Domino 9 und frühere Versionen > ND6: Entwicklung
Notes-Client -> Web
stb:
Hi,
in unserer Fa. setzen wir bisher Notes Domino 6 ein (ca. 250 Anwender), wir wurden aber vor 1/2 Jahr von einem Unternehmen gekauft. Die Mutterfirma setzt für Mail/Kalender/Aufgaben Outlook/Exchange ein. Nun werden wir früher oder später alle User auf Outlook umstellen, wird vom "Headquarter" gefordert.
Kopfzerbrechen bereiten mir aber unsere bestehenden 30 Notes-Datenbanken, d.h. vorerst werden weiterhin Domino-Server laufen und Notes-Clients bei den Usern installiert sein. Die Notes-Clients sollten aber komplett wegfallen.
Nun gibt es u.a. folgende Alternativen:
a) Migration der DBs in andere Systeme
b) Die Datenbanken webfähig machen, und weiterhin Dominoserver einsetzen
Ziel ist in jedem Fall, den Notes-Client wegzubekommen.
Wichtig hierbei ist, dass ein lokales Arbeiten ohne Netzverbindung nicht unbedingt notwendig ist. Somit würde der Zugriff per Webbrowser reichen. Lokale Repliken sind also nicht notwendig.
Die Datenbanken sind vielschichtig, teilweise sehr viel Lotus Script-Funktionalität enthalten, etc. 3 Datenbanken noch umfangreicher Java-Code.
Nun die Fragen:
- Können grundsätzlich Notes-Datenbanken vollständig auf die reine Bedienung durch den Webbrowser umprogrammiert werden, oder ist da mit Einschränkungen zu rechnen - also Defizite gegenüber der Bedienung im Notes-Client?
- Ist ein tabellenloses Design und sauberes Markup möglich?
Ich möchte erstmal nicht in die Tiefe der Datenbanken gehen, mir geht es nur mal um's grundsätzliche.
Danke,
Sven
<Edit>sorry, wollte unter ND6-Entwicklung posten, wenn jemand der Moderatoren so nett wäre und den Beitrag verschieben könnte..... Danke</Edit>
flaite:
--- Zitat von: stb am 08.02.06 - 22:47:54 ---
Nun gibt es u.a. folgende Alternativen:
a) Migration der DBs in andere Systeme
b) Die Datenbanken webfähig machen, und weiterhin Dominoserver einsetzen
--- Ende Zitat ---
Wie du dir sicher bereits denkst, hängt das sehr von der spezifischen Datenbank ab, was einfacher ist.
Erstmal zur Konvertierung auf eine ander Plattform:
Die auf dem Markt vorhandenen automatischen Konvertierungstools sind jedenfalls für die meisten Notes-Datenbanken noch nicht so weit. Und es ist eine seeeeehhhhr komplexe Aufgabe, in der ich sehr wenig Einblick habe und auf die ich in meinem Leben noch keine einzige Stunde gebucht habe (for the record). Wir haben sowas im Angebot und ich wurde hier schon deshalb als unkoscher gehalten. Dabei ist das nicht wahr.
Mit wirklich erfahrenen Java oder .NET Programmierern ist eine Konvertierung für viele Fälle in einem akzeptablen Zeitrahmen vielleicht nicht unmöglich. Natürlich muß zumindest einer dabei sein, der Notes sehr gut kapiert. Ich bin gerade in einem Projekt involviert, in dem wir das übrigens imho sehr gute Notesprodukt http://www.img.de/e/home/produkte.jsp?myProdukt=travelutionone * voll auf Java mit RDBMS backend umschreiben. NEIN. LEUTE. Nicht um Notes zu schädigen. Sondern um es einfach für Kunden anzubieten, die kein Notes haben. Travelution wird btw. weiterentwickelt. Von einer 100% dafür abgestellten Programmiererin, die das schon seit Jahren macht, ein gutes Standing in der Firma hat und vermutlich mehr Geld verdient als ich.
Travelution ist wirklich sauber programmiert. Ich hab eine Menge Notes Consulting Erfahrung und ich habe wirklich schlimme Sachen auf realen Produktionsservern gesehen. Problematische Programmierung kann die Kosten einer Konvertierung extrem in die Höhe treiben.
Wenn Konvertierung, dann konvertiere es in die Hauptprogrammierplattform, die euer neuer großer Bruder benutzt. Wenn die .NET machen, konvertiere es in .NET. Fange nicht mit Java an, weil du glaubst es ist einfacher, weil IBM Java macht.
Was wirklich kostenintensiv zu transformieren ist, kann nur ein echter Fachmann entscheiden.
