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Was ist nur los
Meff:
Hi Axel,
in einigen Bereichen teile ich Deine Meinung nicht gerade.
1. Entwicklung: Rapid Development Plattform, mit relativ wenig Wissen bekommst Du schnell was gebacken. Du kannst durchaus komplexe Datenbanken mit Notes realisieren und auf sämtliche Funktionen zurückgreifen, welche Standardmässig enthalten sind (z.B. Sicherheit, Authentifizierung etc.), welche Du in anderen Lösungen nur mit Umwegen und viel Programmieraufwand relalisiert bekommst.
2. Funktionalität: Zeige mir bitte ein Produkt, welches folgende Funktionen in einem Produkt vereint:
a. Datenbankfunktionalität
b. Mail
c. SMTP
d. HTTP
e. IMAP
g. POP3
h. LDAP
i. NNTP (bis R6)
j. Clustering
k. etc. etc. etc.
Sicher gibt es Produkte, die sowas auch können, aber die, die Du angesprochen hast, benötigen für die oben genannten Funktionen entweder Add Ons oder aber zusätzliche Software.
3. Verbreitung: Domino hat immerhin einen Marktanteil von 46% und da wir in einer Zeit des Sparens leben, kann ich mir nicht vorstellen, dass eine Migration wirklich eine Kostenersparniss darstellt.
4. Know-How: Sicherlich ist ein Dominoserver relativ simpel und schnell installiert, aber dann kommt die Feinarbeit und hier kommt der Spezialist. Routing- und Replikationstopolgien, SMTP Mailtraffic, Balancing, Infrastrukturplanung, Anbindung an Fremdsysteme, Security etc. Ich finde es immer witzig, dass Systeme, die nach aussen hin SOO komplex wirken, viel mehr Aufmerksamkeit erhalten, als alles andere. Irgendjemand schrieb in diesem Thread, dass die Kommunikationsplattform Notes als Nicht Unternehmenskritisch betrachtet wird (was auch in den meisten Unternehmen so ist), aber schalt das Ding mal aus, lass einen Server crashen, erstaunlicherweise schreien dann viel mehr als wenn der Datenbankserver im SAP mal steht. Und verzeiht mir, aber scheis..... auf den Webauftritt, wenn die interne und externe Kommunikation mal nicht mehr geht. Vorallem in grossen Unternehmen, wo z.B. auf der komplette In- und Outbound Faxverkehr über eine Dominoanbindung (z.B. an TopCall) läuft. Ich wünsche euch viel Spass dabei.
5. Grosse Anwendungen: Meiner Meinung nach sollten bei komplexen Anwendungen von allen Teilen das beste genommen werden, z.B. für grosse Datenmengen eine DB2 Datenbank, Websphere für den J2EE Teil, Domino für Mailing und Workflowanwendungen etc. etc. Ich war in einem Extranetprojekt beteiligt, wo wir soetwas gemacht haben und das Ding läuft super. Und wir haben da viel Know-How in allen Bereichen benötigt, da halt einfach mal so eine RACF Anbindung zum Passwortabgleich doch nicht SOO einfach zu realisieren ist, eine LDAP Authentifizierung ebenso nicht, eine Single Sign On mit Release 5 eben auch nicht.
Ich bin nach wievor der Überzeugung, dass viele von uns zu tief in Ihrer IT Welt leben und halt nicht über den eigenen Tellerrand schauen. Ein guter IT´ler kennt sein Produkt, da ist er wirklich Top drin, aber er weiss auch was mit anderen Produkten anzufangen.
Meff
JoJo:
--- Zitat von: Meff am 09.07.03 - 22:12:50 ---Verbreitung: Domino hat immerhin einen Marktanteil von 46%...
--- Ende Zitat ---
Woher hast du denn diese Zahl? Wie verteilen sich die restlichen 54%?
Bezüglich der Malaise am Arbeitsmarkt bzw. der miesen Wirtschaftslage:
Die Konjunkturkurve der Branche ist nun eben mal recht zyklisch. Ein schwacher Trost - ich weiss. Aber eben meine Meinung. Das Ganze sollte man vor dem gesellschaftlichen Hintergrund sehen:
Turbokapitalismus (in den USA, nicht in D) verlangt stets verfügbare, preiswerte Arbeitskräfte. Offene miteinander konkurrierende Volkswirtschaften --> Arbeitsplätze werden "ex- bzw. importiert".
Der Götze Mammon. Keiner will was hergeben --> keine Arbeitszeitverkürzung, keine Teilung von Einkommen, die Einkommenschere wächst. Die Nachfrage stagniert, da natürlich (volkswirtschaftlich betrachtet völlig ausser Streit stehend) einkommenschwächere Personen einen zusätzlichen Euro eher ausgeben als Wohlhabende. Nur bekommen die den zusätzlichen Euro nicht, sondern bleiben arbeitslos. Einige der (ehemals) vermögenden Personen haben einige dieser Euros am Neuen Markt umverteilt & nun ebenfalls keine Lust oder Möglichkeit mehr, die Nachfrage anzukurbeln.
