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neuer Webcast: Lotus Workplace / Zukunft von Notes
Rob Green:
siehe diesen Webcast:
http://www-3.ibm.com/software/swnews/swnews.nsf/n/shoy5mwraj?OpenDocument&Site=lotus
Soweit ich das verstehe, ist bald Schluß mit lustig. Aber das ist nur meine Interpretation. Ich nehme an, daß zahlreiche Notesfeatures mit R7 als Modul im Workplace zu finden sein werden. So wie man die Folien mit Beispielen beurteilen könnte im Webcast, pushed IBM ganz gewaltig auf die Websphere Tube. Nennt es eben aber nur cleverweise halt Lotus Workplace...geile Schachzug mE gerade um die 3500 Domino Business Partner etwas mehr Honig ums Maul zu schmieren (einfach weil der Begriff Webpshere nicht mehr so im Vordergrund steht).
Was nun aber nicht heissen soll, daß ich nicht die Vorteile einer offenen und modularen Umgebung verstehe, die IBM nun mit dem strategischen Verständnis einer wechselnden Arbeitsumgebung ("Nodes") als tragende Philosophie fokussiert hat und unterstützen möchte. Sicher, der Kunde soll in einer solchen Megaumgebung nur das rauspicken, was er möchte = Preiskontrolle. Und der Kerle betont ausdrücklich, daß nun jeder Kunde weitere mit diesem System eigene Module dranflanschen kann, ohne auf die neuen Versionen von IBM zu warten. Dafür ist die Umgebung wie geschaffen.
Und, interessant für viele von meiner einer: SMB als neue Zielgruppe für IBM/LOtus = KMU auf Deutsch. Dazu soll Lotus Express als weitere "mini meta Umgebung" dienen. Bin sehr gespannt drauf. Denn KMU konnten sich mE bisher Lotus wegen der hohen TCO nicht leisten. Heine Schwammerl hat ja des Pudels Kern schon angesprochen: wo sind die PREISE??
( http://heini.dominodeveloper.net/heini/home.nsf/perma?OpenView&RestrictToCategory=3-05-28-212731 )
Axel_Janssen:
sind einige Artikel zu was-portal (auch express) in den letzten IBM Tutorials/Artikeln.
http://www7b.software.ibm.com/webapp/dd/ViewServlet.wss?viewType=Tutorials&devDomain=wsdd&sortBy=Posted&count=10&start=1&showAll=true
Rob Green:
wobei, ich muß ganz ehrlich gestehen, daß mich dieses Allround "sie lösen alle Probleme der Welt damit nun" schon sehr sutzig macht. Letztlich muß eine Anwendung genau ihren Zweck erfüllen, aber ob sie das dann besser tut, weil der Anwender nun mit ner ganzen integrierten Palette von Portlets bombardiert wird, ich weiß nicht. Alleine das Metroportal Beispiel ist sowas von stinknormal, nur weils halt eben alles zusammengebapperlt ist..ich weiß nicht...Lotus Express mag ja noch ganz klar sein. Nur das große Teil da namens Lotus Workplace. Ich bin auf jeden Fall offen dafür, obs denn wirklich mehr bringt (immerhin gehts ja um ein Framwork, andererseits packt Lotus seine Tools mit rein..und die machen den Bock fett oder eben nicht).
Thomas Schulte:
In meinen Augen wieder einmal ein typischer IBM Ansatz. Groß, komplex und unnütz.
Letzendlich machen sie damit für Kunden und Consultants alles komplizierter und nicht einfacher. Die Idee mit den Portals ist ja ganz putzig, aber wie Rob schon gasagt hat, die Bombardierung der Benutzer mit Portlets löst die Probleme der Unternehmen nicht. Das können nur entsprechende Anwendungen.
Solche Anläufe gab es in den letzten Jahren mehrere. Man denke einfach nur an den Ansatz der IT-Factory die so ein "Framework" System anbieten wollten und letztendlich sind alle an der Komplexität der heutigen IT Landschaft gescheitert. Mich erinnert der Broadcast ein wenig an die ersten großen SAP Auftritte mit denen Sie im SMB Geschäft Fuß fassen wollten.
IBM scheint immer noch nicht begriffen zu haben, das die Unternehmen auf die Sie jetzt zielen überhaupt nicht daran interessiert sind, Ihren Unternehmensskill, Ihre Strukturen und Ihre Flexibilität offen zu legen. Hier herrscht ein absolutes Misstrauen gegenüber Beratern, die versprechen, wir können mit diesem Tool alles lösen. Geschäftsführer oder Inhaber solcher Unternehmen sehen alles zuerst unter dem Gesichtspunkt, welchen Nutzen kann ich aus einer solchen Investition ziehen. Und zwar Kurz-, Mittel- und Langfristig. Danach kommt, was kostet das, und wenn da auch nur eine mittlere fünfstellige Summe rauskommt ist das Thema meistens vom Tisch. Außerdem werden die Anstrengungen und die damit verbundenen Kosten ein solches Portal in einer Firma aufzubauen offensichtlich massiv unterschätzt.
