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Die Leiden des jungen T. , oder: wie ich zum Notesentwickler wurde :-)
iukhdh:
Hallo Leute,
wie im Forum versprochen, hier in Kurzfassung meine Notes-Lebensgeschichte, damit ihr endlich mal ne Vorstellung davon habt, warum ich immer soviel Fragen stelle ;D
Aufsteh ... in den Kreis tret ...
Hallo,
ich bin der Thomas ...
Nach meiner Ausbildung zum Beamten im gehobenen Dienst habe ich 1989 aufm Sozialamt einer großen Kreisstadt angefangen, und dort 2 Jahre lang artig meinen Dienst verrichtet, bis 1991 meine große Chance kam. In der Datenverarbeitung wurde eine Sachbearbeiterstelle frei, und da ich einer der wenigen Beamten war, die zumindest schonmal wussten wie man Komputer schreibt, und daheim sogar schon einen hatten (C128, was ich aber im Personalgespräch zu einem Personalcomputer aufgebauscht hatte) hatte ich die Stelle !
Nachdem mich meine damalige Chefin gleich am ersten Tag vor einen 386er gesetzt hatte, und meinte : "Nun, machen Sie mal" musste ich mir dann doch ein wenig was dazu aneignen. Gottseidank hatte ich zumindest schonmal was von CD.., DIR ..., A:, B:, und C: gehört, sodass ich kleinere Schwächen übertünchen konnte.
Wenn meine Hauptarbeit damals auch eher die Buchhaltung der Abteilung, das Bänderwechseln unserer Nixdorf Anlage (nie werde ich vergessen wie meine Kollegin mir das mit einem fiesen Grinsen im Gesicht innerhalb von 5 Sekunden beigebracht hat), das Protokollschreiben im Gemeinderat und die Wahlauswertung war, so kam ich doch als einer der wenigen Bediensteten im Haus z.B. in den Genuss von Windows 3.0, OS/2, den Computer waren doch noch recht rar gesät bei uns im Haus. Immerhin 1992 schon 5 Stück, inzwischen 350.
So nach und nach wandelte sich mein Arbeitsgebiet hin zum Anwendungsbetreuer, der immer mehr Schulungen halten durfte, selber nicht gar so viele bekam, aber Gottseidank mit der Sache mitwuchs. Irgendwann kam dann Windows NT, mit Amipro (hinterherwein) , Lotus 1-2-3, Approach, Organizer ... und dann Ende der 90er zum ersten Mal Kontakt mit Notes 4.5. Einhellige Meinung damals: "Um Gottes Willen, was sollen wir den damit, das blickt doch kein Anwender". Also erstmal wieder auf Eis gelegt (Uff) und ohne weitergewurstelt.
In der Zwischenzeit gabs dann doch ein paar Computer mehr im Haus, was die Sache immer unübersichtlicher machte (so in Bezug auf Dokumentenablage, zentrale Datenbanken usw) bis wir dann doch Anfang des Jahrtausends als eine der wenigen öffentlichen Verwaltungen mit Notes angefangen haben. Damals wurde dann auch Office 2000 bei uns eingeführt, womit Approach (Nachwein) durch Access abgelöst wurde, und das Chaos losging. Wo früher die Mitarbeiter nach einer Halbtagesschulung ihre Datenbanken selber geschrieben haben, war nun Verwirrung pur, das Teil war einfach zu kompliziert für die meisten.
Und so bin ich langsam aber sicher auf die Notes-Entwicklungsschiene geschlittert. Dank eines neuen Kollegen, der Notes schon kannte kamen die ersten zaghaften Kontakte zur Formelsprache und damit die ersten kleineren Datenbanken für die Kollegen, denen Access einfach zu umfangreich und kmpliziert war. Dank hobbymässiger VisualBasic-Programmierung war der Einstieg nicht gar so schwierig wie befürchtet, wenn auch die Dokumentenbasierende Arbeitsweise von Notes am Anfang etwas Denkarbeit verlangte.
So nach und nach entstand die Arbeitsteilung: Mein Kollege ist der Notes-Admin-Guru, ich bin der "Hilfe, ich komm mit meiner Arbeit nicht mehr zurecht, können Sie mir da nicht eine Datenbank für entwickeln - Mini-Guru". Bis vor zwei Jahren war das mit Formelsprache soweit auch machbar, aber so langsam kamen dann doch Begehrlichkeiten auf, manche Sachen vielleicht doch etwas eleganter lösen zu können. Und ... tatamm, tatsächlich hab ich auch eine Dreitagesschulung erhalten und da sass ich nun ;) Ich hab nur Bahnof verstanden, Frontend, Backend, Klassen, Methoden ... HÄH?
Erwartungshaltung meiner Chefs natürlich 110%, immerhin hab ich ja eine Dreitagesschulung erhalten, immerhin bin ich DER Beamte, der mit am längsten am PC im Haus arbeitet, immerhin hab ich ja schon etliche, kleinere Datenbanken erstellt die auch wunderbar funktionieren, immerhin ist ja der Einäugige König unter den Blinden ;D
Und um diese Erwartungshaltung nicht zu enttäuschen, und natürlich um meine Gehaltserhöhung, sofern Sie irgendwann mal zur Debatte steht, nicht zu gefährden, bin ich Mitglied hier im Club geworden. Was ich bis heute nicht bereut habe, insbesondere weil doch ein paar wichtige Entwicklungen mit eurer Hilfe entstanden sind.