D-spezifisch: Ein starrer Arbeitsmarkt. Ich weiss, die Reform ist am Weg. Bisher können die Deutschen ja relativ bequem in der Arbeitslosigkeit verweilen. Nicht so z. B. in Österreich. Da weht schon seit langer Zeit ein ganz anderer Wind. Die Arbeitslosenrate ist in Ö stets nur halb so hoch wie jene in D.
Die Bedingungen zu denen man in D Sozialhilfe bezieht unterscheiden sich von jenen Österreichs übrigens so sehr, dass mir dafür die Worte fehlen. Das ist freilich nur ein TEIL des Problems. Bitte mich nicht misszuverstehen:
Ich bin für ein Basiseinkommen (bekommt jeder lebenslang, ist für alle gleich hoch, man muss nix dafür tun - auch keine Jobs annehmen oder sich vom Arbeitsamt nerven lassen). Nur muss die Höhe des Grundeinkommens eben vom Markt reguliert werden. Geht's der Wirtschaft schlecht, kann das Grundeinkommen für einen alleinstehenden Arbeitlosen schon mal auf 500 Euro sinken. Da nimmt man dann gerne - vorübergehend - auch mal einen mieseren Job an. Andererseits ist man wegen des garantierten Einkommens nicht mehr so erpressbar. Wär' echt ein Fortschritt hinsichtlich Emanzipation (vom Kapital. Aber aufgrund der ungerechten Einkommensverteilung auch für jene der Frau).
Und was ist dann mit denen, die vor ihrer Arbeitslosigkeit 2.000 Euro oder mehr netto pro Monat verdienten & ihre Kredite zahlen müssen? Tja, Pech gehabt - (Zweit)Haus, Perlenketten & Auto verkaufen, Urlaub stornieren. Es kann jedenfalls nicht so sein, dass der Luxus dieser Schicht von der Masse der Schlechterverdienenden garantiert wird.
MOD:
--- Zitat von: JoJo am 10.07.03 - 08:26:16 ---Ich bin für ein Basiseinkommen (bekommt jeder lebenslang, ist für alle gleich hoch, man muss nix dafür tun - auch keine Jobs annehmen oder sich vom Arbeitsamt nerven lassen). Nur muss die Höhe des Grundeinkommens eben vom Markt reguliert werden. Geht's der Wirtschaft schlecht, kann das Grundeinkommen für einen alleinstehenden Arbeitlosen schon mal auf 500 Euro sinken. Da nimmt man dann gerne - vorübergehend - auch mal einen mieseren Job an. Andererseits ist man wegen des garantierten Einkommens nicht mehr so erpressbar. Wär' echt ein Fortschritt hinsichtlich Emanzipation (vom Kapital. Aber aufgrund der ungerechten Einkommensverteilung auch für jene der Frau).
--- Ende Zitat ---
@JoJo
;D Was hast du geraucht? ;D
Nein Scherz beseite, deine Erklärungen weisen nur kleine Unstimmigkeiten auf. Du redest von Basiseinkommen und Grundeinkommen. Danach von einem Grundeinkommen eines Arbeitslosen. Hä, das müsste dann doch ein Basiseinkommen sein.
@Alle
Und das große Problem ist doch, das Arbeitslose - auch für vorübergehend - keinen mieseren Job annehmen. Zitat: "Ich erhalte i.M. soviel Arbeitslosengeld, da lohnt es sich für mich finanziell nicht, den Job anzunehmen". Das haut mich echt vom Hocker. Der Mann hat die Verantwortung für 2 Kinder, seiner Frau und sein Eigenheim.
;D MOD
JoJo:
--- Zitat von: MOD am 10.07.03 - 09:24:52 ---...deine Erklärungen weisen nur kleine Unstimmigkeiten auf. Du redest von Basiseinkommen und Grundeinkommen....
--- Ende Zitat ---
Da hast du recht. Derart in die Tiefe gehen möcht' ich auch nicht. Da fang' ich dann nämlich regelmässig auch mit Gleichgesinnten zu streiten an.
;D
Zu rauchen hab' ich übrigens schon vor ein paar Jahren aufgehört....
Gandhi:
Fakt ist scheinbar:
Lotus Notes wird in den meisten Unternehmen ohne jede Erweiterung verwendet und niemand, der sich nicht haupamtlich damit befasst weiß, dass es tatsächlich genug sinnvolle Möglichkeiten der Erweiterung gibt.
IBM selbst ist daran mit Schuld, da sie dies noch nie herausgestellt haben, sondern stets Websphere favorisiert haben. Für quasi jeden Anwendungsfall. Wie man sagt: Wenn man nur einen Hammer hat sieht jedes Problem wie ein Nagel aus.
Tatsächlich gebe ich Meff völlig Recht, wenn er sagt, dass bestimmte Anwendungen viel einfacher, billiger und auch besser mit Notes erstellt werden können, als mit Java, Websphere SAP oder was auch sonst.
Allerdings ist das Image von Notes - dank IBM - eben ganz unten.
Ein Silberstreif ist, dass die das jetzt erkannt haben und dass da eine Mittelstandsoffensive geplant ist. Werde mich melden wenn ich mehr hierüber weiß.
Fürchte nur, IBM verzockt auch das wieder und pusht Totgeburten ala Lisa: zu starr, zu teuer und für fast alle Einsatzzwecke überdimensioniert.
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