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neuer Webcast: Lotus Workplace / Zukunft von Notes

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Thomas Schulte:
Ja das ist natürlich im wesentlichen Marketing geklingel. und ja, der Ansatz einer gemeinsamen Oberfläche für alle Aktivitäten eines Benutzers ist natürlich eigentlich ein guter Ansatz. Nur du kennst genauso wie ich die Halbwertszeiten von IT-Schlagworten und für mich ist das Portlet Konzept im Moment ein solches.

Wie gesagt ich gehe jetzt nicht von den großen Unternehmen aus, sondern von den kleinen und mittleren. Hier tauchen mit diesem Konzept schwierigkeiten auf, die meiner Meinung nach nur mit viel Geld und Zeit zu lösen sind. Beides Faktoren die der IT Industrie von diesen Firmen nicht zur Verfügung gestellt werden.

Schauen wir uns doch einmal die Situation bei einem meiner Kunden an.
Mittelständisches, Personalunternehmen. In seinem Bereich mit unter den Marktführern. 200 Angestellte und Arbeiter, ca. 50 Arbeitsplätze. Die eingesetzte Software reicht von AS/400 ERP Systemen über DataMining Tools bis hin zu Groupware Produkten. Insgesamt sind 18 verschiedene Softwares auf verschiedenen Plattformen im Einsatz. Die Schnittstellen Probleme zwischen den Legacy Systemen sind mittlerweile halbwegs gelöst, bei jeder neueren Version müssen sie aber imme rwieder angepasst werden. Standard Programme sind mit individuellen Erweiterungen versehen. Einige davon so stark, das sie mittlerweile nicht mehr als Standard gesehen werden können.
Jetzt darauf ein oder beliebig viele Portlets (Design Framework, das zu der Frage wie ich Framework in diesem Fall definiere) zu setzen, das alle diese Anwendungen unter einen Hut bringt? Unmöglich, weil der Kostenfaktor eine erhebliche Rolle spielen würde.
Der von IBM gewählte Ansatz ist dann gut, wenn du entweder eine homogene Landschaft vorfindest, oder schaffen kannst. In dem Moment wo du Ausnahmen zulassen musst ist er unnütz. Außerdem geht er im Moment meiner Meinung nach am Markt vorbei. Viele KMU's haben durch die Preispolitik von Microsoft beim letzten Upgrade erkannt, das sie sich auf Teufel komm raus am ein sehr mächtiges Unternehmen gebunden haben. Viele sind auch zur Zeit in einer Evaluierungs Phase um rauszufinden, welche anderen Möglichkeiten es denn noch gibt. Diese Unternehmen werden sich, im Moment zumindest, nicht an ein anderes großes Unternehmen in der Form binden, das sie eine Platform die dieses Unternehmen anbietet zur zentralen Steuerungsplattform für ihr Unternehmen machen.

Lotus Anwendungen hatten und haben ein Problem. Es gibt keine oder nur wenige Schnittstellen zwischen den Produkten der einzelnen Firmen. Das ist einmal dem Unterschiedlichen Ansatz der Firemn geschuldet, vergleiche einfach mal Gedys Office mit OCTO Office und zum anderen der Tatsache, das jeder Hersteller natürlich versucht seine Produktlinie weiter in den Unternehmen auszubreiten. Auf der anderen Seite, ist das kein Problem das Notes alleine hat.  Jedes System das nicht von einer "offenen" Stelle entwicklet worden ist, wird proprietär sein. Alleine aus dem Grund das Firmen versuchen ihre Investitionen zu schützen.

Das Kernproblem ist, das es in meinen Augen keinen Ansatz geben kann der "alle" Probleme löst. Auch wenn die dahinterstehende Technik vielversprechend ist, so wird sie doch den "Marsch durch die Institutionen" Antreten müssen. Letzendlich werden wir dann in 5 bis 10 Jahren sehen, ob der Markt die Vorgehensweise von IBM akzeptiert oder nicht, ob das dann allgemein eingesetzt wird. Wir können uns also in fünf Jahren noch einmal unterhalten. Die Warscheinlichkeit das bis dahin eine "andere Sau" durchs Dorf getrieben wird ist meiner Meinung nach als relativ hoch einzuschätzen. Ich erinnere mich in diesen zusammenhang an die ASP Diskussion vor 5 Jahren. Auch so ein Ansatz der mit hohen Erwartungen gestartet ist und sich letztendlich nicht allgemein durchsetzen konnte.

