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was ist nur los auf dieser Welt
Gandhi:
--- Zitat ---ich glaub nicht an diese strengen Gegensätze. In Deutschland sehen das viele so, aber ich hab starke Zweifel, ob wir das richtig sehen. Man muss sich auf eine Gesellschaft einlassen, bevor man beginnt zu ahnen.
--- Ende Zitat ---
Ich wollte nicht sagen, dass es Gegensätze sind. Nur, dass es DEN Amerikaner nicht gibt und die Varianten weiter auseinander zu liegen scheinen (mein Eindruck) als hierzulande. Und je nach Region und Aufenthalt kann ein Kontakt dann vom Akademiker reichen, der extrem gut ausgebildet ist, international tätig und interessiert ist etc. bis zum Wendy's Verkäufer, der nicht mal die USA auf dem Globus findet.
--- Zitat ---Ich glaub z.B. nicht, dass sich der Golf-Krieg für die USA insgesamt gelohnt hat.
--- Ende Zitat ---
Doch, hat er. Und das ist die Stelle an der ich ruhig und ernst werde. Das Ganze war ja wohl nie als kurzfristiges Investment gedacht. Am Ende jedoch werden die USA (auf die ein oder andere Weise - spätestens dadurch, dass amerikanische Firmen ziemlich exklusiv im Irak fördern werden) damit die Kontrolle über die zweitgrößten Ölvorkommen übernommen haben. Da Saudi-Arabien, Nigeria, Venezuela,...ohnehin schon an der Kandarre der USA hängen, sichern sich die USA hiermit einen hervorragenden Zugang zur Energiequelle der Gegenwart. Überlegt man dann, dass die Wirtschafts- und Wissenschaftsgeschichte der Menschheit immer sehr eng mit dem Thema Energie verbunden war (Feuer - thermische Energie, Rad - Einsparung mechanischer Energie, Motor - kinetische Energie, Elektrizität - Nutzung elektrischer Energie,...) sichern sich die USA hierdurch außerdem wirtschaftliche Vorteile en gros. Man schaue sich nur mal die Abhängigkeiten von Konjunktur und Indizes vom Ölpreis an.
Das Engagement im Irak ist somit keine taktische, sondern eine strategische Maßnahme.
--- Zitat ---Jede Gesellschaft muss sich selber entwickeln
--- Ende Zitat ---
Hierin stimme ich voll mit Dir überein. Wenn ich sage, dass man den Süden entwickeln muss, meine ich damit auch mehr, dass man aufhören muss diese Entwicklung zu verhindern. Dies geschieht z.B. durch Handelsregularien, Agrar- und Industriesubventionen, Verkauf von z.B. Waffen an die falschen Personen/Gruppierungen usw.
Wenn man sie dann noch dort unterstützt, wo sie selbst schon wollen - etwa in Infrastruktur und Bildung - dann wird sich jede Gesellschaft mit Sicherheit auf eine positive Weise entwickeln.
Die Demokratie kann sich am Ende aber nur jedes Volk selbst lehren. Wobei ja auch nicht gesagt ist, dass es kein besseres Gesellschaftssysem geben kann...
--- Zitat ---Sicher ist es schwieriger in ärmeren Ländern zu leben, aber ich glaube, dass die Ausbeutung eher von Innen als von Aussen kommt.
--- Ende Zitat ---
Ich sehe dies anders. Weite Teile der Welt waren jahrhundertelang unter der Kontrolle vor allem der Europäer. Die Binnenwirtschaft kann sich kaum gegen die Importe der Industrienationen behaupten, nicht mal die Landwirtschaft ist konkurrenzfähig gegen subventionierte EU-Agrarprodukte. Das Problem ist, dass sich durch solche Subventionen eben die simplen Industrieen in den armen Ländern nicht rechnen. Das tun sie in den Industrienationen auch nicht - da werden sie subventioniert. Somit fließen z.B. in der EU Abgaben aus Zukunftsindustrien in Vergangenheitsindustrien. Somit zahlt z.B. die Telekommunikationsindustrie über Steuern für die Kohleindustrie, die nur mit Subventionen konkurrenzfähig gegenüber dem Rest der Welt - auch Entwicklungs- und Schwellenländer ist.
Genau das ist das Problem: Die Industrien, die in den Entwicklungsländern profitabel ausgebaut werden könnten werden von außen durch subventionierte Importe ruiniert.
