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Indien im 8.4% BIP Wachstums-Rausch

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Glombi:
Stimmt  ;)

Gandhi:
Das Thema mit den Elite Unis ist doch ein Witz. Und ein schlechter noch dazu.
In den USA werden auch keine Elite Unis staatlich gefördert. Die sind aus Spendengeldern, Tradition und freiem Bildungswesen, also Wettbewerb, hervorgegangen.
Bevor hierzulande jemand an Subventionen für Eliteunis denkt sollte erst mal die normalen Bildungswege 'sauber' bekommen. Die Studienbedingungen hierzulande sind Skandalös - und auch Pisa kann immer noch nicht wegdiskutiert werden.
Im Gegenteil: Ich finde diese Diskussion schädlich:
Lieber sollte ein effektiver Wettbewerb der Universitäten in Gang gebracht werden - dann ergeben sich Elite-Universitäten von ganz alleine.

Zum Thema Globalisierung:
Klar bekommt die 'erste Welt' nun die Quittung der armen präsentiert. Weil diese sich nicht mehr an Ihre angedachte Rolle der Kolonialwarenlieferanten halten sondern einfach hochwertige Leistungen anbieten - wie unfair...
Das Thema Globalisierung hat sich sofort erledigt, wenn deren Märkte mit der Wirtschaftsleistung mitgewachsen sind. Dann sind die auch nicht billiger (oder hat schon mal jemand was von Outsourcing in die USA gehört?)
Was tut man also: Märkte öffnen (wirklich öffnen). Die EU Agrarsubventionen verhindern z.B. effektiv, dass dort eine funktionierende Landwirtschaft aufgebaut wird - und kostet die EU nebenbei Milliarden - weil Nahrungsmittel subventioniert verkauft werden. Darum ist Euer Essen so viel teurer als z.B. in den USA.
Und wenn sie keinen Ackerbau betreiben können - dann entwickeln die halt Software - keine Hardware - keine Transportprobleme - perfekt...
Über die US Stahlzölle will ich mich an dieser Stelle nicht auslassen.
Aber die Zeit des Rosinenpickens ist für die 'Alte Welt' vorbei. Die Globalisierung ist eine Naturgewalt und nicht aufzuhalten.

Zum deutschen Problem:
Leider ist das Problem der deutschen Wirtschaft die deutsche Politik/Regierung:
Thema Steuern: Wer mehr als 50% Abgaben hat kann die Konjunktur nicht wirklich beleben.
Thema Bildung: Wer nicht in die Zukunft investiert hat auch keine - biblisch: Wer nicht säht wird nicht ernten (außer den Vögeln...)
Thema Insolvenzrecht: Nachdem das neue Insolvenzrecht faktisch Gläubigern alle Rechte entzog erhält der Mittelstand keine Kreditlinien mehr von den Banken (ein Grund - es gibt auch andere).
Thema Sozialstaat, soziale Gerechtigkeit:
Ist es sozial (also der Gesellschaft dienlich), wenn Leistung unterdrückt wird (durch Steuern und Verwaltungsaufwand), ist es sozial, wenn die eigene Leistung nicht einem selbst (zum großen Teil) zur Verfügung steht und somit jeder Anreiz zur Leistung genommen wird? Ich bin der Meinung hier in Deutschland ist mittlerweile ein Sozialismus durch die Hintertür eingerichtet worden.
Was verteilt wird muss ja wohl immer noch erst erwirtschaftet werden.
Thema Staatsquote: Wie haben sich die Kosten nach Öffnung des TK Monopols entwickelt? Wann sieht der Staat ein, dass er nichts effektiver oder effizienter erledigen kann, als die Privatwirtschaft. Warum gibt die Politik nicht endlich die Verantwortung an die Bürger zurück? So doof sind wir alle doch gar nicht.

Prof. Sinn vom IFO Institut hat übrigens ausgerechnet, dass der Spitzensteuersatz ohne weitere Staatsverschuldung auf 17% gesenkt werden könnte, wenn dafür sämtliche Subventionen gestrichen würden. Das wäre doch mal ein Ansatz....

