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Notensystem bei Tests (Fortsetzung)

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Marinero Atlántico:
... und wieder dieser klassisch-teutonische Hang eine bessere Welt zu schaffen...
Nach der institutionellen Umsetzbarkeit wird nicht gefragt. Statt dessen stellt man exquisite Ansprüche an den Lehrer.
Der ist vermutlich auch dafür verantwortlich, dass die lieben Kleinen verkifft im Unterricht erscheinen, sich nicht richtig ernähren und in ihrem Medienverhalten gerne zu Gewaltvideos und Telespielen greifen.
 
Ich war selber ein Schüler, der sich um Rechtschreibung einen Dreck geschert hat.
Ich stimme den Lehrern, die mich dafür notenmässig runtergesetzt haben aus heutiger Sicht völlig zu.
Ein Zusammenarbeiten ist ohne einen Regelkanon nicht möglich.
Wer sich nicht dran hält, muß mit den Konsequenzen leben.
Natürlich gibt es Fälle von echter Legastenie.
Ich war nicht so ein Fall.
Ich war einfach ein arroganter fucktard, der meinte zu genial für solche minderwertige Primitivlogik wie Rechtschreibung zu sein.

Axel

Semeaphoros:
Die Antwort von Axel ist hier sehr passend. Wenn die Bewertung nicht 100%ig ist, heisst es noch lange nicht, dass man sie nicht brauchen soll, sondern man sollte sie so einsetzen, wie sie eben brauchbar ist. Klar, die Schule tut das nicht immer, das grösste Problem ist aber, dass diese Bewertungen in den meisten Fällen falsch interpretiert werden. Ist das jetzt das Problem der Bewertung selber? Nicht wirklich. Und der Rest von Ghandis Bemerkungen gehört hier nicht hin, wir haben die Bewertung thematisiert und nicht die Schule.

Gandhi:
OK, dann streichen wir den 2. Teil ;D

Und ich stimme auch dem 'Regelkanon' bei, der notwendig ist.

Und dennoch darf ich ja wohl die Frage stellen, warum ich etwas messe, was ich nach allgemeiner Sichtweise eben nicht quantifiziert messen kann: Die geistige Leistung eines Kandidaten/ Schülers.

Da hat MC eindeutige Vorteile, weil es eben nur eindeutig richtig oder falsch gibt, solange die Fragen gestellt sind. Ob das nun so sinnvoll ist, wenn man die Fragen vorher kennt - ich glaube nein. Sind sie allerdings unbekannt finde ich, dass dies ein sehr valides System ist.

Selbst in der Mathematik ist eine Bewertung oft nicht möglich - ich erinnere an den kleinen Gauß, der für seine Vereinfachung der
Additionsaufgabe aller Zahlen von 1 bis 100 der Legende nach erst mal eine geknallt bekam...selbst hier gibt es mehrere Wege und wie aber sind diese zu bewerten?

Ums mal klar zu sagen - ich habe gar nichts gegen Noten gehabt - als Schüler und Student - weil ich dennoch immer auf der richtigen Seite war - aber an sich ist es doch wohl ziemlich absurd z.B. die Interpretation eines literarischen Wertes X in absoluten Noten von 1-6 bzw. 0-15 Pkt. zu beurteilen.

Im Fall der Rechtschreibung gebe ich Axel recht - da muss man halt durch - wenn es auch für manche hart ist/war.

Zum Thema des teutonischen Hangs eine bessere Welt schaffen zu wollen ist zu sagen, dass wenn das niemand versucht, die Welt schließlich so schlecht (oder gut) bleibt, wie sie ist. Und das eine Verbesserung des Schulsystems keine unerschaffbare Utopie ist, hat die deutsche Bildungspolitik wohl spätestens seit der Pisa-Studie einsehen müssen.

Das hat dann auch nichts mit 'verkifften' Schülern zu tun, was nun wirklich eine vollkommen sinnfreie Pauschalisierung ist. Und wenn    die Schüler verkifft und desinteressiert sind, dann sollte sich - nur mal so nebenbei - die Schule auch so ihre Gedanken machen, inwiefern sie dazu beiträgt.

Aber wie Semeaphorus schon sagte gehört das in diesen Off-Topic Thread nicht rein (wohin denn dann eigentlich) sonst kommt der böse Lehrer und schimpft  ;D

Marinero Atlántico:
hm. Ich habe Zeiten auf der falschen Seite und andere Zeiten auf der richtigen Seite des Notenspektrums verbracht.
Was ich eigentlich sagen wollte: Man kann das Subsystem "Schule" und der ihre Träger "Lehrer" auch eindeutig überfordern.
Es sind so viele Kräfte, die auch ein so junges Leben einwirken, wie z.B. Werte im Freundeskreis, etc.
Meine Eltern haben mir jedenfalls zum Glück klargemacht, dass die Schuld für Mißerfolg bei mir lag und besonders meine Mutter hat sich immer über Eltern aufgeregt, die Lehrer ständig angegriffen haben.
Lebe in jeden Fall jetzt mit der festen Überzeugung, dass es ohne Sekundärtugenden wie Fleiss, Ordnung und so was nicht geht. Und die Dinge laufen auch nicht automatisch in die richtige Richtung.
Die wirklich guten Lehrer (und Professoren/Assistenten) an die ich mich erinnern kann, hatten jedenfalls auch schon mal Konflikte mit Schülern/Eltern/Studenten.
Unser extrem früh in 3 Sorten kategorisierendes Schulsystem befördert ausserdem, dass überehrgeizige Eltern ihre Kleinen auf eine Schultyp drängen, auf den sie einfach nicht gehören.
Außerdem hab ich den Eindruck, dass in Ländern wie Finland Bildung einfach ernster genommen wird. Hier hat sich vielleicht durch den wirtschaftlichen Erfolg in den 1950 - 1990 der Glauben breitgemacht, dass das alles irgendwie automatisch läuft und jetzt haben wir den Salat.
Hab bei meinen beiden Arbeitgebern eine Menge Azubis mitgekriegt. Manche waren o.k., einer war richtig gut und zu viele waren imho im Rückblick einfach für ihre Aufgabe noch nicht reif. Da bin ich sicher dran Schuld. Ich weiss.  ::) 

Semeaphoros:
Also, Ghandi, wenn man etwas, was nicht eindeutig quantifizierbar ist, nicht messen darf, dann kannst Du die Pisa-Studie aber auch gleich in die Tonne stossen, und dann gleich auch noch ein wenig mehr.

Auch Dein Urteil, die MC sind richtig gut, wenn die Fragen nicht bekannt sind, kann ich nicht wirklich nachvollziehen. Auf manche Frage gibt es nicht genau eine richtige Antwort. Und was so ein MC-Test dann auch wirklich misst, ist eine Wissenschaft für sich ..... frag mal die Psychologen, die sich mit Testtheorie herumschlagen ...... Im Grunde genommen ist es ziemlich wurscht, mit welchem System man misst (MC ist eines von vielen möglichen Systemen), wenn das zu beurteilende nicht genau messbar ist, wird jede Messung Unschärfe zeigen.

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