Das Notes Forum
Sonstiges => Offtopic => Thema gestartet von: Klafu am 05.12.08 - 09:24:14
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Hallo, ich verfolge seit einiger Zeit interessiert die Geschichte vom Herrn Adolf Merckle.
Dieser hat ja nun durch die VW Aktie 1Mrd. Euro "verzockt".
Nun will er sich ja von einem Zusammenschluss mehrerer Banken einen Kredit geben lassen.
Diese Banken fordern aber, dass er als Rücksicherung das Unternehmen Ratiopharm verkauft.
Nun meine Frage:
Das Privatkapital des Herrn Merckle ist ja auch nicht von schlechten Eltern.
Kann er sich nicht selbst einen "Kredit" geben ?
Gruß
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Offenbar nicht.
Sonst würd er es machen.
Sein Privatvermögen wird ja auch in diversen Villen, Einrichtungsgegenständen, Booten, Fahrzeugen stecken, die er erstmal flüssig machen müßte.
Gut, er könnte vermutlich dieses Zeugs als Sicherheit für einen Kredit nehmen.
Vielleicht reicht das aber nicht. Oder er will nicht.
Es ist die souveräne Entscheidung des Herrn Merckle, ob er die Firma oder Villen verkauft.
Schliesslich leben wir (und die Schweiz) in einem Rechtsstaat und nicht in einer faschistischen oder sozialistischen Diktatur.
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Soweit ich das verfolgt habe, will er Tiele seines Privatvermögens als Sicherheit für einen Kredit bieten.
Ansonsten könnte er theoretisch auch private Gelder der GmbH als Darlehn geben, sofern das der Gesellschaftervertrag vorsieht.
Andreas
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Also ist auf der einen Seite sein Privatkapital nicht "verfügbar" aber auf der anderen will er es als Sicherheit anbieten?
Dann könnte er doch eigentlich ne private Miliarde nehmen und "weiter zocken" und tun als wäre fast nichts gewesen ?
Oder ist das alles einfach nur ein 'Nicht-wollen' von seiner Seite aus?
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Fest steht, dass - ganz unabhängig wie Herr Merckle dieses Problem löst - ich es gerne hätte.
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Die "Manipulation" der VW Aktie durch Porsche wird ja noch untersucht. Es werden wohl seitens der Hedge Fonds, die mit Leerkäufen Milliarden verloren haben, Klagen vorbereitet.
Vielleicht gibts ja noch eine Chance, dass er sein Geld zurückbekommt. Da würde ich auch erstmal warten, bevor ich mein Privatvermögen verballere.
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Es werden wohl seitens der Hedge Fonds, die mit Leerkäufen Milliarden verloren haben, Klagen vorbereitet.
gibt es auch Klagen von anderen, die durch Hedge Fonds sehr viel Geld verloren haben?
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Wer mit Hedge Fonds hantiert muss wissen worauf er sich einlässt. Gewinne mitnehmen macht jeder gerne, aber wenn es Verluste sind, wollen alle klagen.
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Die Hedgefonts sind ja fast gezwungen zu klagen bei diesen Verlusten. Porsche hingegen gibt sich sehr, sehr sicher (was auch nachvollziehbar ist aus meinen Augen, da sie schon Anfang des Jahres offiziell bekannt gegeben haben, die VW-Mehrheit erwerben zu wollen).
Wie dem auch sein: In den nächsten etlichen Jahren wird da kein Geld fliessen ;D
Bernhard
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Fest steht, dass - ganz unabhängig wie Herr Merckle dieses Problem löst - ich es gerne hätte.
Da stimme ich dir zu - solche LUXUS - Probleme.
;D
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... Es werden wohl seitens der Hedge Fonds, die mit Leerkäufen Milliarden verloren haben, ...
Ich bin ja der Meinung das es da mitten in der Finanzkrise haargenau die richtigen getroffen hat, und das die sich mal so richtig verzockt haben. Da bin ich mal überhaupt nicht schadenfroh, nein ganz und garnicht
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André, Widerspruch!
Wirtschaftspolitisch hat es die richtigen getroffen - es ist wieder eine Blase geplatzt. Sicherlich hat auch vor allem die US-amerikanische Gesellschaft insgesamt diesen Dämpfer gebraucht wegen der Einstellung "Wieso, ich habe doch Kreditkarten!".
