Domino 9 und frühere Versionen > ND6: Entwicklung
Voraussetzung und Kriterien für DB-Entwicklung
Roalf:
Klassische Dialoge: Fachabteilung/Notesverantwortlicher
Fachabtlng. = "wir brauchen nur eine kleine Anwendung um dies und das zu machen...ganz einfach, ganz simpel"
Notesverantwortlicher = "och dann mach ich eben schnell dies und das.....und dann sind sie glücklich"
Ergebnis = Wenn diese Anwendung nur halbwegs was taugt, will die Fachabteilung bald mehr und mehr in dieser Anwendung.
Und wenn’s schnell und einfach zu programmieren war, natürlich das zukünftige auch so schnell.....
Nach einem halben Jahr ist die Frage "Was, für das bisschen brauchen sie auf einmal soooo lange?" so sicher wie der nächste Steuerbescheid.
Anm: Abteilungsleiter schaffen es dann tatsächlich das "so" mit 4 o zu sprechen.
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Fachabtlng. = "diese Daten brauchen NUR wir und zwar NUR für....."
Notesverantwortlicher = "och dann mach ich eben was ganz spezielles...."
Ergebnis = Nach nur wenigen Wochen stellt jemand fest, dass Schnittstellen zu dieser und jener Datenbank auch ganz nett wären. Auf den zarten Hinweis des Notesverantwortlichen, dass man das hätte vorher bedenken sollen, gibt’s dann die vorwurfsvolle Frage "Und warum haben sie uns nicht darauf hingewiesen?"
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Fachabtlng. = "wir brauchen das gaaanz Dringend!!.....")
Anm: Auch 4 a sind für Abteilungsleiter kein Prob.
Notesverantwortlicher = "na dann wird das Priorität haben...."
Ergebnis = Der Abteilungsleiter hatte gehofft , damit einige Dinge besser regeln zu können. Hat sich aber als Irrtum rausgestellt, weil es da noch so ein Produkt gibt, was der neue Assistent danach vorgestellt hat, was alles viel besser kann.....Nun nutzt das Dingen kein Schwein (bis auf die verknöcherte Sekretärin) . Aber wehe es wird abgeschaltet weil ja eigentlich zwei redundante Systeme.......
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Fazit:
Jede Fachabteilung hat nur den Tellerrand ihrer eigenen IT-Bedürfnisse im Auge. Das ist auch Gut und Richtig so, dafür werden sie bezahlt. Aber wenn da niemand aufpasst, endet es so, wie ich schon oft bei Firmen erlebt habe: mehrere Abteilungen, jede hat für ein und die gleiche Aufgabe ein anderes System (Die einen haben dafür eine Access-DB, die anderen Notes und die Dritten pflegen diese Daten mit Excel, je nach dem womit der AL besser klar kommt).
Und keine der Abteilungsinsel hat eine Schnittselle zu irgendwas anderes...
Wenn also eine Abteilung auf den Notesverantwortlichen zukommt und eine Anforderung hat....liegt schon was prinzipiell im Argen. Eigentlich müsste der Verantwortliche gemäß der IT auf die AL zukommen und sagen "ihr schaltet nun die Excel-Tabellen ab , weil hier habe ich (Access, ERP-Modul, eine Notes-DB....).
Ein Notesverantwortlicher der diese Möglichkeit nicht hat und nur Wasserträger für die Abteilungen ist, braucht eine ganz besondere Fähigkeit -> unbegrenzte Leidensfähigkeit, den er ist immer der Dumme und zwar unabhängig davon wie gut er ist.
Wenn jemand eine Abteilung fragt, warum denn das und das nicht geliefert wurde oder dies und das in die Hose gegangen ist....ist die Ausrede "unbrauchbare Software" schnell bei der Hand, weil keiner blickt was den nun so „unbrauchbar“ ist, keiner will sich mit Unwissenheit über IT blamieren. Und wenn man dieses auch noch mit einem Namen (der des Notesfrikels) verbinden kann....interessiert niemanden mehr wie genial das im inneren auch programmiert sein mag....
Oder anders: ein Notesverantwortlicher braucht keine guten Programmierkenntnisse, schweres kann er zu Not außer Haus geben. Er braucht aber Übersicht, Durchsetzungswille und Rückrad. Ohne das ist er Kandidat für ein Magengeschwür......
theBastian:
Moin,
erst mal vielen Dank für Eure vielen Infos.
@Bernhard
--- Zitat von: koehlerbv am 21.04.05 - 23:54:56 ---Auch wenn ich hier nicht mitspielen darf ...
--- Ende Zitat ---
War natürlich so nicht gemeint. Bin für jede Hilfe dankbar. ;)
--- Zitat von: koehlerbv am 21.04.05 - 23:54:56 ---Für mich sind die Kernpunkte: Selbsteinschätzung, Folgenabschätzung, Einbeziehung externer Partner mit maximalen Know-How-Abgriff.