So schlecht geht es uns noch nicht? Das ist eindeutig eine Frage der Betrachtungsweise. Man kann sich natürlich den aktuellen Lebensstandard ansehen und sagen - uns geht es nicht schlecht. Ich schaue mir aber lieber die Ableitung nach der Zeit an - und dann sieht es im Vergleich zum Rest der Welt übel aus. Nicht umsonst schneidet DE in sämtlichen internationalen Vergleichen super schlecht ab. Addiert man Entwicklung in Wirtschaft, Bildung und Bevölkerungsverteilung ist dieses Land auf dem Weg nach unten. Schnell.

Thema Steuerverschwendung: Gestern in CNN: Obwohl Deutschland hochverschuldet ist, wird im nächsten Jahr in Berlin ein einzelner Krötentunnel für 285.000 Euro gebaut.....da fällt einem nichts mehr zu ein....

Was tut man dagegen: Rational gesehen: FDP wählen. Jedes Volk bekommt die Regierung, die es verdient. Nur mit einem Bekenntnis zur Leistung und zur Bildung kann das Ruder herumgerissen werden. Dies ist die einzig wirklich soziale Politik. Nichts hat den Lebenstandard der Ärmsten mehr angehoben, als das wirtschaftliche Wachstum.

Noch ein Wort zur Lage der Nation:
Deutschland ist Exportweltmeister. Dennoch hat es ein Nullwachstum (vorsichtig ausgedrückt). Offensichtlich ist also der Außenhandel gewachsen - nur scheint der deutsche Binnenmarkt tot zu sein. Was tut man dagegen: Steuern senken, Staatsquote reduzieren (eigentlich sehr einfach). Steuersenkung in den USA in den 80ern unter Reagan (nein ich bin kein Freund von ihm oder seiner Partei): von 70 auf 28% im Spitzensteuersatz.
Was hat das gebracht? Ein Wachstum der US-Wirtschaft (bzw. des Marktes) um mehr als 10% in den ersten Jahren und dennoch höhere Staatseinnahmen durch mehr wirtschaftliche Aktivität.

Wer also 2006 wieder die rot-grüne Regierung wählt hat also meiner Meinung nach einfach gar keinen Verstand. Die erste Legislaturperiode hätte schon Warnung genug sein müssen. Aber dann hat ja Schröder die Wahl mit den Hochwasserzahlungen aus Steuergeldern gekauft - und die anderen haben sich zu dämlich angestellt....fatal...

Zum Thema Elite:
Um die Jahrhundertwende gab es in D eine Elite.
In D wurde der Verbrennungsmotor, der Elektromotor, das Auto, die ersten Luftgleiter erfunden. In D wurde die Atomspaltung entdeckt und das Düsentriebwerk entwickelt. Der erste Computer war von Konrad Zuse und es streiten sich die Gelehrten, ob Bell oder Reiss das Telefon erfunden haben.
Die Quantenphysik wurde von Planck und Heisenberg mitgeprägt, die Relativitätstheorie stammt von einem Menschen aus Ulm.
Wöhler, Liebig, Koch,... prägten die moderne Chemie und Pharmazie.
Was ich damit sagen will: Deutschland hatte eine Elite - und nur mit dieser war es möglich, den wirtschaftlichen Aufschwung erfolgreich zu betreiben. Wenn diese nicht schnellstmöglich wieder geschaffen wird - gute Nacht.
Aber was sage ich: geschaffen wird: Eine Elite braucht man nicht zu schaffen, eine Elite entsteht überall da (spontan und recht schnell) wo man sie zulässt. Und hier ist genau das Problem der Deutschen: Neid gegen alles und jeden. Anstatt den Leuten, die den wirtschaftlichen Wohlstand hierzulande ermöglichen dankbar zu sein neidet man ihren Status. Kein Wunder, dass die Elite einst wegging...und jetzt in den USA Nobelpreise erhält...

