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Edukatives oder lösungsorientiertes Forum?

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m3:
So, bevor ich wieder mal einen Suderfred/Rant starte, diesmal etwas konstruktiver.  :D

Ich habe das Forum bisher so aufgefasst, dass bei "schwammigen" Fragen eher mit einem Heranführen an die Lösung bzw. mit Nachfragen geantwortet wird, bis das Problem konkret beantwortet wird.

Nachdem ich allerdings virtuell eine auf die Nuss bekommen hab (zum Glück kann bei meinem Hirn nix mehr hin werden ;) ), als ich versucht habe, jemandem die Unterschiede zwischen max. Mail-Größe und Upload-Limit näher zu bringen, frage ich mich, ob ich am falschen Dampfer bin.

Und wenn ich dann noch Sätze wie "in diesem Fall hätte mir eine kurze Antwort ... weit mehr geholfen als dieses (entschuldige) lange Rumgeschwafel (zumal ich da vermutlich nie wieder ran muss)." lese, frage ich mich, ob Erklärungen/Wissensvermittlung überhaupt noch relevant sind/ist.

Ich finde diese Entwicklung hin zu einer "löst mir einfach dieses Problem, ich will die Hintergründe gar nicht verstehen" Attitüde, vor allem auch bei "Nebenbei-Notes-Admin", sehr traurig und zum Teil auch - sowohl für den Ruf von Notes, als auch für den Admin selbst - gefährlich.

Bin ich einfach ein Dinosaurier, der sich nicht mehr umstellen kann/will, oder gibt es hier jemanden, der mich versteht und ev. sogar meiner Meinung ist?

Euer heute besonders philosphische
Martin

koehlerbv:
Zunächst: Was auch immer der Auslöser dieses Threads war, ist dies ein Thema, welches wirklich lohnenswert ist zu besprechen.

Hier meine zwei Cent, vor allem, da ich für "Anders."gestimmt habe - hierzu erstmal meine Begründung:
Inhalt und Qualität der Fragen hier sind so unterschiedlich, dass ich mich nicht in der Lage sehe, diese alle in eine Schublade pressen zu können. Wenn jemand fragt: "Wie heisst die LS-Funktion, um zu ermitteln, ob ein Teilstring in einem anderen enthalten ist - ich finde das nicht wieder ...", dann brauch man kein Referat als Antwort, sondern eigentlich nur die entscheidenden fünf Buchstaben.
Wenn hingegen jemand fragt, wie man "Felder" in "Datensätzen" mit LotusScript vergleichen kann und nicht mal klar ist, ob es sich hierbei überhaupt um Strings handelt oder ob es skalare Werte oder Arrays sind oder gar RichText: Da braucht es sicherlich eine andere Antwort.

Prinzipiell hat sich - aus meiner Sicht - dieses Forum als Hilfe zur Selbsthilfe entwickelt. Mit der Steigerung der Nutzerzahl erhöhte sich selbstverständlich auch die Anzahl derer, die tatsächlich hier fertige Lösungen erwarten. Ganz offensichtlich ist es aber so, dass die erfahrenen Admins und Entwickler ganz von sich selbst heraus diese Ansinnen ignorieren.

Interessant ist trotzdem, dass nahezu keine Frage hier unbeantwortet bleibt, und wenn ein Thema letztlich doch ohne abschliessende Lösung bleibt, dann liegt es zum allergrössten am Fragesteller selbst, der sich an der Diskussion einfach nicht mehr beteiligt.

Martin, mir geht es wie Dir, dass mir ab und an auch das sprichwörtliche "Messer in der Tasche aufgeht". Ich sehe sehr wohl die spezielle Gruppe der Fragesteller, die wirklich problembehaftet ist: Nur nehmen statt geben ("geben" heisst auch eigene Weiterbildung!), vollkommene Selbstüberschätzung ("Chef, ich mach' das schon - bitte nicht entlassen!"), oder die gar so vollkommen ungeeignet für ihren Job sind (auch bei bester Ausbildung könnte ich kein Graphiker werden!). Auf der anderen Seite die "Unternehmer" (meistens blosse angestellte "Manager", die offensichtlich den Zenit ihrer Inkompetenz erreicht haben), die ohne jegliche Kenntnis behaupten "Das muss aber funktionieren". Das können sie ja auch gerne sagen und fordern, müssen dafür aber - was diese Typen nicht tun - investieren: In die richtigen Leute, in Aufträge an Spezialisten, in die Weiterbildung ihrer eigenen Belegschaft.