Die, die es verzapft haben, werden jetzt aber kaum ihren Lebensstil massgeblich umstellen müssen (wenn doch, würde es mir auch überhaupt nicht leid tun!). Bluten muss es der sogenannte Mittelstand - massgeblicher und braver Steuerzahler.
Was ich momentan besonders erschreckend finde: Das Wort haben die Paniker. Und die machen alles noch viel schlimmer. Mir gehen derzeit in Politik und Wirtschaft die Macher ab, und das ist eine ganz armselige "Show", da ja gerade dort eigentlich schon längst hätte erkannt werden müssen, wo der Zug hinrast und was man nach dem Knall machen muss.
Bernhard
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Naja. Es sind schon einige Teile von Vermögen vernichtet worden.
Ich erwarte jetzt auch
- eine Neuordnung des internationalen Finanzsystems.
- politische Regulierungen von Management-Gehältern
Die Reagan/Thatcher Epoche einer unterregulierten Marktwirtschaft unter Globalisierungs-Bedingungen ist zu Ende gegangen.
Wir sind dort genauso zu weit gegangen wie auf seine Art der europäisch-amerikanische Wohlfahrtsstaat vor den Krisen Ende der 70er oder der lateinamerikanische und indische Importsubstitutions-Bürokratismus vor 1982/91.
Wirtschaftskrisen finden in einer Marktwirtschaft eben statt. Die Nachrichten sind so wie sie eben sind. Es ist ja gerade das Merkmal der Krise, dass man sie vorher nicht erkennt. Die Vorhersage-Fähigkeit des Menschen ist eben beschränkt. Das ist keine Show. Es gibt keine klaren Verhaltensanweisungen. Wir fahren auf Sicht und das geht gar nicht anders. So ist das System. Und einen Systemwechsel wirds nicht geben. Nachbesserungen schon.
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Es ist ja gerade das Merkmal der Krise, dass man sie vorher nicht erkennt. Die Vorhersage-Fähigkeit des Menschen ist eben beschränkt.
Sorry Axel, aber das ist mir zu fatalistisch. Ich (und nicht nur ich) habe schon vor mindestens zwei Jahren nur noch kopfschüttelnd vor dem amerikanischen "kauf ich mir auf Pump"-Phänomen gestanden und den unzeitgemässen Schrott, den sie dann als Autos verkaufen und den Riesensummen, die in die Kriege gesteckt wurden (und diese Summen wurden dem realen Wirtschaftskreislauf damit entzogen!) - und weltweit kaufen dann angebliche Fachleute in Banken und Versicherungen die dadurch aufgehäuften Risiken. Bitte - das ist doch nur noch krank und für mich ein Zeichen dessen, was sich in den letzten Jahrzehnten *moralisch* durchgesetzt hat: Wir kassieren dieses Jahr, und dann kommt ein weiteres Jahr. Die Entscheidungen liegen heute viel zu viel bei "Managern", die schlimmstenfalls (nach Abkassieren) gefeuert werden können. Politiker, die schlimmstenfalls nach ihrer Abwahl nur ausgesorgt haben (nein, ich plädiere nicht dafür, Schuldige am nächsten Laternenpfahl aufzuhängen!!!).
Unser System ist in den letzten zwei, drei Jahrzehnten sehr, sehr schwer erkrankt. Jetzt muss es in einer Rosskur genesen. Mich stinkt nur an, dass die Falschen dafür bezahlen müssen.
Mit Herrn Meckle wurde hier sicherlich nicht das beste Beispiel getroffen (auch wenn er wohl gezockt hat wie der letzte Penner in der übelsten Spielhölle, die ihn noch reinlässt) - aber DER wird weiterhin Sonnenuntergänge mit Champagner auf seiner Jacht im Mittelmeer verleben können (oder wo immer seine Vorlieben liegen). Viele Ratiopharm-Mitarbeiter werden sich aber wohl fragen müssen: Wann komme ich überhaupt das nächste Mal bis zum Mittelmeer?
Mir geht es derzeit wie vor 75 Jahren Max Liebermann: "Ich kann gar nicht so viel essen, wie ich kotzen möchte!".