ABER, und das wollte ich hier einfach mal erklären, eigentlich hab ich das nie richtig gelernt, sondern immer nur angelesen, nachgefragt, abgeguggt. Und dafür bin ich Euch so richtig dankbar, denn das funktioniert hier wirklich toll. Ich will Euch garnicht mehr missen. :knuddel:
Also, bitte nicht böse sein wenn ich demnächst mal wieder mit so treudoofen Fragen komme, über die ein gelernter Notesprogrammierer so richtig schmunzelt, ... ich weiss es einfach nicht ! :-[ Aber ich lerne dazu! :D
Also dann, bis zur nächsten Frage im Forum
wieder aus dem Kreis zurücktret und hinsitz !
koehlerbv:
Danke, Thomas. Solche Hintergrundgeschichten sind wirklich sehr interessant und tragen viel zum gegenseitigen Verständnis bei (wobei: Sowas hatte ich mir schon gedacht, und Deine Fragen sind ja nun auch wirklich sauber verständlich, so dass wir eher ans Vergnügen denken müssen, wenn es gilt, Dir zu helfen ;)).
Frage: Warum nehmt Ihr nicht das nächste anstehende Projekt zum Anlass, um Dir ein "training on the job" zu gönnen, um damit beides zu erledigen: Projekt umgesetzt und punktgenau gelernt zu haben?
Bernhard
iukhdh:
Naja, sowas wie ein "training on the job" praktizieren wir ja immer wenns geht, aber, leider wie so oft, jeder hat seine eigenen Probleme und die Arbeit wird auch nicht weniger. Daher kann ich meine Kollegen auch nicht immer mit meinen Aufgaben belasten, die müssen Ihre ja auch hinbekommen.
Und sooo schlimm ist es ja auch nicht. Inzwischen klappts ja mit dem Script LESEN ja schon ganz wunderbar, was ja anfangs nur mit viel Kopfkratzen vonstatten ging. Und das SCHREIBEN kommt so peu à peu auch. Das größte Problem sind halt immer die Begrifflichkeiten. Im Kopf hät ichs schon, nur das wie, die Befehle, die Vorgehensweise, da komm ich erst so langsam hin.
Da das auch nicht meine einzige Arbeit ist, z.B. Haushaltsplanung, Jahresabschluss, Schulungen, Anwendungsbetreuung, Hotlinedienst ... liegt manches Problem oft ein paar Tage bis ich mich wieder dransetzen kann, und dann fehlt oft wieder der Faden.
Aber alles in allem bin ich mit dem Erreichten bisher ganz zufrieden. :)
koehlerbv:
--- Zitat von: iukhdh am 12.11.07 - 23:08:00 ---Aber alles in allem bin ich mit dem Erreichten bisher ganz zufrieden. :)
--- Ende Zitat ---
Kannst Du doch auch sein :)
Mit "training on the job" meinte ich aber etwas anderes: Du hast eine Sache zum Umsetzen vor Dir und Ihr holt Euch dafür einen ins Haus, der das mit Dir gemeinsam aumsetzt. Der Trainer muss dann wirklich gut sein (fachlich und methodisch-didaktisch!).
Vorteil:
- Du / Ihr lernt absolut punktgenau auf Eure Bedürfnisse
- Applikation ist fertig (und letztendlich von Dir umgesetzt)
- Du hast einen Ansprechpartner für die "kleinen Fragen", wenns mal schnell gehen soll (und der weiss, wie Du tickst - und vice versa)
Nachteil:
- Das ist natürlich etwas teurer als eine Schulung von der Stange.
Unter dem Strich wird es aber erhenlich effektiver / billiger, wenn beiderseits alle Voraussetzungen stimmen. Das ist zumindest meine langjährige Erfahrung.
Bernhard
DerAndre:
Hallo Thomas und der Rest.
Ich glaub ich tret jetzt auch mal vor.
1992 hab ich meine Prüfung zum Industriekaufmann abgelegt. Danach bin ich Operator geworden. Waren das damals noch große Kisten. Erste 'Programmiererfahrung' habe ich dann irgendwann mit REXX gemacht.
Es kam die Zeit wurde ausgedünnt und zwei Kollegen sind in eine andere Etage gewechselt. ( u.a. ich )
Wir sollen dann in C Programmieren. Nach den Trainings ging es dann los. Äh, nicht wirklich. Es wurde ein Notesadmin gesucht. Finger heb. Das mach ich. Ok, unser Server war damals ein PIII(?) mit 64 MB Hauptspeicher. Ein 7 x 24 Stunden System. Spätestens danach mußte neu gestartet werden weil nichts mehr ging. Ach ja, Version war 4.6.1.
Und schomal versucht einen 4.6.1 Client auf einem 386 33 32MB Hauptspeicher zu installieren? :P
Nun gut zu dem bischen Admin kann man ja auch noch ein bischen Programmieren. Ääääh irgendwann hab ich beides nicht mehr so richtig hinbekommen. Wer behauptet beides geht... nenene ich kann das zumindest nicht. Vor allem bei so der Anzahl Clients.
Dann hieß es Abteilung wechseln, wegen Notes, oder anderen Job. Gut, ich hab dann anderen Job gemacht. Programmieren in C++.
Danach war wieder Not am Notesentwickler-Mann. Jo mach ich, find ich eh besser als C++ auch wenn die Notesentwicklungsumgebung ein Drama ist. Da soll dann auch noch was mit JAVA gemacht. Gut Schulung mitgenommen, aber leider bis jetzt nicht gebraucht....
Inzwischen sitze ich hier, werkel in Notes und VB.
Auf jeden Fall kann ich sagen, Programmieren ist wie Autofahren. Die Grundlagen lernt man und mit der Zeit kommt das Wissen und die Erfahrung um die Probleme in den Griff zu bekommen. Und als für mich ist atnotes die Enzyklopedia Galactica für meine Probleme in Notes.
Und mit dem Erreichten bin ich sehr zufrieden, auch wenn ich immer nur einen Teil zu den recht Großen Projekten beigetragen habe.
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