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IBM/Lotus - Pfeif drauf? (Marketing, Rant, WildBill)

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m3:
Hallo Leute!

Habt Ihr schon Wild Bill Buchans Rant gesehen/gelesen?
http://www.billbuchan.com/web.nsf/d6plinks/BSBN-7PVC97

Irgendwie hat er recht. Aber welche Konsequenz kann sollte man/ich daraus ziehen?
Eigentlich mag ich Notes/Domino. Es tut mir weh, wenn ich sehe, wie IBM hier in AT der Markt wegbricht (weniger Business Partner, weniger kleine Kunden), weil sie zu dumm/ignorant/unflexibel sind, sich auf andere Märkte einzustellen.

Ein Beispiel:
Im Taking Notes Podcast, Episode 95 gesteht Shawne Robinson, IBM Domino Product Manager for Mobile Messaging, quasi indirekt, dass IBM zuerst auf den US Markt schaut (Windows Mobile Support in Traveller) bevor auf andere Märkte geschaut wird (S60 Support in Traveller).

Ein anderes Beispiel:
Ich war letzte Woche auf einem KMU-Event der Wirtschaftskammer Österreich mit dem Titel "Total vernetzt". Da möchte man doch meinen, dass IBM dort etwas zu sagen hat (Connections, Foundations, ...). Aber nein, nicht mal ein IBMer dort. Aber dafür haufenweise Microsofties in den Panels, als Vortragende, ....

"Was tun?", sprach Zeus.
Weiterhin den kostenlosen Cheerleader für IBM machen und Lotus-Produkte bei jedem der es (nicht) hören will anpreisen?
Oder pfeif auf IBM, weiterhin Notes machen aber den Fokus woanders hin legen?
Oder ganz anders machen?

Ideen, Vorschläge, Meinungen?

(und nein, das ist/soll kein "Notes ist tot" thread (werden))

DerAndre:
Das ist leider ein typisches Problem

Es wird immer nur auf den 'großen' Markt geschaut.

Ich möchte jetzt keine Firmen nennen, aber es ist leider so, das in Europa Leute in strategische Positionen etabliert werden, die keinen Dunst vom europäischen Markt haben.

Das Ende ist dann Erstaunen, warum das schief gegangen ist mit dem entsetzen über entsprechende Markteinbrüche.

Das sieht man z.B. bei Opel, da wo meine Frau arbeitet ( auch ein Marktführer )...

flaite:
Ich mag Andrew Pollacks erste Antwort beim aktuellen vowe Artikel.

Über dieses KMU Ding wird auch seit über Jahren geredet.  Wild Bill kann einfach nicht erwarten, dass er IBM von seinen schottischen (?) Hügeln aus managed. Er verfügt auch nicht über alle Informationen. Ich halte es für fraglich, ob sich das für IBM rechnet. Ausserdem stellen wir hier ja beinahe täglich fest, dass sich Leute mit Lösungen auf Lotus ziemlich schwer tun. Das sind genau die Leute, die in KMUs für Lotus zuständig sind. In größeren Unternehmen stehen die Chancen höher, auf besser ausgebildete und vor allem teurer fortgebildete Leute zu treffen. So einfach ist Lotus als Anwendungsplattform auch nicht. 

Viele der neuen Produkte sind nicht unbedingt ausgereift. Deshalb ist das nun auch überhaupt nicht die richtige Phase für eine teure, breitgestreute Werbekampagne über kostspielige Kanäle (TV Werbung).

Mr. Buchan droht damit sich mit Flex oder Microsoft zu beschäftigen. Das kann er machen. Aus meiner Sicht ähneln sich die Plattformen sowieso zusehends. Im Collaboration Bereich gibts heute wesentlich mehr Optionen als vor 5 Jahren. Man muß das nicht so an die hohe Glocke hängen. Ich halte es für ziemlich normal.
Bezüglich dem mehr an Optionen kann man durchaus Parallelen zum Automarkt ziehen. Da nehmen relativ neue Marktteilnehmer aus Süd-Korea und China den europäischen und nordamerikanischen Produzenten auch Anteile streitig. Und zwar stärker in schneller wachsenden Automärkten in Schwellenländern-

Das von Ed Brill mit viel Optimismus verbreitete Konzept einer Art sehr community-artigen Kollaboration zwischen Hersteller und Partner erfüllte mich immer mit starken Zweifeln. Hab das Anfangs noch geäußert, bin dann aber zu dem Ergebnis gekommen, dass es keinen interessiert. Es hörte sich auf dem Papier alles so schön an... Nur bleibt natürlich die Entscheidung bei IBM und für das unautorisierte Evangelizing für Lotus gibts keine Verträge und nur eine lose Bindung mit der IBM. Und die IBM ist halt ein sehr großes Unternehmen, in dem Entscheidungen aufgrund einer Menge Einflußfaktoren gefällt werden, die wir alle nicht unbedingt überblicken. Großes Unternehmen hat neben den Vorteilen eben auch eine Menge natürlicher Nachteile.

Wenn die IBM tatsächlich kein Verständnis des europäischen Markt hätten, warum hat der Laden dann hier seit 50 Jahren überlebt?

WernerMo:
Hallo,


--- Zitat von: Pitiyankee am 09.03.09 - 13:42:25 ---Wenn die IBM tatsächlich kein Verständnis des europäischen Markt hätten, warum hat der Laden dann hier seit 50 Jahren überlebt?
--- Ende Zitat ---

50 Jahre, da sind schon eher 100 Jahre:
http://www-05.ibm.com/de/ibm/unternehmen/geschichte/museum.html

Gruß Werner

koehlerbv:
Dass in Österreich die Business Partner schrumpfen, liegt sicherlich zum Teil auch an Business Partnern selber. Wenn IBM AT dann ruhiger wird, könnte dies wiederum ein Folgeeffekt sein.

Was mich viel mehr stört: Dass (übertrieben dargestellt) IBM Lotus in der Aussenwirkung nicht die Middleware Notes / Domino darstellt, sondern es als Mail-Produkt verkauft oder irgendwelche komische Gimmicks (passender Wetterbericht in einem NAB-Personendokument).

Am 05.03.2009 hat ChannelPartner seine (Anbieter-)Umfrage zum Thema "Unternehmens-Software 2009" veröffentlicht. Lt. CP haben 26.000 Händler, Dienstleister et.al. wie folgt gewählt:

Overall:
1. Microsoft (Note 1,68)
2. IBM (Note 1,80)
3. Tobit (Note 1,95)

Produktqualität:
1. Adobe (1,43)
2. IBM (1,52)
3. VMWare (1,54)

Commitment zum Handel:
1. Citrix (1,71)
2. Tobit (1,80)
3. IBM (2,04)

Kompetenz der Mitarbeiter:
1. IBM (1,80)
2. CA (2,00)
3. Citrix (2,00)

Inwieweit hier natürlich Notes / Domino eingegangen ist, bleibt im Dunklen.

Was für mich aber immer wieder erschreckend ist: Wenn ich Neukunden gewinne, stellt sich immer wieder heraus, was für erschreckend unkundige Leute in unserem Markt herumspringen, die für sehr viel Geld sehr wenig Know-How beim Kunden einsetzen. Da sollte IBM Lotus einmal ansetzen und etwas gegen diese Anti-Werbung tun.

Bernhard

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