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Aussprache Java / "Dschava" ?

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koehlerbv:
Es heisst "heruntergeladen"  ;D

Bernhard

Mark³:
die jüngeren Leser würden eher folgendes sagen:

digger, isch hab downgeloaded dem krassen shit, isch schwörs dir, digger

m3:

--- Zitat von: koehlerbv am 10.07.06 - 09:55:17 ---Es heisst "heruntergeladen"  ;D

Bernhard

--- Ende Zitat ---
DANKE !!!

Semeaphoros:
Leute, seid tolerant zueinander. Die Sache ist deutlich komplizierter, als Ihr euch das vorstellt.

Da gibt es zum einen regionale Unterschiede. In der Schweiz werden junge Fremdwörter konsequent nicht eingedeutscht. Deutschland - wie das Beispiel zeigt - verhält sich da nicht ganz so konsequent, auch wenn die Tendenz zum Eindeutschen vorhanden ist.

Ergo, hier spricht jeder diese Sprache nicht als iawa aus, sondern als dschawa. Ebenso sagt hier jeder eye-bee-em und nicht iii-bee-äm.

Patrick lebt in einer sprachlichen Randregion, daher ist sein Metamorphoglossismus durchaus eine angemessene Reaktion auf die herrschende Sprachfreiheit.

Schlimm war es in den Jahren, als es in Deutschland noch 3 Computerfabriken gab: Stuttgart, München und Paderborn. Jeder dieser Hersteller fühlte sich berufen, alle Ausdrücke einzudeutschen. Damit gab es für jeden Begriff auch immer gleich 3 deutsche Bezeichnungen .... und zwei Deutssprechende mit unterschiedlichem Lieferanten konnten sich nicht mehr verstehen. Wollt ihr in diese babylonischen Zeiten zurückkehren?

Fraglich ist auch, wenn man zuviele der Ausdrücke übersetzt. Natürlich, Herunterladen ist ein guter, und verständlicher Ausdruck. Wer hingegen wissen will, wie "leicht" eine Unterhaltung ist, wenn man die Fachausdrücke nicht mehr wiedererkennt, sollte sich mal mit einem Franzosen unterhalten. Dort wird konsequent alles übersetzt. Wer weiss wohl, was ein "ordinateur" oder ein "mémoire tampon" oder ein "couriel" ist?

Die Zeit wird zeigen, welche Sprechvariante am häufigsten gebraucht wird und sich entsprechend durchsetzt. Aber die muss man der Sprache auch geben. Erzwingen lässt sich nichts, sonst wäre der Gesichtserker wohl heute noch in Gebrauch .....

koehlerbv:
Hier spricht der Philologe. Gut so  :)

Ich meine, wir denken oft zuwenig, manchmal zu viel über Sprache nach. Mit "wir" meine ich jetzt insbesondere Deutschland.
Du sprichst von Toleranz, Jens: Ich meine zudem, dass es hier im Forum sprachlich doch recht tolerant zugeht (auch, was diesen Thread angeht). Aus meiner Sicht manchmal sogar "zu tolerant", wenn es darum geht, ob man bei den meist wirklich anspruchsvollen Themen überhaupt eine Chance hat, wenn es schon an der sprachlichen Formulierung hapert. Sprache wird da oft VOLLKOMMEN unterbewertet. Aber ich will hier Offtopic nicht noch mehr ins Offtopic abgleiten (was jetzt aber wieder wegen des Begriffs "Offtopic" - was schon wieder etwas "eingedeutscht" ist - zum Thema zurückführt ...)


--- Zitat von: Semeaphoros am 10.07.06 - 21:48:38 ---Fraglich ist auch, wenn man zuviele der Ausdrücke übersetzt. Natürlich, Herunterladen ist ein guter, und verständlicher Ausdruck. Wer hingegen wissen will, wie "leicht" eine Unterhaltung ist, wenn man die Fachausdrücke nicht mehr wiedererkennt, sollte sich mal mit einem Franzosen unterhalten. Dort wird konsequent alles übersetzt. Wer weiss wohl, was ein "ordinateur" oder ein "mémoire tampon" oder ein "couriel" ist?
--- Ende Zitat ---

JA! Und wir müssen auch einfach anerkennen, dass die Sprache lebendig ist (und schon immer war) und sich neue Begriffe - gerade auch aus anderen Sprachen - etablieren und bald zur vollkommenen Normalität werden.
Frankreich und Deutschland sind für mich da die ausgeprägten Gegensätze: Die Franzosen schliessen sogar mit Gesetzeskraft international übliche Begriffe wie "Computer" ("ordinateur") einfach aus. Deutsche erfinden notfalls Begriffe, die englisch klingen, aber kein Brite oder Amerikaner verstehen ("Handy" - oder viel älter - "Barkeeper").
Irgendwo dazwischen liegt die Mitte. Wo es aber wirklich für alltägliche Begriffe auch ein etabliertes deutsches Wort gibt, sollte man nicht krampfhaft ein neues "internationales" Wort kreieren.

Wohin die Sprache aber gehen wird, wird einfach die Masse der Sprechenden bestimmen.Wir müssen nur aufpassen, dass wir uns itnernational dabei nicht "zum Löffel machen" (etabliert  ;D). "Rauter" für "Router" klingt "gut", aber kein "Rauter"-Sager stört sich daran, dass ihm "Raut sickstisicks" niemals über die Lippen kommen würde. "Käsch" für "Cache" - international auch nicht mehrheitsfähig. Und mit dem vielfach beworbenen "BodyBag" (= Leichensack) für den Rucksack hat Deutschland m.E. sowieso den Vogel abgeschossen.

Unsere Sprache bleibt spannend. Wir sollten ihr mehr Bedeutung zukommen lassen (und grosschreibungsundsazzeichenverächternausdersmsgeneration einen Riegel vorschieben - die können einfach schon wegen dieser sprachlichen Mängel nicht mitspielen, weil die Begreifbarkeit fehlt), wir sollten sie leben lassen (Jawa oder Dschawa sind meines Erachtens mittlerweile gleichwertig, um auf dieses Thema zurückzukommen, bzw: Keiner würde hier bei "Dschawa" die Programmiersprache mit der Insel verwechseln  ;D) und sprachlich offensichtlichen Dummfug boykottieren.

Bernhard

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