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Ab in den Süden ...

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eknori:

--- Zitat ---Aber wenn ich mich in unserer Geschichte so umschaue, soweit sind wir von dieser Sorte Verhalten als Gesellschaft im Ganzen gesehen auch noch nicht weg.
--- Ende Zitat ---

Ach ja ?? Ich wurde auf einem deutschen Flohmarkt noch nie festgehalten !! und sah mich genötigt, entweder den Krempel zu kaufen, oder mit einer blutigen Nasen den Ort des Geschehens zu verlassen.
Die Situation war durchaus brenzlig, da meine Frau von einem diesr Gauner und ich von einem andern festgehalten wurde. Und dann hast du dutzende Gleichgesinnter, die dem Pack auch noch den Rücken stärken würden. Tut mir leid, das zu sagen; ich habe mich in diesem Moment noch nie so unwohl und bedroht  gefühlt.
Das hat mit "Handeln" und Gastfreundschaft nix mehr zu tun. Das war Nötigung. Unter den Augen der Polizei haben wir die Verbrecher dann auf € 20 "runtergehandelt" . Ich fühle mich so hilflos ...

Meine RELIGION für die Zukunft wird lauten :

Ich werde in meinem ganzen restlichen Leben NIE wieder einen einheimischem Markt ( im Urlaubsland )  betreten;
Ich werde nie wieder eine Spende an Bedürftige geben.
Nie wieder wird mich jemand im Ausland "Freund", "Chef" oder sonstwie persönlich nennen dürfen.
Wer meine Frau oder mich bestehlen will, den schlage ich gnadenlos zusammen.

weiter auf meiner HP http://www.eknori.de/archives/164

flaite:
Sowas ist natürlich sehr unangenehm und ich kann deine negativen Gefühle voll verstehen.
Ich würd sagen: Es kommt drauf an.
Kambotscha und Vietnam sind vermutlich sicherer, weil dort weniger Touristen sind.
In Tunesien gibts die aber haufenweise. Und da blühen natürlich bei den Einheimischen die Phantasien wie man da Geld rausschlagen kann.
Und "Markt" ist in jedem Land ein Ort, an dem die Leute viel Zeit haben ein paar "Ideen" zu entwickeln.
Man muß da mit einem case-by-case Ansatz rangehen. Glaub nicht, dass das mit muslimischer Mentalität zu tun hat, sondern eben mit der spezifischen Situation vor Ort.
Das man sich gerade in ärmeren Ländern stark über Sicherheit Gedanken machen sollte, dürfte klar sein.
Den höchsten Schutz bieten immer Einheimische, die man kennt. Und deren Tipps.
Im Mittelschichts-Viertel Providencia in Santiago de Chile hatte ich nie Angst, abends alleine an der Tanke Nachschub an Pisco zu holen. Die anderen auch nicht um mich. Da war zwar überall Rascheln in den Mülltonnen zu hören, aber egal. U.a. wußte ich ja, dass die meisten Häuserblocks unten ein paar Türsteher hatten, die mich gehört hätten.
In Bogotá, Kolumbien (hab ich gehört war nie da), muß man dagegen in Sicherheit sein, sobald es dunkel ist. Man muß sogar den Taxi-Fahrer kennen, falls man nachts Taxi fährt (vorher persönlich abmachen, Ersatz nicht akzeptieren). Ziemlich normal ist dort die "Vuelta del Gringo" (Spaziergang des Gringos). Sieht so aus: Mit vorgehaltener Pump Gun fährt man mit einem freundlichen Einheimischen von Bankomat zu Bankomat, hebt den Hauptgewinn ab und sorgt dann für ein bischen Nord-Süd Ausgleich. Kenn aber jemand, der mehrmals da war und dem das nie passiert ist. Weil er eben klaren Sicherheitsbestimmungen von Einheimischen folgte.
In Buenos Aires ist es auch relativ normal für nicht völlig arme Einwohner schon mal in den Lauf einer Pump Gun geschaut zu haben.
Mit zwielichtigen Gestalten hab ich immer jedes Gespräch sofort abgebrochen. Im Sinne von weggehen, verwirrende Dinge sagen wie "Huevón, oye. Me creas o no. Yo no comprendo castellano, cachay"  (Hör mal, Typ. Ob du mir glaubst oder nicht. Ich verstehe kein Spanisch, kapiert?).  ;D
In Kuba hätte ich mich z.B. auch nie mit der blühenden Prostitutions-Szene eingelassen, weil die sich bestimmt eine Menge Tricks einfallen lassen, um an Geld zu kommen. Ausserdem find ich Nord-Süd Prostitution ecklig. Konnte mich aber ansonsten sehr frei durch die Insel bewegen. Auch in sehr "romantischen" (anderes Wort für verarmt) locations. Erstmal haben Kubaner Respekt vor der Polizei und zweitens rechnete man dort einfach nicht mit mir. Wir haben z.B. viel das übrigens sehr organisierte Verkehrssystem "Mit ca. 20 Gleichgesinnten auf der leeren Ladefläche eines Lasters stehen und sich von A nach B zu bewegen" genutzt. Javier hat mir eine sehr lustige Schulung gegeben: Gucken wie ein Kubaner. Kurze Sätze sagen wie ein Kubaner. Denken wie ein Kubaner. Meine komplette innere Welt kubanisieren. Wurde aber trotzdem natürlich sofort erkannt und sowohl die Polizisten als auch die compadres Mitreisende waren amüsiert bis interessiert.

Gruß Axel

eknori:
Allein die Tatsache, dass ich diese Zeilen schreibe, sollte mir eine gewisse soziale Kompetenz im Umgang mit problematischen Situationen zusprechen ...

@Axel:


ich habe schon  mehr Tage in nicht-eur Gefängnissen verbracht als du; ich  bin auch schon ohne Not aus völlig intakten Flugzeugen gesprungen...

Ich bin aber auch älter als du ...
 

flaite:
Eine Menge Leute leben dort ihr ganzes Leben.
Viele leben in einer Armut, die weder Du noch ich kennen.
Sie kennen aber die Spielregeln besser als Du und ich.
Davon bekommen wir allenfalls nach einer gewissen Zeit und mit Kenntnissen der jeweiligen Landessprache eine Ahnung.
Das man dabei in schwierige Situationen kommen kann, versteht sich bei den genannten Ausgangsbedingungen von selbst.
Vermutlich gibts in dem Land eine Konvention, dass man als Europäer ohne einheimische Begleitung oder Polizei in der nähe Freiwild ist.
Ich will wirklich nicht altklug wirken, aber ich hab mir über so'n Zeug eine Menge Gedanken gemacht.

 

Thomas Schulte:

--- Zitat von: eknori am 26.11.05 - 19:45:35 ---
--- Zitat ---Aber wenn ich mich in unserer Geschichte so umschaue, soweit sind wir von dieser Sorte Verhalten als Gesellschaft im Ganzen gesehen auch noch nicht weg.
--- Ende Zitat ---
Ach ja ??

--- Ende Zitat ---
Ulrich, geh in der Geschichte mal 200 Jahre zurück. Auf den Märkten (zumindest in Franken) damals war ganz schön was los (Schlägereien, Raub, Mord). Und um 1850 möchte ich in den USA oder England als nicht Einheimischer auch nicht notwendigerweise in die Marktviertel gehen müssen. West Europäer haben sich ihre Toleranz auch erst erarbeiten müssen.

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