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Eigenschaften von Redundanz - ein Brainstorming
JanHoener:
--- Zitat von: Marinero Atlántico am 12.04.05 - 16:26:00 ---imho kann man so etwas komplexes wie eine Seminararbeit sowieso nicht in einem Internet-Forum absprechen.
Wie gesagt. Der beste Tipp ist imho,
- ein paar Bücher zu wissenschaftlichen Arbeiten lesen.
- Sensibilität für Struktur wissenschaftlicher Texte zu gewinnen, indem du über die Struktur von wissenschaftlichen Texten, die du liest, nachdenkst.
- Struktur, Texte mit anderen durchsprechen/korrekturlesen lassen.
--- Ende Zitat ---
schon klar, nur ist präsentationstermin am 22.04. etwas knapp fürs lesen. deswegen frage ich hier nach eurer meinung, da ihr ja schon erfahrung mit solchen texten habt.
Gandhi:
Dann ein paar Tips zum Lesen:
Lies folgende Begriffe nach (soweit nötig)
-Replik/Replikation
-Lokale Replik
-Kopie einer Datenbank
-Speicher und Replizierkonflikte
-Verteilte Datenhaltung
-Eindeutigkeit von Adressen im NAB
-Notes-Cluster
-Backup/Recovery
Das sollte so ziemlich alles zum Thema Redundanz in Notes sein (wenn ich nichts vergessen habe - was andererseits ziemlich wahrscheinlich ist...)
Und bis zum 22.4.05 sinds ja noch 10 Tage - das reicht locker für 2000 Seiten Literatur ;D
Marinero Atlántico:
Für mich sieht das nach einer Grundstudiums-Seminararbeit aus, right?
Du hast dir ein bischen wenig Zeit gelassen. Gerade für die ersten Arbeiten sollte man sich viel Zeit lassen. Aber ich hatte auch gerade zu Anfang (und zu Ende) meines Studiums so getürkte Kamikaze-Einsätze.
Geb dir beim nächsten Fall ein wenig mehr Zeit.
Bei so Kamikaze-Arbeiten sollte man alles, was irgendwie negativ aufstössen könnte vermeiden. Also quasi: Catenaccio spielen. Zu null spielen. Oder 4 gewinnt.
Der Punkt "Definition aus Wikipedia" könnte aufstossen. Eigentlich gehören Arten von Redundanz zur Begriffsdefinition. Komplexe Begriffe sollten auch nicht per Definition determiniert werden. Vielmehr ist es vermutlich intelligenter den Begriff ein wenig zu diskutieren. Unterschiedliche, möglicherweise widerstreitende Definitionen vorgestellt. Etc.
Ich bin damit nicht richtig durchgekommen. Aber nochmal:
Erst Begriff von Redundanz (inklusive Aufzählen der unterschiedlichen Orten, wo sie sich manifestiert) und dann aufzeigen, wo diese Redundanz in einem Notes-System auftritt. Moment noch besser: Bestimmte Redundanz Aspekte treten in allen Client-Server Systemen auf. Deshalb das vielleicht erst: Redundanz in Client-Server Systemen und dann Redundanz in Notes!
Es existieren gewisse allgemeine Motivationen für Redundanz in Systemen wo viele Clients auf 1 oder mehrere Ressourcen auf einem Server zugreifen. Das ist ein Knappheitsproblem. Der Server kann nicht eine unbegrenzte Menge an Anforderungen bearbeiten. Ausserdem kann diese Verarbeitung nicht in beliebiger Reihenfolge geschehen. Das muß herausgearbeitet werden.
Neben dieser "Runtime-Redundanz" existiert - gerade im Vergleich zu Relationalen Datenbanken - sowas wie Redundanz im Datenbank-Schema. Relationale Datenbanken sind wesentlich strenger im Hinblick auf Redundanzvermeidung als LotusNotes (oder auch Objektsysteme). Fällt immer wieder auf beim Mapping von Objekten auf Relationale Strukturen, dass die Objekte wesentlich redundanter sind als eben RDBMS.
Motivation von Redundanz ist vielleicht ein besserer Titel als 1.3. Ursachen von Redundanz
Mir fallen ein:
- Performanz (existiert trade-off: Performanz vs. Redundanzfreiheit. Wobei Performanz auch überhaupt kein guter Begriff ist. Scheissendreck. Muss irgendwie in einem Begriffsdreieck: Redundanz. Concurrency. Contention).
- Datenkonsistenz vs. Redundanz. Wenn Daten doppelt gespeichert sind, entsteht automatisch die Gefahr, dass sie inkonsistent werden.
- Transaktionen benötigen imho eine gewisse Redundanz im System. Transaktionen heisst: Mehrere Aktionen werden zu einer atomaren/unteilbaren Aktion zusammengefasst. Der Fall eines Speicherkonflikts:
User A bearbeitet Dokument a.
User B sieht Dokument a in einer Ansicht und öffnet dies ebenfalls zum Bearbeiten. Er erhält keine Nachricht, dass User A es bearbeitet (es gibt bei einem Server programmatische Lösungen damit umzugehen, aber davon sehe ich erstmal ab).
Hier genau bearbeiten, wo eigentlich die Redundanz besteht. Die ist nämlich darin, dass User A auf einer Kopie von Dokument a arbeitet und User B eine andere Kopie des Dokuments a' zum Bearbeiten öffnet.
User A speichert Dokument a.
User B macht auf der alten Kopie von a ein paar Bearbeitungen und speichert das Dokument.
Beide Dokumente sind inkonsistent und es existiert ein Speicher-und-Replizierkonflikt.
Marinero Atlántico:
Das war jetzt eine wirre Ideen-Sammlung, die dich möglicherweise verwirrt.
Wichtigster Tipp: Suche in der Literatur nach Diskussionen, Begriffsdefinitionen zu Redundanz. Beziehe dich auf einen Teil dieser Literatur. Das ist meist ziemlich einfach zu schreiben und beliebt bei Dozenten.
Versuche dann allgemeine Motivationen von Redundanz in Client-Server Systemen und Datenbankschematas zu finden.
Gehe dann auf die Besonderheiten von Lotus Notes ein.
Versuche nicht zu viel Inhalt und Details von Lotus Notes da reinzupacken! Zu sowas neigen Anfänger immer und die meisten Dozenten mögen genau das nicht.
Such dir jemanden, der deine Arbeit querliest.
Ich hab mehr von der extrem nervigen Kritik von meiner Schwester und der Kritik eines ziemlich abgedrehten "wissenschaftsfreak"-Kommilitonen (Jörg) gelernt als von der Uni an sich glaub ich. Jörg ist jetzt glaub ich leider immer noch arbeitslos, aber der Typ hatte in vielen Punkten einfach recht und es hat mir sehr geholfen.
Für die Zukunft: Lese die veröffentlichten Texte desjenigen, der die Arbeit bewertet. Ich hab das erst bei meiner Diplomarbeit gemacht, als ich unter einer leicht assozialen "Zweit-Korrektor" Regelung stand. Mein Erstkorrektor hat mir das empfohlen und das hat sehr geholfen. Bringt aber erst was, wenn man selbst ein paar Arbeiten geschrieben hat.
Gib dir ein bischen Mühe und setze dir vernünftige Fristen! Jörg ist irgendwann dazu übergegangen für Hauptseminarsarbeiten 10 Monate zu benötigen (vorgesehen: 2 Monate). Er hat dann immer ein "Sehr gut" bekommen, aber sich damit zu weit von unserer Gesellschaft entfernt.
Also: Mühe geben, sich interessieren, Termine einhalten, Korrekturlesen lassen, Kritik aushalten.
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