Natürlich ist es praktisch, eine Schaltzentrale zu haben bei der sich alles abspielt (die von Larry genannte "Awareness"), aber das was Larry Bowden da skizziert hat wird es alleine aufgrund der vorhandenen Strukturen zumindest in Europäischen Unternehmen dieser Größenordnung in den nächsten 20 Jahren nicht geben (oder zumindest nicht in den Ausmaß in dem er sich das vorstellt).
Hier wird wieder einmal eine neue heilige Kuh auf das Eis geführt, ein neues Schlagwort in die Welt gesetzt, ein letztendlich schon lange vorhandenes Werkzeug neu eingekleidet und anschließend der Öffentlichkeit vorgeführt um den Marktwert zu testen (Erinnert mich so ein bischen an die Beschreibung der Sklavenmärkte im alten Rom, mit ihren Ausschreiern).
Wobei, auf die Preisstrukturen bin ich ja gespannt. Wenn IBM das was sie immer unter "Valuable Prices" verstehen auch hier durchsetzen wollen, na dann gute Nacht.
Thomas
Axel_Janssen:
--- Zitat von: Thomas Schulte am 30.05.03 - 16:30:03 ---In meinen Augen wieder einmal ein typischer IBM Ansatz. Groß, komplex und unnütz.
Letzendlich machen sie damit für Kunden und Consultants alles komplizierter und nicht einfacher. Die Idee mit den Portals ist ja ganz putzig, aber wie Rob schon gasagt hat, die Bombardierung der Benutzer mit Portlets löst die Probleme der Unternehmen nicht. Das können nur entsprechende Anwendungen.
--- Ende Zitat ---
O.k. Teile des Vortrages verdanken wir natürlich dem Marketing.
Und mich macht das in Zeiten wie diesen auch leicht genervt.
Aber Bedarf nach einer gemeinsamen Oberfläche besteht nach meinen Erfahrungen. Und darauf ist das Portlet-Konzept gerichtet, nicht die "Lösung aller Unternehmensprobleme".
Lotus hatte unter 5 auch eine Portallösung für den Notes-Client am Start. Der Kunde (ein echt grosses Chemie-Unternehmen) wollte es. Meine damalige Chefin hat die darauf gebracht. Leider klappte nix, obwohl das Unternehmen ganz gute Lotus-Leute hatte und Lotus D irgendwann da wochenlang versuchte es unendgeldlich ans laufen zu bringen.
--- Zitat von: Thomas Schulte am 30.05.03 - 16:30:03 ---Solche Anläufe gab es in den letzten Jahren mehrere. Man denke einfach nur an den Ansatz der IT-Factory die so ein "Framework" System anbieten wollten und letztendlich sind alle an der Komplexität der heutigen IT Landschaft gescheitert.
--- Ende Zitat ---
Wie definierst du framework? Ohne mich jetzt auf eine tiefere Diskussion einzulassen. Aber sind nicht etwa viele Dinge die ich widerverwende (z.B. String-Verarbeitungs Library in Lotus-Script ein Framework?).
Es gibt eben auf der Java Seite durchaus langfristig erfolgreiche Frameworks. Ein gutes Beispiel ist etwa struts als framework für model view controller in jsp/servlet-Anwendungen.
Dieser ganze OO-Tineff hat nämlich einen tieferen Sinn. Ich bin jetzt grade auch ziemlich genervt zwischen DAO und Abstract Factory. und genervt. Aber ich kann dann eben ein xml-File durch eine RDBMS oder durch LoNo als Datenbank ersetzen.
Auch Hibernate als OO-DB mapper.
Oder JDOM für das arbeiten mit xml (einfacher als mit dom oder sax).
Hier waren eben genau meine Bedenken mit Lotus Notes in den letzten Jahren. Man kann schnell funktionierende, gute und effiziente Anwendungen schaffen, ja. Aber wirklich modular darauf was aufzusetzen? Warum sind denn IBMs Versuche, Lotus-Produkte zu erstellen, gescheitert (Commerce Suite und ähnliches). Wo sind denn diese ganzen Produkt-zentrierten Business Partner? Das hat interne Gründe, meiner Meinung nach.
Dieses Portal-Suite ist aber gar kein Produkt sondern eine komponenten basierte GUI-Architektur (korrigiert mich wenn ich falsch liege). Sowas gebe ich eine gute Chance.
--- Zitat von: Thomas Schulte am 30.05.03 - 16:30:03 ---Wobei, auf die Preisstrukturen bin ich ja gespannt. Wenn IBM das was sie immer unter "Valuable Prices" verstehen auch hier durchsetzen wollen, na dann gute Nacht.
--- Ende Zitat ---
Zumindest werden die Konzepte als offener Standard (Java) implementiert. Es gibt zahlreiche konkurrierende Anbieter von Portal-Frameworks. OpenSource, kleinere Anbieter, Oracle, IBM, Bea.
Wenn IBM zu teuer ist, nimmt man was anderes.
Ich hab schon Java-APIs, frameworks von IBM gesehen die gut sind und andere die voll scheisse sind.
Der Vorteil von Java ist aber gerade der, dass IBM einem Wettbewerb ausgesetzt ist.
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