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8,25 Prozent Zinsen!

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pd:
jo, so siehts meine Kollegin auch:

Hallo Patrick,

es kommt immer mal wieder vor, dass Unternehmensanleihen nur über das Unternehmen (also z.B. die Homepage) vertrieben werden. Ist im Normalfall billiger, als wenn ein Emissionshaus beauftragt wird und noch einen Teil des Gewinns einstreichen will. Vielleicht ist auch noch eine Bank im Spiel, die die Anleihe ebenso vertreibt. Der Zinssatz ist so horrend hoch, dass man davon ausgehen muss, dass keine Bank für eine Finanzierung der Eech AG aufkommen will. Wer zahlt schon freiwillig 8,25% Zinsen, wenn er bei der Bank ein Darlehen mit 5% erhalten kann? --> nur die Unternehmen, die kein Geld von der Bank bekommen oder auch nur mit hohen Aufschlägen wegen schlechter Bonität. Also, am besten: Finger weg...:-)

Gruß Susanne

heini_schwammerl:
Bitte nicht verwechseln. Hier werden Privatkredite mit Unternehmenskrediten gleichgesetzt. Dem ist nicht so. Selbst bei den meisten Darlehen der staatlichen Kreditanstalt für Wiederaufbau zahlt man derzeit einen Zinssatz mit einer 4 vor dem Komma.
Der Zinssatz für einen Unternehmenskredit beträgt derzeit eher 10% oder mehr als 5%. Es sei denn man kann so hohe Sicherheiten aufweisen, das man eigentlich sowieso keinen Kredit brauchen würde oder man geht voll in die Privathaftung oder Bürgschaft.
Fast der gesamte Mittelstand (und darunter fallen z.T. auch Unternehmen mit 100 Mio Euro Jahresumsatz) leiden unter den extremen Anforderungen der Kreditwirtschaft, Risikokapital ist in Deutschland fast so gut wie gar nicht zu bekommen. Die Quittung für jahrelange Misswirtschaft in den Bankkonzernen (Kirch, Schneider, Flowtex etc.). Außerdem sind viele Banken derzeit selber zum Sanierungsfall geworden. Konzerne die die Dresdner, Commerzbank haben sich die letzten Jahre doch vorzugsweise mit sich selber beschäftigt.
Trotzdem ist das Angebot höchst unseriös, da es Ihre Traumanleihe auf der Webseite mit abgesicherten Produkten vergleicht (wie Festgeld).
Aber als Selbstständiger wäre ich manchmal froh, wenn mir überhaupt jemand Kapital zur Verfügung stellen würde. Den tollen EasyCredit mit 5,X Prozent gibt es aber nur für Beamte und Angestellte (und gerade bei diesem Beispiel bezahlt man, wenn man in der EDV Branche angestellt ist, noch einen Risikozuschlag).
Wenn man in Anlagegüter investiert kann das schon nervig sein. Bezahlen muß man das Zeug sofort, abgeschrieben wird über 3 Jahre und mehr und nicht alles im Leben möchte/kann man leasen. 9000 Euro investiert, 6000 Euro EK weg.
Hilfreich war es da auch, das die degressive Abschreibung auch weitgehend abgeschafft wurde. Das kommt raus, wenn man Jahrzehntelang von Beamten und Anwälten regiert wird (und das über alle politischen Lager hinweg).
Mein Fazit trotzdem: Finger weg von dieser Anleihe. Für das hohe Ausfallrisiko kann man sich auch 1 Euro Aktien kaufen. Gleiches Risiko bei deutlich höheren Renditechancen.

Notzer:
Nachdem ich nicht umhin konnte, mir dieses verlockende Angebot zusenden zu lassen, lag der DinA4-Umschlag mit dem aufwändig gestalteten Wertpapier-Verkaufsprospekt (ca. 80 Seiten in Farbe) wenige Tage nach meiner Internetanfrage in meinem Briefkasten.
Ich studierte das Werk oberflächlich und werde es heute mal meiner Bank vorlegen, um herauszufinden, was die dazu meint.
Auch die Stiftung Warentest hat sich mit EECH bereits auseinandergesetzt:

http://www.stiftung-warentest.de/online/geldanlage_banken/meldung/1136188/1136188.html

Dieser Link ist allerdings von 2003.

Etwas aktueller ist dieser Link:
http://www.brigitte.de/forum/showflat.php?Cat=&Board=89&Number=938407&page=1&view=collapsed&sb=5&o=&fpart=1

Hier werden zwar leider keine Erfahrungen ausgetauscht, aber immerhin Meinungen.

Eine positive Erfahrung findet sich hier:
http://www.access.de/MessageBoard/MessageBoard.asp?WCI=BeitragAnzeigen&TopicID=23639

Publizierte Negativ-Erfahrungen mit EECH habe ich im WEB auf die Schnelle nicht gefunden. Entweder gibt es also keine oder aber ich habe nicht gründlich genug gesucht.

Jedenfalls wurde auch ich von EECH angerufen, nachdem ich mich nach Erhalt des Prospektes nicht selbst gerührt habe, was mich zumindest mutmaßen lässt, dass man an meinen Penunsen potentiell stark interessiert ist.
Der freundliche Herr am Telefon erzählte mir dann, dass EECH in Deutschland bereits 20 Windparks errichtet hat und nun Solarparks in Spanien aufbauen will. Vom Grundgedanken her also nicht dumm (Weg vom Wind, hin zur Sonne).

Mal sehen, was der freundliche Herr meiner Bank heute zu der Angelegenheit sagt.  Ich werd's Euch weitergeben!


Glombi:
Es kann einfach nicht seriös sein. Und wenn die Dich schon anrufen, deutet es umso mehr darauf hin.
Vor einigen Jahren waren es die tollen (Schrott)Immobilien in den "neuen" (so neu sind die ja auch nicht mehr) Bundesländern, jetzt sind es Solar- oder Windkraftanlagen.

Ich sage: Wenn es darum geht, den Leuten Geld aus der Tasche zu ziehen, sind einige sehr einfallsreich. Je bunter die Hochglanzbroschüren und je toller die Gewinnmargen desto mehr sollte Vorsicht geboten sein.
Keiner verschenkt Geld und alle wollen unser Bestes (nämlich selbiges). Wenn die gelackten Typen dann auch noch aus purer Not anrufen sollten alle Alarmglocken schrillen!

Andreas

P.S.: Die "positive" Beurteilung ist an deduktivem Beweis nicht mehr zu überbieten, dass es DIE Anlageform ist.
Ich denke, Cinderella wird auch die Leute anrufen...

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