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Kürzung der Pendlerpauschale verfassungswidrig

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Gandhi:
Wer Gerechtigkeit in dieser Welt sucht - dem wünsche ich viel Glück.
Wäre aber schön, wenn man sich auf einfache verbindliche Regeln einigen könnte - ganz egal wie die auch aussehen werden - da wird garantiert immer eine Gruppe benachteiligt.

Ein bisschen Ungerechtigkeit muss einfach toleriert werden. Zum Wohle aller...

koehlerbv:
Was bedeutet in diesem Zusammenhang auch "Gerechtigkeit"?
Wer eine günstige Wohnung vorm Werktor hat und daher keine Pendlerpauschale bekommt, der ist fein 'raus und darf nicht meckern.
Wer eine teure Wohnung vor dem Werktor hat und daher keine Pendlerpauschale bekommt, der hat seine Abwägung ggf. falsch getroffen. Mit Gerechtigkeit hat das nix zu tun.
Wer günstig wohnt - weit draussen - muss (wie Ulrich schon schrieb) die Differenz bilden aus "das müsste ich vor dem Werkstor bezahlen" und "das ist meine Steuerersparnis aus der Pendlerpauschale".
Wer teuer wohnt - weit draussen - muss abwägen, was ihm dies wert ist. "Der Staat" (also wir alle) können ihm das ja nicht finanzieren.

Dann gibt es noch die Unternehmer auf der anderen Seite, die jeden dienstlich gefahrenen Kilometer - unabhängig von fixen "Kilometerpauschalen" - von der zu versteuernden Gesamtsumme abziehen können. Das hat aber natürlich mit der "Pendlerpauschale" auch gar nichts zu tun (wird aber oft als "ungerecht" angeklagt").

Ferner sollte man immer bedenken: Die genehmigten Kilometerpreise darf man ja nur von der zu versteuernden Summe abziehen, bekommt diese aber nicht erstattet. 30 Cent pro Kilometer bekommt man ja so und so nicht wieder zurück.

Weiterhin gilt es zu bedenken: Zahlen tun wir das alle (auch die Kosten diesen Urteils und dem daraus folgenden neuen Gesetz - was wiederum erstmal Geld verschlingen wird). Die Kilometerpauschale ist aber nach wie vor ein Steuerungsinstrument, denn wenn jeder "vors Werktor" ziehen würde, dann möchte ich die Mietpreisexplosion nicht sehen. Von anderen Nebeneffekten ganz abgesehen.

Was aber natürlich auf jeden Fall gilt: "Ungerechtigkeit" wird bleiben, vor allem, wenn man in bestimmten Firmen arbeitet, die einen guten Job bieten und dann noch auf dem Land in schöner Natur genau vor der Haustür. Sowas gibt es ja auch ...

Bernhard

jo@chim:
Im Grunde sind Arbeitswege tatsächlich nichts anderes als Werbungskosten des Arbeitnehmers. Der Vergleich der PP mit den Möglichkeiten des Freiberuflers, die Fahrten zum Kunden abzusetzen, ist also gar nicht so weit hergeholt.

Und zahlen tun "wir" natürlich nicht "alle": die Wiederherstellung der vollen Pauschale wäre die Rücknahme einer Defacto-Steuererhöhung, der Enteignungsgrad würde also für viele sinken und für niemand steigen.

Dass der hungrige Umverteilungsstaat sich das Geld anderswo holt, ist zwar zu erwarten, aber keineswegs eine zwingende Ursache-Wirkungs-Beziehung.

Thomas Schulte:

--- Zitat von: koehlerbv am 09.12.08 - 17:01:47 ---Wieso? Das sind doch vollkommen andere Veranstaltungen ...

--- Ende Zitat ---
Sind sie das?

Werkstor Prinzip. Bis zum Werkstor ist das mein Privatvergnügen wie ich da hin komme. Logische Schlußfolgerung seitens der BG. Dann ist der Weg zur Arbeit auch nicht mehr versichert, da privates Risiko.
Fahrten in die Schulen. Da weis ich von zumindest einer ländlichen Gemeinde, das die das genauso angehen werden, wenn sich das "Werkstorprinzip" durchsetzt. Weil die Gemeinde als Schulträger da nämlich eine Menge Geld sparen würde.

flaite:
Als selbsterklärter Sozialdemokrat des 21. Jahrhundert versuche ich aufbauend von Jaime Baylys Postulat der politischen Bisexualität miami-exil-kubanisches, oppo-venezuelanisches und reform-chilenisches-83-88er Gedankengut mit ordolinkem, krugmanianischen,  ha-jong-changsches und stiglitzianischen Gedankengut zu verbinden.

Hm. Wenn ich mich so lese. Vielleicht bin ich auch einfach ein bischen zu viel auf che2001 blog.  ;D

Für mich sind das alles Konstruktionen. Mit Gerechtigkeit hat das eh nix zu tun.
Wichtig ist, was hinten rauskommt.
Die sollten grundsätzlich den Mittelstandsbauch ein wenig abbauen und wegen mir die Progression wieder ein wenig nach oben ausdehnen.

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