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was ist nur los auf dieser Welt
eknori:
Kenneth Bigley .. tot, Bombenanschläge am Sinai...; wie krank ist unsere Welt eigentlich geworden? Mir kann niemand erzählen, daß dies nur ein Resultat von 9/11 ist. Ich könnte kotzen, wenn ich solche Nachrichten sehe. Sind wir nicht heutzutage nicht mehr als ein paar degenerierte Ratten in einem viel zu kleinen Käfig der sich Planet Erde nennt. ?
Gut zu hören, dass es zumindest die Crew um "SpaceShip One" geschafft hat. Lässt hoffen, das ich eines Tages meinen Kadaver nicht auf diesem Hort für cerebrale Spinner und religiöse Fanatiker lassen muss, sondern eine Chance habe, dem Mob durch einen Schuss ins All zu entgehen.; koste es was es wolle.
Ist man jetzt nirgendwo mehr sicher ? Mein Arbeitskollege war in Dahab, kaum eine Autostunde von den Zielen der Anschläge gestern entfernt; auch im Hilton.
Eigentlich wollte ich im Sommer nächtes Jahr mit der Fanmilie nach Tunesien oder Ägyten; das überlege ich mir mal. Ich habe keine Angst, ich nicht. Auch meine Familie nicht. Als alle Welt der Türkei den Rücken zugekehrt hat, haben wir dort einen wunderschönen Urlaub verbracht ( Öcalan wurde verhaftet ).
Man hat gemerkt, dass die Sicherheitskräfte erhöht wurden; aber was ich heute in den Nachrichten gehört und gesehen habe, lässt mich am Verstand der Weltbevölkerung zweifeln.
Ich habe noch mein Rödelzeugs im Keller; mal sehen, ich habe den Eindruck, dass ich das irgendwann einmal sehr gut gebrauchen kann ...
und wie leicht man dann noch intellektuell unterbelichtete Leute ( sog. Intelligenzallergiker ) zu einer Wahlmanipulation bewegen kann zeigt dieser Link
nuke'em
y20frank:
--- Zitat von: eknori am 08.10.04 - 19:03:31 ---und wie leicht man dann noch intellektuell unterbelichtete Leute ( sog. Intelligenzallergiker ) zu einer Wahlmanipulation bewegen kann ...
--- Ende Zitat ---
Na ja, es soll ja Leute geben, die sind eben dadurch Präsident geworden... :-\
Tja, eknori, du hast mit diesen Worten absolut recht. Die "Welt" spinnt derweil ein wenig, und ich denke dass Herr "Not-Shaved"-Bush dazu mehr als genug beigetragen hat.
Das alte Europa ist dank USA nicht mehr sicher... danke Mr. 'Not-Shaved-Taliban-Bush'!
Nun gut, aber es gibt ja mittlerweile USB <-- ähm, das ist doch die zweite Version der USA, oder hab ich das falsch verstanden...??!!
Das sog. Rödelzeugs habe ich zwar abgegeben, aber ich denke bei eBay (wo wir wieder beim "THema" sind :D ) hätte da noch was zu bieten...
LG Frank
koehlerbv:
Mein Grossvater sagte früher immer: "Die Welt geht dem Wahnsinn entgegen !" Je älter er wurde (und je mehr die Welt nachrichtentechnisch vernetzt wurde), desto häufiger sagte er dies. Ich glaube bis heute: Hier hatte er nicht Recht.
Der 11. September war hundertprozentig nicht nicht die Ursache, sondern schon eine Wirkung. Bis heute eine der auffälligsten, aber schon 1993 (?) sollte ja einer der Twin Towers in die Luft gesprengt werden. Der 11. September war schrecklich wirkungsvoll, ragt aber ansonsten in meinen Augen nicht aus dem Terror-Wahnsinn heraus.
Wann ging dieser "grossflächige" Terror eigentlich richtig los ? Vor allem nach dem Ende des Kalten Krieges. Vorher hatte der Westen seine "Freunde", und der Rest wurde vom Osten "unterstützt". Die Dritte (und vor allem die islamische) Welt war vergessen. Heute stehen diese Länder meist alleine da - mit allen Konsequenzen (und wenn es der Fakt ist, dass die Regierungen nicht mehr vom Westen oder vom Osten eingesetzt werden, sondern sich alleine bilden). Neben der Unterstützung fehlt die fremde Macht und das fremde Geld.
Der Topf, dem die ehemaligen Weltmächte mit aller Macht den Deckel zugedrückt haben (und dabei die Konflikte nur im Untergrund gehalten haben), kocht nun über. Unterstützung gibt es nicht mehr, nur die westliche Wirtschaft (und da rechne ich jetzt auch den Ex-Osten hinzu) mischt noch mit ... und liefert Waffen und beutet ansonsten weiter aus wie zuvor.