Ganz klar gibt es auch 'interne' Ausbeutung - oft genug aber auch, weil v.a. die USA ein bestimmtes Regime an der Macht haben will, um dadurch verschiedene Vorteile zu erhalten. Die Demokratie wurde nach 1945 von den Amerikanern erstmalig wieder in Afghanistan eingeführt. In der Zwischenzeit wurden da vor allem Despoten gefördert - nicht zuletzt Saddam Hussein und auch Osama Bin Laden.
--- Zitat ---Ausserdem ist es für mich einfacher das Wissen von so Leuten wie Ashik Uzzaman, Pankaj Kumar oder Balaji Longanathan anzuzapfen, anstatt immer alles selber rauszufinden. Ein bischen Ausbeutung ist also völlig o.k.
--- Ende Zitat ---
Das ist ja keine Ausbeutung, sondern ein Geben und Nehmen, wie es in meinen Augen das Ziel sein sollte. Oder was glaubst Du, woher diese Leute ihr wissen haben? Aber der Aufstieg der IT-Industrie in Indien ist sowieso interessant - weil hier einige Stufen der Industrialisierung glatt einfach übersprungen wurden und sich der Westen nun mit einem preislich (und qualitativ) hochkompetitiven Konkurrenten konfrontiert sieht. Die Preisunterschiede zwischen Indern und z.B. Amerikanern beruhen ja gerade darauf, dass sich die simplen Industrien in Indien durch Konkurrenz von außen gar nicht entwickeln konnte und die dann glatt den Schritt übersprungen haben. Vor dieser Leistung kann man nur den Hut ziehen und sich Fragen, ob man nicht lieber einige Arbeitsplätze in den simplen Industrien abgegeben hätte als in der zukunftsfähigen Informationstechnologie.
--- Zitat ---Nur komischerweise kommen die Terroristen zum größten Teil gar nicht aus armen Staaten, sondern aus dem reichen Saudi Arabien
--- Ende Zitat ---
Es geht hier gar nicht nur ums Geld. Es geht um den Willen der Selbstbestimmung der arabischen Welt, die einen Konflikt mit den Israelis haben, in den immer wieder die USA als anonyme Großmacht einseitig zu Gunsten Israels einschreitet. Es geht darum, dass die USA sich an den nationalen Rohstoffen der Saudis gesundstößt, es geht darum, dass die USA aus diesem Grund das Regiem der Sauds an der Macht hält, die offenbar alles andere als beliebt sind, es geht darum, dass zwar Reichtum da ist - dieser aber extrem ungleich verteilt ist. Es geht darum, dass die Identifikation mit den Palästinensern (aus welchen Gründen auch immer) sehr groß ist - und es geht darum, dass schon seit langem von imperialen Mächten, GB, FRA, USA Einfluß auf die arabische Welt ausgeübt wird, der irgendwo zwischen Kulturimperialismus und Unterdrückung liegt. Das Problem ist, dass viele Araber offenbar den Westen als Bedrohung für die eigene Identität ansehen.
Tatsächlich ist es doch wohl so, dass man sich nicht in ein Flugzeug setzt und in ein Hochhaus fliegt, weil man glaubt zu arm zu sein. Dagegen würde die Aktion keinesfalls helfen. Um so was zu tun muss man tatsächlich erst mal einen unglaublich abgrundtiefen Hass entwickeln. Meiner Meinung nach hätten die USA gut daran getan zu erforschen, wie solcher Hass gegen sie entstehen konnte, als diesen gleich weiter zu schüren. Wie hieß es im Wahlkampf so schön: Wer ist der erfolgreichste Rekruteur der Al Kaida? George W. Bush.
Das sage ich jetzt ohne irgendwie den Terror gutheißen zu wollen. Aber meiner Meinung nach entsteht Terror immer ausschließlich aus Unterdrückung (sonst nenn mir ein Gegenbeispiel).
