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Was ist nur los

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Axel_Janssen:
Frage (und ich meine das jetzt nicht irgendwie provokativ, sondern rein sachlich):
Bis soweit Danke für die interessanten Informationen:

Sind nicht die beiden folgenden Aspekte häufig anzutreffende Merkmale im Bankenumfeld?:
a) Transaktionalität. (komisches Wort).
b) Integration von Fremdsystemen (Hosts und sowas).

zu a) Transaktionen: unterstützt Notes traditionell sehr schlecht, J2EE hingegen extremst gut.
zu b) Wird sowohl durch MS$.NET als auch durch J2EE/Websphere deutlich erleichtert.

Thomas Schulte:
@Axel_Janssen
hier geht es eigentlich nicht mehr um Domino/Notes oder Websphere oder MS$.net sondern um den Nutzeffekt den du mit zentralisierten Systemen erzielen kannst und um die Gefahren die auf diesem Weg lauern. Aber das nur am Rande.

zu a ja, Transaktionsorientierte Systeme sind in der Tat für Banken ein absolutes Muss. Aber du verwechselst da was. Transaktionsorientierte Systeme sind System mit denen eine hohe Zahl von gleichzeitigen zeitkritischen Aktionen durchgeführt werden können und da sind Java Basierte Programme immer noch zu langsam. Da wird von den RZ's immer noch auf Cobol und auf die Großrechner Sprachen zurückgegriffen. Wir reden hier nicht von PC's oder Sun Workstations, sondern von den GROSSEN Kisten wie den 390 er Systemen von IBM.
Du meinst dagegen die Unterstützung von Transaktionen in Datenbanken im Sinn von Sicherstelung der Wiederholbarkeit bei Ausfällen und da hast du recht. Dafür wurde Domino nicht konzipiert. Da hat sich allerdings spätetens mit V6 einiges getan. (Transaction Logging)

Zu b etwas aus dem Umfeld herausgerissen würde ich sagen. Definiere doch bitte mal die "Integration" von Hosts

Meinst du damit a: die Lauffähigkeit eines Serverprogrammes mit verschiedenen Systemen und OS'en? Dann hat da zumindest der Domino Server klar die Nase vorn. Ich kenne kein anderes Produkt in der IT Welt das mit sovielen unterschiedlichen Systemen zurechtkommt. Was übrigens mit Sicherheit auch eine der Ursachen für die "Performance Probleme" ist. Wo andere Produkte direkt auf das Betriebssystem aufsetzen muss Lotus immer noch eine Schicht dazwischen schieben.

Oder meinst du b: die Integration von Fremddaten in unterschiedliche laufende Systeme mit möglichst wenig Aufwand? Da gibt es dann zig verschiedene Möglichkeiten das noch weiter aufzusplitten aber im Domino Umfeld brauche ich nur eine zu nennen LEI. Damit kann, wer das Teil beherrscht nahezu alles an Datenquellen anzapfen und auch verschiedene Systeme synchron halten. Das müssen noch nicht einmal Schnittstellen zu Notes sein. Damit kann ich genausogut zwei unterschiedliche Relationale DB Systeme koppeln. Dazu brauche ich weder MS$.net noch die Websphere.  Wobei MS$.Net noch den Nachteil hat das es soweit ich informiert bin ausschließlich auf MS-Plattformen läuft. Damit fällt dann alles was z.B. S390, AS/400 ...... heißt schon einmal weg.

