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gibt es hier eine Meinung zu?
Marinero Atlántico:
Hi,
der Artikel hat am Anfang ein paar Längen und wird dann - für mich zumindest - hoch interessant.
Effekthascherische Laberei oder wirkliche Information?
http://www.joelonsoftware.com/articles/APIWar.html
Gruß Axel
Gandhi:
Also nach dem Durchkämpfen des Artikels bin ich nun glaube ich doch ein wenig schlauer.
Vor allem bestätigt das aber meine Meinung: Im Moment lohnt es sich nicht in Technologien zu investieren (wenn man nicht ohnehin mit ihnen arbeitet), sei es nun .Net oder auch Java, weil die Entwicklung in diesen Bereichen einfach zu flink ist. Offensichtlich sogar zu flink für MS um die langjährige Konsistenz ihrer Programmier-Paradigmen beizubehalten.
Das Fazit für mich ist also, dass ich keinerlei Techniken mehr lernen will, die ich nicht unmittelbar brauche und meinen Bildungsdurst mehr in Richtung Prozesse verlagere, da diese doch weniger volatil und haltbarer sind.
Ich habe mich Ende letzten Jahres mit dem Chef eines kleineren MS-Umgebung-Entwicklungsteams (10 Personen) unterhalten, der bestätigt hat, dass trotz des .NET Hypes in den Medien und Seitens MS hier von Kundenseite überhaupt kein Interesse bestünde. Vielleicht bei größeren Kunden aber nicht bei der breiten Masse.
Ich gebe mir selbst also den Rat, mehr Zeit in den Aufbau zum Wissen über Management- und Entwicklungsprozesse zu investieren, sowie meine Softskills zu schleifen, anstatt mich in Techniken zu verheizen, deren Halbwertszeiten immer mehr in die Größenordnung von Sekunden sinken. Oder gemäß Warhol: Jede Softwaretechnologie ist für mindestens 15 Minuten berühmt....
Marinero Atlántico:
Hi Marco,
viel Glück.
Ich weiss aber nicht, ob man das immer so steuern kann.
Das hängt ja auch davon ab, wo man sich gerade nützlich machen kann und dafür Geld bekommt.
Ich persönlich finde auch Java oder .NET nicht so kompliziert wie viele hier immer behaupten. Man muss eben ein gewisses Tempo finden und v.a. permanent am Ball bleiben. Und irgendwie muss es auch Spass machen und man sollte einen Sinn drin sehen.
Ich hab dieses Jahr auch mehr Geld mit Notes als mit den neuen Technologien umgesetzt.
Auf der anderen Seite war auch einiges an der Grenze und die würden es natürlich gerne sehen, wenn ich mit gewissen Java Prototypen komme, die das substituieren. Ein klares Budget gibt es dafür nicht, aber es gibt zumindest die Option. Eine Hercules-Aufgabe, aber diesmal werd ichs wohl mal versuchen. Keine kleine Anwendung und ich krieg auch so mein Geld.
Weiss auch nicht, ob man das immer so steuern kann. Ich will auch mehr Softskill Zeugs lesen, einfach weil es - wenn man wirklich drüber nachdenkt - einen größeren Teil des Jobs ausmacht als das technische Zeugs. Leute, die wirklich was bringen, bewegen sich sowieso in einem relativ anstrengenden Feld zwischen Technik, Managementfähigkeiten, Vertrieb und Kommunikationsfähigkeiten.
Ich hab soviele Quatschprozesse ausgedacht von irgendwelchen geistig und seelisch verarmten Prozess-Rhetorikern und Corporate Policy Napoleons gesehen und hab die so oft in Meetings erlebt, dass ich mich nicht einmal mehr darüber aufrege.
Da gibt es natürlich auch wirklich gute Leute, aber die haben es auch nicht so leicht.
Gruß Axel
heini_schwammerl:
--- Zitat ---Ich habe mich Ende letzten Jahres mit dem Chef eines kleineren MS-Umgebung-Entwicklungsteams (10 Personen) unterhalten, der bestätigt hat, dass trotz des .NET Hypes in den Medien und Seitens MS hier von Kundenseite überhaupt kein Interesse bestünde. Vielleicht bei größeren Kunden aber nicht bei der breiten Masse.
--- Ende Zitat ---
Und ich dachte schon ich arbeite auf einem anderen Stern. Vielen Dank für dieses Zitat. Mir geht es gleich viel besser.
Gandhi:
--- Zitat ---Das hängt ja auch davon ab, wo man sich gerade nützlich machen kann und dafür Geld bekommt.
--- Ende Zitat ---
Genau. So sehe ich das auch. Die nächste Zeit bekomme ich wohl noch Geld für Notes-Services - und was in einem Jahr gerade en vogue ist weiß ich nicht - und ich glaube auch nicht wirklich irgendwer sonst (auch wenn Java ganz bestimmt noch ein Thema sein wird ;))
--- Zitat ---Ich persönlich finde auch Java oder .NET nicht so kompliziert wie viele hier immer behaupten. Man muss eben ein gewisses Tempo finden und v.a. permanent am Ball bleiben. Und irgendwie muss es auch Spass machen und man sollte einen Sinn drin sehen.
--- Ende Zitat ---
Es ist erst mal gar nicht kompliziert - wohl aber sehr umfangreich. Mit dem Tempo hast Du recht - es ist zur Zeit wirklich riskant aufs falsche Pferd zu setzen. Und ganz ehrlich: Ich will nicht meine gesamte Zeit darauf verwenden, dass ich irgendwelche - eventuell irgendwann für mich mal relevanten Technologieen- reinziehe - da gibt es effektivere Möglichkeiten (eben Softskills und andere Meta-Fähigkeiten - langfristig nutzbares Wissen und Können).
Für mich ist es aber auch tatsächlich so, dass ich mein 'Ingenieursdasein' mit einem zeitlichen Verfallsdatum sehe. Auch wegen immer wieder auftauchenden Anzeigen wie : "Suchen Entwickler unter 40 Jahren". Da kann man nachdem man die 30 überschritten hat schon nervös werden....
Wohin ich gehe - so genau weiß ich es nicht - aber jedes Jahr die neueste technische Nische zu besetzen ist wohl echt anstrengend, oder?
Zu den Managern und deren Qualitäten: Ich denke gute Manager (im Softwarebereich) waren auch mal 'Techniker'. Ist in der Automobilindustrie nicht anders - auch dort sind die meisten Vorstände ehemalige Ingenieure. Insofern sehe ich das so, dass ich mich lange genug auf dem technischen Level gequält habe - um auch noch in vielen Jahren Techniker zu verstehen. Das wäre also eine Möglichkeit - vielleicht nehme ich aber auch noch eine ganz andere wahr...
Mein Wunsch nach Veränderung hat aber auch was mit der von Dir geschilderten Frustration zu tun:
--- Zitat ---Ich hab soviele Quatschprozesse ausgedacht von irgendwelchen geistig und seelisch verarmten Prozess-Rhetorikern und Corporate Policy Napoleons gesehen und hab die so oft in Meetings erlebt, dass ich mich nicht einmal mehr darüber aufrege.
--- Ende Zitat ---
Da ist dann irgendwann doch der Punkt da, an dem man sich nicht von jedem dahergelaufenen Grützkopf sagen lassen muss, dass die Erde eine Scheibe ist.
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