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Interessanter Artikel...
Marinero Atlántico:
... was ich eigentlich sagen will ist:
- das Umfeld ist schwerer, weil mehr Leute um knappes Investitionskapital konkurrieren.
- es ist alles sehr komplex und ich weiss auch nicht. Einen Masterplan gibt es nicht. Ich will nur einfach mehr konkrete Aktion sehen und weniger dieses rumgerede.
Bildung finde ich auch ernsthaft in Ordnung. Nur wird es immer einen relativ hohen Prozentsatz an Leuten geben, die sich einfach lieber Big Brother reinziehen als sich im Radio ein Mahler-Konzert anzuhören. Die eine Karte von einer Videothek haben, aber keine von der Stadtbücherei. Da wird sich auch so schnell nichts dran ändern.
Ich würd auch nicht sagen, dass die mit der Videothekskarte unbedingt eine schlechtere Chance haben als die Liebhaber von Mahler, modernen US-amerikanischen Geschichtsschreibern, guten Bibliographien und Kurzgeschichten von Borges.
Gandhi:
Die Videothekskarte ist gar nicht so schlecht:
Da gibt es inzwischen eine Menge interessanter Reportagen - die oft effektiver als Bücher wissen vermitteln. Warum also nicht.
Nicht das Medium ist schlecht - höchstens die Nutzung. Und da frage ich mich schon, warum die öffentlich-rechtlichen Sender dann sowas wie Marienhof produzieren dürfen...;)
Marinero Atlántico:
--- Zitat von: Semeaphoros am 08.03.05 - 17:56:24 ---Hmm, hier wird dauernd über "Bildung" geredet, mal darüber nachgedacht, was der Unterschied ist zwischen "Bildung" und "Ausbildung"? Das wird fast immer total durcheinandergeworfen .......
--- Ende Zitat ---
Kann man das so genau trennen?
Vorschlag für eine Art von Definition des Begriffes Ausbildung:
Ein Gremium denkt sich aus, was für die Lernenden wichtiges Wissen ist, damit sie sich in unserer Gesellschaft irgendwie wirtschaftlich in Wert setzen können.
Vorschlag für eine Art von Definition des Begriffes Bildung:
Grundlagenwissen, die es ermöglicht, diese Welt zu verstehen.
Ich glaub, dass im Zeitalter von wirklich zunehmend kürzeren Produkt- und Konzeptlebenszyklen Ausbildung schwieriger geworden ist.
Ich glaub, dass es im Zeitalter der Globalisierung schwierig ist, sich auf einen gemeinsamen Bildungskanon zu einigen.
Ist Platon wichtiger zum Verständnis unserer Welt als Modern Institutional Economics & Public Choice Theorie. Marx? Goethe? Thomas Mann? von Hayek? Irving Berlin? Bebel? Rosa Luxemburg? Mutter Theresa? Margaret Thatcher?
Ich bin z.B. auf eine Art und Weise ziemlich überdurchschnittlich stark durch public choice beeinflußt. Ich weiss inzwischen, dass das ur-amerikanisch ist. Das ist eine Art Verlängerung der Boston Tea Party.
Ist etwa das Java-Thread Buch von doug Lea für mich Bildung oder Ausbildung (habs peinlicherweise immer noch nicht gelesen). Ich hab Probleme wirklich hardcore-mässige Algorythmen-Theorien Bücher zu verstehen (Sedwick). Gleiches gilt für Datenbanktheorie. Halte das aber auch für wichtig.
@gandhi: Ich hab lange ohne Fernseher gelebt und Farin Urlaubs laut geäußerte Anti-Fernseh-Haltung finde ich irgendwie schon ok. Kann sein, dass man ohne die Bilderflut mittelfristig besser dran ist. Auf der anderen SEite braucht man auch Entspannung.
Semeaphoros:
Nein, nein, in der deutschen Sprache - anders als beim Französischen - gibt es kein Gremium, das Begriffe definiert.
Bildung ist sehr abstrakt und die Gesamtheit dessen, was mit Lernen, Aneignen von Wissen etc. zu tun hat.
