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Stern Wahl-O-Mat
DaWutz:
Trotzdem ist es verwunderlich, das es das Land mit der größten und umfassensden Militär-Logistik es nicht schafft, "ein paar" Leuten im eigenen Land Lebensmittel und ein Dach über dem Kopf zu verschaffen. Wenn man das Oderhochwasser als Vergleich (ich weiß das er hinkt) ranzieht, dann sollte man sehen, das mit ein wenig Willen und Einsatz auch solche Krisen meistern kann.
-> Themensprung:
Zu dem Thema "USA-Bashing" wollte ich noch loswerden, das ich auch nicht für eben jenes bin. Trotzdem sehe ich es auch nicht wirklich ein, ein Land (und auch seine Bewohner) zu unterstützen, das von einer Klimatisch bedingten Katastrophe getroffen wird und selber einer der Hauptverursacher von dieser "Klimakatastrophe" ist
flaite:
--- Zitat von: koehlerbv am 02.09.05 - 21:43:10 ---Das eine ist Nordkorea ...)
--- Ende Zitat ---
In dem anderen habe ich mal 3 Wochen mit Einheimischen gelebt (genau 1 Nacht in 1 offiziellen Hotel). Sehr wenig Deutsch mit ein paar Einheimischen, die wg. Studium in Deutschen Demokratischen Republik oft sächselten sonst nur kastilisch. Das bärtige Arschloch gefällt sich in seiner Rolle als "Kämpfer gegen den Imperialismus". In der Zwischenzeit herrscht in seinem eigenen Land Angst, Unterdrückung, Heuchelei, Lügen, Verzweifelung, Bespitzelung und noch mehr Verzweifelung.
Im Irak sehen wir das gleiche was bei allen imperialistischen / demokratisierenden Eingriffen der U.S. of A. passiert ist. Sie können sich einfach dort nicht durchsetzen. Sie werden sogar von internen Gruppen für der ihre eigenen Ziele instrumentalisiert. Für besonders glücklich halte ich das in Einzelfällen auch nicht. Das Händelschütteln unseres Kanzlers mit jedem Unterdrücker aber auch nicht.
Im Sandkasten mag es so sein, dass einer der Starke ist und alles bestimmt. Unter erwachsenen Menschen und in der Politik ist das alles ein bischen komplexer.
Die USA hat auch keine Konflikte angezettelt, sondern sie haben in bestehenden Konflikten eine Seite unterstützt. In Korea (zum Glück für Südkorea), Guatemala (sehr, sehr übel und dumm) Venezuela (eindeutig demokratisierend), Kuba (leider gescheitert), Vietnam (viele Fehler), Chile (geringfügige geheimdienstliche Unterstützung), Nicaragua (viele Fehler, als der Druck der Contras nachliess, wurden die unfähigen Sandinisten direkt vom Volk abgewählt), Afganistan (keine glückliche Wahl der Verbündeten, trug aber zum Niedergang der SU bei), Befreiung Kuwaits (erfolgreicher Einsatz), Bosnien (erfolgreicher Einsatz), Irak II (Absetzung eines Diktators, fragwürdige Begründung).
Das in der Bevölkerung der USA sehr tief verwurzelte Mißtrauen gegen internationale Verträge hat letztlich seine Wurzeln in einem extrem gesunden generellen Mißtrauen gegen Bürokratie und Zentralismus, von dem es hierzulande leider zu wenig gibt. Das Ausmaß dieses Mißtrauens habe ich in Politik-Diskussionen auf Javaranch kapiert. In den Auswirkungen auf internationale Verträge ist diese Haltung leider oft nicht besonders konstruktiv. Dafür ist es sehr gut für die interne Dynamik der Gesellschaft und weiterhin sind aber auch internationale Verträge nicht so effektiv wie hierzulande vielleicht manche glauben.
Gleichzeitig kenne ich das Land, in dem angeblich die CIA 1973 einen Aufstand gegen den Willen des Volkes durchgeführt hat. Dies ist
a) eine Beleidigung aller Chilenen (weil die nämlich seit ca. 1812 einen souveränen Staat haben wie wir) und
b) einfach nicht wahr, da im September 1973 die Mehrheit der Bevölkerung keinen Bock mehr auf Sozialismus mit Empanadas und Chicha hatte. Ich habe in der entsprechenden Altersgruppe mit Sympathisanten der Unidad Popular, Neutralen und Pinochetisten gesprochen. Sie alle zeichnen ein sehr anderes Bild der Vorgänge als das was so gerne von den Durchblickprofis hierzulande gezeichnet wird. Ich respektiere und mag diese Leute sehr. Ich habe auch eine Menge Primärquellen und Sekundärquellen gelesen.
Selbst Joschka Fischer hat 1978 sinngemäß im Pflasterstrand geschrieben, dass die Solidarität mit der "Dritten Welt" nur in den Köpfen der Spontis bestand und die Revolution in ihrem eigenen Kopf stattfand. Dritte Welt wird nämlich von Salonlinken wie Fidel Castro immer nur als Projektionsfläche benutzt. Länder wie Indien, China und Chile haben dies erkannt und seitdem sehen wir ja, dass es ja wohl mit der "Welt-Herrschaft der USA" nicht so weit her sein kann. Die Karten werden nämlich neu gemischt. Immer mehr Vermögenstitel in den USA befindet sich in chinesischen Besitz. Die demokratischen Regierungen in Chile haben seit 1990 immer betont, dass sie sich in Kontinuität der Wirtschaftspolitik während der Militärdiktatur sehen. Die angeblich von den USA aufoktroiert war. Komischerweise sorgte sie aber für Wirtschaftswachstum, einen dramatischen Anstieg der Mittelschicht, des Ausbildungsniveaus, der Diversifizierung der Wirtschaft und zu einem Rückgang des Anteils der Armen an der Gesamtbevölkerung.