Marinero Atlántico:
--- Zitat von: Gandhi am 13.10.04 - 10:48:16 ---...Da Saudi-Arabien, Nigeria, Venezuela,...ohnehin schon an der Kandarre der USA hängen
--- Ende Zitat ---
Leider stimmen die Fakten nicht. Der seit Jahren regierende Präsident Venezuelas (Hugo Chaves.. try google) ist amerika-feindlich, links-populistisch und ein erklärter Bewunderer Fidel Castros. Bzgl. Nord-Süd vertritt er wohl so ähnliche Theorien wie du. Die venezoelanische Ober/Mittelschicht sind aber selbst Schuld, dass sie von so einem Arsch regiert werden, weil die Armen für sie Luft waren. Fidel Castro spendiert seinem Freund kubanische Ärzte für die Armenviertel. In der Zwischenzeit zerstört Chaves die Wirtschaft und verteilt Geschenke an Arme.
Saudi Arabiens Gesellschaft ist durchsetzt durch eine engstirnige und anti-westliche Auslegung des Islams.
In Nigeria gibt es Bandenkriege.
Grundsätzlich wird imho die Macht der USA deutlich überschätzt. Die sind immer angewiesen auf inländische Verbündete und da waren sie meist sehr "tolerant". Die momentane Lage zeigt wohl hinlänglich, dass wir nicht in der Lage sind, den Ölpreis zu kontrollieren.
--- Zitat von: Gandhi am 13.10.04 - 10:48:16 ---Das Engagement im Irak ist somit keine taktische, sondern eine strategische Maßnahme.
--- Ende Zitat ---
Die USA wird nicht verhindern können, dass eine neugewählte irakische Regierung sich ihre Geschäftspartner frei auswählt. Irgendwie schätzt du die US-Aussenpolitik wesentlich intelligenter ein als ich das tue.
--- Zitat von: Gandhi am 13.10.04 - 10:48:16 --- dass man aufhören muss diese Entwicklung zu verhindern. Dies geschieht z.B. durch Handelsregularien, Agrar- und Industriesubventionen, Verkauf von z.B. Waffen an die falschen Personen/Gruppierungen usw.
--- Ende Zitat ---
Im GATT/WTO Regime gab es für Entwicklungsländer seit ca. den 60ern Sonderkonditionen v.a. im Bereich Industrieprodukte. Die europäische Agrarpolitik ist in der Tat ein Skandal.
Entwicklungsländer haben ihre eigenen Entwicklungschancen auch oft nicht genutzt, u.a. weil sie aus einem deinen verwandten Nord-Süd-Denken Marktwirtschaft nicht zugelassen haben. Stattdessen haben die die Steuerung der Wirtschaft irgendwelchen briliant geniuses überlassen. Nach einer Zeit wurde das zu langweilig und erfolglos und man begann den Märkten mehr zu vertrauen. (Indien seit den 90ern, China seit den 80ern, Chile seit den 70ern, Taiwan seit den 50ern, Süd-Korea seit den 50ern, etc.). Das klappt dann meist wesentlich besser.
--- Zitat von: Gandhi am 13.10.04 - 10:48:16 ---Wenn man sie dann noch dort unterstützt, wo sie selbst schon wollen - etwa in Infrastruktur und Bildung - dann wird sich jede Gesellschaft mit Sicherheit auf eine positive Weise entwickeln.
--- Ende Zitat ---
Da gehört imho schon eine Menge mehr dazu. Rechtsstaatlichkeit, Respekt vor dem Gesetz, Marktwirtschaft, Arbeitsethos, etc..
--- Zitat von: Gandhi am 13.10.04 - 10:48:16 ---Weite Teile der Welt waren jahrhundertelang unter der Kontrolle vor allem der Europäer.
--- Ende Zitat ---
Keine Frage war das schlecht. Das war aber eben so. Wir hatten da kein Recht zu. Kolonialreiche konnten aber nur durch lokale Unzufriedenheit in den kolonialisierten Gebieten entstehen (Verbündete der Europäer).
--- Zitat von: Gandhi am 13.10.04 - 10:48:16 ---Die Binnenwirtschaft kann sich kaum gegen die Importe der Industrienationen behaupten,
--- Ende Zitat ---
Die ostasiatische Elektronikindustrie hat wirklich einen schweren Stand ihre inländischen Märkte gegen Telefunken, Grundig und Loewe zu verteidigen. Zahlreiche solche Beispiele gibt es und es wird sie weiterhin geben. Zum Bleistift haben die heute im Morgenmagazin erzählt, dass 30% der Jobs in der deutschen Chemieindustrie bedroht sind wg der chinesischen Konkurrenz.