@rob
Ja Citrix Lösungen sind bei Banken in den letzten Jahren sehr gefragt gewesen und sind es zum Teil auch heute noch. Das Problem dabei ist aber wie immer in solchen Fällen die Bandbreite des Netzes. Was intern in einer großen Filiale oder auch in einer Zentrale mit einer neuen Verkabelung und neuer Netzwerkhardware relativ einfach und auf Dauer gesehen auch kostengünstig zu lösen ist, das funktioniert halt in der Fläche nicht. Selbst eine Große Bank wie z.B. die Stadtsparkasse München wird es sich nicht leisten können (und auch nicht wollen), sämtliche Filialen und Geldautomaten, Kontoauszugsdrucker etc. die so in München und Umfeld rumstehen via Glasfaser oder entsprechend schnellem Kupferkabel an die Zentrale anzubinden. Überlegt doch einfach mal welche Kosten alleine für die Anschaffung und den Unterhalt dieses Systems auf die Bank zukommen würden? Und das ist eine Stadtbank, lass das Konzept mal bei einer Bank im ländlichen Raum aufschlagen. Die hat Fläche zu versorgen und in jedem Dorf mit mehr als 1000 Einwohnern noch eine Filiale. Bei uns könnten die zehn Jahre lang nichts weiter tun als Kabel verlegen lassen. Und wenn dann die Filiale umzieht?

Wie gesagt ich bin durchaus der Meinung das Zentralisierung ihre guten Seiten hat, aber es gibt einfach einen Punkt da ist sie nicht mehr praktikabel, solange sich die technologischen (Geschwindigkeit/Verläßlichkeit/Preis) Voraussetzungen nicht dramatisch ändern.

Thomas

Rob Green:
danke für die Infos  :)

Axel_Janssen:

--- Zitat von: Thomas Schulte am 06.08.03 - 17:57:08 ---zu a ja, Transaktionsorientierte Systeme sind in der Tat für Banken ein absolutes Muss. Aber du verwechselst da was. Transaktionsorientierte Systeme sind System mit denen eine hohe Zahl von gleichzeitigen zeitkritischen Aktionen durchgeführt werden können und da sind Java Basierte Programme immer noch zu langsam. Da wird von den RZ's immer noch auf Cobol und auf die Großrechner Sprachen zurückgegriffen. Wir reden hier nicht von PC's oder Sun Workstations, sondern von den GROSSEN Kisten wie den 390 er Systemen von IBM.

--- Ende Zitat ---
Ohne jetzt behaupten zu wollen, ein Experte für transaktionsorientierte Bankensysteme zu sein, aber ich rede nicht über client-Programme, sondern über meinetwegen geclusterte J2EE Server. Ebay wird auf Websphere portiert und jemand sollte mal schauen, inwieweit sich die dortigen Konzepte auf die von dir genannten transaktionsorientierten Systeme übertragen lassen. Finden in einer Bank mehr Transaktionen statt als in Ebay?


--- Zitat von: Thomas Schulte am 06.08.03 - 17:57:08 ---Meinst du damit a: die Lauffähigkeit eines Serverprogrammes mit verschiedenen Systemen und OS'en? Dann hat da zumindest der Domino Server klar die Nase vorn. Ich kenne kein anderes Produkt in der IT Welt das mit sovielen unterschiedlichen Systemen zurechtkommt.

--- Ende Zitat ---
Ich aber. IBM Websphere, Bea Weblogic, Sun One Application Server, Oracle Application Server.


--- Zitat von: Thomas Schulte am 06.08.03 - 17:57:08 ---Oder meinst du b: die Integration von Fremddaten in unterschiedliche laufende Systeme mit möglichst wenig Aufwand? Da gibt es dann zig verschiedene Möglichkeiten das noch weiter aufzusplitten aber im Domino Umfeld brauche ich nur eine zu nennen LEI.

--- Ende Zitat ---
Ich meinte b).
Ich mußte letztes Jahr in einem Kundenprojekt feststellen, daß Realtime LEI nicht vernünftig im Notes-Cluster läuft. So unproblematisch ist LEI also nicht.
Mit Webservices steht eine sehr konfortable Möglichkeit zur Verfügung. MS.Net und J2EE Server können mit jedem System über Webservices synchron und asynchron kommunizieren. Für J2EE gibt es mit der Java Connector Architecture zusätzlich eine Möglichkeit der für den Anwendungsentwickler einfach zu realisierenden synchronen Integration. Für RDBMS existiert noch mehr (Entity EJB, JDBC).
Über JMS und/oder message driven EJB existieren weiterhin Möglichkeiten der asynchronen Integration.

