Domino 9 und frühere Versionen > ND6: Entwicklung
Voraussetzung und Kriterien für DB-Entwicklung
theBastian:
Hallo,
ich wende mich mal an alle Entwickler, die sowas nicht als Fulltimejob warnehmen sondern eine Kombination aus Admin und Entwickler sind.
In Anlehnung an diesen Thread
http://www.atnotes.de/index.php?topic=8567.0
stehe ich auch vor dem genannten Problem. :(
Im Prinzip haben jetzt alle Notes als Medium entdeckt und decken mich mit Anforderungen nach DBs ein.
Wie händelt ihr Anfragen die von Mitarbeitern kommen?
Nach welchen Kriterien entscheidet ihr, ob die Entwicklung überhaupt sinnvoll ist?
Welche Voraussetzungen erwartet ihr von den Mitarbeitern der Fachabteilung?
Danke schonmal im voraus für Eure Hilfe.
cu
Sebastian
koehlerbv:
Das ist ein schwieriges (und eigentlich doch scheinbar einfaches) Kapitel, Andreas.
Auch wenn ich hier nicht mitspielen darf wegen
--- Zitat von: SKL74 am 21.04.05 - 13:45:00 ---ich wende mich mal an alle Entwickler, die sowas nicht als Fulltimejob warnehmen sondern eine Kombination aus Admin und Entwickler sind.
--- Ende Zitat ---
wage ich mal einen Kommentar aus meiner Sicht:
Wenn die Anwender weitere DBs (oder Applikationen) verlangen, ist dies ein sehr positives Zeichen. Bei allen kaufmännischen Überlegungen sollte man dies nicht ausser acht lassen !
An sich ist ansonsten die Entscheidung scheinbar ganz einfach:
- Was bringt eine Applikation an Gewinn (hier ist auch ideeler Gewinn wie Motivation, Zufriedenheit etc. einzubeziehen)
- Was kostet die Erstellung dieser Applikation ?
- Welches Know-How ist inder Fachabteilung vorhanden ? Gibt es externe Ressourcen, die entweder die Applikation komplett programmieren oder beratend zur Seite stehen oder bei der Gelegenheit das interne Know-How durch ein Training-on-the-job anheben ?
Für ganz wichtig erachte ich zwei Punkte:
Die interne realistische Selbsteinschätzung und damit verbunden die Bereitschaft, auch Hilfe ggf. von aussen in Anspruch zu nehmen. Dieses sollte wenn irgendwie machbar immer verbunden sein mit der Option, dabei internes Know-How dazuzugewinnen (das kostet beim ersten Mal wohl mehr Geld, spart aber dann gewaltig, wenn man das richtig aufsetzt).
Und: Die Abschätzung der Konsequenzen einer neuen Applikation. Es kann sich hieraus eine endlose Spirale weiterer Anforderungen ergeben, die dann ggf. in der Frustration beider Seiten (Fachabteilung, Anwender) mündet.
Für mich sind die Kernpunkte: Selbsteinschätzung, Folgenabschätzung, Einbeziehung externer Partner mit maximalen Know-How-Abgriff.
Soweit meine 2 ct.
Bernhard
TMC:
Wichtig finde ich noch:
- Wie integriert sich die Anforderung in die bestehende IT-Landschaft
- Wie vereinbart sich die Anforderung mit den mittel- bis langfristigen IT-Zielen
Auch die Frage: Warum in Notes? Ich habe in der Vergangenheit oft Anforderungen bekommen, die zwar in Notes umsetzbar sind, aber vielleicht andere Systeme einfach besser geeignet sind.
Es müssen also auch andere Systeme einbezogen werden, insbesondere das ERP-System.
Die IT-Ziele sind auch sehr wichtig. Was hilft es, wenn Du heute eine Anforderung bekommst, wenn z.B. ein Einkäufer seine Lieferanten-Kontakte in Notes verwalten möchte, weil das heute im ERP-System nicht geht, aber z.B. das ERP-System in 6 Monaten upgegraded wird und es dort evtl. eine solche Funktionalität gibt?
Es gibt sicherlich noch eine Reihe an weiteren Tipps, aber dazu müsste man Eure IT-Infrastruktur und Details zu Eurem Unternehmen kennen.
koehlerbv:
Volle Zustimmung, Matthias. Vielleicht könnte man die Liste daher noch ergänzen um folgenden Punkt (obwohl es das jetzt für Sebastian nochmals schwieriger, aber für das Unternehmen sicher lukrativer macht):
Wie können sich die bestehenden Systeme ergänzen ? ERP beherrscht keine dokumentorientierte Verwaltung - das ist aber die Stärke von Notes. Notes gleicht "Stammdaten" mit ERP ab, auf dieser Basis können "weiche Daten" in Notes erfasst werden. Deren Existenz (aber nicht deren Inhalt) werden dann wieer im ERP abgebildet.
Nur so als Beispiel ... Wegen ihres stringenten Verfahrens der Datenhaltung sollten aus meiner Erfahrung ERP-Systeme dann immer das führende System sein.
Bernhard
Marinero Atlántico:
Das ist eine Frage, für die es weder eine einfache Antwort noch einen simplen Prozess gibt.
Die User müssen ja mit dem System arbeiten, also sollen sie auch Vorschläge machen dürfen, zumal sie den Gegenstand, den das System abbildet (ihre Arbeit), besser kennen.
User sehen aber bestimmte Dinge nicht.
Setzt man deren Anforderungen unkritisch auf Zuruf um, endet das System leicht im Chaos.
Was User nicht sehen, sind viele der Auswirkungen ihrer Anforderungen auf die sogenannten nicht-funktionalen Anforderungen des Gesamtsystems:
(alles ausser die Use-Cases:)
Anpassbarkeit in der Zukunft
Allgemeine Logische Kohärenz
Übersichtlichkeit
Konfigurierbarkeit
Performance
Fehler-Robustheit
Wiederherstellbarkeit im Fehlerfall
und einiges mehr.
Systeme, in denen unkritisch auf Zuruf gearbeitet wird, weisen immer Schwächen hinsichtlich der Umsetzung der nicht-funktionalen Anforderungen auf.
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