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Ein Hoch auf die Systemadministratoren ...

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Xantox:
Ich bin vor kurzem im HeiseForum auf folgenden Post zum Thema "Administratorentag" gestoßen:

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"Ich war Programmierer und bin jetzt Administrator. Ich hatte vorher
einen lauen Job, denn ich hatte einen fest umrissenen Arbeitskreis.

Außerdem bin ich als Admin immer alles schuld. Das liegt schon daran,
weil 98 % aller Menschen um mich herum nicht mal 10 % von dem
verstehen, was sie täglich bedienen.

Admins haben einen harten Job. Stell' Dir vor, Du müsstest einen
Tanker durch die Klippen steuern und nebenbei fünzig Leuten
abwechselnd und nacheinander erklären, was Wasser ist und warum
Schiffe nicht fliegen können.

Deine Maschine bleibt ohne Warnung und Angabe von Fehlern plötzlich
stehen und läuft drei Minuten später wieder. Das gleiche gilt für
jeden Generator auf jedem Deck.

Draußen kreisen ständig sozial gestörte Haie, die automatisiert
Lücken am Schiffskörper suchen um das Schiff sinnlos zum Kentern zu
bringen.

Der Kapitän steht mit verschränkten Armen auf der Brücke und brüllt
abwechselnd "schneller" und "Verbrauch' nicht so viel Sprit!".

Die User rufen auch an weil die Kabinen mal ein bisschen feucht
werden oder das Licht etwas flackert.

Andere zünden in ihrem Kabinen Atombomben und werfen Dir vor, dass
das Schiff das nicht ausgehalten hat.

Oder sie verschenken den Schlüssel an Wildfremde und fragen Dich, wie
jemand ihr Bett verwüsten konnte.

Vielleicht legen sie auch ihre Kleidung in Schubladen, ohne sich zu
erinnern welche Farbe sie hatte. Du darfst ihnen als völlig
Unbeteiligter bei der Suche helfen.

Administratoren sind die wenigen Motoren, die die Welt weiter drehen.
Und sich nie beklagen.

F.W."

Semeaphoros:
Oh ja, ein sehr gutes Bild ......

Marinero Atlántico:
Ich bin zwar kein Admin, aber ich würde sagen, dass dieser Typ ernsthafte Probleme hat, seine Arbeit zu organisieren.   ;D ;D
Wird überhaupt erwartet, dass man diese Heroisierung von Bürotätigkeiten irgendwie noch ernst nimmt.  ???

Semeaphoros:
Sorry, Axel, geh mal eine Woche als Supporter in ein Helpdesk (1st Level), dann wirst Du die Unsinnigkeit Deiner "Behauptung" sehr rasch feststellen können. Das hat nix mit eigener Arbeitsorganisation zu tun, das ist harte Realität. Weder der Supporter noch der Admin hat seine Zeit wirklich selber im Griff, das muss schon von der Organsiation her ganz straff angegangen werden, wenn es funktionieren soll. Ich hatte da in die verschiedensten Betriebe teilweise sehr intimen Einblick, weiss also, wovon ich rede.

Marinero Atlántico:
also ich hab selbst die Erfahrung gemacht, dass man das alles nicht so dramatisch sehen muß und Dramatik/Heroismus sogar die eigene Leistungsfähigkeit massiv einschränken können.

Schliesslich reisst einen hier keiner den Kopf ab. Gut. Man kann seinen Job verlieren. Ist mir auch schon passiert. 2 mal, um genau zu sein.

Und die Situation, wo in irgendeinen Meeting 3 bis 10 Leute mich für desorientiert, inkompetent und was weiss ich erklärt haben (einer muss ja Schuld sein), kenne ich auch. Und auch die Situation, wo die Leute eine Woche später gesagt haben, dass ich irgendwie Recht habe.

Mein Rat: einen gewissen Abstand gewinnen.
In Büros werden sowieso keine richtig heroischen Schlachten geschlagen.
Das ist mehr so die Domäne der Diplomatie.
Natürlich bin ich dafür seinen Job gut zu machen. Das macht man aber gewiss nicht, wenn man diesen irgendwie als Abenteuerspielplatz begreift.
Wenn eine Sache eben länger dauert als der gegenüber erwartet, muß man das eben argumentativ klar machen. Manchmal gibt es eben Meinungsverschiedenheiten.

Gruß Axel  

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