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Mark³:
Mondragon ist nach meinem Kenntnisstand seit 60 Jahren erfolgreich mit diesem Konzept, und das trotz Globalisierung. (Das Konzept ist allerdings lebendig und hat sich weiterentwickelt, auf keinen Fall hat es was mit dem zu tun, was du mit dem Stichwort 'DDR' ansprichst! )
Gandhi:
Genossenschaften funktionieren nur so lange gut, bis ein Mitglied Leistungsmäßig über den anderen ist. Langfristig werden sich die meisten in solcher Position dann aus der Genossenschaft lösen. Klar funktioniert das punktuell, mit entsprechend motivierten/sozialisierten Mitgliedern - aber eine Volkswirtschaft lässt sich meiner Meinung nach damit nicht betreiben.
Zum Thema Erfolg sei zu sagen, dass das, was ich über Mondragon jetzt gelesen habe, dort mehr oder weniger ausschließlich Agrarproduktion betrieben wird - im kleinen vergleichbar mit Winzergenossenschaften o.ä. (weiß ich nicht - weise mich zurecht...)
In dem Feld mag das noch gehen, weil tatsächlich die Leistung der einzelnen Bauern hier nicht so stark voneinander abweicht und der Nutzen die Kosten der Gleichheit aufwiegen.
An industrielle Fertigung im konkurrenzfähigen Stil ist somit aber meiner Meinung nach nicht zu denken.
Marinero Atlántico:
--- Zitat von: Gandhi am 09.03.05 - 15:13:48 ---Klar funktioniert das punktuell, mit entsprechend motivierten/sozialisierten Mitgliedern - aber eine Volkswirtschaft lässt sich meiner Meinung nach damit nicht betreiben.
--- Ende Zitat ---
+1
Für mich sind das so kollektivistisch-autoritäre Träume.
Ein paar studierte Leute stellen die Regeln einer schmerzfreien Welt ohne Ausbeutung auf und alle sind glücklich.
Vielleicht funktioniert das auch gerade in der Landwirtschaft. Erinnert mich daran, dass selbst in einem xTreme marktgläubigen Land wie Chile sind in Teilen der Landwirtschaft viel von den genossenschaftlichen Elementen geblieben sind. Kannte da Leute, die in chronisch mittelmässig unterversorgten halbstaatlichen Organisationen mässig entlegene Bauernkommunen beraten haben. Neue Märkte erschlossen. Produkte eingeführt.
Bin von meinen Wesen glaub ich kein Ellebogen-Typ.
Glaub aber auch an die Kraft des Individuen und das um mich herum immer zu viele Leute an die Magie von Regeln glauben. Regeln sollten zwischendurch immer mal wieder hinterfragt werden, da sie sonst schnell zu einem ineffizienten Machtinstrument werden.
Marinero Atlántico:
--- Zitat von: Gandhi am 09.03.05 - 13:33:43 ---25% Gewinn zu erwarten ist aber auch - mal unter uns - echt bekloppt oder?
--- Ende Zitat ---
Absolut. Ich erhalte von denen ca. alle 3 Monate ein Schreiben, wo die mir ihre total super Kredite für nur 10% Zinsen anbieten. Bei der ihren Gewinnvorstellung ist das wirklich geschenkt.
Ruf die das nächste mal an. Von wegen: Leute, ich will euch nicht in Schwierigkeiten bringen. Wenn ihr das Geld bei mir für euch arbeiten läßt bekommt ihr nur 10%. Ihr werdet dann alle gefeuert, weil ihr so die 25% nie schafft.
Mark³:
--- Zitat von: Marinero Atlántico am 10.03.05 - 09:43:25 --- Regeln sollten zwischendurch immer mal wieder hinterfragt werden, da sie sonst schnell zu einem ineffizienten Machtinstrument werden.
--- Ende Zitat ---
Ich hinterfrage momentan die in Deutschland bzw. Europa bzw. Globus gültigen Regeln. Wo ist denn da der Sinn, dass immer weniger Leute immer mehr arbeiten, damit immer mehr entlassen werden können? Ja, das sind halt die Regeln des globalen Marktes heisst es dann. >:( Super Regeln... Nur kann man sie leider nicht so einfach ändern. Ich würde auch 60h die Woche arbeiten, aber nicht für die Shareholder, sondern nur für eine Sache die auch Sinn macht.
--- Zitat von: Gandhi am 09.03.05 - 15:13:48 ---Zum Thema Erfolg sei zu sagen, dass das, was ich über Mondragon jetzt gelesen habe, dort mehr oder weniger ausschließlich Agrarproduktion betrieben wird
--- Ende Zitat ---
Neben Agrar auch Bau, Automobil (Busse), Dienstleistungen (auch Softwareentwicklung), Forschung (sogar ne Universität gehört dazu), Vertrieb etc.
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