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Bundestagswahlergebnis zu verkaufen

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Gandhi:
@don: Nur weil eine Partei demokratisch ist, muss ich sie nicht mögen.

Und hier noch der prophetische Kommentar Kants zu der aktuellen Wahl:


--- Zitat ---Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Sapere aude! Habe Mut dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung.

Faulheit und Feigheit sind die Ursachen, warum ein so großer Teil der Menschen, nachdem sie die Natur längst von fremder Leitung frei gesprochen (naturaliter maiorennes), dennoch gerne zeitlebens unmündig bleiben; und warum es Anderen so leicht wird, sich zu deren Vormündern aufzuwerfen. Es ist so bequem, unmündig zu sein. Habe ich ein Buch, das für mich Verstand hat, einen Seelsorger, der für mich Gewissen hat, einen Arzt, der für mich die Diät beurteilt, u.s.w., so brauche ich mich ja nicht selbst zu bemühen. Ich habe nicht nötig zu denken, wenn ich nur bezahlen kann; andere werden das verdrießliche Geschäft schon für mich übernehmen. Daß der bei weitem größte Teil der Menschen (darunter das ganze schöne Geschlecht) den Schritt zur Mündigkeit, außer dem daß er beschwerlich ist, auch für sehr gefährlich halte: dafür sorgen schon jene Vormünder, die die Oberaufsicht über sie gütigst auf sich genommen haben. Nachdem sie ihr Hausvieh zuerst dumm gemacht haben und sorgfältig verhüteten, daß diese ruhigen Geschöpfe ja keinen Schritt außer dem Gängelwagen, darin sie sie einsperrten, wagen durften, so zeigen sie ihnen nachher die Gefahr, die ihnen droht, wenn sie es versuchen allein zu gehen. Nun ist diese Gefahr zwar eben so groß nicht, denn sie würden durch einigemal Fallen wohl endlich gehen lernen; allein ein Beispiel von der Art macht doch schüchtern und schreckt gemeinhin von allen ferneren Versuchen ab.

Es ist also für jeden einzelnen Menschen schwer, sich aus der ihm beinahe zur Natur gewordenen Unmündigkeit herauszuarbeiten. Er hat sie sogar lieb gewonnen und ist vor der Hand wirklich unfähig, sich seines eigenen Verstandes zu bedienen, weil man ihn niemals den Versuch davon machen ließ. Satzungen und Formeln, diese mechanischen Werkzeuge eines vernünftigen Gebrauchs oder vielmehr Mißbrauchs seiner Naturgaben, sind die Fußschellen einer immerwährenden Unmündigkeit. Wer sie auch abwürfe, würde dennoch auch über den schmalsten Graben einen nur unsicheren Sprung tun, weil er zu dergleichen freier Bewegung nicht gewöhnt ist. Daher gibt es nur Wenige, denen es gelungen ist, durch eigene Bearbeitung ihres Geistes sich aus der Unmündigkeit heraus zu wickeln und dennoch einen sicheren Gang zu tun.
--- Ende Zitat ---

Unerträglich, dass so wenige so wenig gelernt haben....meiner Meinung nach...

Gandhi:
Und hier noch meine Meinung - entschuldigung wenns zu politisch wird - ich belasse es dann auch damit