Mein Augenmerk richte ich derzeit auf die Unternehmer (und dieses Wort *Unternehmer* gehört endlich wieder geehrt und "Manager" zum Erfüllungsgehilfen degradiert!), die klug und verantwortungsvoll in dieser agieren, ebenso gilt dies für entsprechende Wissenschaftler und Politiker. Nur ist die Auswahl dieser Leute über die Jahre arg dünn geworden.
Bernhard
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stimme Bernhard hier voll zu (@Edit: in dem vorherigen Posting), bluten wird der Mittelstand, der "normale" Steuerzahler, das was man so als "Fußvolk" betitelt.
Mir gehen derzeit in Politik und Wirtschaft die Macher ab
genau das ist ein Problem, es geht bloß um Stimmen für die anstehenden Wahlen. Jetzt erstmal nix tun, "...wählt uns..." dann werden Steuern gesenkt und laberlaberrabarber
Sitzt das Kreuz bei der Wahl: ...was geht mich das Geschwätz von gestern an... oder "...der hats verhindert und ist schuld...
Eine Verlogenheit sondersgleichen. Auch die Politik verkauft Produkte, nennt sich halt Wahlprogramm, wenn das aber nicht der Beschreibung entspricht....
Schade, den Wartungsvertrag kann man aber doch schon in 4 Jahren kündigen.
Werde ab sofort meine Lizenzverträge ändern. Ich mach das jetzt auch so ;D
...und zwar.... >:D ...rückwirkend... (siehe Womo-Steuer...)
Hooray, Hooray, hooray....
Jo
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btw: diese "Kauf ich mir auf Pump"-Welle kommt auch noch auf Amiland zu (villeicht auch auf andere...). Da sind noch vieeeele Milliarden vergraben....
Die Zeichen der Zeit zeigen mächtig nach unten, die Laune trotzdem nach oben
Jo
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Sorry Axel, aber das ist mir zu fatalistisch. Ich (und nicht nur ich) habe schon vor mindestens zwei Jahren nur noch kopfschüttelnd vor dem amerikanischen "kauf ich mir auf Pump"-Phänomen gestanden und den unzeitgemässen Schrott, den sie dann als Autos verkaufen
Dieses Phänomen gibt es seit Anfang der 80er. Schon Ende der 80er warnte Paul Krugman vor der geringen Sparquote.
und den Riesensummen, die in die Kriege gesteckt wurden (und diese Summen wurden dem realen Wirtschaftskreislauf damit entzogen!) -
war während Golf Krieg I und dem Vietnam Krieg nicht anders.
und weltweit kaufen dann angebliche Fachleute in Banken und Versicherungen die dadurch aufgehäuften Risiken. Bitte - das ist doch nur noch krank und für mich ein Zeichen dessen, was sich in den letzten Jahrzehnten *moralisch* durchgesetzt hat: Wir kassieren dieses Jahr, und dann kommt ein weiteres Jahr.
Solche Krisen gabs im 19. Jhdt sehr häufig.
Die Entscheidungen liegen heute viel zu viel bei "Managern", die schlimmstenfalls (nach Abkassieren) gefeuert werden können. Politiker, die schlimmstenfalls nach ihrer Abwahl nur ausgesorgt haben (nein, ich plädiere nicht dafür, Schuldige am nächsten Laternenpfahl aufzuhängen!!!).
Ist mir zu pauschal. Auf der anderen Seite gibts in meinen konkreten Projekten eine verstärkte Beachtung von Agilen Prinzipien, in denen ICH mehr Mitsprache hab.
Unser System ist in den letzten zwei, drei Jahrzehnten sehr, sehr schwer erkrankt. Jetzt muss es in einer Rosskur genesen. Mich stinkt nur an, dass die Falschen dafür bezahlen müssen.
Sozialismus ist kranker, obwohl ein paar Änderungen notwendig sind. Sowas kann aber in komplexen dynamischen Systemen immer passieren.
Viele Ratiopharm-Mitarbeiter werden sich aber wohl fragen müssen: Wann komme ich überhaupt das nächste Mal bis zum Mittelmeer?
Der Versuch ein wirklich "gerechtes" System zu schaffen endet regelmäßig in einem noch viel größeren Chaos.
Mein Augenmerk richte ich derzeit auf die Unternehmer (und dieses Wort *Unternehmer* gehört endlich wieder geehrt und "Manager" zum Erfüllungsgehilfen degradiert!), die klug und verantwortungsvoll in dieser agieren, ebenso gilt dies für entsprechende Wissenschaftler und Politiker. Nur ist die Auswahl dieser Leute über die Jahre arg dünn geworden.