--- Zitat von: Gandhi am 13.10.04 - 10:48:16 ---Ganz klar gibt es auch 'interne' Ausbeutung - oft genug aber auch, weil v.a. die USA ein bestimmtes Regime an der Macht haben will, um dadurch verschiedene Vorteile zu erhalten. Die Demokratie wurde nach 1945 von den Amerikanern erstmalig wieder in Afghanistan eingeführt. In der Zwischenzeit wurden da vor allem Despoten gefördert - nicht zuletzt Saddam Hussein und auch Osama Bin Laden.
--- Ende Zitat ---
Es gab in der US Aussenpolitik immer wieder Zeiten, wo demokratische Regierungen explizit gefördert wurden. Meist waren das Demokratische Präsidenten (30er Mexiko, 60er Venezuela, Jimmy Carter).
Leider erwiesen sich aber auch gerade der Typ des anti-amerikanischen, populistischen Links-Nationalisten als besonders korruptionsanfällig und ausbeuterisch.
--- Zitat von: Gandhi am 13.10.04 - 10:48:16 ---Aber der Aufstieg der IT-Industrie in Indien ist sowieso interessant - weil hier einige Stufen der Industrialisierung glatt einfach übersprungen wurden und sich der Westen nun mit einem preislich (und qualitativ) hochkompetitiven Konkurrenten konfrontiert sieht. Die Preisunterschiede zwischen Indern und z.B. Amerikanern beruhen ja gerade darauf, dass sich die simplen Industrien in Indien durch Konkurrenz von außen gar nicht entwickeln konnte und die dann glatt den Schritt übersprungen haben.
--- Ende Zitat ---
Ashik kommt aus / wohnt in Dhakka, Bangladesh.
Entwicklungsstufen?
Das ist auch nur so eine Theorie. Für das Schwellenland Chile gesprochen - wo ich eine Menge Leute aus unterschiedlichen Berufen kenne - vermag ich diese vermeintlichen Entwicklungsstufen-Unterschiede gegenüber mir nicht erkennen. Ich mein, ich kenn diese Leute.
--- Zitat von: Gandhi am 13.10.04 - 10:48:16 ---ob man nicht lieber einige Arbeitsplätze in den simplen Industrien abgegeben hätte als in der zukunftsfähigen Informationstechnologie.
--- Ende Zitat ---
Arbeitsplätze bekommt man nicht abgegeben. Darum muss man sich bemühen. Das haben die getan. Sie werden es weiter tun. Irgendwann bei 10 Mio. Arbeitslosen hier werden dann auch die Deutschen Frohnaturen hoffentlich die Güte haben, sie nicht mehr mit "Entwicklungsunterschieden" auf die Nerven zu gehen.
--- Zitat von: Gandhi am 13.10.04 - 10:48:16 ---Es geht um den Willen der Selbstbestimmung der arabischen Welt,
--- Ende Zitat ---
Arabische Welt ist ein Begriff, der auch mehr demagogisch benutzt wird. Hab oben als kritische Stimme der arabischen Welt irgendwo ein Buch von Meddeb empfohlen (Die Krise des Islam). Ich glaub das ist wirklich gut.
--- Zitat von: Gandhi am 13.10.04 - 10:48:16 ---Das Problem ist, dass viele Araber offenbar den Westen als Bedrohung für die eigene Identität ansehen.
--- Ende Zitat ---
Les bitte Meddeb zu diesem Thema. Immer im bösen Westen die Schuld zu suchen, ist auf die Dauer unbefriedigend. Das demokratischste Land der islamischen Welt ist die Türkei.
--- Zitat von: Gandhi am 13.10.04 - 10:48:16 ---einen unglaublich abgrundtiefen Hass entwickeln. Meiner Meinung nach hätten die USA gut daran getan zu erforschen, wie solcher Hass gegen sie entstehen konnte,
--- Ende Zitat ---
...also sind wieder wir Schuld. Wer ist dann Schuld am Hass Hitlers und der SS gegenüber den Juden? Sind sie nicht vielleicht selbst für diesen Hass verantwortlich. Muss alles in eine Schablone hegelianischer Komplexität gepresst werden, damit es für jede Untat der Edlen Wilden eine Erklärung im verdorbenen Westen gibt.
--- Zitat von: Gandhi am 13.10.04 - 10:48:16 ---entsteht Terror immer ausschließlich aus Unterdrückung (sonst nenn mir ein Gegenbeispiel).
