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Weltuntergang oder Überdramatisierung der Medien
pd:
Halthalt, das zweite ist erst in Überlegung ;-)
Ich habe wohl nur Einblick in einen zu kleinen Ausschnitt der Geschichte. Klar, mit den Umständen der Großelterngeneration ist das heute nicht zu vergleichen, da gibts nix.
Gehen die Schwellenländer evtl. in die falsche Richtung, machen Sie "uns" zuviel nach?
Wie werden sich deiner Meinung nach die Lebensumstände verändern?
Gruß, Patrick
Marinero Atlántico:
--- Zitat von: pd am 29.06.05 - 11:48:13 ---Gehen die Schwellenländer evtl. in die falsche Richtung, machen Sie "uns" zuviel nach?
--- Ende Zitat ---
Glaub ich nicht. Schliesslich werden wir in der chilenischen Presse seit ca. 2 Jahren gerne als Beispiel für rigide Arbeitsmärkte und barocke Gesetzgebung hingestellt. Würde wetten, dass es in der polnischen Presse nicht anders ist. Grundsätzlich sind die ja mehr am angelsächsischen (Wohlstand schaffen) als am kontinentaleuropäischen (Wohlstand verteilen und organisieren) Modell orientiert.
--- Zitat von: pd am 29.06.05 - 11:48:13 ---Wie werden sich deiner Meinung nach die Lebensumstände verändern?
--- Ende Zitat ---
Du meinst sie sollten lieber in ihren Indianerhütten sitzen bleiben, weil sie da glücklicher sind ;D
Kann sein. Aber der Mensch treibt eben auch eine gewisse Gier an.
Für Chile gesprochen ist z.B. das Umweltbewußtsein relativ ausgeprägt, würd ich sagen. Schon allein weil 30% in Santiago leben und das kann ein ziemlicher Moloch mit Smog, Verkehrsstaus, unglaublich vollen U-Bahnen, etc. sein. Liegt z.T. an der ungünstigen Lage -> zu 3/4 von Bergen eingekesselt.
Ich empfinde das als eurozentrisch, zu sagen, dass "die" uns Dinge nachmachen. Letztlich geht jedes Land und jeder Mensch seine eigene Entwicklung.
pd:
Ja, deswegen auch uns in "" und auch nicht unbedingt als leuchtendes Vorbild gemeint. Die Veränderung der Lebensumstände habe ich unerkenntlicherweise auf hier bezogen...
Gruß, Patrick
Marinero Atlántico:
Ja gut. Als Student hatte ich kein Geld und war z.T. glücklicher als jetzt. Soll ich mich jetzt in ein Magisterstudium Völkerkunde, Kunstgeschichte und vergleichende Religionswissenschaften einschreiben, weil mich das hier alles sowieso verdirbt. So ist das da auch, würd ich sagen.
TMC:
Wie oben erwähnt wurde schon immer gejammert, wie schlecht es uns doch geht.
Vielleicht haben viele auch falsche Idealvorstellungen.
Es gab mal eine Studie, wie glücklich die Menschen in den einzelnen Ländern sind. Ja ich weiß, Studien sind natürlich immer so eine Sache. Trotzdem, es haben da manche Entwicklungsländer besser abgeschnitten als Länder wie z.B. Deutschland. (wobei da soweit ich mich noch erinnere nicht Leute berücksichtigt wurden, die an Hunger leiden!).
Was haben wir für Erwartungen? Manche sind durchaus glücklich, wenn diese Arbeit haben, Familie und Freunde, und auch Hobbies nachgehen können (Urlaubsreise 1mal pro Jahr, Fußball, Tennis, oder was auch immer).
Dass Arbeitslose weniger glücklich sind, kann ich gut nachvollziehen. Ich kann auch nachvollziehen, dass jemand nicht glücklich ist, wenn dieser eine Arbeit hat, die ihn nicht erfüllt. Für mich wäre das schlimmste, jeden morgen aufzustehen und sich am liebsten krankzumelden, weil man einfach so wenig Lust auf die Arbeit hat.
Ich hatte dieses Gefühl als Jugendlicher, als ich Ferienjobs auf der Baustelle machte. Ich hasste das. Und schwörte mir damals, dass ich mir einen solchen Job suchen werde, wo sich das nie mehr wiederholt. Ich hatte dann bisher auch das "Glück". Wobei ich auch eine solche Tätigkeit wieder temporär annehmen würde im Falle einer Arbeitslosigkeit (aber das sagt sich jetzt leichter als wie wenn es mal soweit wäre....).
Ich finde, viele Leute schätzen gar nicht wie gut es ihnen geht. Ich kenne viele Familien mit Zweitautos. Eigentlich brauchen die gar kein Zweitauto. Klar, macht vieles einfacher, gerade mit Kindern etc. Ich unterstelle aber mal, dass bei den meisten Fällen unter'm Strich die Leute insgesamt nicht weniger glücklich wären, wenn diese nur ein Auto hätten. Das nur als ein Beispiel. Könnte man jetzt auch auf Zweit- und Drittfernseher, PCs etc. abbilden.
Schlimm finde ich persönlich, wenn in Deutschland Familien so wenig Geld zur Verfügung haben, dass sie z.B. sich Nahrungsmittel im Supermarkt nicht mehr leisten können. Diskussionen darüber, dass man nun das Drittauto abmeldet und verkauft, finde ich lächerlich dem gegenüber.
Was die Zukunft bringt: als Hauptproblem sehe ich Arbeitslosigkeit, liegt wohl daran, dass ich persönlich gerne arbeite. Würde man mir das nehmen, hätte ich ein echtes Problem. Sicherlich nicht nur finanziell.
Worüber ich auch sehr froh bin ist, dass es auch Leute gibt, die eben die unangenehmen Arbeiten machen. Ist eigentlich ein Tabu-Thema in der Gesellschaft. Wir schimpfen z.B. gerne über unhygienische Sanitätanlagen an Rasthöfen, Bahnhöfen etc. Aber würden wir diese Reinigungs-Jobs machen, z.B. als Überbrückung bei Arbeitslosigkeit - oder sogar auf Dauer?
Bild, RTL2 etc. nimmt sich natürlich immer Skandal-Themen. Und die Leute müssen unter 40 sein. Kein Scherz. Die Freundin von einem Arbeitskollegen wurde vor etwa 1 Jahr von RTL2 begleitet, machte Hausbesuche als Verkäuferin. Es gab da klare Auflagen: es durften keine Leute besucht werden, die älter als 40 sind.
Matthias
(habe oben für 5% gestimmt)
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