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Qualitätsmanagemement?
Marinero Atlántico:
Hi,
als ich meinen Dienst in der Deutschen Wirtschaft angetreten bin (1999) war Qualitätsmanagement in aller Munde. Es gab viele ISO-9000 Consultants. Meine damaliger Arbeitgeberin hatte eine Diplom Biologin, die sich als Qualitätsmanagerin umgeschult hatte.
Aber schon da begann der schöne Neubau Qualitätsmanagement erste Risse zu zeigen. Die Entwickler fanden die QM-Managerin zwar ganz nett, nahmen sie aber fachlich nicht ernst. Die hatte - so mein Eindruck - auch keinen Eifer von religiösen Ausmassen, um die frohe Botschaft von ISO-9001 in alle Winkel der Firma zu tragen. Sie übernahm dann Sekretariatsaufgaben und ging 7 Monate später in den Mutterschutzurlaub.
Daran fühlte ich mich erinnert, wie ich heute einen Artikel im Zentralorgan meiner Bewegung, dem Javamagazin, gelesen habe. Tatsächlich konnte es sich bei Entwicklern nicht durchsetzen.
Wo es eingesetzt wird, ist es meist zu einem formalen Formularkram geworden, den man halt erledigt. Ich hatte auch immer den Eindruck, dass bei bestimmten Kunden die "Testprozesse", die angeblich zwischen meiner Entwicklung und meinem ausliefern, stattfanden eigentlich mehr so bogus Fun waren, wo der Einfachheit halber nichts geschah. Es kam nie eine Frage an mich und die Anwendung haben immer den Test durchlaufen. Auch die, bei denen nachher in Produktion sofort ein einfach zu entdeckter bug auftauchten. Offenbar haben sich da bestimmte Leute das Projektbudget für diesen Testprozess gesichert, ohne dafür die Leistung auch wirklich auszuführen.
Im Javamagazin wird das natürlich mit Java Vokabeln beschrieben. Am besten finde ich diesen Abschnitt:
--- Zitat ---Im Folgenden wird ein spezifisches Denkmodell für agiles QM dfiniert, dass auch die Grundlage für die folgenden Artikel der Reihe bildet. Das Modell nennt sich AspectQ, weil es wesentliche Gedanken aus der aspektorientierten Programmierung auf die Konzeption des Qualitätsmanagement überträgt.
--- Ende Zitat ---
;D O0 Wenn man sich sowieso die ganze Zeit Programmier- Bücher reinzieht, warum dann nicht einfach die dortigen Ansätze auf andere Bereiche anwenden. Cooler Ansatz.
Obwohl ein bischen sperrig zu lesen, hat der Artikel ein paar wertvolle Ansätze, wie ich finde. Aber zunächst mal:
Hat hier jemand zum Thema QM irgendwas beizutragen?
Ist das sinnvoll oder mehr so Consulting Quatsch?
Gruß Axel
m3:
Also ich habs bis jetzt immer nur als Consulting Quatsch erlebt.
Semeaphoros:
Frage: Was ist ein aufgewühlter Wespenhaufen?
Antwort: eine ISO- [ x ] xxxx konforme Firma alle 3 Jahre während 14 Tagen vor der Rezertifizierung
Marinero Atlántico:
Von der grundlegenden Intention ist QM ein guter Ansatz. Nur wird das vielleicht gerade im Bereich Softwareentwicklung sehr schnell zu Spaceware.
Nicht korrekt ablaufende Prozesse verursachen so viele Kosten.
Als Beispiel:
Die Know How Datenbank des First Level Supports ist auf einem suboptimalen Stand.
Also wenden sich die Kunden direkt an den 3rd Level Support, sobald sie dessen Email-Adresse kennt, da der First Level Support aus Erfahrung eh nicht so toll weiterhelfen kann. Letzteres aber nur deshalb, da dem First Level Support nicht ausreichend Arbeitsmaterialien zur Verfügung stehen (Know How DB). Der eine Ansprechpartner im 3rd Level Support, dessen Email-Adresse sie haben, ist aber vielleicht mal 3 Tage nicht da.
Das Pflegen dieser Know How DB ist langweilige Arbeit. Der 3rd Level Support hat sowieso zu viel zu tun und tendiert dazu, sich davor zu drücken.
Damit diese Schnittstelle Know How DB korrekt gepflegt wird, braucht es einen klar definierten QM-Prozess, damit es möglichst effizient abläuft.
Gruß Axel
Gandhi:
Das Problem mit QM ist m.E., dass es erst mal so aussieht, als sei es teuer.
QM verlangt weiterhin nach einer ganzen Menge von Voraussetzungen - zum Beispiel, dass Geschäftsprozesse definiert wurden und nicht ad hoc beschlossen wurden. Hier beißt sich die Theorie aber bereits mit weiten Teilen der Unternehmen, die hier höchstens schlampige Ansätze verfolgen.
QM ist in meiner Wahrnehmung ein ganzheitlicher Prozess, in den das Gesamtunternehmen, also alle Mitarbeiter eingespannt sein müssen und nicht nur ein paar Entwickler und Consultants.
Schließlich bleibt auch noch die Frage: Ist eine hohe Qualität überhaupt (überall) notwendig und erzeugt sie bei einigen Projekten nicht auch einfach teuren Overhead. Am Ende entscheidet ja nicht die Qualität sondern die Kosten-Nutzen Frage
DAS QM Sinn macht sieht man bei den Unternehmen, die das konsequent machen (z.B./v.a. Toyota)
Darüberhinaus habe ich von den (mir bekannten) Java-Projekten den Eindruck, dass diese sich (durch UML, JUnit, Extreme-Programming aber auch Testtools wie QA-Run/Quicksilver,...) viel mehr um Qualität kümmern können, als mir das hier (formal) mit Notes Mitteln möglich scheint.
Gerade im Bereich Notes habe ich nicht den Eindruck, dass hiermit eine Plattform für qualitativ besonders hochwertige Entwicklungen zur Verfügung gestellt werden sollte sondern eher eine, mit der man schnell kleine und billige Lösungen erstellen kann.
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