Außerdem bietet J2EE das IMHO Integration-Killerfeature der 2 Phasen commit Transaktionen.
Du kannst damit z.B. eine Transaktion mit einem RDBMS, mit einem SAP System und einer Host-Transaktion in eine Art Über-Transaktion packen.

--- Zitat ---Zitat Schäffer, Schilder, Enterprise Java mit IBM Websphere, S. 516
Der Abschluss einer Transaktion wird dabei in 2 Phasen unterteilt.
Phase1 (Vorbereitung):
Der Transaktionsmanager sendet zu allen an der Transaktion beteiligten Transaktionsmanagern ein Nachricht, in welcher er sie auffordert, das Festschreiben der Daten vorzubereiten. Jeder Ressourcenmanager bestätigt daraufhin, ob er zu Festschreiben der Daten bereit ist oder nicht.
Phase2: Commit
In dieser Phase beendet der Transaktionsmanager die Transaktion. Wenn alles Ressourcenmanager zum Festschreiben der Daten bereits sind, so weist der Transaktionsmanager sie an, ein commit durchzuführen. Andernfalls wird allen Ressourcenmanagern mitgeteilt, dass ein Rollback der Transaktionen durchzuführen ist.

--- Ende Zitat ---


--- Zitat ---Was übrigens mit Sicherheit auch eine der Ursachen für die "Performance Probleme" ist. Wo andere Produkte direkt auf das Betriebssystem aufsetzen muss Lotus immer noch eine Schicht dazwischen schieben.

--- Ende Zitat ---
MS.Net hat idl (kann mich hier begrifflich irren). Java hat Bytecode. Jedoch benutzen beide Techniken wie JIT-Compiler und andere Sachen, die ich nicht 100% verstehe, aber fröhlich nutze. Diese bewirken, daß z.B. der Bytecode nach und nach in performanteren OS-code umgewandelt wird. In vielen Bereichen hat sich z.B. die Ausführgeschwindigkeit von Java der von C++ deutlich angenähert. Es gibt sogar theoretische Studien, die belegen sollen, daß VM-code letztlich performanter sein kann als direkt nativ geschriebener code. Alles eine Frage der sophistication der VM und da gab und gibt es massig Fortschritte. Nur gibt es sowas eben nicht bei Lotus. Das könnte IMHO damit zusammenhängen, daß User eines proprietären Systems dazu tendieren sich weniger kritisch zu den Schwächen eines Systems äußern als User eines Systems, das auf einem offenen Standard basiert. Oder damit, daß die zugrundeliegende Notes-Architektur sowas mit vertretbaren Kostenaufwand einfach nicht zuläßt.
Übrigens läuft .net nicht nur auf Microsoft, jedoch ist es nicht auszuschliessen, daß sowas immer 2nd class citizen sein wird: http://www.go-mono.com/
Die Aussage, daß "noch eine Schicht dazwischen" und schlechtere Performance hört sich zwar erstmal logisch an, ist aber IMHO einfach nicht zwangsläufig so.

Immer IBM zu unterstellen, sie hätten bzgl. der Möglichkeiten des Ausbaus/der Unterstützung von Lotus Domino geschlafen, überzeugt mich persönlich ehrlichgesagt nicht. Natürlich gibt es in der IT Sackgassen. Aber manchmal machen auch neue Plattformen Sinn und betagte eben Un-Sinn.

peace Axel

Axel_Janssen:

--- Zitat von: Thomas Schulte am 06.08.03 - 17:57:08 ---Dafür wurde Domino nicht konzipiert. Da hat sich allerdings spätetens mit V6 einiges getan. (Transaction Logging)

--- Ende Zitat ---

Mich würde interessieren wie ich das in Anwendungen nutzen kann. Beispielcode?
Meine Vermutung: Wenn man das nutzen kann, dann programmiert man sich einen Wolf.
Warum sollte sonst IBM in jeder Marketing/Vertriebspräsentation rund ums Thema Domino darauf hinweisen, daß in R7 man zwischen DB2 und nsf als Persistenzmedium frei wählen kann. (ich geh nicht zu so Veranstaltungen, aber Freunde von mir manchmal)

Gruß Axel  

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