Soziale Gerechtigkeit ist in Deutschland so definiert:
Allen geht es gleich gut. Oder eben auch gleich schlecht.
Meiner Meinung nach ist soziale Gerechtigkeit: Niemandem geht es beschissen, jeder hat alle Möglichkeiten aus seinem Leben das beste zu machen - ohne dass er tatsächlich 48+5+5+16=74% Abzüge allein an direkten und indirekten Steuern hat. Das hat meiner Meinung nach was mit einer Versklavung der Leistungsbereiten/fähigen zu tun - gerecht ist es wohl kaum.

Glombi:
Hi Marco, sehr treffend, sehr ausführlich, sehr richtig!

Früher hatten wir Einstein, heute haben wir Kübelblöd (oder so ähnlich).
Aber: Das will das deutsche Volk doch, oder warum ist das Blöd-TV so erfolgreich und Bücher von Bohlen, Feldbusch, Becker,... die Bestseller?

Gandhi:
Ja, so ist es wohl. Wahrscheinlich ging es allen zu gut - wahrscheinlich schien alles zu sicher.
Stillstand ist aber der Feind jedes Lebens. Und jede Gesellschaft braucht Leben, braucht Ziele, braucht Perspektiven.

Leider bemerken viele offensichlich erst zu spät wie es tatsächlich um sie bestellt wird. In der Bevölkerung nehme ich aber zunehmends wahr, wie nach und nach die Bereitschaft der Bevölkerung zunimmt sich den Problemen zu stellen. Ich glaube, dass die Bereitschaft zu Reformen tiefer geht als von der Politik vermutet. Wirklich blöd ist dieses Land ja nicht.

Leider sind Menschen selten eigenmotiviert. Motivation sollten aber die geänderten Verhältnisse schnell schaffen.
Immerhin wechselt die TV Unterhaltung derzeit mehr und mehr zu Formaten a la 'wer wird Millionär' und die üblichen Sozialhilfetalkshows fallen zurück. Ein Silberstreif hinsichtlich der Neubewertung von Bildung und Leistung.

'Deutschland sucht den Superstar' möchte ich hingegen als Rückfall bezeichnen....Dinge ändern sich nicht zu schnell - und ich habe Angst vor einer Generation, die glaubt durch mittelmäßige Gesangseinlagen eine Volkswirtschaft bestreiten zu können. Man könnte auch sagen, dass dieses ein Ausdruck deren Perspektivenlosigkeit und Verzweiflung ist. Verzweiflung führt auch immer zu Veränderungen - im Moment ist fast jede Veränderung eine Veränderung in die richtige Richtung.

Sendungen wie Gallileo, Welt der Wunder und andere habe ich hingegen lange vermisst. Es tut sich was in der Bevölkerung und ihrem Interesse an Technik und Fortschritt.

Zur Zeit häufen sich die Reformvorschläge der Politik. Leider gehen mir diese alle noch nicht weit genug. Ich habe den Eindruck, die Volksparteien versuchen mit Reformen, die ihnen das kleinere Übel erscheinen noch das Besitzstandsdenken vergangener Tage hinüberzuretten. Doch der hierbei in Gang gesetzte Prozess geht hoffentlich noch weiter. Und wenn man jedem erst erklären konnte, dass Wirtschaftswachstum und niedrigere Steuern die Verluste der erhaltenen Subventionen mehr als kompensieren werden, wird auch Einsicht folgen.

In einer globalisierten Welt sind wir auch mit den liberaleren Ländern, wie den USA oder den Schwellenländern in Konkurrenz (wirtschafliche Liberalität meine ich). Nur durch eine ebensolche Liberalisierung kann hier auch wirklich konkurriert werden. Auch das muss jedem klar werden.

Ein letztes Wort zur Elite (entnommen aus Brand eins):
Elite definiert sich stets selbst. Um zur Elite zu gehören ist nichts ausser einer Verpflichtung sich selbst gegenüber notwendig, mehr als das von einem geforderte für sich selbst und die Gesellschaft zu tun.
In diesem Sinne gehören hier schon viele in meinen Augen zur Elite.
Die Elite muss wohl nicht erst entstehen, sondern nur richtig aus den Ketten gelassen werden.

