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Kleinschreibung in der TAZ.

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Semeaphoros:
Martin: Man kann es nicht sehen wie man will.


Ebenso rar: Die klassische Gross/Kleinschreibung liest sich nicht nur aus Gewohnheit besser.

Da gibt es zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen dazu.

Klassische Gross-Kleinschreibung bringt für den Leser ein zusätzliches Erkennungsmerkmal. Die Untersuchungen zeigen ganz klar, dass es sich dabei um eine Lesehilfe handelt. Der Geschwindigkeitsgewinn beträgt etwa 10%, und das nicht nur im Deutsch, sondern auch im Französich im Test mit sog. Native Speakern: Bei denen kann die Gewohnheit keine Rolle spielen, die haben die sog. "gemässigte Kleinschreibung". Im Deutsch ist die Sache noch ein wenig mehr zugespitzt, da es zahlreiche Wörter gibt, die je nach Gross- oder Kleinschreibung Sinn oder Sinnfärbung ändern.

Don Pasquale:
@Semaphor;

Mit Erkennungsmerkmal ist gemeint, dass der geübte Leser nicht mehr jeden Buchstaben einzeln liest sondern Buchstabengruppen erkennt.

Ich erinnere mich an einen Thread, der sich darüber lustig gemacht hat,
dsa mna Txete immre nohc lsen knan
auch wenn sie total verstellt sind.

Ciao
Don Pasquale



--- Zitat ---die Kleinschreibung ist weltweit bewährt
--- Ende Zitat ---
Das ist doch kein Argument, wer behauptet so etwas ?
Das kann die taz doch nur augenzwinkernd gemeint haben.

Die größte Bevölkerungsgruppe der Welt schreibt doch eh
von oben nach unten und mit Schriftzeichen die doch
eher Bildchen sind.

Ciao
Don Pasquale

ps: Mir ist es egal, nach welcher Rechtschreibung ich meine
Fehler mache. Aber wenn sich der Springer Verlag hinter eine Sache klemmt, dann ist sie für mich per se ( von vorneherein) Verdächtig.


Semeaphoros:
Das ist so, mit dem immer noch erkennen können und hängt schon indirekt zusammen. Dass man trotz Fehlern noch erkennen kann, geht auf Redundanz der Information zurück. Die Sprache hat eine ganze Reihe von Redundanzen eingebaut. Beim geschriebenen Deutsch gehört als eines der Redundanzmerkmale die Gross-Kleinschreibung dazu.

Man kann diese Redundanz jetzt entweder dazu nutzen, die Erkennbarkeit zu erhöhen oder als Fehlerkorrektur-Mechanismus. Wird die "Fehlerkorrektur" gebraucht, wie in dem von Dir erwähnten Thread, kann man auch da feststellen, dass eine Verringerung der Leseleistung damit einhergeht. Man versteht zwar den Text (in gewissen Grenzen) immer noch, aber die Zeit, bis der Text erkannt wird, wird dadurch auch wieder vergrössert und damit nimmt Ermüdung und Leseunlust zu - wie Matthias weiter oben beschrieben hat. Mir geht es genauso, wenn ein Fragesteller die Frage so formuliert, dass ich Mühe habe, sie zu lesen, wird übersprungen und der Frager bekommt keine Antwort von mir. Natürlich nehme ich Rücksicht auf Leute, die fremdsprachig sind und habe dabei dann mehr Geduld .....

rar:

--- Zitat ---Das ist doch kein Argument, wer behauptet so etwas ?
--- Ende Zitat ---
Das sagte der stellvertretende Chefredakteur der taz Peter Unfried. Wo er das her hat, weiß ich nicht.

Der Artikel stand gestern übrigens im Standard

Semeaphoros:
Noch etwas, was man bei der Diskussion immer wieder vergisst:

Wenn die Zeitungen anfangen klein zu schreiben, halte ich das für sehr unsozial. Der Effekt ist der, dass man die "halben" funktionalen Analphabeten, zu "ganzen" Analphabeten macht.

Unter Halben verstehe ich diejenigen, die zwar noch lesen können, selber aber nicht mehr aktiv schreiben. Die lesen in der Regel noch ihre Tageszeitung - zwar mit viel Energie und Mühe - aber sind so mit dem tagesaktuellen Wissen noch sozialfähig. Mit der gemässigten Kleinschreibung macht man ihnen das Lesen schwerer und manch einer wird dann die Tageszeitung nicht mehr anfassen, ganz einfach, weil es im zu viel Energie kostet, sie zu lesen, einfach gesagt, es wird ihm zu mühsam. Damit verliert er aber gewisse Sozialkompetenzen, da er nicht mehr über die Aktualiäten informiert ist. Das hat weitreichende Konsequenzen, da die Sozialfähigkeit bei uns ein recht wichtiger Ueberlebensfaktor für die einzelnen Menschen darstellt.

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