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Sehr interessanter Artikel
Marinero Atlántico:
ok. Hier meine nicht-provokativen 5cents.
1. Eine Besserung kann nur aus den Gesellschaften selbst entstehen. Manchmal passiert das auch. Ich kenn das aus Chile wo ich einige für da typische spezifische "moderne" Einstellungen für deutlich weniger bescheuert halte als spezifische "traditionelle" Einstellungen (aus meiner subjektiven Sicht).
In Indien findet auch offenbar gerade in der jüngeren Generation eine Umdefinition des Kasten(un-)wesens statt. D.h. man sagt, dass Kasten pervertiert worden sind, dass früher Zugehörigkeit auf Meriten zurückzuführen waren und dann eben pervertiert auf Geburt.
Das ist aber ein langsamer, reformmässiger schleichender Prozess, den man sehr schwer voraussehen kann und auf dem Weg gehen auch gute Sachen verloren.
2. Weder wir noch die Amerikaner noch sonst wer können die Welt retten. It just does not work. Hab ich 2002 in Javaranch endlos mit Amis drüber diskutiert, die glaubten im post-Kriegs-Irak würde eine neue Bundesrepublik Deutschland entstehen. Schliesslich haben sie uns ja auch die Demokratie erklärt und beigebracht (was Schwachsinn ist).
3. Wichtige Grundvoraussetzung ist, dass die erstmal die Geburtenzahlen der Armen in den Griff kriegen. Was da z.B. in manchen, nicht allen Gegenden in Indien passiert, wird eben sehr einfach zu einem Faß ohne Boden. Inder würden die Provinz Bihar eher an Pakistan verschenken als dort irgendeinen cent Geld hin zu spenden. Die kennen aber eben auch die dort ständig wiedergewählten Politiker besser als wir.
Äxel
Semeaphoros:
Hennig, sorry für die falsche Zitierung, Du hast recht, hast es korrekt ausgedrückt. Ich habs in den letzten Tagen leider allzu oft erlebt, dass die Leute die historischen Dimensionen nicht beachtet haben, daher meine unsorgfältige Lesart. Nochmals sorry. Natürlich ist es jetzt die dringendste Angelegenheit, das ist völlig klar.
Glombi:
Die nackten Zahlen, die Jens genannt hat, sind grausam, aber es sind eben nur "Zahlen". Uns fehlt dafür die Vorstellungskraft.
Was jetzt passiert ist, geht aber weiter - das Grauen hat Gesichter - westliche - ... Und das berührt die Menschen nun mal mehr. Es ist pervers, aber so ist es halt. Man kann es nachvollziehen, es hätte jeden von uns bzw. nähere Bekannte treffen können.
Andreas
Semeaphoros:
Stimmt, Andreas, das ist genau so. Andererseits, etwa alle 10 Jahre passiert etwas in dieser Grössenordnung ........ auch das ist etwas, was kaum erwähnt wird. Und wie Bernhard schon andernorts erwähnt hat, es gibt noch viele - noch grössere - aber teilweise völlig im Stillen verlaufende Katragöstrophen.
koehlerbv:
--- Zitat von: Glombi am 04.01.05 - 21:53:02 ---... das Grauen hat Gesichter - westliche - ... Und das berührt die Menschen nun mal mehr. Es ist pervers, aber so ist es halt. Man kann es nachvollziehen, es hätte jeden von uns bzw. nähere Bekannte treffen können.
--- Ende Zitat ---
Ich würde sagen: Genau das ist die Chance. Der Tod von Tausenden Touristen, von denen viele der Nachbar oder Bekannte sein könnten, hat sehr viele Menschen wachgerüttelt - nun auch mit dem Blick auf die Einheimischen. Wären in Zentralafrika drei Länder im Erdinneren versunken, hätte kaum einer darüber so laut lamentiert. Ulrich vermisst ja auch einen Kollegen aus seiner Firma - ich denke, auch hier im Forum gibt es noch mehr, bei denen das Unglück ganz nahe eingeschlagen hat.
Bernhard
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