--- Ende Zitat ---
Terror entsteht dadurch, dass Leute größenwahnsinnig, egozentrisch und unmenschlich werden. Wenn sie von der Polizei erwischt werden, kommen sie vor Gericht und müssen ins Gefängnis. Dort gehören sie hin.
Gruß Axel
Gandhi:
Gute Argumente - dennoch leiste ich mir (in Teilen) eine andere Meinung ;D
--- Zitat ---Grundsätzlich wird imho die Macht der USA deutlich überschätzt. Die sind immer angewiesen auf inländische Verbündete und da waren sie meist sehr "tolerant". Die momentane Lage zeigt wohl hinlänglich, dass wir nicht in der Lage sind, den Ölpreis zu kontrollieren.
--- Ende Zitat ---
Sehe ich anders. Die USA sehe ich hier auch als Wirtschaftsmacht, somit schließt die Macht, die die USA haben auch die Macht ihrer Wirtschaft mit ein. Und die US Ölindustrie verdient überall (Ausnahme evtl. Venezuela, da hier ja tatsächlich überwiegend staatliche Unternehmen tätig sind) mit.
Der Ölpreis steigt ja auch nicht, weil Öl plötzlich knapp wurde oder plötzlich mehr verbraucht würde (der Verbrauch steigt zwar - aber längst nicht so schnell, wie der Ölpreis vermuten lässt), sondern zum einen, weil die USA (und andere) ihre Ölvorräte hinsichtlich Irak-Krieg und Krieg gegen Terror aufgestockt haben und vor allem, weil Rohstoffbroker die allgemeine Terrorangst nutzen um den Preis nach oben zu treiben.
Somit bestimmt die US-Wirtschaft (wo sonst sitzen die Termin-Terroristen) wohl doch sehr maßgeblich den Ölpreis mit.
--- Zitat ---Die USA wird nicht verhindern können, dass eine neugewählte irakische Regierung sich ihre Geschäftspartner frei auswählt.
--- Ende Zitat ---
Doch. Da bin ich mir ganz sicher. Die haben jetzt schon Fakten geschaffen, die nicht so einfach revidierbar sind. Das wird dann heißen: Entweder ihr lasst uns weiter fördern oder wir stellen euch eine Rechnung für den Wiederaufbau der Ölförderanlagen (für den Irak mit Sicherheit unbezahlbar).
--- Zitat ---sie aus einem deinen verwandten Nord-Süd-Denken Marktwirtschaft nicht zugelassen haben
--- Ende Zitat ---
das ist meinem Denken ganz und gar nicht verwand. Produkte sollen da erstellt werden, wo sie am günstigsten (für den Endverbraucher) hergestellt werden können. Mein Denken ist da sehr liberal und marktwirtschaftlich - allein schon aus der Erkenntnis, dass man aufgrund der multinationalen Konzerne keine lokale Wirtschaftspolitik machen kann. Sieht man zum Beispiel in der Entwicklung des Verhältnis zwischen Steuereinkommen aus Personeneinkommen und aus Firmengewinnen. Da ist der weltweite Trend, dass quasi ausschließlich Personen den Staat füttern, da multinationale Konzerne hier einfach internationaler ausgerichtet sind als die Steuerbürokratie und genau das entsprechend ausnutzen.
--- Zitat ---Da gehört imho schon eine Menge mehr dazu. Rechtsstaatlichkeit, Respekt vor dem Gesetz, Marktwirtschaft, Arbeitsethos, etc..
--- Ende Zitat ---
Da gebe ich Dir völlig Recht - ist aber in meinen Augen auch nur eine Art Bildung oder Infrastruktur.
--- Zitat ---Die ostasiatische Elektronikindustrie hat wirklich einen schweren Stand ihre inländischen Märkte gegen Telefunken, Grundig und Loewe zu verteidigen.
--- Ende Zitat ---
Gutes Beispiel, denn die (Unterhaltungs-)Elektronik-Industrie wurde meines Wissens nach staatlich nie protegiert (im Gegensatz zu Stahl, Kohle und Landwirtschaft). Daher wurde der Bereich vermutlich auch so erfolgreich übernommen.
--- Zitat ---- vermag ich diese vermeintlichen Entwicklungsstufen-Unterschiede gegenüber mir nicht erkennen. Ich mein, ich kenn diese Leute.