Schauen wir uns doch gerade den Nahen Osten an: Der Westen (hier natürlich allen voran die U.S.A.) unterstützen in den achtziger Jahren alles, was gegen die bösen Russen in Afghanistan kämpfen will und den "guten Freund" Saddam Hussein, der deswegen nicht so gut auf die Perser zu sprechen ist. Immerhin ist dem Westen dort gerade ihr Statthalter Reza Pahlevi abgesägt worden.
Dann ändert sich das Szenario: Die Russen ziehen doch aus Afghanistan ab (der verzweifelte Versuch, dort den Ring aus "feindlichen", sprich dem Westen hörigen Ländern, die Militärbasen der U.S.A. "hosten" und die Sowjetunion umschlossen, ging ja nun gründlich schief). All die aufgebauten Organisationen haben nun kein Ziel mehr, sind aber bestens ausgestattet (auch mit Verbindungen zu viel Geld) und besinnen sich darauf, dass der frühere "Freund" auch nur ein Zweckbündnis war. Nun waren die abfälligen ehemaligen "Freunde " sehr schnell zum neuen Feind erklärt und das war natürlich leicht der Bevölkerung zu vermitteln. Befördert wird das Ganze durch die nicht-globale Denkweise der Masse der Bevölkerung. Es ist ja nicht so lange her (man lese hier ruhig die Abenteuer von "Kara Ben Nemsi" eines Karl May, der durchaus korrekt schrieb, dass der Status "ungläubig" fix zu einem schnellen Schnitt durch die Kehle des "Ungläubigen" führte - insofern haben sich ja die Zeiten durchaus erheblich gebessert)
Was wir auch immer wieder vergessen: Von April bis Juni 1994 wurden in Ruanda mal so eben 800.000 Menschen abgeschlachtet. Reaktion des "Westens": Effektiv NULL. Die konservative israelische Regierung wird angehalten, eine Zweistaatlichkeit im auch von den Palästinensern beanspruchten Gebieten zu realisieren. Was passiert: Die Wirtschaft in den Palästinensergebieten wird fast zum Erliegen gebracht, neue "Fakten"mit "jüdischen" Siedlungen geschaffen und gewaltsame Reaktionen darauf offenbar doch dankbar begrüsst.
Eigentlich hätte uns ja schon Afghanistan nix angegangen. Die enormen Kosten eines "Zauns" drumherum wäre billiger gekommen. Nun aber noch der Irak-Krieg. Die ganze Welt (ausser der gegenwärtigen Administration in Washington und in London) weiss , wo die eigentlichen Verbrecher sitzen, die das angezettelt haben - und ein gigantisches Terrorcamp ermöglichen. Saddam war ein Verbrecher, aber um den ging es wohl gar nicht (oder war den U.S.A. der ehemalige Verbündete auf einmal nur peinlich ?) Was sehen jetzt "die Araber": Der Westen macht, was er will, unsere Leben sind nichts wert. Wohin sollen sie sich jetzt wenden, wenn damit ihre Welt nun endgültig in Trümmer fällt ? Radikale Ideen liegen da sehr nahe - vor allem bei dem nach wie vor ausgeprägten Clan-Denken.
Wenn Anfang November in den U.S.A. "gewählt" wird, fällt auch eine Entscheidung, ob eventuell eine neue Chance entsteht (auch wenn diese mit einer Administration mit Herrn Kerry an der Spitze nicht sooo gross sein wird), das Ende des Kalten Krieges und die Wahrnehmung einer Welt ohne Grossmachtdenken zu realisieren.
Es wird wohl aber noch eines "grösseren Knalls" bedürfen, bis BEI UNS der Druck von unten gross genug wird, damit endlich eine andere Politik (auch in Hinsicht auf die Wirtschaft) Einzug hält.
Bernhard
EDIT: Nur ein "nicht" entfernt ("wurde vom nicht Osten "unterstützt")
eknori:
meine Mutter hat mir immer gesagt : " Du hast es kaputt gemacht / umgeworfen , dann mußt du es wieder aufbauen!"
Sag ich jetzt mal dem Bush ( und seinen Erfüllungsgehilfen )
koehlerbv:
Und bitte dem Kerry gleich mit - und vor allem müssen die US-Amerikaner selbst erstmal aufwachen: Die halten unwahrscheinliche Macht in den Händen (wer finanziert das eigentlich - bei ständig negativen Handels- und Haushaltsdefizit ???) und reflektieren die Welt im Schnitt schlechter als irgendein Beduine in Marokko.
Bernhard
PS: Umfragen (!!! Mit Vorsicht zu geniessen - aber eine Tendenz zeigen sie ja meistens) kann nur jeder 8. US-Bürger den Irak auf der Weltkarte zeigen.
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