Die wissenschaftliche Situation in Deutschland ist auch noch nicht zu schlecht. Solange das Ausland noch Forscher in Deutschland einkauft, scheint es noch kluge Köpfe zu erzeugen. Mit einer besseren finanziellen Ausstattung der Hochschulen und der Forschung sollte es recht kurzfristig möglich sein diese zukünftig zu halten oder gar zurückzuholen.

Wie das finanziert werden soll?
Wie wäre es denn mit einer steuerlichen Abschreibungsfähigkeit von Forschungen? Keine Subventionen...nur Anreiz für die Wirtschaft sich an Grundlagenforschung zu beteiligen.
Studiengebühren: Ich habe 8 Jahre studiert. Wäre mir dies aufgrund besserer Ausbildungsstätten in 3-4 Jahren weniger gelungen (was durchaus möglich wäre - Abi in 12 Jahren - ohne Ausfälle, Ausbildungsorientierung von Hochschulen, bessere Betreuung) hätte ich 4 Jahre länger arbeiten können.
Für 4 Jahre mehr Einkommen hätte ich schon einiges gezahlt...Angenommenes Gehalt eines 61 jährigen Akademikers: 80000&#8364;
Steueraufkommen aus diesem Gehalt: ca 25000&#8364;?
*4=100000&#8364;.
Rechnet man so, erkennt man wie teuer es ist an Bildung zu sparen - selbst ohne weitere Faktoren wie verbesserte Innovation und mehr Sozialbeiträge mit einzuberechnen. Bildung ist also nie teuer - nur an ihr zu sparen ist es.

Und was macht die Politik? In Hessen, einem der Topstandorte Deutschlands wurden im letzten Jahr 1000 Lehrerstellen gestrichen....ohne Worte....

In den USA erfolgt Hochschulfinanzierung über Studiengebühren (die überwiegend erst nach dem Studium fällig werden), Spenden von Ehemaligen (die das garantiert absetzen können) und Forschungsgeldern aus der Privatwirtschaft. Ich sehe nicht ein, warum das hier nicht auch funktionieren sollte. Das Bildungspotential in Deutschland ist immer noch wesentlich höher (in der Breite) als in den USA - schließlich sind hier nicht 20 % Analphabeten...
In der Spitze siehts anders aus. Wer mal das Vergnügen hatte eine US-Hochschule gehobenen Standards (noch nicht mal so eine Ivy-Fakultät) zu besuchen wird mir das bestätigen: Kleinste Kurse, beste Ausstattung, optimale Infrastruktur - und auch weniger Bedenken in der Bevölkerung gegen den Fortschritt an sich. Da wird mir Angst und Bange....
Danke Europa, dass Du die Harmonisierung auf Bachelor und Masterstudiengängeerzwingst. Deutschland hätte das alleine nicht geschafft.

pd:
Meine Fresse, du machst dem Namen Gandhi ja alle Ehre.
Und um mich zu Outen ;-) Habe auch noch nie rot/grün gewählt. Aber auch nicht schwarz. In Schills Blütezeit hab ich ihn gewählt, weil ich hoffte, dass er einfach frischen Wind reinbringt, in evtl. eine Koalition schwarz/Schill (was ham die eigentlich für ne Farbe) Schwarz allein war für mich genauso festgefahren, wie rot. Im Groben ist alles ein Matsch. Im Schulsport wars bei uns so, wenn zwei Mannschaften aufm Feld waren und keine in einer bestimmten Zeit ein Tor erzielte sind alle vom Platz geflogen und neue kamen dran.
Außer Eigentoren, kriegen die da oben eigentlich nicht viel hin.
<Eigenkritik>naja, erstmal besser machen</Eigenkritik>

Insgesamt geb ich dir recht. Biste in der Politik?

Gruß, Patrick

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