Das Notes Forum
Sonstiges => Offtopic => Thema gestartet von: eknori am 12.11.04 - 18:03:43
-
Wenn ich so etwas sehe
jeden hacken
dann geht mir regelmäßig der Hut hoch.
Haken !!!!!!! das heißt und schreibt sich H.A.K.E.N !!!!!
oder meinst du hacken ( in ein System einhacken ) oder Hacken ( sich die Hacken krumm laufen )
Ist das so schwer, HACKEN von HAKEN zu unterscheiden ?
( Ich habe das angehakt; ich habe dort einen Haken gesetzt )
Außerdem bin ich dafür, daß STANDARD standardmäßig mit weichem "d" wie Damentoilette geschrieben wird und nicht etwa STANDART !! Der Standard hat nichts, aber auch gar nichts mit einer STANDARTE zu tun.
-
Volle Zustimmung. Wer mit seiner Sprache schludrig umgeht (und das beginnt schon damit, dass man es "schick" findet, nur noch Kleinbuchstaben zu verwenden), der wird auch im Beruf - insbesondere in der IT, wo es digital zugeht und es nur die Zustände "richtig" und "falsch" gibt - niemals die erforderliche Qualität abliefern können.
Auch die Kommaregeln sind nicht sooo schwierig.
Für mich (und hundertprozentig nicht nur für mich) ist die Form eines Postings immer auch eine Visitenkarte. Hat sich derjenige Mühe gegeben oder nicht ? Hat er sich keine Mühe gegeben (und sei es schon früher in der Schule gewesen), warum sollte ich mir denn dann Mühe geben (und antworten) ?
Bernhard
PS: Kollegen, deren Muttersprache nicht deutsch sind, sind hiervon natürlich hinsichtlich Orthographie und Grammatik ausgenommen. Und genau diese geben sich ja fast ausschliesslich sowieso schon allergrösste Mühe.
PPS: Ich glaube nicht, dass mich die Masse täuscht, aber mein Eindruck ist: Unsere Nachbarn in Österreich und der Schweiz "halten" sich nicht so viele Sprachschlampen. Das Bildungssystem schlägt eben durch ...
-
Bernhard hat das sehr schön aufgeführt.
Bildungssystem: ja und nein. Ich kenne mehrere Leute in Bayern, die ein Gymnasium besucht, dort Abitur gemacht und dann studiert haben mit Abschluss. In deren Fachgebiet sind die Leute kompetent, trotzdem haben die ein paar Rechtschreibfehler drauf, die jenseits eines Tippfehlers liegen (z.B. eben Standart/Standard).
Trotzdem schätze ich die Leute. Sprache ist ja auch Begabung und teilweise angeboren. Wenn sich da mal ein "Standart" festgefressen hat im Kindes-/Jugend-Alter, dann zieht sich das wohl durch, trotz Abi etc.
Peinlich wird es allerdings, wenn die Leute z.B. offizielle Kundenanschreiben verfassen und sich auf die MS-Word (oder anderes Officepaket)-Rechtschreibhilfe verlassen.
Wenn jemand konsequent Standart oder Hacken schreibt, der Rest des Geschriebenen aber einen sauberen Eindruck macht, dann macht mir das nix aus. Im Kollegenkreis würde ich es auch für fair halten, hier mal (unter 4 Augen) dezent darauf hinzuweisen, wenn sich das ergibt. Der/diejenige mag sich da vielleicht anfangs etwas blöd vorkommen, aber danach ist diese(r) sicherlich dankbar.
Viel schlimmer finde ich:
- konsequente Kleinschreibung
- wenn das Verhältnis Rechtschreibfehler zum Gesamttext nicht mehr passt
- sonstige durchgängige Grammatikfehler (keine Kommas, Satzbau, etc.), so dass man es schwer hat, einen Text zu lesen und verstehen.
Nicht-Deutsch-Muttersprachler natürlich komplett ausgenommen ! Wobei, wenn ich merke dass es jem. sehr schwer fällt in Deutsch zu kommunizieren, aber dieser Englisch gut kann, dann bin ich auch immer so frei, und wechsle geschickt ins Englische - ist beim Sprechen miteinander sehr einfach, hier den Wechsel geschickt einzuleiten.
-
Wenn jemand konsequent Standart oder Hacken schreibt, der Rest des Geschriebenen aber einen sauberen Eindruck macht
wehret den Anfängen ...
-
Wenn jemand konsequent Standart oder Hacken schreibt, der Rest des Geschriebenen aber einen sauberen Eindruck macht
wehret den Anfängen ...