Webfähig machen geht natürlich auch. Nur gilt da auch, dass problematische Programmierung die Kosten in die Höhe treiben kann. Problematischen Code zu erkennen erfordert eine Analyse, die man nicht in Foren durchführen kann. Du brauchst jedenfalls auch für diese Aufgabe einen erfahrenen Programmierer. Tabellenloses Design und "sauberes" Markup ist natürlich möglich. Nur würde ich dem nicht die allererste Priorität geben. Wichtig (und vermutlich kostenintensiver) ist erstmal, dass du die Funktionalität im Web-Client nachbilden kannst. Das mit dem Markup hat weniger Risiko und Komplexität. U.a. deshalb als 2. Schritt. Ich halte es für wahrscheinlich dass in deinem Email-Verkehr und den Meetings anders geredet wird. Aus Sicht der Kostenkontrolle (und darum geht es dir), ist mein Hinweis nicht dumm (vorsichtig ausgedrückt).
Du kannst Kosten sparen, wenn du vorschlägst, bestimmte administrative Teilfunktionalitäten auf dem Notes Clients belässt. Die Admins müssen ja ohnehin den Notes-Client behalten.
--- Zitat ---Die Datenbanken sind vielschichtig, teilweise sehr viel Lotus Script-Funktionalität enthalten, etc. 3 Datenbanken noch umfangreicher Java-Code.
--- Ende Zitat ---
Komisch. Bei mir ist für die gleiche Funktionalität der Java Code in der Regel weniger umfangreich als der LotusScript Code, aber Schwamm drüber.
Wenn du viel LotusScript oder Java Code hast, sollte die Konvertierung einfacher sein als wenn da viel Formelsprache benutzt wird. Das grundsätzliche Programmiermodell von LS/Java ist einfach näher an den meisten Konkurrenzprodukten als Formelsprache.
Falls du nach Java portierst, rechne nicht damit, dass du viel Java Code wiederverwenden kannst. Wenn du eine RDBMS als Datenspeicher benutzt, muß der nämlich weitgehend neu geschrieben werden. Das ist aber auch nicht so das große Problem.
Grundsätzlich ist es möglich. Nur hängen die Kosten eben vom Speziellen ab.
Gruß Axel
* haben wir von einer Kölner Consulting gekauft und die Entwicklerin hat Jahre bei Lotus Development gearbeitet (das vorher von der Kölner Consulting gekauft worden ist).
stb:
Hi Axel,
erstmal vielen Dank für die prompte und sehr ausführliche Antwort :D
First of all:
Uns ist klar, dass wir hier gute, erfahrene Leute ins Boot holen werden müssen, egal für was wir uns entscheiden werden.
Auch 100% klar ist, dass wir nicht per Knopfdruck konvertieren können. Ich habe zu R4/R5-Zeiten Client-seitig entwickelt (Lotus Script + Formelsprache), und kenne das Konzept von Notes, daher auch meine grundsätzlichen Bedenken, hier mal "schnell" 30 Datenbanken in ein anderes System zu bringen.
Die Mutter arbeitet seitens WaWi mit SAP, hat hier und da LAMP-Lösungen (v.a. Intranet), und hier und da .NET, Dokumentablage wohl zu 90% per Netzlaufwerk und MS-Office. Und manche Bereiche mit Sharepoint.
Wir haben unter unseren DBs ein paar Kandidaten, die durchaus in eine WaWi integriert werden sollten.
Dann noch ein paar DBs, die nichts weiteres als Dokumentablage verwendet werden (Kategorisierte Ablage von PDF/MS Office etc. Dateien). Hier könnte man z.B. über Sharepoint nachdenken.
Deine Antwort zeigt mir u.a. auf, dass es durchaus eine Option wäre, bestehenden Notes-Datenbanken auf Webfähigkeit hin zu erweitern und so einzusetzen.
Grüße,
Sven
flaite:
nochmal kurz:
Sharepoint ist aus meiner Sicht vermutlich nicht der Punkt.
Wir machen das auch erstmal für verschiedene JSR168 kompatible Portalserver. Als allererstes JBoss Portal und quasi parallel Websphere Portal. Die Hauptarbeit besteht aber:
a) in den Masken und deren Logik (und dem Anwendungsfluß durch die Masken) sowie
b) in der Überführung in ein relationales Datenmodell.
b) scheint dabei einfacher als a) zu sein.
Ich bin später zu dem Projekt dazugestossen und wir sind ziemlich weit.
Gruß Axel
stb:
Danke Axel.
Du bist Consultant und Programmierer, sehe ich das richtig?
Was dagegen wenn ich Dich per Mail / PM kontaktiere wenn es bei uns konkreter wird und wir zu einer Entscheidungsfindung kommen müssen?
Wir sind im Raum Stuttgart...
Grüße,
Sven
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