Domino 9 und frühere Versionen > ND6: Administration & Userprobleme

Vergleich Notes und Exchange...??

<< < (2/3) > >>

Tomz:
Kann jemand in etwa abschätzen wie groß der Aufwand wäre eine Notes-DB in einem MS-Applikation zu verwandeln? Ich weiss es kommt auf die komplexität der zugrunde liegenden DB an. Aber ich denke sagen zu können, daß es 100% Mehraufwand sind, da bestimmt kein Code der Notes-DB für die MS-Applikation herhalten kann. Also müßte die Applikation doch von Grund auf neu geschrieben werden. Ist die Vermutung richtig?

m3:
Ed Brill hat da natürlich auch ein paar Postings zu dem Thema:
http://www.edbrill.com/ebrill/edbrill.nsf/dx/search.htm?opendocument&amp;q=migrate

Ruhig Axel, wir alle wissen, dass Ed das Lotus Pendant zu Scoble ist, trotzdem helfen die Links TomH eventuell weiter. Und TimH ist sicher so schlau, Eds Aussagen etwas differenzierter zu sehen. ;)

Ad Aufwand:
Du kannst ja mal den Microsoft Application Analyzer 2003 for Lotus Notes ausprobieren. Aber Achtung, der analysiert anscheinend NUR die Daten, nicht die Businesslogik deiner Anwendung:
--- Zitat ---The Application Analyzer consists of two parts: the Data Collector and the Data Processor. The Data Processor interprets the data from the Data Collector and creates detailed reports that indicate the complexity and scale of the application and recommendations on how to most efficiently migrate applications to Microsoft platform application environment.
--- Ende Zitat ---

Ad Neuschreiben: Ja, sehe ich auch so, denn selbst das von MS empfohlene Tool, der CASAHL Technology's ecKnowledge 7.5, kann, soweit ich das durchblickt habe, nur die Daten aus einer Notes-Db herausholen, und das schafft man einfacher auch.

MartinG:
Notes und Exchange kann man m.E. wirklich nicht sinnvoll vergleichen. Was man aber IMHO schon machen kann, wäre Notes/Domino und Exchange in Kombination mit Microsoft Sharepoint zu vergleichen.

Damit kann man sicherlich die in den meisten Firmen, die verwendeten bzw benötigten Funktionen/Features/Anforderungen abdecken. Allerdings liegt man dann preistechnisch in einer sehr viel höheren Liga. Ein Sharepointserver kostet richtig viel Geld und was ich mal so auf die schnelle gesehen habe ist es auch nicht ganz easy zu administrieren...

flaite:
Der Aufwand hängt von den Anwendungen selber ab.
Ich warne nur vor vorschnellen Urteilen bezüglich von Dingen, die kein Mensch voll überblicken kann.
Ich finde jedenfalls vieles was auf .NET Seite passiert interessant, wobei ich leider auch keine Zeit finde, mich ernsthafter damit auseinanderzusetzen.


--- Zitat ---Wie bitte soll eine Notes-Appliaktion auf Exchange migriert werden? Das ist doch unsinnig!? Exchange bietet doch meines Wissens nach "nur" Mail-, Gruppen- und Messaging-Funktionalitäten. Vergleicht man da nicht zwei Plattformen die kaum oder nur wenig gemeinsam haben? Exchange kann weder replizieren noch bietet es DBMS-Funktionen (erst mit MS-SQL) und und und...

--- Ende Zitat ---
Sind das wirklich Aussagen, die einer näheren Prüfung standhalten? Oder vergleichst du nicht vielleicht nur einen Ausschnitt der Möglichkeiten von Microsoft? Vorsicht mit so einfachen Lösungen für komplexe Fragen.

Wie gut läßt sich der Begriff Groupware überhaupt eingrenzen? Ich behaupte, dass ich bestimmte Groupwareanwendungen besser mit Java/J2EE schreiben kann.

Ich würd sagen, dass ich auch in diesem Forum viele gleichzeitig auch mit Notes-Alternativ Technologien beschäftigen und das ist sicher keine dumme Idee.
Du kannst das ja auch als Chance sehen.
Mußt natürlich dem Management klarmachen, dass es in der Realität Fälle geben wird, in denen sich Microsofts Ideen zur einfachen Migration als überoptimistisch erweisen. Aber das sollte das Management verstehen, weil es zu ihrem Job gehört.