Na ja, ich kenne Leute, die hängen nicht mehr im Anfang (Grundschule?) fest . Die schleifen halt manch gruselige Fehler seit Jahren durch.
Scheinbar hat da die böse Grundschullehrerin mit den Haaren auf den Zähnen gefehlt, die den Kindern mit dem Zeigestock eins auf die Finger gegeben hat, wenn ein Wort falsch geschrieben wurde ;D ;D
-
>> wenn ein Wort falls geschrieben wurde
*Rohrstockknall* ;D
-
Wie passend ;D
Und ich hätte gemeint ich könnte das noch heimlich korrigieren ;D :P
-
Zwischen Sprache (inklusive Orthographie und Grammatik) und dem Gesamtbild eines Menschen gibt es immer einen Zusammenhang. Bei Legasthenikern kann dieses Missverhältnis (was die Orthographie angeht) extrem abgemildert sein - Legasthenie ist tatsächlich ein Phänomen.
Wenn es doch nur funktionieren würde:
1. Vor Einschalten des Mundwerks / der Schreibfeder Gehirn einschalten
und
2. Immer
%INCLUDE "DERDUDEN.TXT"
Option Declare
;D Bernhard
-
2. Immer
%INCLUDE "DERDUDEN.TXT"
Option Declare
sehr schön auf den Punkt gebracht.
-
Und bitte ein
Option Disallow LCase
;D
-
Und bitte ein
Option Disallow LCase
SEHR SCHÖN, ABER DANN WÜRDE ALLES SO GEBRÜLLT AUSSEHEN, MATTHIAS.
Ich schlage vor:
Option ProperCase
Bernhard ;D
PS: Aber insgesamt zum Lachen finde ich das Thema nicht ...
aber humohr isst ja wen mann trozdem lachd. ;D
-
Und bitte ein
Option Disallow LCase
SEHR SCHÖN, ABER DANN WÜRDE ALLES SO GEBRÜLLT AUSSEHEN, MATTHIAS.
Ich hab ja nicht "Option UCase" geschrieben :) Aber meine Option passt auch nicht ganz.
Mit ProperCase würden dann ja alles am Wortanfang großgeschrieben, also auch nicht optimal.
Ich bin dafür, dass die Grundschullehrerinnen an allem schuld sind, haben einfach nicht zu hart durchgegriffen ;D
-
ProperCase gibt es nicht in LS. Es muss also implementiert werden und dann nach
%INCLUDE "DERDUDEN.TXT"
wirklich in proper case umsetzen. So stell' ich mir das zumindest vor ;)
Bernhard
PS: Ohne jetzt eine Schulsystemdiskussion anzetteln zu wollen, aber eine Schuldzuweisung nur an die Grundschullehrerinnen (zumindest, wenn sie hübsch sind ;D) halte ich für verfehlt. Meiner Meinung nach richten die Eltern jeweils den allergrössten Schaden an.
-
Sehr gutes Thema ....... :)
Und ich kann mich mit der bisherigen Diskussion völlig identifizieren. Der Sprachausdruck sagt etwas über den Menschen und Matthias hat es dort total auf den Punkt gebracht, wo er gesagt hat, dass der Aufwand, um es zu verstehen, massgebend ist. Je aufwändiger das Verstehen, desto weniger Lust zum Antworten bleibt übrig. Alles andere ist nur Untermauerung dieser einfachen Relation.
-
PS: Ohne jetzt eine Schulsystemdiskussion anzetteln zu wollen, aber eine Schuldzuweisung nur an die Grundschullehrerinnen (zumindest, wenn sie hübsch sind ;D) halte ich für verfehlt. Meiner Meinung nach richten die Eltern jeweils den allergrössten Schaden an.
War auch nur ein Scherz, Bernhard ;)
Zu diesem Thema (wer war der Auslöser für XYZ bei der Erziehung, wer beeinflusst, wie wirkt sich das aus, etc.) gibt es wohl unzählige Abhandlungen - und ist wohl auch etwas OffTopic zu diesem OffTopic-Thema ;)
-
Dazu eine kleine Ge'chichte aus meinem Leben:
Ab der 4. Klasse oder so sollten wir mit dem sog. "Füllfederhalter", landläufig unter "Füller" bekannt schreiben.
Da ich damals unter verstärkter Schweissabsonderung in den Händen litt und das Papier als Rechtshänder vollgenässt habe ( hier ist Vorstellungskraft gefordert ), hat mein Vater mir geraten, auf das zu beschreibende Blatt unter den Handballen ein "Löschpapier" zu legen.
