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Notes selbstgeschrieben
Untitled:
Ok. Auf den Frust in einem Thread hier einige Gedanken, womit ich schon länger spiele.
Das Konzept von Notes ist einzigartig und genial. Es ist das einzige mir bekannte System mit dokumentbasierter Datenhaltung. Ich glaube auch, dass auf dem Markt ein grosses Bedürfniss danach besteht.
Umgesetzt worden ist das Konzept aber denkbar schlecht. Ich weiss, das liegt daran, dass Notes stets gewachsen ist und immer neue Features dazu gekommen sind (obwohl ich dies als ein weniger gutes Argument erachte, da Windows Vista ja auch nicht auf DOS 1.0 basiert ;D).
Meines erachtens hat die sehr stark eingeschränkte Funktionalität von Notes (will sagen Bugs) und die eigenwillige Oberfläche schon sehr viele Kunden dazu bewegt, sich für ein anderes Produkt zu entscheiden.
Damien Katz hat dies anscheinend auch gemerkt und begonnen sich eine eigene Datenbank aufgrund des Notes-Konzepts zu bauen (CouchDB). Seit längerem ist es auf seinem Blog jedoch relativ ruhig geworden und ich glaube ehrlichgesagt nicht, dass er dieses Projekt je abschliessen wird.
Meine Idee ist also eigentlich die selbe wie die von Damien. Jedoch mit vielen Einschränkungen. Ich denke, man müsste stark auf die Funktionalitäten von Notes verzichten (wie zum Beispiel der ganze Offlinebetrieb und die Replikation), um das Projekt überhaupt abschliessen zu können. Die Vorteile wären ein geringerer Preis und eine sauberere Umsetzung.
Das ist jedoch alles wie gesagt nur eine Idee. Denkt ihr, dokumentbasierte Datenbanken haben Zukunft, oder wird diese den Relationalen gehören? Wäre überhaupt genügend Marktpotenzial vorhanden? Und wie wäre euer Interesse an der Teilnahme an einem solchen Projekt?
Grüsse
Moritz
Glombi:
Den Frust kann ich nachvollziehen - manchmal bringt es einen auf die Palme. Doch die Generalkritik teile ich nicht. Etliche neue Features sind auf Druck einiger großer Firmen hereingekommen, und andere Feature hätte man besser gelassen (Shared Mail, Single Copy Template).
Die einst große Stärke von Notes war es, nahezu plattformunabhängig zu sein: Windows, Novell, OS/2, Unix, Linux, AS/400 (+ alle die ich vergessen habe) als Serverplattformen, Windows, OS/2, Mac als Client-Plattform - das ist schon was. Aber da fehlt ein Client - Linux: Und da werkelt IBM schon eine Weile herum - am Horizont taucht dann Rich Client / WebSphere / Workplace auf. Und das zieht wohl einiges an Ressourcen, die man sonst für Bugfixing/Verbesserungen verwenden könnte.
Einem Alternativprodukt gebe ich eher schlechte Chancen. Zumal es wohl ein riesiger Aufwand sein wird, sowas zu entwickeln.
Auf die Replikation zu verzichten, wäre aus meiner Sicht ein KO Kriterium.
Was die Kunden bewegt, von Notes wegzugehen: Eher wohl nicht die "komische" Oberfläche. Das ist immer Windows-Sicht. Die von SAP finde ich auch nicht unbedingt besser.
Zum Glück unternimmt IBM was dagegenm wie man in den Previews von Hannover sieht.
Kunden sehen immer zuerst die Kosten. Und wenn Outlook schon da ist, warum dann noch Notes zum Mailen verwenden?
Oder wenn schon das teure SAP da ist (bei SAP zählen keine Kosten, sondern das Prestige), warum nicht dort alles entwickeln statt auf dem billigen Notes.
Sollte es IBM irgendwann gelingen, Notes und DB2 wirklich zu verheiraten (und die ersten zaghaften Schritte sind mit Domino 7 gemacht - quasi als Demo - so sehe ich es), dann wird das dokumentenbasierte mit dem relationalen verschmelzen. Da gibt es ein riesen Potential.
Andreas
Driri:
--- Zitat ---Sollte es IBM irgendwann gelingen, Notes und DB2 wirklich zu verheiraten (und die ersten zaghaften Schritte sind mit Domino 7 gemacht - quasi als Demo - so sehe ich es), dann wird das dokumentenbasierte mit dem relationalen verschmelzen. Da gibt es ein riesen Potential.
--- Ende Zitat ---
Das kann ich voll unterschreiben. Wir setzen als strategische Plattform iSeries (oder wie die auch immer gerade heißen mag) und DB2/400 ein. Und eben Notes als Groupwaresystem.
Bei uns sehe ich da etliche Möglichkeiten, wenn das mal wirklich sauber funktioniert, z.B. müßte dann nicht mehr jede Funktion in der Warenwirtschaft programmiert werden, gewisse Dinge, wie CRM, könnte man dann auch wunderbar unter Notes abbilden.
Und genau in solchen Umgebungen wie bei uns, hätte ein anderes Produkt auch kein oder nur eine sehr geringe Chance.
flaite:
Kein guter Start für eine rationale Debatte. So viele emotionale Wertungen zu Beginn...
--- Zitat von: Untitled am 28.04.06 - 08:58:05 ---Das Konzept von Notes ist einzigartig und genial.
[...]
Umgesetzt worden ist das Konzept aber denkbar schlecht.
--- Ende Zitat ---
Wie ich hier das Konzept der Verschmelzung von relationalen und dokumentbasierten Dingen verstehen soll, ist mir auch nicht klar. Aber vielleicht soll es das ja auch nicht.
Imho ist "dokumentbasierte DB" gar nicht so einzigartig als Konzept. Imho sind Systeme wie IBM IMS oder Berkeley DB sehr ähnlich.
Was in Notes für warenwirtschaftsmässige Anwendungen fehlt sind aus meiner Sicht einfach Transaktionsunterstützung von der Datenbank.
smoki:
Ein neu zu entwickelendes Dokumenten-Datenbank-System sollte auf XML Basieren (das muss zwangsläufig nicht heißen, dass diese nicht komprimiert in der Datenbank abgelegt werden könnnen... XML lässt sich sehr klein Komprimieren!).
Hierdurch hätte man die Flexibilität, immer neue Datentypen einzufügen, ohne die Struktur anzupassen (daher es gibt quasi nie eine wirklich neue ODS Struktur, höchstens ein neues XMLSchema ... aber das kann man gleich Flexibel mit integrieren).
Ob man dann weniger Bugs hat, wenn man so etwas erstellt, bezeifle ich allerdings....
Das Problem ist in Lotus, dass einige Schwächen schon seit vielen Releasen nicht wirklich ernsthaft beseitigt wurden, sondern nur "üble" Workarounds geschaffen wurden. Ein Frühjahrsputz im Source wäre sicherlich mehr als Notwendig... Vielleicht macht IBM das ja mit Hannover (hoffe ich zumindest!)
So hoffe ich noch das in R8 alles gut wird :) Und werde dann enttäuscht *G*
Gruss
Chris
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