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Was ist nur los

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Rob Green:
Statistik aufgrund Auswertung der Stellenanzeigen:
http://www.adecco.de/home/ac_de_0_dieangebotefrit-spez_8274.htm

http://www.adecco.de/sys/dl/stinndex02_02.pdf
(in dieser PDF kann man anhand einer Statistik sehen, wie brutalst der Markt 2002 gegenüber 2001 eingebrochen ist und 2003 wars nochmals ne Ecke mieser)

http://www.adecco.de/home/stellenindex.htm#

Einzelne und Kleinere habens schwer, da sie eben kein fertiges Produkt aus der Tasche ziehen können, zumindest keines, womit sich Staat machen läßt (hach, Ausnahmen solls geben von mir wegen, aber nun ja...). Was bringt da also eine dolle Produkt-Idee?

@Thomas: wer sagt denn, daß man eine "nieder qualifizierte" Arbeit später angeben muß? Ein "sabbatical" hört sich doch viel cooler an  ;)

Smile_79:

--- Zitat ---Das Blöde ist nur das sich Aldi in deinem Lebenslauf dann schon ziemlich dumm anhört, spätestens dann, wenn die Damen und Herren von der Personalabteilung dich fragen: "und was haben sie in den letzten drei Jahren denn an Projekten durchgeführt?".....................Wenn du auf einem bestimmten Level gearbeitet hast und dann von diesem Level runter musst, egal aus welchem Grund, wirst du in Deutschland immer als Versager gesehen.

--- Ende Zitat ---

Das sehe ich leider genauso. Drum mache ich zur Zeit ein Praktikum bei einer großen Firma. Das wird zwar nicht so gut bezahlt wie Aldi und reicht fast nur für die Miete, aber es macht sich besser im Lebenslauf. Mein Freund schreibt Diplomarbeit und verdient auch nicht mehr. Und ich hatte gedacht nach dem Studium geht das Leben los. :-(

Thomas Schulte:
was die Diskussion um ALDI und Co angeht, da hab ich halt meine Meinung dazu.

@Eknori
Wenn du im Studium nebenbei bei Aldi jobbst um dir Wohnung und Essen und Auto leisten zu können ist das etwas anderes. Wenn du dagegen bereits im Beruf steckst, da schon etwas erreicht hast und dann auf solche Jobs zurückgreifen musst, sorry, dann bist du bei 99,999% aller Personaler von vorne herein weg vom Fenster, wenn du wieder in deinem eigentlichen Betätigungsfeld arbeiten willst.

@rob
Da dann zu sagen das wäre ein Sabbatical gewesen ist fast genausoschlimm. Der erste Gedanke der mir da durch den Kopf schießen würde, als Einstellender wäre, AHA der/die hat mit dem Tempo nicht mehr mithalten können, war ausgebrannt .... (beliebig zu ergänzen). Personalentscheider sind nun mal bei uns nicht so gepolt, das sie sowas akzeptieren.

Generell, um auch mal die Diskussion über "Prostitution" noch einmal aufzugreifen. Klar macht jeder Freelancer auch mal einen Job für 40 oder 45 Euro. Aber schon das kannst du dir nur dann leisten, wenn du entweder bereits vor Ort sitzt und damit keine oder nur geringe Fahrtkosten bzw. Spesen hast oder der Kunde bereit ist dich von "zu Hause" aus arbeiten zu lassen (was die meisten nicht machen).

Für 20 oder 25 Euro (was mittlerweile einige Unternehmen bieten), ist das nicht machbar, denn du musst in deiner Rechnung ja nicht nur die Steuern, Sozialversicherungen (Kranken, Renten, Pflege) sondern auch deine Ausfallzeiten für Aus und Weiterbildung, Suche neuer Projekte etc. berücksichtigen. Und dann wird daraus schnell mal eine Auslastung von 50% oder weniger. Bei einer durchschnittlichen Arbeitszeit von nehmen wir einmal an 200 Stunden im Monat sind das dann nur noch 2000 Euro vor Steuern, Versicherungen, Kosten. Da bleiben dann für's Leben unter Umständen gerade noch 400 - 500 Euro übrig. Eine Familie mit Kindern damit zu ernähren ist unmöglich.

Bei einer Festanstellung hören sich 3300 Eur brutto erst einmal ganz gut an, wenn man hier aber Steuern und Sozialversicherungen abzieht schauts doch schon je nach Abzugsklasse deutlich mieser aus und man muss diesen Betrag in diesem speziellen Fall dann auch in Relation zum geforderten Profil sehen. Ich weiß nicht, wer von euch schon einmal Programmgestützte Testsysteme für Software entwickelt hat? Ich hab mich zumindest auf theoretischer Basis (ab und zu mit ein bischen Praxis) schon öfter damit beschäftigt und ich kann euch sagen das ist ein hochkomplexes Geschäft, das ich, wenn es richtig gemacht werden soll und vom benötigten Skilllevel her, weit über den Fähigkeiten eines durchschnittlichen Programmierers ansiedle.