Gesagt, getan. Das hat auch funktioniert. Bis Frau Berson, meine Lehrerin das eines Tages bei einem Diktat gesehen hat. Mit den Worten "Heinz Ulrich !, was verbirgst du unter dem Blatt ?" kam sie auf mich zu. Ich konnte nur erwidern "Nichts, Frau Berson" ( und das war ja die Wahrheit )
Der Aufforderung, das Blatt unter meinem Ballen wegzulassen bin ich damals nicht gefolgt; die Narben an meiner rechetn Hand zeugen heute noch von der Wucht, mit der ältere Damen den Rohrstock in den 60ern beherrschten.
Mein Vater, Angehöriger der Berufsfeuerwehr, ist dann die Tage darauf in der Klasse in Uniform erschienen und hat die Frau Berson auf diesen Vorfall angesprochen. Als sie ihm die falsche Antwort gegeben hatte, hat er ihr den Rohrstoch sanft aus den Händen genommen und vor versammelter Klasse in kleine Stücke zerbröselt.
Frau Berson starb 3 Monate später ...
-
Die Reaktion Deines Vaters (wohl aus dem Affekt gehandelt) finde ich sehr gut.
Was in Deiner Geschichte sehr nachdenklich macht, ist der letzte Satz.
Kannst Du dazu etwas mehr sagen?
-
Frau Berson war damals für eine LehrBeamtin mit ihren 71 Jahren schon nach heutigen Maßstäben nicht mehr "lehrfähig". Meine Generation hat aber zu der Zeit immer noch an den Spätfolgen des 2. Weltkrieges zu knabbern gehabt. DAs mag blöd klingen, war aber in unserer Gegend ( Ruhrgebiet) so. Ich habe noch in Bombentrichtern gespielt !
Zurück zu Thema. Die Frau war alt, hatte einiges erlebt .. ich glaube nicht, daß mein Vater Schuld war ...
hier noch ein Foto aus der Zeit ( der "guten alten Zeit" ) http://www.eknori.de/misc/detail.php?nr=972&kategorie=misc
-
Zurück zu Theme. Die Frau war alt, hatte einiges erlebt .. ich glaube nicht, daß mein Vater Schuld war ...
Kann ich mir auch niemals vorstellen, das sowas ein Auslöser für einen Tod sein könnte.
In Deiner Geschichte kam nur der letzte Satz etwas krass rüber (im Bezug auf den restlichen Text).
Danke für die weitere Info, das macht das ganze klarer.
-
Kann ich mir auch niemals vorstellen, das sowas ein Auslöser für einen Tod sein könnte
weniger.
zumal mein Vater vor 16 Jahren im Alter von 54 Jahren verstorben ist ...
Ich will mit meinem Posting nicht zu einer weitern Diskussion bitten.
Ich dachte, ich könnte das Posting ( include "so geschehen" ) einfach im Douglas-Adams-Stil darbieten. Nicht mehr, nicht weniger ...
-
Und zurück zum Thema:
@All:
Wie es in den Wald hineinruft, so schallt es wieder heraus. Und das fängt immer mit Sprache an, und Sprache hat mit Sorgfalt zu tun. Und mit Denken. Der Rückschluss von Sprache auf Denken funktioniert in der Regel eins zu eins.
Bernhard
-
...Douglas-Adams-Stil...
Doug' Adams! Hey Mensch, Gott habe ihn seelig! Ich liebe seine Geschichten (und Marvin)!! :)
.. und ich liebe den Ruhrpott!
LG
-
Doug' Adams! Hey Mensch, Gott habe ihn seelig! Ich liebe seine Geschichten (und Marvin)!! :)
Zurück zum Thema, sag' ich nur: "selig" schreibt man mit einem einzigen "e", Frank ;D
Bernhard
-
Das ist doch völlig unlogisch!
Se(e)lig kommt von Seele, oder? Ich beantrage eine Reform der Rechtschreibreform. ;D
Wobei es ja keine Reform ist, sondern die Ausgeburt von Bürokraten und Theoretikern, die in Elfenbeintürmen leben.
Andreas
-
Keine Ahnung, ob das unlogisch ist - ich nehme aber an, dass "selig" nicht unbedingt was mit "Seele" zu tun hat.
%INCLUDE "DERDUDEN.TXT
sagt aber: "seelig" ist nicht. Ausser in folgendem Zusammenhang:
1. Seelig: 1. →Selig. 2. Vereinzelt Herkunftsname zu dem gleich lautenden Ortsnamen (Bayern).
Was sagt Jens dazu ?
Bernhard
-
Ich nehme es zurück :-\
selig = 'glücklich' (ahd. sâlîg).
Möge man es mir nachsehen!
