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Sehr interessanter Artikel
Semeaphoros:
Henning, ich widerspreche ungern, aber der Historiker in mir kann den ersten Satz so nicht stehen lassen:
Zitat:
Die schwersten Naturkatastrophen
Seit der Explosion des Krakatau (Indonesien) vor mehr als 120 Jahren hat es weltweit eine Reihe von Naturkatastrophen mit erschreckend hohen Opferzahlen gegeben. Fast immer waren es Überschwemmungen und Erdbeben, die vorwiegend Asien trafen.
29. April 1991 - Der tropische Wirbelsturm «Gorky» drückt eine bis zu sechs Meter hohe Flutwelle in den Golf von Bengalen. Im Süden von Bangladesch sterben 140’000 Menschen.
27. Juli 1976 - Im Nordosten Chinas wird die Stadt Tangshan von einem schweren Erdbeben getroffen: 242’000 - 655’000 Tote.
1972 - In der afrikanischen Sahel-Zone beginnt eine Dürreperiode: 250’000 Tote.
12. November 1970 - Ein Zyklon mit 230 Stundenkilometern und meterhohen Flutwellen trifft Bangladesch (damals Ostpakistan): 300’000 Tote.
1965 - 1967 - Indien wird von einer dreijährigen Dürreperiode heimgesucht: 1'500’000 Tote.
5. Oktober 1948 - Erdbeben in Turkmenistan: 19 800 - 110’000 Tote.
August 1931 - Nach einem Taifun tritt der Jangtse in China über seine Ufer: 1'400’000 Tote.
22. Mai 1927 - Erdbeben im chinesischen Xining: 200’000 Tote.
1. September 1923 - Die verheerendste Erdbebenkatastrophe der japanischen Geschichte trifft Tokio und Yokohama: 100’000 - 200’000 Tote.
16. Dezember 1920 - Erdbeben und Erdrutsche in Kansu/China: 100’000 - 235’000 Tote.
1911 - Der Jangtse überflutet weite Gebiete Chinas: 100’000 Tote.
28. Dezember 1908 - Ein Erdbeben erschüttert das sizilianische Messina und Süd-Kalabrien: 70’000 - 100’000 Tote.
1887 - Überschwemmungen in der chinesischen Provinz Henan: 900’000 Tote.
26./27. August 1883: Der indonesische Vulkan Krakatau spuckt 18 Kubikkilometer Bims und Asche aus. In den dadurch verursachten Flutwellen sterben mehr als 35 000 Menschen.
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Quelle: Tages-Anzeiger Online, Zürich, als Zusatztext zu mehreren Artikeln
http://www.tagesanzeiger.ch
koehlerbv:
Ich meine - abgesehen von den historischen Fakten - sollte in der jetzigen Situation jeder von uns die drückenden Menschheitsprobleme nachhaltiger sehen.
Bam. Sagt das überhaupt noch jemanden was ? Bam was ?
Exakt 1 Jahr vor dem Jahrtausend-Tsunami wackelt rund um die iranische Statd die Erde. 40.000 Menschen sterben. Mit den Folgen für die Überlebenden muss ein einziges Land klarkommen.
Nochmal: Wer redet heute noch über Bam ? Wer von uns hat für die Überlebenden von Bam gespendet ? Ehrlich gesagt: Ich gehöre nicht zu den (direkten) Spendern.
Eine Dreiviertelmilliarde (750.000.000) Menschen hungern permanent. Wieviele Menschen direkt Hungers sterben oder an den Folgen des Hungers, kann man sich in etwa ausmalen.
Ich denke, wir alle sollten diese schreckliche Katastrophe in Südasien zum Anlass nehmen, uns Kofi Annan's Worte zu Herzen nehmen und die Not der Menschen insgesamt in unser Bewusstsein einzubrennen. Es kann nicht sein - was aber zu erwarten steht - dass im Sommer 2005 keiner mehr über die Folgen des 26.12.2004 sprechen wird ... So, wie es alle Jahre vorher passiert ist.
Wir sollten uns alle vielleicht einen kleinen gelben Zettel mit dicker roter Schrift mental implementieren lassen: "NICHT VERGESSEN"
Bernhard
PS: Was die Kriminalität am Rande der Katastrophe angeht, würde ich nicht so aufgeregt reagieren. Das alles passiert absolut genauso "im kleinen". Ganoven lesen Todesanzeigen, Hilfsgelder werden abgezweigt, Trittbrettfahrer verkünden falsche Nachrichten usw. usf. Ebenso werden sich die Menschen in bestimmten Teilen Indonesiens und Sri Lankas erstmal weiterhin bedenkenlos gegenseitig massenweise totschlagen. Wobei letzteres durchaus wieder mit ersterem zu tun hat.
Semeaphoros:
Bernhard, das ist genau einer der Punkte, weshalb ich so ungerne widersprochen habe. Deine Zahlen zeigen es, wenn wir uns die Liste ansehen und überschlagsmässig nachrechnen, durchschnittlich alle 10 Jahre passiert eine solche Katastrophe, wie die gegenwärtige. Wer erinnert sich an Banladesh? Ja, wenn man mich darauf stösst, dann kommt es schwach in Erinnerung ..... ansonsten ist das alles verblasst, und wie Du auch sagst, es ist abzusehen, dass bald niemand mehr über diese Flutwellen des Jahres 04 sprechen wird ..... leider.
HRaq:
Hallo Jens,
du hast mich irgendwie falsch zitiert. Ich sagte nicht, die schwerste, sondern eine der schwersten Natur- und Humankatastrophen. Ich will damit diese Katastrophe keinesfalls in den Vordergrund rücken, es ist auf jeden Fall die dringlichste.
Bernhard:
Die Idee mit dem kleinen gelben Klebezettel werde ich in jedem Fall verwirklichen. Ich bin in Richtung Vergessen leider nicht anders als der Rest unserer Gesellschaft.
koehlerbv:
Henning, statt des gelben Zettels geht natürlich auch ein Dauerauftrag. Das haben wir jetzt vor.
Bernhard
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