Thomas

Axel_Janssen:

--- Zitat von: Thomas Schulte am 31.05.03 - 10:05:46 ---Ja das ist natürlich im wesentlichen Marketing geklingel. und ja, der Ansatz einer gemeinsamen Oberfläche für alle Aktivitäten eines Benutzers ist natürlich eigentlich ein guter Ansatz. Nur du kennst genauso wie ich die Halbwertszeiten von IT-Schlagworten und für mich ist das Portlet Konzept im Moment ein solches.

--- Ende Zitat ---
Portlets machen natürlich nur Sinn, wenn der Kunde bereits einen Web-App-Server einsetzt.
Ich würde sagen, dass für die Gesamt-IBM derzeit Portlet nur ca. 20% des Marketing-noisese ausmacht (persönliches empfinden).
Es wird eben nur von Domino-Leuten verstärkt wahrgenommen, da es offenbar Pläne gibt, die Domino-Funktionalität irgendwann in ein paar Jahren als Websphere-Module angeboten werden, die dem Anwender dann als Portlet zuwinken.
Ich bin sehr grosser Freund des alten Satzes: Prognosen sind schwierig, v.a. wenn sie auf die Zukunft gerichtet sind.


--- Zitat von: Thomas Schulte am 31.05.03 - 10:05:46 ---Mittelständisches, Personalunternehmen. In seinem Bereich mit unter den Marktführern. 200 Angestellte und Arbeiter, ca. 50 Arbeitsplätze. Die eingesetzte Software reicht von AS/400 ERP Systemen über DataMining Tools bis hin zu Groupware Produkten.
Insgesamt sind 18 verschiedene Softwares auf verschiedenen Plattformen im Einsatz. Die Schnittstellen Probleme zwischen den Legacy Systemen sind mittlerweile halbwegs gelöst, bei jeder neueren Version müssen sie aber imme rwieder angepasst werden.

--- Ende Zitat ---
Die Problematik unterschiedlicher OSs wird von der beliebten Programmiersprache Java addressiert (ich sage nicht gelöst. IT ist komplex).
J2EE Server wie Websphere sind ziemlich stark auf die Integration von heterogenen IT-Landschaften fokussiert (über Dinge wie MQ-Series, JMS, Java Connector Architecture, Session Beans erlauben die Integration von Fremdsystemen in 1 Transaktionskontext, Webservices erleichtern Integrationsschnittstellen).



--- Zitat von: Thomas Schulte am 31.05.03 - 10:05:46 ---Standard Programme sind mit individuellen Erweiterungen versehen. Einige davon so stark, das sie mittlerweile nicht mehr als Standard gesehen werden können.
Jetzt darauf ein oder beliebig viele Portlets (Design Framework, das zu der Frage wie ich Framework in diesem Fall definiere) zu setzen, das alle diese Anwendungen unter einen Hut bringt? Unmöglich, weil der Kostenfaktor eine erhebliche Rolle spielen würde.

--- Ende Zitat ---
Es ist nicht immer alles überall sinnvoll. Ich habe von diesem Portlet-Zeug überhaupt noch kein klares Bild. Was verstehst Du unter Design Framework. Werde mich in den nächsten Wochen intensiver mit dem Portlet-Konzept auseinandersetzen.


--- Zitat von: Thomas Schulte am 31.05.03 - 10:05:46 ---Der von IBM gewählte Ansatz ist dann gut, wenn du entweder eine homogene Landschaft vorfindest, oder schaffen kannst. In dem Moment wo du Ausnahmen zulassen musst ist er unnütz.

--- Ende Zitat ---
Nein. Zumindest 2 vorherige hypes j2ee und webservices beschäftigten sich intensiv mit der Integration von bestehenden IT-Landschaften.