Andreas
P.S.: Das schönste deutsche Wort ist übrigens "Habseligkeiten"
http://www.echo-online.de/suedhessen/detail.php3?id=267827
Nun ja, da halte ich mich dann heraus...
-
Jens sagt folgendes dazu:
Meine Nachschlagewerke sind zur Zeit unerreichbar - aber Andreas Glombi hat ja wohl die richtige Herleitung schon gefunden.
Grundsätzlich: bei der Etymologie muss man mit Doppelbuchstaben aufpassen, sie sind häufig nur Schreibvarianten. Eindrücklichstes Beispiel: das und dass (wobei das letztere ja dann früher auch noch zu einen sz mutierte). Entgegen gewisser Anweisungen in den ersten Schuljahren in gewissen gegenden, werden die beiden Wörter (deren Wurzel sowieso identisch ist) absolut gleich ausgesprochen. Die Konjunktion "dass" hat eine Buchstaben verdoppelung erhalten nur damit man sie im Schriftbild einfacher identifzieren kann.
Ohne es jetzt überprüfen zu können, liegt bei Seele mit dem Doppel-e wahrscheinlich ein ganz ähnicher Effekt vor.
Glombi: Die Rechschreibreform wurde bei weitem nicht im Elfenbeinturm und von Schreibtischtätern verübt. Bestes Zeichen für die hervorragende Arbeit, die dieses Kommitee geleistet hat, ist dies, dass von Gegnern wie Befürwortern etwa gleich viel "gemotzt und genörgelt" wird. Die Reform ist ein erstaunlich ausgelglichenes, und völlig der Logik der Sprachentwicklung verpflichtetes Werk. Da waren absolute Fachleute am Werk - was für ein solches Gremium eine riesengrosse Ausnahme darstellt. Leider wird das von nur ganz wenigen Leuten auch tatsächlich korrekt wahrgenommen. Würde es jetzt passieren, dass die Reform rückgängig gemacht würde (es gibt ja Kräfte, die das pushen), dann ist die Chance enorm gross, dass die Verhunzung der Sprache sprunghaft zunimmt. Ebenso hätte die deutsche Sprache ohne die Reform immer mehr Probleme produziert, da eine unterdessen 100 Jahre alte Schreibweise ganz einfach mit dem Zeitgeist nicht mehr Schritt halten kann. Ein Einfrieren von Sprache hat schon immer gegenteiliges bewirkt. Hitler war mit seinen "Sprachreformen" total gescheitert und es gab Spätschäden nach dem Krieg ausgelöst durch Gegenbewegungen (das ist aber zum Glück überlebt). Das Latein als Wissenschaftsprache - ein enormes Potential, da man diese Sprache weltweit benutzte und damit die gesamte "Community" sich in derselben Sprache verständigen konnte - starb dadurch, dass man die Sprache auf das "klassische Latein" einfror. Damit hat sie die Lebendigkeit eingebüsst und wurde allmählich an den Universitäten durch die Landessprachen ersetzt. Ergebnis: der internationale Austausch wurde stark behindert, zum Teil sogar total unterbunden.
-
@Jens:
Kann sein, das die Schlechtschreibreform von klugen Köpfen ersonnen wurde.
Letztendlich ist das aber egal,
Wenn die von Marineo Atlantico vielzitierten "ungewaschenen Massen" nun Haken nach der alten oder der reformierten Schreibweise falsch schreiben, bleibt das Ergebnis gleich.
Nur hätte man dann das Geld, welches in die Deform geflossen ist auch sinnvoller investieren können.
-
Wenn die von Marineo Atlantico vielzitierten "ungewaschenen Massen" nun Haken nach der alten oder der reformierten Schreibweise falsch schreiben, bleibt das Ergebnis gleich.
Völlig einverstanden
Nur hätte man dann das Geld, welches in die Deform geflossen ist auch sinnvoller investieren können.
Diese Aussage halte ich hingegen für falsch. Früher oder später führt das zum Zustand, der vor 1901 geherrscht hat.
-
Zurück zum Thema, sag' ich nur: "selig" schreibt man mit einem einzigen "e", Frank ;D
Bernhard
... und um der Diskussion noch mehr Stoff geben zu wollen:
got hap ihn seeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeelig *hehe*
Doug würd' sich wegen einem Vokal mehr oder weniger sicher nicht im Grabe umdrehen wollen... ;-)
Marvin grübelt aber sicher seit unzähligen Zeiten über eben dieses (und jenes) Problem nach... und bleibt am Ende der Story immer noch der rostanfällige Roboter mit irrsinnigen Depressionen... woher auch immer die kommen mögen... ::)
@Bernhard: hast abba recht.. ;-)