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wie ist das zu deuten ?
Gandhi:
Wie waren die Kriterien für Betrug:
-Vorsatz
-Täuschung
-objektiver Vermögensschaden
Bin mir nicht sicher, ob das hier erfüllt ist.
Vorsatz: Ich glaube nicht, dass der mit Vorsatz Ebay Gebühren produziert - mir fehlt da das Motiv um an eine Absichtshandlung zu glauben
Täuschung: Dazu wiederum ist ein Vorsatz bzw. die Absicht nötig - sehe ich nicht erfüllt
Vermögensschaden: Sehe nicht, wie irgendjemandes Vermögen angetastet wurde - ausser dem des Verkäufers
Würde mich interessieren wie Juristen das sehen.
Ansonsten würde ich persönlich schauen, dass ich tatsächlich aufgelaufene Bemühungen vergütet bekomme und dann die Sache abhaken.
ascom40:
@Gandhi,
kein Mensch wird in diesem Fall versuchen auf juristischem Wege zu seinem "Recht" zu kommen, obwohl ich das durchaus als legitim empfinde.
Allerdings: Jeder Vollidiot kann auf ebay anbieten und verchecken, geht der nach ein paar Wochen in die Privatinsolvenz, ist das grundsätzlich sein persönliches Problem.
Wenn aber einer, wie du das geschrieben hast, die Mehrwertsteuer vergisst, ist das DESSEN Problem, in erster Linie. In zweiter Linie kämpfen betriebswirtschaftlich denkende Händler und müssen sich anhören: "...auf eBay gibts das für 2,66...".
Logo, bloß wird jeder normale nicht völlig verblödete Händler die Mehrwersteuer draufschlagen und außerdem Nebenkosten wie Fracht, Lagerkosten und Preisverfall beachten und entsprechend kalkulieren.
Diese Blödel aber, die Mehrwertsteuer verpennen (wasch das ?) oder übersehen, die vergessen, dass man für Lieferungen (je nach Vertrag und Distri) auch noch evtl. Frachkosten löhnen und irgendwie verrechnen muss, diese "..." schaden nicht nur sich selbst, die sorgen auch mit ihrer karitativen Versorgung und mit dem eigenen Ruin dafür, dass ehrliche, rechnende und betriebswirtschaftlich denkende Händler in den Ruin getrieben werden, weil deren Umsätze versickern.
Und kaum hat sich einer dieser Deppen ruiniert, schon steht der andere auf Matte.
Bis der ehrliche Händler um die Ecke sagt: "...kauf auf iiiBay, im bdnbMarkt, bei planet oder wo auch immer. Wenn was nicht tut, komm ich gern. Auf Stundenbasis oder Tagessatz..."
Die schaden sich nicht "nur" selber, sondern auch rechtschaffenden Personen bereitet das Probleme. Deshalb habe ICH absolut kein Verständnis dafür !
Stell dir vor, ich biete ab morgen Notes-Entwicklung und Administration für 55,55 die Stunde. Dann rollt bei mir der Rubel, Rechnung geht aber leider nicht auf, in drei Wochen ist Schluß. Kunden sitzen auf dem Schrott, "Konkurrenz" hat nix zu tun. Dann geh ich in Privatinsolvenz. Wer hat Mitleid?
SO: Und jetzt kommt der nächste zu 45 die Stunde, weil ich so erfolgreich war (ne Woche lang)....
Ehrliche Entwickler, Administratoren, Händler etc. kommen bei solchen sich ständig unterbietenden und auf persönlichen Fehlkalkulationen beruhenden Geschäftsmodellen doch gar nicht mehr zum Zug... Dauerhaft, weil ständig wer nachkommt, um sich selbst zu ruinieren !
Hast du das schonmal bedacht ?!
Jo
koehlerbv:
Jo, ich sehe das ebenso. Wovon man keine Ahnung hat, sollte man eben nicht tun.
In unserer (weiteren) Umgebung kommen Jahr für Jahr 50 bis 70 Menschen zu Tode, weil sie eben entweder keine Ahnung haben oder sich über bestehende Warnungen (bewusst) hinwegsetzen. Ich bin nicht schadenfroh, und mir tut auch nicht nur die Bergwacht leid, die sich wegen diesen Personen oft selbst in Lebensgefahr begeben muss.
Jemand, der Ware als Händler verklickert (mit Dollarzeichen in den Augen) und dann Ärger bekommt, weil er nicht mal Basics wie die Umsatzsteuer kennt: Kann man da Mitleid haben? Und weil es dann scheppert, fallen sie anschliessend wegen ihrer masslosen Selbstüberschätzung der ganzen Gesellschaft zur Last, weil wir dann für sie aufkommen müssen. Gegen diese Art von "Freiheit" (letztlich auf Kosten anderer) habe ich etwas - extrem!
Bernhard
Gandhi:
Naja Mitleid nicht - eher Mitgefühl - das kann ich auf jeden Fall haben. Und ich gebe Euch Recht - das ist deren Fehler, deren Problem - und letztlich auch ein Problem anderer (Btw. im Raum Stuttgart scheinen 40€ pro Stunde üblich zu sein...)
Das ist nicht schön - und so sehr ich auch die Freiheit liebe bin ich irgendwo der Meinung (und irgendwo auch nicht) dass bestimmte Menschen vor der eigenen Freiheit ein wenig geschützt werden sollten. Wobei selbst mir vollkommen unklar ist wer das sein sollte - weshalb mir dann immer noch mein Mitgefühl bleibt...die Welt ist eben nicht ideal.
Ich bleibe aber bei meiner Meinung, juristische Massnahmen nur in Ausnahmefällen zu gebrauchen - im tiefen Vertrauen (um nicht zu sagen Wissen) dass man damit der Gesellschaft letztendlich einen grossen Gefallen tut.
flaite:
--- Zitat von: koehlerbv am 24.05.06 - 20:25:13 ---Gegen diese Art von "Freiheit" (letztlich auf Kosten anderer) habe ich etwas - extrem!
--- Ende Zitat ---
Wieso auf Kosten anderer?
Wenn die als Zwischenhändler zu billig verkaufen profitieren ja auch welche: Die Käufer. Und auch die Hersteller.
Konkurrierende Zwischenhändler (und die zu billig verkaufenden Händler) verlieren.
Natürlich sollten die Händler die Souveränität haben, die Preise selbst festzusetzen.
Es gibt einige sehr, sehr, sehr wenige Situationen, in denen dieses Naturgesetz nicht gilt.
Ein Markt entsteht durch viele atomistische Kauf/Verkauf-Entscheidungen von Subjekten. Das ist besser als von einer Macht festgelegt. Das neoklassische Modell ging dabei aber von einem rationaleren Vorgehen der einzelnen Subjekte aus als es heute zu sein scheint. Das heisst aber nicht, dass wir das Kind mit dem Bade ausschütten (bin ich jedenfalls extrem der Meinung).
Arbeitet man in als "risikoreicher" perzepierten Bereichen, honoriert der Markt das mit höheren Prämien. Scheint sich zur Zeit wirklich mit meinen empirischen Erfahrungen zu decken.
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