Was die Flexibilität angeht, ich halte mich nicht für einen Notes Entwickler sondern für einen Entwickler der unter anderem auch mit Notes entwickeln kann. Mir ist es relativ egal mit welcher Sprache ich entwickle, weil die Lernkurve in meinen Augen ohnehin relativ klein ist. Mit den heutigen IDE's mit Syntaxvervollständigung und den diversen F1 Hilfen muss kein Mensch eine Sprache so wie in den 80'er beherrschen, wo du jeden Parameter aus dem Schlaf hersagen konntest, oder genau wissen musstest, das du die erste Variable nur von Stelle 16 bis 24 eintragen kannst (das ist übrigens eines der Probleme des Marktes, diese Einfachheit mal eben ein paar Sachen zusammenklicken zu können ohne zu wissen was eigentlich dahintersteckt, aber das ist ein anders Thema).
Nur dieses grundlegende Logik Verständniss, das einen guten in meinen Augen von einem sehr guten Entwickler unterscheidet, das kannst du bei einem Bewerbungsgespräch nicht zeigen, oder habt ihr schon einmal bei einer Bewerbung eine logische Aufgabe zu lösen bekommen. Das lässt sich auch nicht über Zeugnisse ausdrücken. Dafür gibt es keinen Abschluss.

Allerdings wollen die meisten Entscheider bei Projekten und auch bei Einstellungen gar nicht wissen, ob du dich da schnell einarbeiten kannst (ich hab vor Jahren mal RPG und CL in 4 Tagen gelernt, wems was sagt). Die wollen wissen, ob du schon Erfahrungen mit exakt diesem System hast. Am besten schon seit mindestens 5 Jähren, über sämtliche Vorgänger hinweg. Da nützt es dir dann auch nichts wenn du sagst, ja das hab ich gerade gelernt, das kann ich, weil die dir das aus den Erfahrungen der letzten Jahre heraus nicht glauben. Ihnen sind einfach zu viele Bewerber untergekommen die genau das versprochen und letztendlich nicht gehalten haben. Also brauchst du Projekte oder einen Nachweise das du damit schon gearbeitet hast. Und hier beist sich der Hund in den Schwanz.

Und jetzt kommt das was wirklich lächerlich ist.
Wenn du tatsächlich in der Lage bist mit C C++, Pascal, Cobol, Domino, VB, Delphi, JavaScript, Java, PHP, ABAP, ... und etlichen unterschiedlichen Datenbanken zu arbeiten. Wenn du sowohl Spagetthicode, Strukturiert, Objektorientiert programmieren kannst, in der Lage bist den Code andere Leute ohne großen Aufwand zu verstehen und auf Fehler zu prüfen, also eigentlich genau die eierlegende Wollmilchsau bist, die so gerne gefordert wird, dann ....
Ja dann bist du überqualifiziert, kannst alles aber nichts richtig und außerdem bist du mit Sicherheit viel zu teuer für das Unternehmen.

Thomas (der zugegebenermaßen in Moment etwas gefrustet ist)

Rob Green:
Thomas, vielleicht hellt das Deine Stimmung auf:

48 Prozent der ITK-Anbieter rechnen für 2003 mit Umsatzwachstum
   
Knapp die Hälfte der in Deutschland tätigen ITK-Unternehmen rechnet im Jahr 2003 mit einem Umsatzwachstum. Jeder vierte Anbieter geht von einem stabilen Geschäft auf Vorjahresniveau aus. 27 Prozent der Unternehmen stellen sich auf fallende Umsätze ein. Dies ist das Ergebnis des aktuellen Bitkom-Branchenbarometers.  

Ich meinte übrigens nicht, daß man alles können muß, um nirgends gut zu sein, sondern früh genug die nächste Welle auszuschauen. Meine Welle heißt momentan nicht Notes. Meine Welle "heißt Kosten senken ohne Gnaden". Wenns wieder heißt "mit XYZ Geld verschleudern" gerne  wieder auch anders herum ;D (

JoJo:

--- Zitat von: JoJo am 10.07.03 - 08:26:16 ---Die Nachfrage stagniert, da natürlich (volkswirtschaftlich betrachtet völlig ausser Streit stehend) einkommenschwächere Personen einen zusätzlichen Euro eher ausgeben als Wohlhabende. Nur bekommen die den zusätzlichen Euro nicht, sondern bleiben arbeitslos.
--- Ende Zitat ---

Hab' was Wesentliches vergessen: Unter anderem wegen eines internationalen Steuerwettbewerbes (um die Ansiedlung von Konzernen) ging der Anteil der Gewinnsteuern an allen Steuereinnahmen in den letzten 20 Jahren in der OECD stets zurück. Die Gewinner: Mulitis bzw. deren Besitzer. Ein kurzes Schlaglicht wirft darauf:

http://derstandard.at/standard.asp?id=1350667

Parallel zu dieser Entwicklung explodierten die Schulden der Staaten. Die Verlierer: Alle (die keinen Multi besitzen). Solange die Staaten die Verschuldung ausbauten, lief's ganz gut. Wenn sie das nicht mehr tun....:

http://orf.at/030710-64688/64689txt_story.html

Kurzer Auszug aus dem Artikel zu dem der Link führt:


--- Zitat ---...bangten in den letzten Tage über 120.000 Menschen verzweifelt darum,...für den Beruf des Straßenkehrers registriert zu werden...

Akademiker als Straßenkehrer...
--- Ende Zitat ---

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