In Tradition des grossen Nostradamus betätigt sich Kant in diesem Essay mit der Bundestagswahl vom 18.9.2005.
Er kritisiert in diesem Schreiben die Tendenz der Volksparteien, wie der PDS mit Lafontaine, die Bürger in einer unselbständigen Form durch ihr Leben zu ziehen und fordert daher auf, dies zu ändern, damit sie dann bald  schon in der Lage sind liberale, freiheitsfördernde Parteien wie die FDP zu wählen.
Er kritisiert auch die Wähler dieser oben genannten Parteien, wenn er sagt, dass „Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Sapere aude! Habe Mut dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“
Somit führt er dem Volk vor Augen, dass seine Probleme einzig darin liegen, bisher zu viel Verantwortung an den Staat delegiert zu haben.
Doch auch Gerhard Schröder und andere Spitzenpolitiker bekommen ihr Fett ab:
„Nachdem sie ihr Hausvieh zuerst dumm gemacht haben und sorgfältig verhüteten, daß diese ruhigen Geschöpfe ja keinen Schritt außer dem Gängelwagen, darin sie sie einsperrten, wagen durften, so zeigen sie ihnen nachher die Gefahr, die ihnen droht, wenn sie es versuchen allein zu gehen.“
Er zeigt also deutlich, dass diese den starken Staat fordernden Verführer nichts als die vollkommene Abhängigkeit des Volkes von ihrem Willen anstreben, um fortan nach eigenem Gutdünken über deren Schicksal entscheiden zu können.
Allerdings entblöst sich Kant auch als grosser Sozialfeind, der überhaupt nicht sozial gerecht ist, weil er sagt:
„Faulheit und Feigheit sind die Ursachen, warum ein so großer Teil der Menschen, nachdem sie die Natur längst von fremder Leitung frei gesprochen (naturaliter maiorennes), dennoch gerne zeitlebens unmündig bleiben“
Auch seine Forderung jeder einzelne solle laufen lernen unterlaufen prinzipiell die wichtigsten Pfeiler des Sozialstaates, da ja diejenigen mit den starken Schultern sicherlich die anderen tragen könnten.
Das gesamte Pampflet ist also aus Sicht eines geregelten sozialen Lebens vollkommen abzulehnen -  da es auch ökologisch eine Katastrophe darstellen würde, plötzlich solch einen intellektuellen Individualverkehr vorzufinden.

Den Deutschen ist zu gratulieren, dass sie sich erfolgreich den Prinzipien der Aufklärung trotz zahlreicher Versuche von diversen Hochschulprofessoren (Erhard, Kirchof) entzogen haben, um weiterhin wenig Energie bei der Ausgestaltung des eigenen Lebens aufzuwenden, um diese dann zum Jammern über die schlechte Welt, die böse Wirtschaft, die lügenden Politiker und die erzbösen und rückständigen Amerikaner benutzen zu können, was zweifellos wesentlich effektiver ist.
Erfolgreich ist es hier gelungen, auch denen, die bereits das Laufen erlernten, dieses zu verbieten, bzw. Durch bürokratische Vorschriften so weit zu verleiden, dass sie, wenn sie dann doch noch laufen, einfach nur noch weg laufen, um dann mit Hochschulprofessoren im Ausland weitere spinnerte Ideen zu entwickeln, wie Raketenwissenschaften, Hochtechnologien oder das internationale Finanzwesen – lauter Dinge, die der nicht aufgeklärte Mensch ja ohnehin nicht braucht, da er Fernsehen und Daily Talk-Shows hat.

flaite:
Ach Kant. Das ist doch alles so theoretisch.
Es geht um Praxis: Die Amis sind blöd. Sie sind aber auch böse und deshalb greifen sie andere freundliche Länder an. Und dadurch senken sie den Ölpreis. Blut für Öl sozusagen. 

Ausserdem interessiert uns Wachstum nicht. Warum sollen wir den Erfolg eines Landes daran messen wie viel Wert an Gütern und Dienstleistungen es im Jahr produziert? Das ist uns einfach zu konservativ Wir haben da doch viel bessere Messlatten. Z.B. wie viele Menschen die richtigen  Gedanken haben.  8)

Letzte Aussage zu diesem Thema.

Don Pasquale:

--- Zitat von: Gandhi am 19.09.05 - 21:28:14 ---@don: Nur weil eine Partei demokratisch ist, muss ich sie nicht mögen.

--- Ende Zitat ---

Und wenn Du eine Partei nicht magst, willst Du gegen sie demonstrieren ?

Zum allgemeinen Gejammer über das Wahlergebnis:

Ich will da mal einen großen Mann zitieren:
"Für Qualität muss man selber sorgen" ( Marineros Atlanticos)

Ich hoffe, ich sehe Eure Namen bald auf irgendwelchen Wahlzetteln.
Ciao
Don Pasquale



Gandhi:
Ja, das will ich.
Weil die von denen verbreiteten Lügen nicht hinnehmbar sind.
Und weil das eine Gefahr für mein Leben in D darstellt.
Wenn niemand das aufzeigt - durch Demonstrationen oder sonstwie, dann glauben denen am Ende noch mehr Leute. Man hat ja gesehen, wie wenige Menschen die Realität als Basis ihrer Wahlentscheidung nutzen.

Am Ende will ich lieber irgendwas dagegen getan haben als gar nichts. Dann habe ich wenigstens ein gutes Gewissen, wenn ich auf die Trümmer des Landes blicke...

fuisset.?

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