Früher war alles besser...
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Axel, mit dem unseligen Vietnam-Krieg oder dem 19. Jahrhundert bringst Du hier weder eine Erklärung noch eine Entschuldigung noch einen Verbesserungsvorschlag ein. Deine durchgesetzten agilen Prinzipien helfen hier auch nur bedingt. Und von Sozialismus oder angestrebten Diktaturen redet hier niemand - hier solltest Du vorsichtiger argumentieren.
Bernhard
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Bernhard,
es gibt keine pauschalen Lösungen.
Die Strategie der Neocons die arabische Welt militärisch zu demokratisieren ist gescheitert. Das war sehr teuer und von Anfang an eine dumme Idee. Die von mir insgesamt sehr bewunderten Vereinigten Staaten von Amerika haben aber schon vorher schon dumme Kriege geführt. Niemand ist perfekt.
Die gründete übrigens auf der Überlegung, dass in den letzten Jahrzehnten in der arabischen Welt etwas g.r.u.n.d.s.ä.t.z.l.i.c.h. falsch gelaufen ist und man das mal so eben lösen könnte. Ein bischen wie du.
In einer dezentralisiert organisierten Wirtschaftsordnung wirds immer Krisen geben. Entweder wir leben damit und versuchen so gut wie möglich die Krisen zu verhindern und durch die Krisen zu gehen, oder wir starten den 120sten Versuch einer zentralisierten Wirtschaftsordnung.
In einer dezentralisierten Wirtschaftsordnung interessieren theoretisch perfekte Lösungen nicht. Die existieren einfach nicht. Wir können nur versuchen, bestimmte Regeln des Systems an sich ändernde Rahmenbedingungen anzupassen. Ich bin nicht libertär und für eine aktive Änderung bestimmter Spielregeln (z.B. dem Schweizer Bankengeheimnis und sowieso eine nachhaltige Regulierung der globalen Finanzmärkte).
Was bringen denn bitte so Aussagen wie
Die Entscheidungen liegen heute viel zu viel bei "Managern"
Wo solls denn sonst liegen? Beim Volk? Und irgendwer muß dann das Volk repräsentieren. Genau da fängts nämlich an.
Natürlich machen Manager Fehler.
Natürlich benutzen viele Manager erlernbare Techniken, die sie als fehlerlos erscheinen lassen. Nur kann man sich dagegen dezentral wehren. Und da halten die Leute dann die Klappe. Ja, ja. Das ist immer endschuldbar. Ein Leviathan muß her, der den bösen Managern kräftig auf die Finger klopft. Da bleibt man selber nett. Wie praktisch.
Ich hab die agilen Prinzipien nicht durchgesetzt. Ich arbeite in Projekten, die unter agil-Flagge laufen. Das setzt sich nämlich in der bösen Welt da draussen immer mehr durch.
helfen hier auch nur bedingt
Es gibt auf der Ebene überhaupt nichts, das unbedingt hilft.
Der Versuch ein perfektes System zu schaffen gelingt in der Kunst oder (für eine fest umrissende Aufgabe) in der IT. Nicht unbedingt mir, aber es ist theoretisch möglich. In der Politik führt es in zwangsläufig in einen Unterdrückungsstaat. Diese Haltung ist sicher nicht fatalistisch. Wir können Dinge ändern. Aber bitte konkret und nicht global-moralisch. Ich hab oben ein paar Verbesserungsvorschläge genannt.
Ich masse mir keine moralischen Grundsatzurteile über die letzten Jahrzehnte an. Ich find das reichlich undifferenziert. Und wenn man der Meinung ist, dass die Welt in den letzten Jahrzehnten moralisch verkommen ist, interpretier ich das als einen Willen zu einem radikalen Wandel. Den möchte ich nicht.
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Axel, Du missverstehst mich. Ich will keinen Umsturz, es gibt noch genug sehr, sehr kluge und ehrliche Unternehmer (!) und Politiker (sonst müsste man ja alle Hoffnung verlieren).
In den letzten Jahren haben wir uns aber zu weit von der sozialen Marktwirtschaft entfernt, zum Massstab des Handelns vieler Verantwortlicher zählte nur der kurze Erfolg (Aktienkurs zum Jahresende, das Schielen auf die nächste Wahl usw. usf.). Und hier sehe ich Bedarf zum Handeln: Zurück zu nachhaltigerem Wirtschaften, Verpflichtung zum Gemeinwohl und langfristige Strategien.
