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Staatsschulden

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Gandhi:
Übel kann einem werden, wenn man sieht, wer vor Deutschland in der Liste liegt. Bis auf Japan sind das alles Kandidaten, die ich wirtschaftlich eher nicht als Vorbild nehmen würde.
Was auch in den Zahlen fehlt ist die Verschuldung durch Zusagen, die noch gar nicht eingelöst sind, wie z.B. die steigenden Beamtenpensionen.

Mit der Mehrwertsteuererhöhung um 3%, sowie dem aktuell guten Wirtschaftswachstum wurden die Steuereinnahmen signifikant erhöht - und dennoch gibt es weitere Verschuldung - das ist, was mich befürchten lässt, dass das Verwaltungssystem einfach nicht in der Lage ist, mit dem Geld der Bürger verantwortlich umzugehen. Ins Schwarzbuch des Bundes der Steuerzahler zu sehen traue ich mich gar nicht erst.

Und da ich keine mögliche Regierungskoalition am Horizont sehe, die das aus meiner Sicht mit hoher Wahrscheinlichkeit ändern kann oder wird, habe ich schon ein schlechtes Gefühl...

ABER: Das ist vermutlich einfach 'German Angst' oder 'Weltschmerz'
http://de.wikipedia.org/wiki/German_Angst
http://de.wikipedia.org/wiki/Weltschmerz

eknori:
FJS erklärt die Staatsverschuldung http://de.youtube.com/watch?v=_ubOfmJulkw

Irgendwie hatten die Reden viel mehr Charm als das heutige Gesülze

flaite:
In den letzten Jahren hat sich das eigentlich ziemlich ok entwickelt.
Der weitaus größte Ausgabenposten sind Sozialausgaben.
Viele Deutsche wissen einfach nicht, dass unser Niveau hier auch gegenüber vielen Industrienationen sehr gut ist.
Im übrigen sind gewaltige Massen an Investitionen in die ehemalige DDR geflossen. Das läßt sich klar mit Zahlen belegen.
Unter diesen Bedingungen haben unsere Politiker keine schlechte Arbeit geleistet.
Vor allem fließt jetzt auch anteilig wieder mehr Geld in Forschung und sonstige Investitionen.

Wirklich die Frage, wie weit wir unseren Sozialstaat weiter beschneiden wollen.
In Staaten, die sehr schnell ihre Staatsschulden reduzieren mußten, weil sie nämlich keine günstigen Kredite mehr bekamen, ging der Schuldenabbau einher mit einem Sozialstaatsabbau, der eindeutig außerhalb der Vorstellungskraft aller aktuell lebenden deutschen Generationen liegt.

Ich find unsere Politiker wesentlich kompetenter als das Gequake von libertär und links.
Ein Volk das offenbar zu 14% so einen anti-Verantwortungs Verein wie die LINKE zu wählen gedenkt, hat die überhaupt nicht verdient.

Wichtig ist das Verhältnis Verschuldung / BIP und da wurde die Trendwende bereits erreicht.   

Gandhi:
Wie gesagt, vielleicht meine persönliche 'german angst'

Aber, wenn Tiefensee sagt, dass der Solidaritätszuschlag nicht mehr für den Osten verwendet werden soll und dann messerscharf schließt, dass man mit dem Geld automatisch was anderes machen soll (Förderung im Westen), dann finde ich das beängstigend, dass der nicht mal auf die Idee kommt, dass man den Soli dann auch - wie ursprünglich angekündigt - wegfallen lassen kann.

Dieses kategorische Ausschliessen, ja nicht mal an die Möglichkeit denken - macht mir Sorgen.

koehlerbv:

--- Zitat von: Gandhi am 22.08.08 - 16:29:49 ---Dieses kategorische Ausschliessen, ja nicht mal an die Möglichkeit denken - macht mir Sorgen.
--- Ende Zitat ---

Woher willst Du das wissen? Diese Möglichkeit des generellen Auslaufen des Solis wurde doch schon viel diskutiert. Und dass sich nun Bürger (!) aus den alten Bundesländern melden und darüber klagen, dass das Geld (für Neufünfland) bei ihnen fehlt und dort zwei Jahrzehnte lang trotz Notwendigkeit fast nichts an Förderung (Einnahmen-Umverteilung) da war, ist sicherlich auch verständlich. Dass das "die" Politiker anerkennen und reflektieren, sollte eigentlich positiv vermerkt werden.
Ende Februar war ich auf einer Tour erst in Jena (meine Geburtsstadt einerseits und einer der, wenn nicht *die* Boomtown in Neufünfland, und dazu viel aus eigener (Wirtschafts-)kraft) und gleich anschliessend in Gelsenkirchen. Dieser Unterschied hat mich fast umgehauen ... Das Geld, dass den Bürgern Deutschlands gegönnt wird, muss bald anders verteilt werden. Ein irgendwann entvölkertes Sachsen-Anhalt oder "Westpolen" wird sich auch mit noch so viel Geld nicht wirksam aufhalten lassen - das Geld muss dahin, wo die Menschen sind.

Völlig abgesehen davon nimmt der "Deppenanteil" unter den Politikern natürlich wirklich zu. Und zu den "Deppen" gehören ja vor allem auch die, die diese Leute in diese Ämter heben. Wenn ich mir zum Beispiel einen Herrn Seehofer anschaue ... Bei was war der mal nicht hilflos und hat nicht den Zorn der Betroffenen hervorgerufen? Herr Beck ... Nein, das lasse ich jetzt lieber (als jemand, der sicherlich am ehesten der Sozialdemokratie zuzuordnen wäre).

Ein deutliches Zeichen, dass das Barometer momentan den "Etablierten" anzeigt, dass endlich etwas passieren muss, sind die Erfolge (leider kann man das nicht in Anführungszeichen setzen) der "Verführer" von rechts und links. Die LINKE ist für mich dabei das deutlichere Zeichen an das "Establishment". Die Scheiss-Nazis sind einfach ausschliesslich übel.

Bernhard

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