Gerade bei letzterem bin ich in keinster Weise bereit, kostenlose Hilfestellung zu leisten: Wer bei solch einer Firma beschäftigt ist, hat sich den falschen Arbeitgeber gesucht (und zwar selber, da die Sklaverei abgeschafft ist) - ich habe mich ja auch nicht bei der Légion Étrangère beworben ... oder eben als Graphiker).

Die "Vermehrung" der "fragwürdigen Fragen" bzw. Forderungen hier im Forum ist meines Erachtens neben einem sowieso zu beobachtenden Werteverfall in unserer Gesellschaft vor allem der starken Erhöhung der Mitgliederzahlen zu verdanken - und trotzdem bleiben die "fragwürdigen Fragen" aus meiner Sicht in der deutlichen Minderheit. Die grosse Menge sind dankbare Anfänger (oder Anfänger auf ihrem gegenwärtigen Level - und das ist ja irgendwie jeder von uns), deren Fortschritte man über die Monate deutlich sehen kann.

Da ich auch ein "alter Dinosaurier" bin und davon auch nicht lassen will: Lasst uns weiter so machen wie bisher. Es gibt Leute, die muss eben jeder für sich selbst ignorieren, eine dumme Frage (die gibt es nämlich doch!) wird auch eine flapsige Antwort provozieren (dann lernt man vielleicht auch das Fragenstellen), und auf die ganz, ganz wenigen "groben Klötze" wird es wie bisher auch einen "groben Keil" geben.

Und dem einen oder anderen "Jungspund" wünsche ich, dass er sich erstmal einen Zettel an den Monitor klebt: "Ich habe NOCH keine Ahnung!!! Ich will LERNEN, und für jede Hilfe bin ich DANKBAR!"
"Jungspunde" waren wir ja alle mal.

Dankbar bin ich wiederum für jeden, der hier seine Fragen
- klar verständlich (!)
- und in ordentlicher und damit leicht lesbarer deutscher (oder englischer) Rechtschreibung und Grammatik
präsentiert. Wer sich nicht klar ausdrücken kann oder will (!! besonders übel !!), der hat schon verloren. Nicht nur hier.

Bernhard

flaite:
Die Leute unterschätzen eher Komplexität.
Ich denke, wenn man ein paar zu viele "pragmatische Systeme" ab einen bestimmten Zeitpunkt in die LaLa-Berge hat entschwinden sehen, dann wirds ein bischen schwierig, frohnatürliche Erste-Blick-Pragmatiker nicht an die Gurgel zu springen.
Wobei ich mich übrigens manchmal frage, wie ich über mich denken würde, wenn ich mir als Junior begegnen würde.
Wenn man 2 Ecken "weiter" denkt, heisst das nicht, dass man deshalb immer auf dem richtigen Dampfer ist. Es erhöht aber die Wahrscheinlichkeit. Für Leute, die nicht so lange weites Gucken geübt haben, ist es oft schwer nachzuvollziehen. Letzteres zu begreifen, fällt mir aber sehr schwer.
1. benötigt man einen hohen grad an Angstfreiheit bezüglich des eigenen Rechthabens.
2. innere Ausgeglichenheit im allgemeinen.

Gruß Axel   

m3:

--- Zitat von: Axel Janssen am 02.11.06 - 18:20:20 ---Wobei ich mich übrigens manchmal frage, wie ich über mich denken würde, wenn ich mir als Junior begegnen würde.
--- Ende Zitat ---
Du hast aber als Junior auch diese lästigen "warum" Fragen gestellt, oder?
Das ist einer dieser Punkte, der mir bei vielen Fragen abgeht. Es interessiert nur mehr das wie, aber nicht das warum. Dass man mit dem "warum", ev. in Zukunft auch eigenständig weitere Fragen lösen könnte, daran denkt, IMHO, von den Juniors kaum wer.