--- Ende Zitat ---
Da habe ich mich wahrscheinlich mißverständlich ausgedrückt. Ich meine KEINESWEGS die 'Entwicklungsstufen' der Leute - sondern die der Industrie. Die fängt üblicherweise irgendwo bei Landwirtschaft an und entwickelt sich dann über Montan/Schwer/Textilindustrie o.ä. irgendwann in Richtung Dienstleistung.
--- Zitat ---Les bitte Meddeb zu diesem Thema. Immer im bösen Westen die Schuld zu suchen, ist auf die Dauer unbefriedigend
--- Ende Zitat ---
werde gleich mal bei Amazon gucken.
Ich gebe dem Westen auch längst nicht Schuld für das, was in Arabien schief läuft. Ich würde nur dazu raten zu gucken, wie deren Befindlichkeiten sind und wie die mein eigenes Handeln empfinden, wenn ich die USA repräsentierte. Nicht mal, weil die sonst austicken, sondern weil das einfach eine Frage der guten Erziehung ist. Damit heiße ich aber keinen Terrorismus gut.
Nur: Wenn ich Terrorismus nicht haben will, sollte ich gucken, wie ich den effektiv beseitige. Und dazu gehört in meinen Augen auch die Gegenseite mit ihren Forderungen zumindest wahrzunehmen.
--- Zitat ---Wer ist dann Schuld am Hass Hitlers und der SS gegenüber den Juden?
--- Ende Zitat ---
Ich glaube sehr wohl, dass sich die Nazis vor allem auch - in einer Art Verfolgungswahn und Neidspirale - von z.B. den Juden unterdrückt und bedroht fühlten. Von jenem Volk, dass sie selbst offensichtlich als so überlegen wahrnahmen (nicht ganz zu Unrecht - betrachtet man die Erfolge der Juden in Kunst, Wissenschaft und Wirtschaft), dass es für sie keine Möglichkeit zum Miteinander gab. Die eine solche Bedrohung für das deutsche Volk darstellten (laut deren Meinung!), dass sie gar vernichtet werden mussten (genau dafür gibt es viele Quellen, Kampf der Völker etc.). Ein selbstbewusstes Deutschland hätte den Wahnsinn - da bin ich mir ziemlich sicher - nicht mitgemacht. Nicht umsonst sind die bekannten Nazi Schergen (z.B. Hitler selbst, Göring, Himmler,...) Personen, die im zivilen Leben zuvor gescheitert waren.
--- Zitat ---Terror entsteht dadurch, dass Leute größenwahnsinnig, egozentrisch und unmenschlich werden. Wenn sie von der Polizei erwischt werden, kommen sie vor Gericht und müssen ins Gefängnis. Dort gehören sie hin.
--- Ende Zitat ---
Hört sich für mich nach der Schuldfrage an. Wer an der Sache Schuld hat - ist eigentlich für beide Seiten - relativ irrelevant. Schließlich macht das kein Bombenopfer auf einer der beiden Seiten wieder lebendig. Fragen sollten sich beide Seiten, wo eigentlich ihr Problem miteinander ist - und dieses im Dialog lösen. Und hier sehe ich auch Fehler der USA, die gerade unter Bush diesen Dialog vollkommen unilateral geführt haben. Die wahren Verbrecher - da gebe ich Dir Recht - sind die Terroristen. Aber im Grunde war es nicht im Sinn der USA diese gesamte Sache eskalieren zu lassen. Und an der Eskalation sind sie meiner Meinung nach nicht ohne Mitwirkung.
Marinero Atlántico:
o.k. Unentschieden ;D
Zumindest haben wir uns in den Positionen irgendwie aus meiner Sicht angenähert, bzw. die Position des anderen besser kennengelernt.
Ich bin auch nicht so ultraliberal, wie das hier teilweise geklungen hat.
Viele Leute -ua. ich - neigen da ein bischen zum donQuijotieren.
Zumindest sind das, werden das hier noch "interessante Zeiten". So pessimistisch bin ich mittlerweile.
http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3884232010/qid=1097859809/ref=sr_8_xs_ap_i1_xgl/028-9496007-5489363
wirklich gut.
Gruß Axel
Gandhi:
Es war mir ein Vergnügen! :)
Das Buch ist unterwegs...mal gucken, was da so drinsteht...
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