Ausbildung bedeutet, die Fähigkeiten des einzelnen Menschen zu fördern, sprich, auszubilden, wozu jemand fähig ist.
Ueber diese Differenzierung lohnt es sich, genauestens nachzudenken und sich dann zu fragen, ob Abi für 100% der Bevölkerung überhaupt sinnvoll ist. Die nächste Frage, die sich dann stellt, ist, ob ein Abi eine höherwertige Ausbildung ist als ein Lehrabschluss. Meine Antwort ist klar nein, wenn sichergestellt ist, dass für den Abiturienten das Gelernte seinem Naturell entspricht und wenn die Ausbildung zum Schreinergesellen dem betreffenden die Erfüllung seiner Anlagen ermöglicht. Die traditionelle Schichtung in "höhere" und "niedere" Ausbildung stelle ich damit ganz klar total in Frage und dann lenken sich die Gedanken in eine ganz andere Richtung. Dieser "interessante Artikel" erzeugt unter diesem Aspekt bei mir nur ein Lächeln auf den Stockzähnen, da grundsätzliche Probleme nicht begriffen wurden, die Vorschläge ersetzen ein einseitiges Dogma durch ein anderes einseitiges Dogma und wenn es auf dieser Welt etwas ganz besonders schlimmes gibt, dann sind es einseitige Dogmen, die von ihren "Besitzern" in der Regel gleich noch als allgemein und alleingültig erklärt werden. So, damit ist aber für mich die Diskussion beendet, das geht nämlich sofort in Fanatismus über, Hauptgrund, warum ich mich hier nicht beteiligt habe und ich ziehe mich auch gleich wieder zurück.
Marinero Atlántico:
--- Zitat von: Semeaphoros am 08.03.05 - 18:27:07 ---Nein, nein, in der deutschen Sprache - anders als beim Französischen - gibt es kein Gremium, das Begriffe definiert.
--- Ende Zitat ---
Keine Real Academia (gibts in Spanien auch). Ist zur Zeit des nation building dieser Staaten entstanden. Hat in Frankreich viel besser funktioniert, da es weniger zentrifugal-Kräfte gab.
Nun haben beide Institutionen unterschiedliche Funktionen. Hab bei den iberos mehr das Gefühl, dass es so eine Art integrationsklammer ibero-amerika/peninsulares Spanien ist. Frankreich ist irgendwie wohl zentralistischer und elitärer, aber ich kenne Frankreich nicht so gut.
Ich meinte aber eher Gremien, die Lehrpläne für Ausbildung, Uni und Schule definieren.
--- Zitat von: Semeaphoros am 08.03.05 - 18:27:07 ---Ausbildung bedeutet, die Fähigkeiten des einzelnen Menschen zu fördern, sprich, auszubilden, wozu jemand fähig ist.
--- Ende Zitat ---
Dafür muss man erst einmal die persönliche Stabiliät und/oder Arroganz besitzen, um meinen zu erkennen zu können, wozu jemand fähig ist. Im Zweifelsfall muß man sich wohl im Sinne der Effektivität diese "Arroganz" einfach nehmen. Nicht einfach.
Jens. Mir wehte auch der Geruch der bildungsbürgerlichen Lamoyanz um die Nase. Und das mag ich auch überhaupt nicht. Ich halte auch Leute mit einem mehr handwerklich-bodenständigen Ansatz für sehr wertvoll. Bin in einem Großraumbüro heute Zeuge geworden, wie ein paar sehr sympathische Neulinge sich beginnen in einer Organisation durchzusetzen, die ich für hoffnungslos gehalten habe. Und die sind auch als Kunden hart. Wissen aber, dass sie manche Sachen nicht wissen. Das war bislang nicht Kultur bei diesem Kunden. Hatte bisher hier mehr den Eindruck, dass sie sich auf unterschiedlichen Stufen der Göttlichkeit sahen und dabei sehr unzufrieden waren. ;D (ausser ein paar Ausnahmen).
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