--- Zitat ---Wenn man 2 Ecken "weiter" denkt, heisst das nicht, dass man deshalb immer auf dem richtigen Dampfer ist. Es erhöht aber die Wahrscheinlichkeit.
--- Ende Zitat ---
LOL. Schön formuliert und sehr wahr.

m3:

--- Zitat von: koehlerbv am 02.11.06 - 17:51:06 ---Zunächst: Was auch immer der Auslöser dieses Threads war
--- Ende Zitat ---
Das ist egal. Es geht um Prinzip. ;) Ich bin demjenigen auch nicht gram, es hat mich nur wieder mal zum Denken gebracht (passiert ja selten genug ;) ).



--- Zitat ---Wenn jemand fragt: "Wie heisst die LS-Funktion, um zu ermitteln, ob ein Teilstring in einem anderen enthalten ist - ich finde das nicht wieder ...", dann brauch man kein Referat als Antwort, sondern eigentlich nur die entscheidenden fünf Buchstaben.
Wenn hingegen jemand fragt, wie man "Felder" in "Datensätzen" mit LotusScript vergleichen kann und nicht mal klar ist, ob es sich hierbei überhaupt um Strings handelt oder ob es skalare Werte oder Arrays sind oder gar RichText: Da braucht es sicherlich eine andere Antwort.
--- Ende Zitat ---
Da stimme ich Dir zu, das "Problem" sind aber IMHO die Fälle, die zwischen diese beiden Extreme fallen. Wo der Frager (implizit) nur eine kurze Antwort erwartet, ich mir aber denke, dass ihm mit einer "umständlicheren" aber eher geholfen wäre.
Diese Diskrepanz wäre auch noch nicht so schlimm, wenn ich dann nicht auch noch im Nachhinein vom Frager eine virtuelle Watschen bekomm, warum ich denn so umständlich bin.
Da wäre mir ein "ich muss mich drum kümmern, aber es interessiert mich nicht. hat wer einen schnellen fix für mich" im Vorfeld wesentlich lieber, dann wüsste ich was sich der Frager erwartet. Aber ich träum auch von warmen Eislutschkern. ;)


--- Zitat ---Interessant ist trotzdem, dass nahezu keine Frage hier unbeantwortet bleibt, und wenn ein Thema letztlich doch ohne abschliessende Lösung bleibt, dann liegt es zum allergrössten am Fragesteller selbst, der sich an der Diskussion einfach nicht mehr beteiligt.
--- Ende Zitat ---
Jup, und das ist etwas, das ich an diesem Forum und seinen TeilnehmerInnen sehr schätzte - neben der Dickfelligkeit, wenn ich mal wieder ein bissl grantl.


--- Zitat ---auch bei bester Ausbildung könnte ich kein Graphiker werden!).
--- Ende Zitat ---
*gg* Da sind wir schon zwei.


--- Zitat ---Die "Vermehrung" der "fragwürdigen Fragen" bzw. Forderungen hier im Forum ist meines Erachtens neben einem sowieso zu beobachtenden Werteverfall in unserer Gesellschaft vor allem der starken Erhöhung der Mitgliederzahlen zu verdanken - und trotzdem bleiben die "fragwürdigen Fragen" aus meiner Sicht in der deutlichen Minderheit. Die grosse Menge sind dankbare Anfänger (oder Anfänger auf ihrem gegenwärtigen Level - und das ist ja irgendwie jeder von uns), deren Fortschritte man über die Monate deutlich sehen kann.
--- Ende Zitat ---
Ja,  und ich finde es schön zu sehen, wie sich manch einer entwickelt. Was mich sehr nachdenklich stimmt, ist der erste Teil Deiner Prämisse. Die "Geiz ist Geil" Gesellschaft runiert den Markt. Ich hoffe nur, er ist stark genug, dass er diesen Trend überlebt.

Noch einen schönen Abend.

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