--- Ende Zitat ---
Das sind so die Voraussetzungen, die ich erfüllen sollte, mal abgesehen von den externen Partner (da kommt dann der AL ins Spiel).
Folgenabschätzung kann man von der Fachabteilung nicht erwarten. Mir gehts aber eher um die User-Seite. Wenn die kommen und sagen, "Ich will eine DB.", dann will ich nicht einfach loslegen und dann vielleicht 3x neu anfangen, weil es so nicht gewünscht ist oder nicht geht oder, oder, oder.
@Marinera Atlántico
--- Zitat von: Marinero Atlántico am 22.04.05 - 06:45:34 ---Die User müssen ja mit dem System arbeiten, also sollen sie auch Vorschläge machen dürfen, zumal sie den Gegenstand, den das System abbildet (ihre Arbeit), besser kennen.
--- Ende Zitat ---
Genauso sehe ich das eigentlich auch, denn ich kann und will nicht für die User denken und ihnen vielleicht auch noch einen Workflow aufdrücken, der sich vielleicht komplett von dem bisherigen unterscheidet.
Aber wie detailliert laßt ihr euch die Vorgaben stecken?
* Welche Daten sollen eingegeben werden?
* Was soll rauskommen?
* Wie sollen die Forms aussehen?
* Welche Views sind gewünscht?
* Pflichtenheft?
* Im- und Export?
@Roalf
Deine Dialoge spiegeln meine bisherige Arbeit wider. ;)
--- Zitat von: Roalf am 22.04.05 - 13:39:58 ---Wenn also eine Abteilung auf den Notesverantwortlichen zukommt und eine Anforderung hat....liegt schon was prinzipiell im Argen. Eigentlich müsste der Verantwortliche gemäß der IT auf die AL zukommen und sagen "ihr schaltet nun die Excel-Tabellen ab , weil hier habe ich (Access, ERP-Modul, eine Notes-DB....).
--- Ende Zitat ---
Keine Chance. Kann ich nicht bringen. Da laufen die wichtigen Fachabteilungen sofort zum Vorstand und "können nicht arbeiten, sind von der EDV eingeschränkt usw."
cu
Sebastian
theBastian:
Hallo,
leider bin ich mit meinem Problem noch nicht weiter gekommen. :(
Ihr als Profi-Programmierer habt doch sicher Vorlagen, die das enthalten, was Ihr von Eurem Auftraggebern abverlangt, wenn es um die Erstellung einer DB geht.
Bin für jede Info dankbar.
cu
Sebastian
Mark³:
Es gibt hierfür verschiedene Vorgehensweisen. Die eine ist, alles genau zu dokumentieren und 50% des Aufwands in das Produzieren von Pflichten- und Lastenheften zu stecken, die wochenlang mit dem Kunden abgesteckt werden und sich ständig ändern.
Der andere Weg ist, grob die Anforderungen abzuklären und einen Prototyp zu basteln, der so ungefähr die Funktionalität beinhaltet (geht bei den meisten Notes-Projekten schneller als das Erstellen vom Pflichtenheft) und anhand des Prototyps gemeinsam mit dem Kunden festzurren, was wie umgesetzt werden soll. Meist gibt es in dieser Phase einige Überraschungen :o
Dann Aufwandschätzung und - ganz wichtig - immer Abrechnung nach tatsächlichem Aufwand.
Da die wenigsten Anwender sich in die Denkweise von Notes reindenken können (und die meisten Entwickler ebensowenig in die Arbeitsweise der Anwender) sollte man auf jeden Fall in regelmässigen Intervallen den derzeitigen Stand der Entwicklung mit dem Anwender abgleichen (bei grösseren Projekten).
Marinero Atlántico:
Es gibt keine einfachen Vorlagen.
Die User wissen erst nach einem Prototypen, welche Ansichten, Masken sie wirklich benötigen. Masken sollte man aber relativ frühzeitig festzurren. Bei einem neuen System würde ich mich von diesen technischen Notes-Begriffen lösen und mit Use Cases oder User Stories arbeiten (näheres in der einschlägigen RUP bzw XProgramming Literatur).
Ansichten sind nicht so wichtig. Ich halte das für ein ziemlich naives vorgehen. Die User sollen definieren, was sie sehen werden. Sie vergessen dabei sehr viel, weil sie es nicht vor sich haben.
Für am erfolgversprechensten halte ich:
User beschreiben ihre Arbeit und dafür wird ein Prototyp gemacht. Dann sagen die User was fehlt. Usw. iterativ.
Läßt man User Workflows definieren so werden sie meist zu komplex. Gleiches gilt für die Berechtigungsstruktur.
Du kannst natürlich sagen, dass RUP- und XP-Literatur nur was für Spinnner ist und Realisten ihre User saubere Listen generieren lassen, wo genau notiert ist was das System "darstellen" soll.
Genau diese besserwisserische Analphabeten-Mentalität sehe ich aber mittlerweile eine wichtige Ursache für die lachhafte Wirtschaftsentwicklung dieses Landes an.
Axel
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