Hallo Thorsten,
ich gehe mal davon aus, dass Du fürs Notes System verantwortlich bist.
Meiner Meinung gibt keine Alternative zu Notes, wenn man das volle Potential (wie ihr mit Notes Anwendungen) ausnutzt und nicht nur Mail, Kalender und Ressourcen verwendet.
Moin,
bei mir in der "Firma" wird seit Jahr(zehnt)en in den höheren Etagen davon "geträumt", Notes endlich abzulösen. ..
Träumen darf man, aber wie sieht die Realität aus? Wie sieht das Gesamtbild - das BIG PICTURE aus, das für Entscheidungen notwendig ist? Dies wird komplett übersehen, ignoriert, schön geredet, ....
Je höher die Entscheider sitzen, um so mehr sehen sie nur noch die oberste Spitze des Eisberges (Notes Client = Mail).
Nicht einmal der Admin kennt seine Benutzer und wie sie mit den bereitgestellten Systemen arbeiten, geschweigenden alle darin abgebildeten Prozesse. Die werden erst dann sichtbar, wenn die damit genutzten Anwendungen durch andere Anwendungen ersetzt werden!
Ich spreche aus Erfahrung:
In den letzten fast drei Jahren musste ich den Schritt weg von Domino, Notes und Connections miterleben und habe erkannt, dass ich (als Admin) damit meinen Usern nicht mehr die Dienstleistung und die Produktivität geben konnte, die ich ihnen geben will!
Notes --> Outlook ==> keine Notes-interne Mailverschlüsselung für HR; keine Textbausteine aus Notes CRM; keine Termine über Notes CRM in pers. Kalender; Kein Mailimport in CRM; Begrenzte Outlook Mailboxgröße; ungeplante Outlook-Updates im Hintergrund; ...
Notes CRM (inkl. Helpdesk) --> cloudbasierte CRM ==> keine offline Nutzung für Road Warriors; keine gewohnte prozessdefinierte Terminverwaltungssteuerung; keine Historie der Hotline Tickets oder Kundenkontakte, weil Migration nicht komplett möglich und das CRM alle bestehenden Prozesse nicht so abbilden kann wie im Notes-CRM umgesetzt - Ergebnis: Mehrkosten durch zusätzliche Entwicklungsleistungen
Telefon --> Teamstelefonie ==> keine Telefonnumernerkennung (war über Open-Source und Notes-CRM (LDAP) realisiert) bei eingehenden Anrufen nur über Drittanbieter-Tool
Connections --> Confluence,Viva Engage/Sharepoint ( mit SP Wiki), Nextcloud ==> Daten nicht mehr zentral unter einer Plattform/Anwendung - chaotisch verteilt; Keine zentrale Suche/Tags zum Daten finden - CoPilot wird Dein MS Freund, kann aber nicht alle dezentrale Daten finden; keine Mobile App (für Viva Engage/Sharepoint verfügbar); Keine Activities; Keine Bookmarks; Keine Foren; Rückschritt statt Communication 3.0!; ...
Die Umstellung musste nach Ansicht der Entscheider schnell ohne Analyse und Gegenüberstellung der Systeme und deren Pros/Cons vonstatten gehen. Zum Leidwesen der Benutzer und Admins. Das Ergebnis waren viel mehr Tickets, Produktivitätseinbussen und unzufriedene Admins und Benutzer. Benutzer vermissten Funktionen, mussten ohne damit leben oder Kompromisse eingehen und konnten somit ihr Daily Busisness nicht wie gewohnt schnell und reibungslos durchführen.
Der Frust war bei mir groß, weil ich Monate zuvor viel Energie und Aufwand in die Aktualisierung der Domino/Notes/Connections Landschaft steckte, die durch viele schlechte prozessferne (nicht geschäftsnaher) Anwendungen abgelöst wurden. Mehr und mehr bestätigte sich was ich immer schon wusste und auf Mat Newman's Seite (
https://www.matnewman.com/webs/personal/matblog.nsf/dx/thinkin-about-bein-my-babyit-dont-matter-if-youre-black-or-white_opendocument-comments#anc1) vor Jahren las und erneut bestätigt sehe:
Teach a user Outlook and they will send email.
Teach a user Notes and they will Master their World!
In Tickets sah ich auf einmal welche Systemintegrationen zw. Notes/Domino und dem Rest der Systemlandschaft nicht beim Umstieg berücksichtigt wurden wegen fehlender Systemdokumentation oder -analyse. Auch welche internen Prozesse innerhalb oder zwischen Abteilungen mit Notes & Co. realisiert und welche Notes Anwendungen in Prozessen integriert waren. Hierfür gab es (ad-hoc) keine Lösungen weshalb diese Tickets einfach geschlossen wurden oder im Backlog zur späteren Bearbeitung landeten.
Es war frustrierend!
Am Ende bin ich zu einer anderen Firma gewechselt, die auf Domino schwört und ich weiterhin mein mehr als 20-jähriges Domino/Notes Knowhow für die Firma und deren Kunden einsetzen kann.