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Etwas politisch-historisches, eure Ansicht gefragt
Glombi:
Das ist ein interessantes Thema.
Der Papst hat sicherlich einiges dazu beigetragen. Die entscheidende Person aber war Michail Gorbatschow und auf deutscher Seite Kohl und Genscher.
Zum schnellen Einstieg kann man hier nachlesen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_der_DDR
Andreas
Semeaphoros:
dh-paule: da kann ich nur zustimmen, vor allem die Summe der Faktoren, genau so war das gemeint mit "Einzelpersonen als Werkzeug der Geschichte". Ohne diese Entwicklung hätte auch Karol Woytila keine Chance gehabt, und richtig ist auch, dass der Papst "Katalysator" der Entwicklung gewesen ist, während Gorbatschow eine echt treibende Kraft gewesen ist. Aber auch er "nur" ein kleines Zahnrad in einer grossen, historischen Entwicklung (ohne damit die Person, die riesige Verdienste errungen hat, abwerten zu wollen - es ist einfach so, dass, wie Don gesagt hat, die Geschichte nicht durch Einzelpersonen wirklich beeinflusst wird).
Gandhi:
Interessant in diesem Zusammenhang ist die Aussage Gorbatschows, dass er ohne das Engagement des Papstes weder zu Glasnost noch zu Perestroika gekommen wäre. Der muss es ja eigentlich wissen.
Ansonsten überrascht mich die jetzt aufkommende/auflebende Popularität des Papstes enorm. Für mich war der immer nur der ewig gestrige Moralapostel mit falschen Werten. Da muss ich mich doch wohl mal schlau machen, was der Rest der Welt so toll an dem fand....
Don Pasquale:
--- Zitat von: Semeaphoros am 07.04.05 - 09:44:21 ---Hm, jetzt gehst Du recht in die Tiefe der Historie ..... Rudi Knegt würde jetzt sagen: "Gute Frage! Nächste Frage?"...... ;D
--- Ende Zitat ---
Hömma, wenn ich ein Faß aufmache, dann richtig. :-)
Nene, es gab sogar schon mal einen deutschen Papst, ist aber sicher auch schon wieder 500 jahre her.
Welche neuen Kommunikationsmittel meintest Du, selbt ich als early Adopter hatte erst seit 1993 E-Mail.
Übertrieben gefragt: Bestand das Verdienst des Papstes also nur darin, dass er Pole war ? ( Ratzinger "soll" die Wahl von Karol Wojtila zum Papst entschieden vorangetrieben haben, er darf sich also was von Kuchen abschneiden. )
Was Kohl angeht, da habe ich gerade letzte Woche ein Büchlein gelesen von einem seiner ehemaligen Mitarbeitern ( Prys oder so)
der die Ansicht vertritt, Kohl wollte bis 1989 die Einheit gar nicht, weil er vermutetein einem wiedervereinigten Deutschland nicht wiedergewählt zu werden.
Kohl habe nur noch rechtzeitig umgeschwenkt.
--- Zitat --- es ist einfach so, dass, wie Don gesagt hat, die Geschichte nicht durch Einzelpersonen wirklich beeinflusst wird).
--- Ende Zitat ---
Dieser Gedanke ist nicht auf meinem Mist gewachsen, so groß leuchtet mein Licht nicht. :)
@dh-paule:
Gorbi ? Einverstanden, aber das ist ja einfach zu belegen. Ich wollte schon eine was schwierigeres.
Ciao
Don Pasquale
dh-paule:
SORRY wenn ich jetzt einigen evtl. auf den Schlips trete, aber Kohl hat mit der WENDE im Osten garnichts, aber auch wirklich überhaupt nichts zu tun !
Erst als der Osten friedlich umgekrempelt war kamen die ersten (meiner Meinung nach ferngesteuerten) Rufe nach der Wiedervereinigung. Erst da kam Kohl auf den Plan und besuchte den Osten, "verschenkte" das Westgeld und war sicherlich die treibende Kraft der Wiedervereinigung, aber keinesfalls aktiv an der Wende beteiligt.
Die Wende kam aus dem Osten, kam aus der Bevölkerung und hatte ursprünglich das Ziel den Staat umzukrempeln, eine bessere Alternative zu entwickeln. Der Anschluss an den Westen ist dabei nicht unbedingt einen gesellschaftlich bessere Alternative, wirtschaftlich und persönlich schon, aber nicht gesellschaftlich. Oder will einer behaupten das der Kapitalismus/Imperialismus wirklich das Gelbe vom Ei ist ?
Ach... ich will jetzt nicht abschweifen, aber dem Papst billige ich auf jeden Fall seinen Anteil an den gesellschaftlichen Veränderungen im Ostblock zu.
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