Gleichzeitig werden zunehmend die Menschenrechtsverbrechen vor allem zu Beginn der Militärdiktatur aufgearbeitet, sehr ähnlich wie in der Bundesrepublik Deutschland. Der Aufschwung hält mit einer kurzen Pause 2000/03 (Wachstumszahlen nur ca. 2.5%) seit 1982 sehr kontinuierlich an. Demokratie gabs ab 1989. Die entscheidenden Reformen liefen vorher, was die demokratischen Parteien (inklusive der in Koalition regierenden Sozialistischen, die aber in wirtschaftlichen Fragen so marktfreundlich wie Tony Blair ist) auch so gesagt wird.
flaite:
--- Zitat von: koehlerbv am 02.09.05 - 21:43:10 ---Es geht doch nicht um "die Armen", sondern um die Entlastung des weltweiten Ölmarkts. Und die "Freigabe der Reserven" sollte man mit Vorsicht geniessen bzw. richtig sehen: Per Gesetz verpflichtet die Bundesrepublik alle hier zugelassenen Öllieferanten, für mindestens 90 Tage Reserven zu bunkern. Dieses Öl (bzw. daraus gefertigte Produkte) gehören aber nicht dem Staat, sondern er hat das Recht, diese Reserven einzufordern - und muss sie dann (zum aktuellen Marktpreis !!) bezahlen.
Siehe hierzu Erdölbevorratungsverband
--- Ende Zitat ---
Wie hoch sind die Kosten? Vermutlich 0.1% der Schulden, die wir so jährlich machen. Das sind wieder so typisch deutsche legalistische Einwände gegen etwas, das Amerikaner "decided action" nennen. In den USA gab es vermutlich während der Luftbrücke gegen den stalinistischen Versuch der Einnahme West-Berlins ähnliche Einwände. Zum Glück haben die sich nicht durchgesetzt.
koehlerbv:
--- Zitat von: kennwort am 02.09.05 - 23:06:03 ---Wie hoch sind die Kosten?.
--- Ende Zitat ---
Von welchen Kosten sprichst Du ? Der Zusammenhang erschliesst sich jetzt nicht so ganz.
--- Zitat von: kennwort am 02.09.05 - 23:06:03 ---Das sind wieder so typisch deutsche legalistische Einwände gegen etwas, das Amerikaner "decided action" nennen.
--- Ende Zitat ---
Was meinst Du denn damit ? Und die "decided action" sehen wir auch gerade. Sind ja nur "Nigger", die noch im "Big Easy" sind ... Nö, eine Prachtleistung ist das derzeit wirklich nicht.
Da ich dem Deutschen Roten Kreuz und dem American Red Cross vertraue und die Menschen, die dort jetzt elendes Leid ertragen müssen im "tollsten Land der Erde", habe ich heute dem DRK eine Spende zukommen lassen. Das ist besser als das Geschwafel um eine m.E. verkommende "Weltmacht".
--- Zitat von: kennwort am 02.09.05 - 22:26:48 ---Die USA hat auch keine Konflikte angezettelt, sondern sie haben in bestehenden Konflikten eine Seite unterstützt.
--- Ende Zitat ---
Bist Du so naiv, oder tust Du nur so ? Andererseits: So kann man es natürlich auch ausdrücken ...
Bernhard
flaite:
BK: Sind ja nur "Nigger", die noch im "Big Easy" sind ... Nö, eine Prachtleistung ist das derzeit wirklich nicht.
AJ: Ist es sicher nicht. Aber zumindest sind die Kameras von CNN eindeutig drauf gerichtet (ich mag diesen "we put a moratorium on press conferences"-Bürgermeister). Medienpräsenz haben wir leider in einem anderen System vor dessen Zusammenbruch immer vermisst. Ich hab in den 3 Wochen die Unruhe in Havana erlebt, als ein Wirbelsturm angekündigt war. Der verfehlte uns allerdings dann. Die Leute haben gesagt, dass es in Havana dann immer Tote gibt. Was bei der Bausubstanz auch nicht sonderlich verwundert. Kameras gibts da natürlich nicht. Ich kann leider das Buch über die Geschichte der amerikanischen Farbigen nicht finden. Werds nachliefern. Dort kannst du aber erfahren, dass von Nigger keine Rede mehr sein kann (tolles Buch). Ich hab selbst mit kubanischen Farbigen gesprochen, die liebend gerne in den USA leben würden. Es gibt kubanische Farbige, die sich von kubanischen Stränden aus mit Flößen in die USA durch ein Meer mit vielen Haien aufgemacht haben. Es gibt Umfragen, die zeigen, dass nach Meinung der Farbigen das Land mit den besten Lebensbedingungen für Farbige die USA ist. Die US Regierung hat mit Colin Powell und Condoleeza Rice 2 Farbige als Minister.
Ich selbst halte mich wirklich nicht für rassistisch, falls du das meinst.
BK: Bist Du so naiv, oder tust Du nur so ? Andererseits: So kann man es natürlich auch ausdrücken ...
AJ: Ich
- liefere eine kurze Liste der US-Aktivitäten mit einer kurzen Bewertung.
- liefere als Gesamteinschätzung, dass die US-Politik oft zu einem Spielball von lokalen Machtinteressen wird und vielleicht gerade auch deshalb diese Aktionen oft Scheitern.
- berichte über persönlichen Erfahrungen mit realen Menschen von 2 Brennpunkte des "US-Imperialismus" (Chile und Kuba).
Du
- antwortest mit einem persönlichen Angriff.
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