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WIR SCHREIBEN FÜR DIE, DIE LESEN

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Semeaphoros:
Also, das mit dem Ausnützen jeder nur underdenklichen Fehlerquelle, das ist richtig. Aber die englische Orthographie ist weit davon entfernt, der deutschen überlegen zu sein. Du scheinst recht talentiert im Schreiben zu sein (was man aus Deinen Postings tatächlich schliessen kann, auch wenn das "Basismaterial" eigentlich etwas dünn für eine wirkliche Beurteilung ist ........ :-). In welcher der drei Sprachen bist Du den "native Speaker"?

Gandhi:
worcesterhire?
Aluminium, aluminum?
center, centre?
Also, dass die englische Rechtschreibung einfach wäre sehe ich ja nicht so. Allein schon wegen den gravierenden Unterschieden zwisch US und GB English. Daher auch die witzige Bezeichnung Global English (das ist doch bestimmt us english).
Zur neuen Rechtschreibung will ich aus meiner Sicht - ungeachtet des Artikels sagen:
Man hat eine große Chance vertan, weil man nicht alles vereinfacht hat, was kompliziert war - und weil vieles was geändert wurde vorher nicht schlechter - teilweise sogar besser/einfacher war.
Am heftigsten schlägt mir hier die Fremdworteinbindung auf den Magen, die so inkonsequent ist, dass man im Grunde jetzt jedes nachschlagen muss.
Aber auch hier fehlt die Konsequenz (aber auch vorher teilweise schon vorher). Beispiel Phi (Hi Semeaphorus).
Warum Foto (war ja auch schon vorher so) jetzt auch Delfin,
aber (zum Glück) weiterhin Physik, Philosophie,....
Durch diese Reform hat es meiner Meinung nach nur Verwirrung und Kosten gegeben, ein Nutzeffekt scheint mir nicht sichtbar, da für den überwältigenden Teil der Bevölkerung die Rechtschreibung eben nicht leichter wurde.
Man hat hier versucht ein Ideal zu erreichen, dass so gar nicht erreichbar ist. Und das hat der Text - wie ich finde - recht gut gezeigt.
Und nicht vergessen: Im Grunde ist Luther an allem Schuld. Der hat mit seiner Bibel damals einen Standard der Rechtschreibung festgelegt. Davor wars egal wie ich was schrieb - solange es sich aussprechen ließ. Vielleicht war dies die beste Variante. Aurea prima sata est aetas....

Glombi:
Hier noch einige Aussagen von Leuten, denen ich durchaus Kompetenz in Sachen Deutsche Sprache zubillige:

http://rechtschreibreform.com/Seiten2/Zitate/131Zitate.html

Die neue Rechtschreibreform ist aber mal wieder typisch für uns Deutsche. Statt alles mal kurz und knackig konsequent auf den Punkt zu bringen wird alles nur noch viel komplizierter.

Andreas

Vicco von Bülow alias Loriot, am 11.10.97 anläßlich einer Dichterlesung in Weilheim:
„Die Rechtschreibreform ist vollkommen in Ordnung ... wenn man weder lesen noch schreiben kann.“

Semeaphoros:

--- Zitat ---Die Reformer sind aber inzwischen aufgeklärt worden, und selbst ihre politischen Auftraggeber geben zu, daß die Reform schwerwiegende Mängel hat. Dennoch beharren sie darauf, das Falsche in den Schulen unterrichten und vom Beamtenapparat vorexerzieren zu lassen.

--- Ende Zitat ---

Sorry, aber sowas ist Realitätsblindheit. Eine solche Reform kann unmöglich korrekt sein, genauso wie eine ausgelassene Reform unmöglich korrekt sein kann. Das was alle Seiten, Gegner wie Befürworter immer wieder suchen, ist der Punkt, an dem der Regenbogen die Erde berührt: eine absolut unmögliche Illusion. Es gibt nie eine korrekte Reformation der Sprache, und damit der Rechtschreibung, schon nur deshalb, weil die Sprache an sich schon einen enormen Komplexitätsgrad aufweist,  darüber hinaus gibt es massenweise Grauzonen, wo man es so oder so machen könnte, ohne an "Qualität" zu verlieren. Nicht reformieren, heisst ganz klar stehenbleiben und die Sprache langfristig zu Tode zu reiten. Latein ist verschwunden, weil man versucht hat, das Rad zurückzudrehen, die (notabene vermeintliche) ciceronianische Sprache zur Norm erhob und damit aus der ehemaligen Wissenschaftssprache endgültig eine tote Sprache gemacht hat. Phanatismus bringt niemanden weiter, weder die "Beharrer", die zum Teil nur von ihren alten Gewohnheiten einfach nicht abweichen wollen (faule Pelze !! ) noch die "unbedingt reformer", die gleich alles auf den Kopf stellen wollen.

In Anbetracht dessen, dass die gegenwärtige Reform von allen Seiten her angeschossen wird, sowohl "konservativ" wie "progressiv" (zu viel, zu wenig), beweist eigentlich geradezu perfekt, dass man sich sehr nahe am goldenen Mittelweg bewegt hat, sonst hätte man ganz andere Gewichte der verschiedenen Gruppen.

Axel Janssen temp:

--- Zitat von: Semeaphoros am 20.11.03 - 17:21:53 ---In welcher der drei Sprachen bist Du den "native Speaker"?

--- Ende Zitat ---
normal  ;D, also Deutsch.

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