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Aussprache Java / "Dschava" ?

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Mark³:
Ich schlage folgendes vor:

Die Kategorie 'Offtopic' wird umbenannt in 'Abseits'.  :-P

Übrigens ist die Bezeichnung 'Rechner' zumindest in Norddeutschland ebenso gebräuchlich wie PC oder Computer. Daher finde ich den ordinateur gar nicht so schlimm. Nur so was per Gesetz zu verschreiben ist nicht so schön. Aber so sind sie nun mal, die Franzosen.
Aber bei der ganzen Diskussion wurde bisher eines vergessen: die Ästhetik! Das Wort Java in der besseren  ;D Aussprache (iawa) klingt sehr gut für das deutsche Ohr, während Dschava recht krampfig daher kommt. Das blöde Wort Cache (gekäscht!) sollte man ruhig als zwischenspeichern betiteln, obwohl man bei dieser Übersetzung natürlich wissen muss, dass ein Cache ein besonderer Typ Zwischenspeicher ist.

Fazit: Eindeutschen kann man ruhig mal machen, lieber aber deutsche Begriffe nehmen, wenn sie sowieso schon vorhanden sind und gut passen. Wirklich bescheuert sind aber die bereits erwähnten Beispiele wie Handy, wo nur um des denglischen ein Kunstwort erschaffen wird. Und als Fachsprache sollte sowieso englisch gesprochen werden, da es kaum noch Projekte oder Firmen gibt, die nicht global oder offgeshored oder outgesourced oder so sind  >:D Oder heisst es 'geoffshored' ?

pd:

--- Zitat von: koehlerbv am 10.07.06 - 23:54:09 ---Und mit dem vielfach beworbenen "BodyBag" (= Leichensack) für den Rucksack hat Deutschland m.E. sowieso den Vogel abgeschossen.

--- Ende Zitat ---

dank meiner Situierung in einer sprachlichen Randregion kannte ich diesen Gag gar nicht ;-)
Direkt neben mir sind die Elsässer, das sind die, die kein Deutscher versteht und kein Franzose verstehen will ;-) Die bekommen, wenn das keine Ente war, eine eigene Windows-Version mit 250.000 angepassten Begriffen. Wobei das sicher schwer wird, denn ich habe dort schon das eigentlich französische voiture für Auto gehört als auch schon den Begriff Autocar, also fast wieder englisch...


Grüßle, Patrick

Wilhelm:
Ich kann euch nur zustimmen.

Ende der 80er Jahre klagte mal eine Frau gegen das Finanzamt. Sie hatte einen Steuerbescheid bekommen, den sie nicht akzeptieren wollte. Sie regte sich darüber auf das die gebräuchliche Anrede in Briefen für einen Mann "Herr" ist und für eine Frau halt "Frau" ist. Sie sah darin eine herabwürdigung der gesellschaftlichen Stellung der Frau.
Sie wollte zukünftig in der Anrede als Dame (also an: Dame Mustermann, Musterstraße 11, Musterhausen)  tituliert werden, also mit dem Pendant zu "Herr".
Die Klage wurde abgewiesen. Der Richter begründete: "Die deutsche Sprache sei wie eine Blume, sie wächst ständig und entwickelt sich weiter und geht dabei manchmal auch ungewöhnliche Wege".

So sehe ich das auch. Seine Sprache zu schützen halte ich für sinnvoll. Jedoch finde ich den deutschen Ansatz das per Gesetz regeln zu wollen nicht sehr geschickt. Vielmehr sehe ich den Auftrag in der Bildung unserer Kinder.

Ich denke es ist momentan einfach in Mode alles einzudeutschen, was gerade daherkommt. Aber vielleicht sind wir irgendwann so überladen damit, das es wieder Hip (der musste jetzt sein) wird deutsch zu sprechen. (Wobei es mir schon graut vor Bezeichnungen wie "Kleinweich Fenster Extra Peinlich mit Zwischennetz-Erkunder).

Gruß

Willi

P.S.: "Handy" ist kein Kunstwort; es entstand als Werbegag und ist angelehnt an "handlich" oder "praktisch".

Mark³:

--- Zitat ---P.S.: "Handy" ist kein Kunstwort; es entstand als Werbegag und ist angelehnt an "handlich" oder "praktisch".
--- Ende Zitat ---

Das wusste ich nicht. Ich hätte mal vorher googlen (oder gugeln) sollen  :-[

Hier gehts zur Gugel-Suche: http://www.gugel.de/html/suche.html

Semeaphoros:
Bernhard, das ist natürlich richtig, die Sprachqualität soll man nicht vernachlässigen. Mein Aufruf zur Toleranz zielt auf den leider wahrnehmbaren Unterton im Sinne: "Ich spreche xyz und wer es anders macht ist ein Angeber (oder sonst sowas ähnliches)". Mit dem Anspruch, nur noch "korrekte, vorschriftsentsprechende Sprache" zuzulassen, wird die Sprache absterben. Prominentes Opfer: Latein als Universitäts- und Wissenschaftssprache starb, weil man - vereinfachend gesagt - im Nachgang zur Renaissance nur noch "reines, klassisches Latein" als das "richtige Latein" anerkennen wollte, ein Sprachstand, den man an Cicero (und weil man ihn historisch nicht missachten konnte auch ein wenig an Caesar) anknüpfte. Damit war die Sprache auf einen Stand von ungefähr 50 vor u.Z. angebunden, oder besser gesagt eingefroren.

Andererseits darf man aber auch die "Strassen-" oder "Gossensprache" nicht unterschätzen. Auch sie hat ihren Sinn und Zweck: Eine der Hauptquellen für die sprachliche Weiterentwicklung. Durch die entgegengesetzten Tendenzen dieser beiden Phänomene ergibt sich ein Bild, dass auf der einen Seite die Sprache in neue Gefilde mit rasanter Geschwindigkeit gezerrt wird, während auf der anderen Seite mit ähnlicher Energie gezogen wird zwecks Erhaltung des Status Quo. Entscheidend ist ein einigermassen richtiges Gleichgewicht der Kräfte, so dass sich die Sprache gemächlich und verdaubar weiterentwickelt. Denn, sowohl bei einer zu schnellen Entwicklung (sog. Sprachverlotterung) wie auch bei einer zu langsamen Entwicklung verliert die Sprache ihren Hauptzweck: ein zweckdienliches Mittel zur Kommunikation, zum Informationsaustausch.

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