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Notensystem bei Tests (Fortsetzung)
TMC:
--- Zitat von: Semeaphoros am 27.02.05 - 20:50:02 ---Täusche Dich nicht bei der Beurteilung von Schulnoten, alles, was ich bisher zu dem Thema gesehen hab, zeigt, dass die Spanne bei Matheaufgaben ähnlich breit - also bei gleichen Resultaten eine Abweichung von 2 bis 3 Noten zwischen zwei Leherern - ist wie bei Aufsätzen oder so. Auch da spielt viel subjektives hinein, ein ziemlich deutliches Beispiel: Die Mathe-Aufgabe wurde mit dem richtigen Lösungsweg gelöst, am Schluss macht der Schüler einen Flüchtigkeitsfehler und hat ein falsches Resultat. Wie ist das zu bewerten? Falsch, weil das Resultat nicht stimmt? Halbrichtig, weil der Lösungsweg stimmt aber das Resultat falsch? Richtig, weil der Lösungsweg stimmt, der kleine Fehler im Resultat ist nicht wirklich wichtig? Da differieren dann die Meinung der Leute gewaltig und selbst bei ein und demselben Lehrer gibts da auch mal unterschiedliche Resultate, je nach sym- oder anti-pathie ......
Richtig, diese MC-Tests sind nichts besonders schönes, sie sind sehr praktisch, weil einfach und schnell ausgewertet. Lotus hat vor vielen Jahren versucht, Praxis-Tests anstele der MC-Testmethoden zu entwickeln und anzubieten. Der Erfolg? Ernüchternd, um nicht bösere Worte zu gebrauchen. Sowohl die Testzenter wie auch die Prülinge haben diese Art von Tests nicht wirklich akzeptiert und so war Lotus-Education gezwungen, diese wieder einzustampfen. Leider.
--- Ende Zitat ---
Ich schreibe hier weiter, um den bestehenden Thread nicht OffTopic zu machen.
Jens, bei Mathe-Aufgaben bin ich auch bei Dir. Als ich in die Schule ging, war das leider rigoros. Mehr als 50% der Ergebnisse falsch bedeutete Note 5 oder 6, unabhängig davon wie weit die Lösung fortgeschritten war. Meines Erachtens alles andere als fair.
Bei Deutsch war es ähnlich: Wir hatten fähige Leute in der Klasse, schrieben wirklich prima Aufsätze. Der Lehrer wertete allerdings ab. x Rechtschreibfehler = 1 Note schlechter. Bei einem Schulfreund machte das teilweise 3 Noten aus. Er konnte wirklich gute Erörterungen schreiben, aber machte viele Rechtschreibfehler (ca. 20-30 auf 10-15 A4-Seiten). Der Lehrer wertete immer radikal ab, bei ihm waren es immer 2-3 Notenstufen (von 1 auf 3 oder 4).
Meines Erachtens passt das nicht, weil ansonsten seine Arbeit prima war.
Meine Erfahrung zu MC:
Mein Cousin macht gerade eine Ausbildung zum Bürokaufmann (ist im 3. Lehrjahr). Klare Ansage: Hat er alle MC-Fragen der letzten 5-8 Jahre gelernt, so schafft er > 90% der schriftl. Abschlussprüfung (nur max. 5-10% ist neu). Was soll denn das? MC auswendig lernen führt da aber zum Ziel. Man muss nichts von der Materie verstanden haben. Für die IHK ist es auch leicht.
Das kann es doch nicht sein.
Semeaphoros:
Absolutes Einverständnis. Eine Lehrabschlussprüfung vorwiegend auf MC abzustützen ist geradezu fahrlässig. An den (Lotus-)Zertifizierungen hängt ja nicht sooo viel, daher kann man das wohl durchaus auch akzeptieren, wenn auch mit einem eher weinenden Augen. Tests, die aussagekräftiger wären, wären schon wünschenswert.
Don Pasquale:
--- Zitat von: TMC am 27.02.05 - 21:08:46 ---Bei Deutsch war es ähnlich: Wir hatten fähige Leute in der Klasse, schrieben wirklich prima Aufsätze. Der Lehrer wertete allerdings ab. x Rechtschreibfehler = 1 Note schlechter. Bei einem Schulfreund machte das teilweise 3 Noten aus. Er konnte wirklich gute Erörterungen schreiben, aber machte viele Rechtschreibfehler (ca. 20-30 auf 10-15 A4-Seiten). Der Lehrer wertete immer radikal ab, bei ihm waren es immer 2-3 Notenstufen (von 1 auf 3 oder 4).
Meines Erachtens passt das nicht, weil ansonsten seine Arbeit prima war.
--- Ende Zitat ---
Das ging mir auch immer so, bis zum Abitur ( Deutsch-LK).
Mir blieb nichts weiter übrig, Ich hab mich dran gewöhnt.
Heftiger war meine Französischnote. Meine sachliche und rege Mitarbeit
- sagen wir unbescheiden einer der kursaktivsten - konnte meine
6 ( also 3 Punkte) in Französisch nicht bessern, wegen zu vieler Grammatikfehler in meinen - gesprochenen - Sätzen.
Sorry ich werde immmer off-topicer
ciao
Don Pasquale
Semeaphoros:
Na, wir sind ja in Offtopic .... und das passt hier schon ...
Das Dumme an der ganzen Geschichte ist die, dass es nie eine wirklich objektive Bewertung und damit Benotung geben kann, je nachdem worauf man mehr Wert legt, fällt die Beurteilung anders aus. Ist grammatikalische Korrektheit wichtig? Kann man das schon im voraus sagen? Hängt doch dann stark vom Kontext ab, welche Teile dann später mal wichtig werden. Wie stark sollen die einzelnen Elemente gewichtet werden? Da gibt es nie eine wirklich objektive Antwort drauf. Das Dumme dabei ist, dass dieses Bewusstsein (quasi die Relativitätstheorie der Noten) nicht sehr verbreitet ist, sonst könnte man vernünftig statt emotional mit Schulnoten umgehen ....... :(
Gandhi:
--- Zitat ---Das Dumme an der ganzen Geschichte ist die, dass es nie eine wirklich objektive Bewertung und damit Benotung geben kann
--- Ende Zitat ---
Und warum werden dann welche vergeben? Wenn ich nicht klar messen kann, wie weit es von bla nach blubb ist, dann kann ich auch keine Streckenlängenangabe machen.
Schule sollte sich mehr auf Ausbildung konzentrieren und weniger auf das Aussieben. Den Lehrern müsste beigebracht werden, dass schlechte Noten ihrer Schüler nicht der Beweis für deren Dummheit ist, sondern ein Beweis für die eigene pädagogische Unfähigkeit. Mit dem Paradigma ginge es in den Schulen bald voran.
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