Ed Brills Blog ist ein eindeutiges Marketing-Instrument und Marketing ist von der Intention her das genaue Gegenteil von einer kritischen rationalen Prüfung. Es wird versucht die Leute mit gefärbten Teilinformationen, einseitiger Berichterstattung und Emotionen für seine eigenen Ziele einzuspannen. Das ist der Job von Marketing und so sehen Marketing-Leute ihren Job. Also sollte man Marketing mit gesundem Mißtrauen konsumieren.
 
Mein realer Ekel vor dem Argumentationsstil in weiten Teilen des IT-Bereichs haben mich zumindest wieder zur Lektüre von Karl Popper zurückgeführt. Teile unseres Handeln sind immer durch emotionale Momente bestimmt. Folgt man diesen Emotionen zu stark, kann man zu völlig willkürlichen Denkergebnissen kommen. Deshalb sollte man für eine rationale Haltung den Dingen gegenüber arbeiten.

Auch wenn jetzt die Portierungskosten erstmal hoch sind, so entstehen in der Zukunft vermutlich auch Chancen, die du jetzt vielleicht nicht überblicken kannst. Ich kann nur raten mit Offenheit an die Sache ranzugehen.

Gruß Axel

----------------------------------------------------
Ein krasses Beispiel für gefilterte, emotionalisiert Information: (very Offtopic):
Der venezoelanische Staatssender RNV, den ich gestern im Internet entdeckt habe, stellt die Erschießung des Brasilianers von der britischen Polizei wie folgt dar:
Wir erklären uns 100% solidarisch mit der Londoner Bevölkerung angesichts der schrecklichen Attentate. Aber wir erklären uns solidarisch mit allen Opfern. Egal ob reich, arm. Egal aus welchem Land sie kommen. Im Gegensatz dazu läßt der Kriminelle Tony Blair Leute erschiessen, nur weil sie anders aussehen oder anders gekleidet sind. Der Ermordete war arm. Ein Brasilianer. Ein armer Brasilianer. Aber ist das ein Grund einen Menschen zu erschiessen? Das ist der Unterschied der bolivarischen Regierung Venezuelas und den englischen Imperalisten. Wir erklären uns solidarisch mit allen Menschen, egal wie sie aussehen, egal wie sie gekleidet sind, egal ob arm oder reich.  und so weiter und so weiter.
Kein Wort davon, dass es angesichts der Situation in London vielleicht wirklich keine gute Idee war in der U-Bahn mit einer Tüte in der Hand wegzulaufen, wenn 5 Polizisten aus verständlichen Gründen panisch "Halt" schreien.

Und in diese Richtung gehen manche "blogs" im Internet eben auch.

koehlerbv:

--- Zitat von: kennwort am 25.07.05 - 20:41:29 ---Ich warne nur vor vorschnellen Urteilen bezüglich von Dingen, die kein Mensch voll überblicken kann.

--- Ende Zitat ---

Volle Zustimmung, Axel. Es ist nicht alles so einfach, wie es scheint. Und das gilt auch, wenn man markige Marketingssprüche völlig aussen vorlässt - es kommt auf die reale Situation an.
Ich beobachte derzeit das Vorgehen eines Kunden, denn ich (vermutlich) leider viel zu spät kennengelernt habe und bei dem ich nur noch richten kann, was andere gerade mit Notes / Domino verbockt haben. Sie erkennen durchaus an, dass mein Tuning ihrer ND-Umgebung beachtlich sei, aber der Zug war schon abgefahren, bevor ich da etwas richten konnte (hier spielt auch die Konzernzentrale eine Rolle).

Mit ganzer Energie werde ich (auch wenn in mancher Hinsicht mein Herz blutet - das ist aber nur der emotionale Effekt) dieses Migrationsprojekt ND -> MS-Umgebung (Exchange sage ich jetzt bewusst nicht - MartinG hat die Sache schon gut angedeutet) begleiten und verfolgen. Und ich sehe durchaus Sinn im Rahmen der gesamten IT-Situation des Unternehmens, dieses Vorhaben anzugehen (allein schon deswegen, weil das ERP-System ebenfalls ein MS-Produkt ist (wenn auch von Dänen entwickelt  ;)).

Mein ROI ist mir schon jetzt klar: Ich werde nicht dümmer, ich werde weiter lernen, was man mit ND (als Programmierer) besser machen muss - und ich werde sehen, wie so was ausgehen wird. Aus meiner sicht ist dies ein Logenplatz, den ich da einnehme (wobei ich noch nicht mal dafür bezahlen muss  :))

Bernhard

Navigation

[0] Themen-Index

[#] Nächste Seite

[*] Vorherige Sete

Zur normalen Ansicht wechseln