--- Zitat von: Thomas Schulte am 31.05.03 - 10:05:46 ---Außerdem geht er im Moment meiner Meinung nach am Markt vorbei. Viele KMU's haben durch die Preispolitik von Microsoft beim letzten Upgrade erkannt, das sie sich auf Teufel komm raus am ein sehr mächtiges Unternehmen gebunden haben. Viele sind auch zur Zeit in einer Evaluierungs Phase um rauszufinden, welche anderen Möglichkeiten es denn noch gibt. Diese Unternehmen werden sich, im Moment zumindest, nicht an ein anderes großes Unternehmen in der Form binden, das sie eine Platform die dieses Unternehmen anbietet zur zentralen Steuerungsplattform für ihr Unternehmen machen.

--- Ende Zitat ---
Gerade im Kontext der beliebten Programmiersprache Java gibt es im Gegensatz zu Lotus Notes immer mehrere Anbieter, die etwas anbieten, für das es einen verbindlichen Standard gibt. In aller Regel ist auch mindestens 1 openSource Anbieter dabei.
Mann kann auch sein Unternehmen mit JBOSS integrieren. Das ist openSource.


--- Zitat von: Thomas Schulte am 31.05.03 - 10:05:46 ---Lotus Anwendungen hatten und haben ein Problem. Es gibt keine oder nur wenige Schnittstellen zwischen den Produkten der einzelnen Firmen. Das ist einmal dem Unterschiedlichen Ansatz der Firemn geschuldet, vergleiche einfach mal Gedys Office mit OCTO Office und zum anderen der Tatsache, das jeder Hersteller natürlich versucht seine Produktlinie weiter in den Unternehmen auszubreiten.

--- Ende Zitat ---
Versuchte würde des Pudels Kern genauer treffen. Die meisten sind glaub ich pleite.
Für Schnittstellenstandards gibt es im Java-Bereich eine deutlich höhere Sensibilität.


--- Zitat von: Thomas Schulte am 31.05.03 - 10:05:46 --- Auf der anderen Seite, ist das kein Problem das Notes alleine hat.  Jedes System das nicht von einer "offenen" Stelle entwicklet worden ist, wird proprietär sein. Alleine aus dem Grund das Firmen versuchen ihre Investitionen zu schützen.

--- Ende Zitat ---

Du kannst jederzeit auf Python umsteigen. Java ist doch gerade ziemlich offen, dadurch dass ständig gemeinsame Standards in den JSRs vereinbart werden. Es gibt auch für Portlet einen JSR (mindestens). Inwieweit IBM sich in der jetzigen Version daran hält oder orientiert weiss ich nicht.


--- Zitat von: Thomas Schulte am 31.05.03 - 10:05:46 ---Das Kernproblem ist, das es in meinen Augen keinen Ansatz geben kann der "alle" Probleme löst.

--- Ende Zitat ---
Keiner sagt das.

Meff:
Was IBM bis heute scheinbar immer noch nicht verstanden hat ist der Umstand, dass solche Artikel incl. den daraus resultierenden Diskussionen immensen Schaden für das Produkt Lotus mit sich bringt.
Ich möchte den Sinn einer Annäherung zwischen Websphere und Domino gar nicht in Frage stellen, allerdings sollte seitens IBM eine bessere Aufklärung in Bezug auf die Zukunft von Lotus Domino stattfinden.

Meff

Rob Green:
das ist, denke ich, der ausschlaggebende Grund für alle Notesler. Doch ich schätze mal, daß IBM aufgrund seiner Zahlen und Strategien längst eine klare Entscheidung gefällt hat, wohin es gehen soll. Daß uU der Kunde, wenn es um das Thema Notes und Kaufentscheidung/Fortbestand geht, positiv votiert, dürfte IBM einkalkuliert haben. Wenn sie dann nicht Recht haben, na ja, ...genug Power haben die ja, wieder umzuschwenken.

Meff:

--- Zitat ---Daß uU der Kunde, wenn es um das Thema Notes und Kaufentscheidung/Fortbestand geht, positiv votiert, dürfte IBM einkalkuliert haben.
--- Ende Zitat ---

Und genau das bezweifele ich derzeit. Ich habe schon bei einigen meiner Kunden mitbekommen, dass Projekte gestoppt oder gar nicht erst begonnen wurden, da eine große Unsicherheit bzgl. der Zukunft von Domino herrscht.
Die ganze Diskussion um Domino und Websphere wurde irgendwann im letzten Jahr ziemlich laut und seitdem hat sich auch schon relativ viel Unmut bei den Kunden breitgemacht.

Meff

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