Was (als Musterbeispiele) an der Wallstreet (wenn ich diese mal als Aufhänger für die ganze Finanzbranche verallgemeinernd nennen darf) passiert ist oder wie eine mit Verlaub idiotische Firmenpolitik die amerikanische Automobilindustrie ins Verderben gestürzt hat, das darf so nicht wieder passieren. Hier müssen als Erkenntnis neue Regeln eingezogen werden und Verantwortliche benannt und bestraft werden (endlich Einführung einer wirklichen Managerhaftung - als Autofahrer kann ich "hinterher" ja auch nicht sagen, "ich dachte, die Kurve schaffe ich noch mit 100" oder "ich wahr der festen Überzeugung, mit 1,1 Promüll noch nach Hause fahren zu können".
Und wenn es möglich ist, dass in den USA jemand seinen Hals nicht voll genug bekommen kann, in Deutschland jemand sehenden Auges dieses Spielchen mitspielt und deswegen Oma Herta in Castrop-Rauxel ihr ganzes Erspartes verliert, dann stimmt da etwas nicht.
Bernhard
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Bernhard, die Frage ist doch, welche Anreizstrukturen man für nachhaltigeres Wirtschaften, Verpflichtung zum Gemeinwohl und langfristige Strategien setzt: #
Wie sollen Menschen konkret dazu gebracht werden?
Wie sollen Arbeitnehmer überhaupt erst die Informationen an die Hand gegeben werden, um gegen real existierende dis-ökonomische Anreizstrukturen vorzugehen?
Natürlich besitzen Manager sowas wie soziale Verantwortung. Schlecht agierende Manager können Menschen den Boden unter den Füßen wegziehen. Der Hinweis des allein auf den Gewinn des Unternehmens hinstrebende Manager halte ich für zynisch. Was ist Gewinn? Kurzfristiger Gewinn kann langfristigen Gewinn zerstören. Ja. Aber die konkrete Ausgestaltung der Manager-Haftung ist in der Praxis sehr schwierig. Wir brauchen eher Zivil-Courage. Und transparentere Informationen aus den Unternehmen. Bessere Informationen für die Arbeitnehmer wie Entscheidungen gefällt werden, wie sie motiviert werden, etc.
Ohne diese Gegenmacht wird Marktwirtschaft in vielen Bereichen inhuman. Das muss irgendwie gestärkt werden. Es sind nicht nur das Schielen auf kurzfristig steigende Aktienkurse. Durchdachte Anreizsysteme für Mitarbeiter. Eine offensivere Infragestellung von Manager-BlaBla, das im Wesen her oft rein formalistisch ist.
Viel Literatur der in den 90er Jahren sehr einflußreichen liberalen Denkern des 20. Jhdt. (Karl Popper, Isaiah Berlin, Mario Vargas Llosa) sowie die Populismus-Version namens Ayn Rand waren geprägt von gescheiterten faschistischen oder kommunistischen "Revolutionen" (Rußland, Deutschland, Kuba) . Ich mag all diese Autoren ausser Ayn Rand, die eine blöde Kuh ist. Nur werden sie unserer Welt nicht mehr gerecht. Da halte ich eine kritische Hinterfragung für äußerst notwendig. Es müßten andere Themen her. Der Neoliberalismus im Sinne einer reinen Entfesselung der Marktkräfte ist gescheitert wie der Neokonservativismus.
Ethik und soziales Verhalten an unseren Arbeitsplätzen ist ganz sicher ein wichtiges Thema.
Oma Hertha in Castrop Rauxel bleibt aber imnsho verantwortlich für ihre Investitionsentscheidungen bzw. der Fehler, der von ihr gewählten Berater. Die wo den Hals nicht vollkriegen können arbeiten eben sehr oft auch nur mit unvollständiger Information. Ein internationaler TÜV für Finanzprodukte kann auch keine 100%tige Garantie geben. Die Risiken verkleinern wäre auch schon ein Fortschritt.
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also, ich will dem Merckle († 05.01.2009) seine Probleme nicht, weder die Luxus-Probleme, noch die Finanz-Probs.
Jo