich nur durch Wirtschaftswachstum entstehen, dass über der Automatisierungsrate liegt. Das geht hier nur durch Investitionen, die wiederum Innovationen benötigen. Hier fehlt es...

DerAndre:
Es ist ja nicht so, als müsste da Bandbreite für Lau zur Verfügung gestellt werden, oder?
Ok, ich kenne die die Preise nicht die da gezahlt werden, aber es wird halt wieder am Monopolisgedanken der T-Com gekratzt...
Ich gebe dir auch Recht das gilt Arbeit <-> Investition <-> Innovation.
Ja, wir haben hier den Kapitalismus und 'freie' Marktwirtschaft, aber mit seinem alten Monopolismusgebaren daherzukommen finde ich nicht angemessen. Dann sollen die einfach Ihre Investitionen stoppen und nicht so ein Ich-Will-Aber-Das-Förmchen-Sonst-Spiele-Ich-Nicht-Mehr-Mit Zeugs an den Tag legen.

Gandhi:
Nun ja, ich sehe ganz ehrlich nicht so ganz ein, warum die Tk neue Anlagen für andere freigeben muss. Wird VW gezwungen eine Fabrik für die Konkurrenz freizugeben? Auch wenn sie daran etwas verdienten?

Ich finde das Prinzip für die Anlagen richtig, die seinerzeit auf Staatskosten erstellt wurden. Aber warum sollte das für Anlagen gelten, die die TK selbst finanziert hat?
Angenommen ein anderes Unternehmen käme auf die Idee ein Glasfasernetz aufzubauen. Wären die ebenso verpflichtet andere da drauf zu lassen? Ist das bei den Backbones von z.B. Arcor, DFN, Bahn etc. auch der Fall?

Ach ja, ich bin kein TK Aktionär und bin auch sonst nicht mit dem Unternehmen verbunden. Vermutlich ist das über die RegTP auch eindeutig geregelt - dann stellt sich tatsächlich die Frage, warum hierüber diskutiert wird. Aber einen Wettbewerbsvorteil von 2 Jahren halte ich für das Investitionsvolumen durchaus für angemessen.

heini_schwammerl:
Das stimmt prinzipiell allerdings muß man immer abwägen was das geschenkte Altnetz an die Telekom wert ist. Über dieses Netz generiert die Telekom immer noch einen passablen Gewinn (über 10 Mrd. Euro bei 28 Mrd Umsatz klingt eigentlich ziemlich lecker) und stattet sie mit einer Marktmacht aus die ein generelles Verbot fraglich erscheinen läßt.
Die Konkurrenz schwächelt doch ziemlich und der größte Anbieter (Arcor) steht ja auch zum Verkauf.
Ein Großteil der "im Festnetz läuft es schlecht" Nachrichten ist reine Telekom Propaganda.
So verkaufen in der Tat die Konkurrenten z.B. mehr DSL Anschlüsse. Aber von der Grundgebühr (i.d.R. mehr als 15 Euro) kassiert die Telekom bis zu 90% während sich der Anbieter seine Marge dann aus der 5 Euro Flatrate erkämpfen darf (ok und VoIP).
Jeder sollte daher das neue Netz mitbenutzen dürfen allerdings zu marktgerechten Preisen (die bisherigen Regelungen sind investitionsfeindlich da prinzipiell nicht zwischen Altleitung und Neuinvestition unterschieden wird).
Ähnlich wie bei der Schiene hätte ich es aber besser gefunden wenn man das Netz komplett getrennt hätte. Wenigstens haben wir mit der Telekom noch einen Global Player (ich oute mich auch als Ron Sommer Fan).
Ohne zu sehr auf die Bahn einzugehen. Die können Ihre Züg verschrotten wie sie lustig sind aber dann möchte ich auch keine 5 Mrd. Euro Subventionen mehr bezahlen. Aber das passt zum total mißratenen Bahn Management.
Aus Sicht der Politik sollte man der Telekom deutlicher darlegen daß 10 Mrd. Euro Gewinn aus einem Staatsgeschenk auch eine Verpflichtung bedeuten.

flaite:

--- Zitat von: Gandhi am 09.11.05 - 11:39:26 ---
Auf der anderen Seite ist sie scheinbar der einzige Player, der so was aufbauen kann (was ja zweifellos sehr zu befürworten ist - ich meine den Bau).
Ich bin der Meinung, dass Neuinvestitionen dieser Art nicht unter den Deregulierungsaspekt laufen sollte - da sonst tatsächlich Investitionen seitens der TK ausgeschlossen werden. Egal was die Aufbauen - sie müssten es für die Konkurrenz freigeben. Innovation kann so nicht funktionieren.

--- Ende Zitat ---
So einfach sehe ich das nicht. Das Glasfasernetz ist Infrastruktur und der Telekom entsteht durch den Besitz ein natürliches Monopol. Sie können dies auch benutzen, um ähnliche Konkurrenzprodukte (DSL von Arcor via Kupfer(?)) aus dem Markt zu drängen.
 
Um den Monopol-Markt zu verhindern braucht es Bestimmungen, die auch Wettbewerbern Nutzen bringen und eine kleine Regulierungsbehörde (jawohl). Das muß natürlich alles nach dem Gesichtspunkt der Effizienz geregelt werden. Nicht einfach, aber möglich.

Bei Strom wollte man es ja auch so machen. Richtig zu klappen scheint es aber nicht. Auf jeden Fall sollte verhindert werden, dass die Telekom direkt die zukünftige Bundeskanzlerin anbaggert. Natürlich soll der Telekom ein gewisser Gewinn aus dem Aufbau des Glasfasernetz entstehen. Es sollte dann aber nicht als Monopol betrieben werden dürfen. Im Betrieb sollte es Wettbewerbselemente geben. Natürlich ist die Konstruktion mit der Regulierungsbehörde kompliziert, aber so wird sowas imho meist geregelt.

Vor allem weiss ich nicht, was das Glasfasermonopol mit dem Versprechen von 5.000 Arbeitsplätzen zu tun hat. Ein Unternehmen gibt Geld für einen Arbeitnehmer aus, weil es glaubt, dass es mit dieser Investitionsentscheidung einen höheren Gewinn macht als wenn es mit dem Geld etwas anderes machen würde. Das Versprechen Arbeitsplätze zu schaffen, ist kein Zugeständnis an den Staat von dem man eine Gegenleistung (günstige Gesetzgebung) erwartet.

Axel 

 

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